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Galerie: Erster Test Porsche Cayman Facelift

Erster Test: Porsche Cayman Facelift

Frischfleisch

28.11.2008

Der Porsche Cayman ist der kleine Bruder des 911. Bei Kennern genießt er hohes Ansehen, bei allen anderen ist es der Porsche für Sparbrötchen, für Karen ist er eine Offenbarung.

Karen wurde mir von einem lieben Kollegen anvertraut. Sie solle den Porsche Cayman-Termin in der Nähe von Cadiz in seinem Auftrag übernehmen, da er zurzeit schwer indisponiert ist. „Michael, kümmerst Du Dich bitte um Karen, sie ist das erste Mal auf einem Auto-Termin.“ Na, da lasse ich mich nicht zwei Mal bitten.

Schön ist er

Galerie: Erster Test Porsche Cayman FaceliftAm Hotel in Chiclana de la Frontera angekommen, sehen wir uns den neuen Cayman S mit PDK (Porsche-Doppel-Kupplungsgetriebe), der als einziges Modell vor Ort ist, genauer an. Von außen gibt es nicht viele Änderungen. Ich erzähle Karen, dass hier die Scheinwerfer in Tuben-Optik neu sind und an den Carrera GT erinnern sollen, LED-Standlicht kennt man schon vom Cayenne. Zusätzlich wurde der vordere Stoßfänger modelliert und bei Bestellung des Xenonlichts (mit Kurvenlichtfunktion) gibt’s noch das LED-Tagfahrlicht gratis dazu. Das erinnert in seiner Form allerdings etwas an eine Nachrüstlösung.

An den Flanken und den supersexy geschwungenen hinteren Kotflügeln hat sich nichts geändert – zum Glück. Die Heckleuchten strahlen nun mit Dioden statt Glühlampen, zumindest für alle roten Leuchtfunktionen. Die Neuigkeiten-Liste rundet ein neuer Stoßfänger mit geänderter Doppelrohr-Abgasanlage ab.

Karen ist begeistert

Galerie: Erster Test Porsche Cayman FaceliftIch solle mal mit dem Fahren anfangen, meint Karen. Automatik sei ihr nicht ganz Geheuer und Selbstschalten mache sowieso mehr Spaß. Na warte, Mädel, Dich werde ich ummodeln. Erstens ist das hier keine Automatik mehr, sondern das geniale PDK (3.000 Euro), welches im Frühsommer im 911er Einzug hielt und hier an die Bedürfnisse des Mittelmotorsportlers angepasst wurde. Sieben Gänge, perfekt portioniert, der letzte extralang, zum Spritsparen.

Der bronzefarbene Cayman hat zudem die optionalen, adaptiven Sportsitze (3.962 Euro), die sich perfekt an die anatomischen Gegebenheiten der beiden Passagiere anpassen lassen. Klasse, egal ob dürr oder dick, die Dinger „sitzen“. Weniger passend sind dafür die Spaltmaße und die Materialauswahl am Volant, das bei den PDK-Modellen griffiger und anders gestaltet ist als bei Handschaltern. Hier darf man in der Preisklasse mehr erwarten. Dafür liegt es satt in der Hand. Das Lenkrad steil vor mir stehend, eng in den Sitz gepresst starten wir zur Testrunde.

Langsam beginnen

Galerie: Erster Test Porsche Cayman FaceliftDie ersten Meter fahre ich sanft, denn zum einen soll Karen nicht verschreckt werden und zum anderen sind die Reifen kalt und damit extrem rutschig. Das neu abgestimmte Stabilitätsprogramm PSM (Porsche Stability Management) hat schon bei normaler Beschleunigung gut zu tun. Nach rund 30 Kilometern sind die Pneus warm und der Grip stimmt. Karen ist überrascht von der Wendigkeit und dem Motor-Sound. „Laut ist er“, meint sie. Richtig. Dank neuer Abgasanlage ist er kerniger als bisher. Dezent ist das nicht mehr, stört vielleicht sogar den ein oder anderen Insassen. Nun ist Fahrerwechsel angesagt.

Galerie: Erster Test Porsche Cayman FaceliftKaren steigt ehrfürchtig um, stellt sich vorbildlich Sitz, Lenkrad und Spiegel ein und startet zu ihrer ersten Fahrt in einem 320-PS-Doppelkupplungs-Auto. Der Cayman S hat damit übrigens 25 PS hinzugewonnen. „Krass, geht der ab.“ Recht hat sie. Mit optionalem Sport-Chrono-Paket-Plus (1.100 Euro) und der darin enthaltenen Launch-Control-Funktion pfeilt der Cayman S befeuert von einem komplett neu konstruierten 3,4-Liter-Direkteinspritz-Boxer in 4,9 Sekunden in den dreistelligen Bereich. Auch bei Karen – eigentlich. Sie traut sich noch nicht so recht und streichelt das Spaßpedal eher. Aus 4,9 Sekunden, die laut Porsche und dank der Schnellstart-Funktion jede Oma schafft, benötigen wir Porsche-untypische zehn, elf oder zwölf Sekunden. Macht nix, rantasten lautet die Devise. Dank des zurückhaltenden Fahrstils meiner Pilotin sinkt der Durchschnittsverbrauch des Sechszylinders von ehemals 12,6 auf erholsame 9,3 Liter und damit exakt den Wert, den Porsche vorgibt. Respekt, Karen.

Ab in die Berge

Galerie: Erster Test Porsche Cayman FaceliftDas messerscharfe Handling begeistert. „Der liegt total sicher auf der Straße“, meint sie. Auch richtig. Die Weissacher Profis um Baureihenleiter Hans-Jürgen Wöhler haben Feintuning betrieben und das Gesamtpaket nochmals optimiert. Die Gewichtsverteilung zwischen Vorder- und Hinterachse beträgt 46 zu 54 Prozent und dank des tief eingebauten Mittel-Boxermotors ist der Schwerpunkt sehr weit unten. „So flink fahre ich sonst nicht“. „Kannst ruhig noch einen drauf legen“, meine ich. Denn das PSM ist in der sensibelsten Stufe aktiviert und unterbindet rutschende, drehende und quietschende Räder sofort. Man kann es auch in zwei Stufen deaktivieren, wie uns ein Kollege demonstriert. Er versucht, den vor uns liegenden Kreisverkehr mit seinem weißen Cayman S, ausgestattet mit mechanischer Differenzialsperre (1.130 Euro), im Drift zu nehmen. Die Betonung liegt aber auf versucht. „Spinnt der?“, fragt Karen mich. „Ne, der übt noch“, meine ich. Wir rollen weiter und genießen den Fahrkomfort, der bei nicht gedrückter Sport- oder Sport-Plus-Taste tatsächlich vorhanden ist.

Das Porsche-Schnäppchen

Wieder am Hotel angekommen steigt Karen aus und grinst. „Macht schon Spaß, aber wie viel kostet das Ding eigentlich?“ Als ich ihr erzähle, dass man in dieser Ausstattung gut 80.000 Euro hinblättern muss, verzieht sich ihre Miene. Das sei ja viel zu teuer. Naja, ab 61.500 Euro gibt es den Cayman S. Den schwächeren Cayman mit 260-PS-starkem-2,9-Liter-Boxer gibt es ab 50.000 Euro. Ein 911 startet dagegen erst bei 83.000 Euro, nackt.

Galerie: Erster Test Porsche Cayman FaceliftFür Porsche-Verhältnisse ist der Cayman somit günstig. Und er bietet Fahrspaß, wie es nur ein Mittelmotor-Sportler tun kann. Manch einer sieht in ihm sogar den besseren 911er, auch wenn Zuffenhausen das dementiert und meint, an den Elfer kommt auch der neue Cayman S fahrdynamisch nicht ran. Karen ist mit ihrem ersten Porsche-Ausritt zufrieden.

Am nächsten Morgen darf ich dann fast die komplette Strecke fahren und sie sitzt neben dran und sinniert über Sinn und Unsinn von Autos, die 280 km/h schnell sind, bis sie einschläft. Und ich denke mir noch, da vorne kommt ein schöner Kreisverkehr …

Fazit

Der Porsche Cayman S wurde verfeinert, verbessert, ausbalanciert und technisch aufgewertet. Der neue Motor erfüllt die Euro-5-Norm und begeistert mit Sound, Schub und Trinksitten. Der Preis ist bei Porsche zweitrangig. Man kauft sich das Auto, weil man es will, nicht weil man es braucht. Und wer will, der kann – in der Regel zumindest.

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