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Galerie: Erster Test Porsche Cayman S

Erster Test: Porsche Cayman S

Vorsicht bissig

22.09.2005

Aggressiv und bei Bedarf bissig. Das sind die wichtigsten Charakter-Eigenschaften des zur Familie der Alligatoren gehörenden Kaimans. Zudem ist er schnell, äußerst wendig und passt sich wechselnden Bedingungen blitzschnell an.
Cayman S, so heißt Porsches geschlossene Variante des Boxster. Die hat aber mehr zu bieten als nur ein festes Dach auf der bereits bekannten Cabrio-Basis.

Die Begegnung mit einem Krokodil ist immer aufregend. Ob im Zoo oder in freier Wildbahn - das kraftvolle, muskelbepackte Reptil lässt keinen Zweifel an dem in ihm ruhenden Potenzial.
Auch unser giftgelber Cayman erweckt sofort diesen Eindruck. Flach geduckt steht er vor uns, die beidseitigen Kiemen sind geweitet und die angriffslustigen Augen funkeln uns listig entgegen. Die Schnauze ist bekannt, doch ab der A-Säule ist nun alles anders. Besonders markant und kraftvoll wölben sich die hinteren Radhäuser. An diesen ausgeprägten Muskeln erkennt man sofort: hier wird Kraft auf die Straße gebracht. Eine weitere Neuerung am Heck: Der bei 120 km/h ausfahrende Spoiler des Boxster wurde durch einen so genannten Spaltflügel ersetzt.

Jagdinstinkt

Galerie: Erster Test Porsche Cayman SNach dem Motorstart deutet sich schon im Leerlauf an, was nach einem kraftvollen Druck auf das Gaspedal passieren wird. Noch brummt der Motor leise, doch schnell steigert sich die Geräuschkulisse zu einem infernalisch schönen Brüllen. Ein Sound, der jede Musikanlage überflüssig macht. Nach 5,4 Sekunden kann die 100 km/h erreicht werden, nur 6,3 Sekunden später könnte die 160er Marke fallen. Bis zu 275km/h sind möglich. Doch eigentlich bevorzugt der Cayman S ein anderes Terrain: Kurven, so viele wie möglich. Und die nimmt er in beeindruckender Art und Weise. Mit höchster Präzision kann der Fahrer das Fahrzeug punktgenau um jede Ecke steuern, die direkte Lenkung lässt keine Wünsche offen, ebenso das knackig zu schaltende manuelle 6-Gang Getriebe.

Galerie: Erster Test Porsche Cayman SDas Fahrwerk basiert auf dem des Boxster, wurde aber sportlicher und straffer abgestimmt. Dies ist möglich, da der Cayman zwar auf der Grundstruktur des Cabrios aufgebaut ist, durch das feste Dach aber eine deutlich höhere Steifigkeit besitzt. Durch den Einbau des Motors vor der Hinterachse (Mittelmotor) ergibt sich ein mittig und tief liegender Schwerpunkt, dem der Cayman seine Agilität verdankt.

Das Ergebnis ist hervorragend: Einerseits vermittelt der Cayman einen direkten Kontakt zur Straße wie es sich für einen echten Sportwagen gehört. Doch selbst Fahrfehler verzeiht er souverän. Dabei hält sich das Porsche-ESP angenehm lange zurück. Dem Fahrer vermittelt es ein sicheres und gleichzeitig betont sportliches Fahrgefühl. Die perfekte Kombination, um auf Kurvenjagd zu gehen und unversehrt zurück zu kommen.

Evolutionsgeschichte

Galerie: Erster Test Porsche Cayman SAuch der 3,4 Liter Boxer-Motor basiert auf dem Aggregat des Boxster. Aber genau wie das Fahrwerk wurde auch der Antrieb überarbeitet: Zylinderköpfe, Nockenwellen und Kurbelgehäuse stammen aus dem 3,6 Liter 911 Carrera-Motor. Andere Komponenten wurden entsprechend angepasst. Diese Kraftkur bewirkt eine Leistungssteigerung um 15PS. Somit verfügt der 1.415 kg leichte Cayman S über 295 PS. Das maximale Drehmoment liegt bei 340 Newtonmetern, das zwischen 4.400 und 6.000 Umdrehungen pro Minute eindrucksvoll zur Verfügung steht. Übertragen wird die Kraft von einem 6-Gang Schaltgetriebe bzw. dem 2.575 Euro teuren 5-Gang Tiptronic-System.

Handzahm und pflegeleicht

Galerie: Erster Test Porsche Cayman SDer Lieblingsplatz eines jeden Porsche-Fans ist natürlich auf der linken Seite des Cockpits. Hier hat sich gegenüber dem Boxster nicht allzu viel verändert, Materialien und Verarbeitung sind hochwertig. Bei Vollausstattung finden sich auf der Mittelkonsole recht viele Schalter, deren zielsichere Bedienung während der Fahrt wohl etwas Eingewöhnungszeit benötigt.

Platz für Zwei ist ausreichend vorhanden, die Sitze lassen sich gut auf die Bedürfnisse der Insassen anpassen. Die Rundumsicht ist gut, lediglich die breite C-Säule behindert beim rechts abbiegen die Sicht in Richtung Fahrradweg und Gehsteig. Blickt man nach hinten, so sieht man die markanteste Neuerung des Cayman S: Die große Heckklappe mit integrierter Glasscheibe. Weit öffnend gibt sie den Blick auf den mit Teppich ausgekleideten zweigeteilten Kofferraum frei. Hier lassen sich bis zu 260 Liter Gepäck unterbringen - sogar Snowboards sollen hier Platz finden. Zusammen mit dem Kofferraum unter der Fronthaube können so insgesamt 410 Liter Ladevolumen genutzt werden.

Beitrag zur Artenvielfalt

Galerie: Erster Test Porsche Cayman SGroße Reptilien sind in Europa selten. Wer einen ausgewachsenen Kaimanen sein eigen nennen möchte, der muss mindestens 58.529 Euro investieren. Dieser Basispreis lässt sich spielend einfach um einige tausend Euro erweitern: Bi-Xenon-Scheinwerfer, Keramikbremsen, vollelektrische Sportsitze, Navigationssystem, Metallic-Lackierung, elektronisch einstellbares Dämpfersystem (PASM) und das aus dem 911er bekannte Sport Chrono Paket. Der Zubehör-Katalog ist mehr als 40 Seiten stark.

Für einen Einstiegspreis von unter 60.000 Euro erhält der Fan einen Sportwagen, der fast keine Wünsche offen lässt. Perfektes Handling, hervorragende Verarbeitung im Innenraum und ein atemberaubendes Design machen den Cayman S zu einer äußerst interessanten neuen Spezies auf dem artenreichen deutschen Automobilmarkt. Man darf gespannt sein, in welchem Revier der Neue hauptsächlich wildern wird. Selbst der 911 Carrera muss sich wohl auf einen neuen Konkurrenten einstellen.

Doch keine Angst - Kaimane sehen gefährlich aus und sind blitzschnell, ernähren sich aber hauptsächlich von Insekten, Krebstieren und Fischen.

Galerie: Erster Test Porsche Cayman S

 

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