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Galerie: Erster Test Porsche Cayman

Erster Test: Porsche Cayman

Anfänger-Porsche

17.07.2006

Ein Porsche für Anfänger? Genau das ist der Basis-Cayman - im besten Sinne. Mit 245 PS und einem 2,7-Liter-Boxermotor vereint er wie ein 911er zügige Fortbewegung mit Praxistauglichkeit. Und auch im Detail kann der Cayman ohne „S“ überzeugen.

Mit der Form geht’s schon mal los. Anders als der Elfer mit seinem mittlerweile recht üppig geratenen Heck steht der Cayman schlank da und weiß mit ausgeprägten Konturen zu gefallen. Von vorne ist er für den Passanten kaum vom großen Bruder zu unterscheiden. Die Seitenlinie ist gestreckter wegen des hinter den Passagieren verbauten Mittelmotors. Durch die nicht nur optisch nach vorne gerückte Fahrgastzelle wirkt er schon im Stand sehr dynamisch, wie ein am Start kauernder Sprinter.

Detailkram

Gegenüber dem 295 PS starken Cayman S fallen beim genauen Hinsehen nur wenige Details am kleinen Cayman auf: Schwarze Spoilerlippe, einfaches Auspuff-Endrohr, schwarze statt roter Bremssättel (man kriegt aber auch gelbe, siehe unten). Doch mit der Aufpreisliste lässt sich der Cayman auf „S“-Niveau hieven.

Galerie: Erster Test Porsche CaymanIm Innenraum ergeben sich keine Überraschungen: Alles sehr Porsche hier, nur dem eingefleischten Elfer-Fahrer fallen kleine Unterschiede auf. Alle anderen freuen sich über ein Cockpit wie es sich für einen Porsche gehört: Schmales Sportlenkrad, zentraler Drehzahlmesser mit Digitaltacho, kleinknöpfrige Mittelkonsole mit feinstem Soundsystem, Leder so weit das Auge reicht. Sportsitze, die den Namen verdienen.

Auf die Straße… fertig…

Galerie: Erster Test Porsche CaymanAuf der Straße legt der Kleine gleich richtig los. Zumindest akustisch. Ich fahre die Automatikversion mit dem „Tiptronic-S“ genannten 5-Gang-Automatikgetriebe. Beim beherzten Tritt aufs Gaspedal jubelt sich der Motor auch gleich per Kickdown in die oberen Drehzahlregionen. Zügig erreicht man höhere Geschwindigkeiten, doch ab 200 Sachen wird es ein wenig zäh. Die im Prospekt angegebenen 253 km/h Topspeed erreiche ich nur mit Geduld.

Manuelle Schaltwechsel lassen sich einfach und jederzeit über die Schaltknubbel am Dreispeichenlenkrad einleiten. Richtig fetzig sind die Schaltvorgänge jedoch nicht, eher weich und gelassen.

Komfort-Porsche

Ein weiteres (fehlendes) Detail aus der Ausstattungsliste des Testwagens verrät mir, dass ich sozusagen in der Komfortvariante des Cayman sitze. Denn auch das Fahrwerk ist überraschend komfortabel ausgelegt, kein PASM-Knopf in der Mittelkonsole erlaubt eine härtere Gangart. Nun bewege ich den Komfort-Cayman auch gleich ein wenig gelassener, Automatikfahrer sollen ja keine Heizer sein - hörte ich einmal.

Galerie: Erster Test Porsche CaymanUnd tatsächlich werden mir jetzt einige andere im Alltag wichtige Details bewusst: Der Kofferraum vorne ist ebenso unerwartet groß wie im Boxster, hier passt immer mehr rein als man glaubt: etwa 150 Liter reichen für zwei Trolleys plus Tasche. Im Cockpit gibt es erwähnenswerte Fächer und selbst hinter den Sitzen findet man noch eine Ablage für Taschen und Staufächer für Kleinkram. Der Kofferraum hinter dem Motor fasst nochmals 260 Liter. Mit diesen gut 400 Litern Gepäckvolumen lässt sich zu zweit auch ein ganzer Urlaub bestreiten - vorausgesetzt man lässt wohlweislich Platz für die von der Beifahrerin vor Ort gekauften Schuhe...

Zahmes Raubtier

Galerie: Erster Test Porsche CaymanDas Fahrverhalten ist problem- und tadellos, ein sachtes Untersteuern gibt den Ton an. Sind die (optionalen) 265er Reifen hinten erst mal warm, hat der Motor keine Chance, sie zum Durchdrehen zu kriegen. Das schafft nur ein ganz brutaler Kupplungsfuß oder übelst eingeleitete Lastwechsel. Der Grip ist hervorragend und folgerichtig sind hohe Kurventempi machbar. Dabei ist das gesamte Fahrzeug ungemein verbindlich - über die zielgenaue und vergleichsweise schwergängige Lenkung bis zum nicht zu straffen Fahrwerk gibt der Porsche ordentlich Feedback an seinen Piloten.

Flotter per Hand

Noch besser kann das der handgeschaltete Cayman (258 km/h Spitze), der im Falle meines zweiten Testwagens mit dem optionalen 6-Gang Getriebe (im Paket 2.088 Euro) ausgestattet war. Das ist nur in Verbindung mit dem aktiven, elektronisch gesteuerten Fahrwerk PASM zu haben (einzeln für 1.508 Euro), das mir nach Knopfdruck seine brettharte Sportabstimmung an die Wirbelsäule weiter reicht. Unterstützt wird es dabei von den nochmals flacheren Reifen (235/35 vorne, 265/35 hinten) auf 19-Zoll Felgen (ab 2.540 Euro).

Galerie: Erster Test Porsche CaymanMit diesem Package lässt es sich betont leichtfüßig auf den Feldberg im Taunus brettern - und ebenso wieder bergab: Die Standard-Bremsen (vorne haben die gelochten Scheiben zwei Zentimeter weniger Durchmesser als beim „S“) verzögern exakt dosierbar und ohne jedwedes im öffentlichen Straßenverkehr provozierbares Fading. Das Trompetenschmettern - wenn man unter Last vom Dritten in den Vierten schaltet - hat der Kleine fast genau so drauf wie ein Elfer. Nur nicht ganz so laut.

Doch der Cayman wäre nicht ein echter Porsche, wenn man dem mangelnden Ballern nicht per Aufpreisliste Abhilfe schaffen könnte: Sportabgasanlage (1.496 Euro) für den Sound, dazu gleich noch das Sport-Chrono Paket (742 Euro) für eine noch raschere Gasannahme und für den fanatischen Bremser die Carbon-Scheiben (7.830 Euro) mit gelben Bremssätteln.

Fazit

Mit knapp 48.000 Euro kann man sich jetzt getrost im Porsche-Club blicken lassen. Der Basis-Cayman ist auch nackig ein echter Porsche, der überzeugendes Kurvenräubern mit problemlosem Fahrverhalten und hoher Alltagstauglichkeit zu verbinden weiß. Die Cabrio-Fans mögen es mir es verzeihen, wenn ich den günstigeren „Boxster“ hier ausnehme - ein Sportwagen hat nun mal ein festes Dach (die Sportwagen-Fans werden mir jetzt Recht geben).

Dank der immensen Aufpreisliste lässt sich auch der kleinste Porsche bezüglich Optik und Performance ordentlich aufpeppen - der verkürzte Schalthebel für das 6-Gang Getriebe (etwa 560 Euro) ist nur ein Hinweis auf die Detailverliebtheit in Zuffenhausen. Für den Porsche-Anfänger bietet sie genug Stoff für Schmöker-Nächte.

Galerie: Erster Test Porsche Cayman

 
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