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Galerie: Erster Test Porsche Macan Facelift

Erster Test: Porsche Macan Facelift

So frisch wie möglich

19.12.2018

Seit gut vier Jahren ist der Porsche Macan auf dem Markt, und damit reif für ein Facelift. Das Problem: Die Basis ist noch viel älter. Schließlich baut der Zuffenhausener auf dem alten Audi Q5 auf. Mit dem Facelift haben die Ingenieure zwar alles gegeben, um den Macan so frisch wie möglich zu machen. An der ein oder anderen Stelle merkt man aber immer noch, dass er aus einer anderen Generation stammt. Wir haben die überarbeitete Version des Sport-SUV auf Einladung von Porsche getestet.

Wer den neuen Macan als solchen erkennen will, muss ihm auf den Hintern schauen: Während Chef-Designer Michael Mauer an der Front des SUV nur behutsam den Lidstrich nachgezogen hat, konnte er auf der anderen Seite die Controller von einer komplett neuen Heckklappe überzeugen. Die ist richtig teuer, war aber nötig, um auch dem kleinen SUV das neue Porsche-Identitäts-Merkmal mit auf den Weg zu geben: Die durchgehende Lichtleiste am Heck.

Neue Farben, LED-Serie

Die kennen wir schon von Cayenne und Panamera, und auch beim neuen 911er ist sie nicht mehr nur den Allrad-Modellen vorbehalten. Also musste der Lichtstreifen auch ins Macan-Heck eingepasst werden. Und in der Tat verleiht er dem SUV noch etwas mehr Breite in der Rückansicht. Davon abgesehen sind die neuen Farben Miami-Blau, Mamba-Grün, Dolomit-Silber und Kreide ein sicheres Indiz für die Facelift-Version. Ob man die neuen 20- und 21-Zöller als solche erkennt, ist dagegen ebenso fraglich, wie die jetzt auf Wunsch silberfarben lackierten Carbon-Anbauteile. Neu: Ab sofort leuchten alle Macans mit LED-Scheinwerfern durch die Nacht.

Galerie: Erster Test Porsche Macan FaceliftUmgebaut hat Porsche auch den Innenraum: Der alte 7-Zoll-Touchscreen ist rausgeflogen, stattdessen macht sich in der Mittelkonsole ein zeitgemäßes 11-Zoll-Display breit. Dafür mussten allerdings die Lüftungsdüsen weichen, die bislang den Bildschirm flankierten; sie sind jetzt darunter angeordnet. Dazu kommt eine beheizbare Windschutzscheibe und ein neues Lenkrad mit dem bekannten Fahrmodus-Schalter. Trotz der umfangreichen Renovierungsmaßnahmen merkt man dem Macan-Innenraum aber an, dass er schon ein paar Jahre auf dem Buckel hat. Die zahlreichen Schalter wirken wie aus einer anderen Zeit, das Kombiinstrument kann nicht mit den neuen High-Tech-Anzeigen mithalten und Extras wie eine induktive Handyladeschale sucht man vergebens. Wohlfühlen kann man sich im Macan aber immer noch.

Mehr Fahrspaß

Das liegt nicht zuletzt am Fahrspaß, der mit dem Facelift nochmal gesteigert wurde. Für noch mehr Performance auf der Straße hat Porsche das Fahrwerk optimiert, und damit gleichzeitig für mehr Neutralität und verbesserten Komfort gesorgt. Vor allem die optionale Luftfederung (2.630 Euro) überzeugt, sie schluckt nicht nur Unebenheiten souverän weg, sondern reduziert auch die Wankbewegungen der Karosserie spürbar. War der Macan bisher schon ein ausgesprochen sportliches SUV, so vergisst man jetzt erst recht gern, dass man in einem Hochbeiner sitzt. Knackig wie ein Sportwagen zirkelt der 1,8 Tonnen schwere Porsche ums Eck und verweist damit nahezu alle Mitbewerber auf die Plätze.

Auf die Spitze treiben lässt sich das Vergnügen mit dem Torque-Vectoring-Plus-Paket, das für 1.488 Euro extra das Antriebsmoment an den Hinterrädern bedarfsgerecht verteilt; zusätzlich steigert eine elektronische Hinterachs-Sperre die Traktion. Trotz aller Straßen-Performance geht Porsche aber weiterhin davon aus, dass sich manch ein Kunde auch ins Gelände traut. Eigens dafür wurde die Offroad-Precision-App entwickelt, mit der sich die Ausflüge ins Gelände dokumentieren und analysieren lassen.

Basis-Modell mit weniger Leistung

Motorenseitig hat sich Porsche von einer Variante verabschiedet: Zwar war der Diesel schon fertig entwickelt, doch im letzten Moment hat man in Zuffenhausen entschieden, zukünftig auf den Selbstzünder zu verzichten. Also geht das SUV zunächst mit nur zwei Antriebsvarianten an den Start. Basis-Modell ist ein Zweiliter-Vierzylinder-Benziner mit Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe (bei allen Modellen Serie), der im Zuge der WLTP-Überarbeitung gegenüber dem Vorgänger um sieben PS nachgelassen hat.

Galerie: Erster Test Porsche Macan FaceliftGravierend ist der Verlust nicht, immerhin stehen trotzdem noch 245 Pferdestärken bereit, die zusammen mit dem unveränderten 370 Newtonmeter Drehmoment für kräftigen Durchzug sorgen. Den Standardsprint hakt der ab 58.763 Euro erhältliche Basis-Macan in 6,5 Sekunden ab, maximal läuft er 225 km/h. Jenseits der 200-km/h-Marke geht ihm zwar merklich die Puste aus, der Wunsch nach mehr Power kommt im Alltag aber trotzdem nur selten auf.

Enormer Durchzug im S-Modell

Obwohl das Basis-Modell vollkommen ausreicht, dürften vielen Kunden trotzdem gleich zum Macan S greifen. Sei es, weil sie einen Sechszylinder wollen, oder weil der Preisaufschlag gar nicht so groß ist: ab 64.356 Euro steht der S beim Händler und bietet dafür deutlich mehr Leistung. 354 PS und 480 Newtonmeter Drehmoment entwickelt der neue, aufgeladene Drei-Liter-V6, der seine volle Kraft schon bei niedrigen 1.360 Touren bereitstellt und damit extrem bissig auf kleinste Gasbefehle reagiert. Er braucht für den 100er-Sprint nur mehr 5,1 Sekunden und knackt sogar knapp die 250-km/h-Marke. Galerie: Erster Test Porsche Macan Facelift

Beim Verbrauch nehmen sich beide Versionen nicht viel, 8,1 Liter soll der Vierzylinder brauchen, 8,9 der V6. In der Praxis dürfte der Aufschlag beim S aber etwas stärker ausfallen. Schon allein, weil der Sechsender mit seinem kräftigeren Klang und der direkten Ansprache immer wieder zum Gasgeben motiviert. Bereits in den Startlöchern steht übrigens die Turbo-Version mit dem aus dem Panamera bekannten 440-PS-Motor und auch eine GTS-Version wird sicher wieder folgen. Auf einen Hybrid-Ersatz für den Diesel warten wir dagegen vergeblich: Erst mit der Neuauflage 2021 wird der Macan unter Strom gesetzt, viel zu aufwendig wäre es gewesen, die alte Q5-Plattform noch zu elektrifizieren.

 
Fazit

Michael Gebhardt

Nein, auf dem neusten Stand der Technik ist der Macan nicht, das verhindert die in die Jahre gekommene Basis. Aber die Zuffenhausener Ingenieure haben alles getan, um das SUV für die kommenden Jahre frisch zu halten: Die Motoren, vor allem der neue S-V6, überzeugen mit kräftigem Durchzug und moderatem Verbrauch, das Fahrwerk wurde nochmal nachgeschärft, und macht den Macan noch agiler. Und auch das Cockpit wurde soweit wie möglich modernisiert und mit dem großen Touchscreen aufgewertet. Dazu kommt ein weiterer Schritt in Richtung autonomes Fahren: Auch der Macan hat jetzt einen Stauassistent, der bis 60 km/h das Auto lenkt. Bis zur Neuauflage im Jahr 2021 sollte das allemal ausreichen, um den Porsche nicht alt aussehen zu lassen.
 
 

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