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Galerie: Erster Test Range Rover Sport TDV8

Erster Test: Range Rover Sport TDV8

Kraftmeier mal anders...

21.11.2006

Überzeugende Argumente für den Range Rover Sport gibt es einige. Doch musste sich der Interessent bisher zwischen Kraft oder angemessenem Verbrauch entscheiden. Mit dem neuen V8-Diesel soll das nun anders werden. Wir haben die 270-PS-Fuhre durch Marokkos Hinterland getrieben.

Schon bei seiner Vorstellung hat uns der straffe Bruder des Discovery durch seine gelassenen und dennoch dynamischen Fahreigenschaften überzeugt. Doch vor allem die 400 PS starke „Supercharged“-Variante legte auch in folgenden Tests ein geradezu schamloses Verhalten an der Tankstelle an den Tag. Die sparsamere Version der TDV6 mit 190 Diesel-PS - jedoch ist nicht mit dem überzeugenden „Dynamic-Response“ Fahrwerk kombinierbar.

Schön kombiniert

Galerie: Erster Test Range Rover Sport TDV8Eine starke, dynamische und sparsame Version also musste her und die sollte mit dem neu entwickelten V8-Dieselmotor realisiert werden.

Als erstes fällt auf, dass dieser V8-Diesel auch wie ein V8 klingt. Ein V8, nicht wie ein Diesel! Satt blobbernd lässt dieser Motor keine Zweifel daran aufkommen, dass es bei Bedarf mächtig vorwärts geht. Das Brabbeln aus dem Auspuff ist aber auch schon die einzige motorische Geräuschquelle, denn der Rest des Motors hält sich vornehm zurück: Sehr laufruhig und außerordentlich gut gedämmt geht das Triebwerk zu Werke und beim Tritt aufs Gaspedal tut es nur eines: Anschieben!

Niedertouriger Durchzug

Galerie: Erster Test Range Rover Sport TDV8Bei sportlicher Gangart bewegt sich die Drehzahl zwischen 3.000 und 4.000 Touren, höher dreht der Motor nicht. Doch das reicht, denn die 640 Newtonmeter Drehmoment, die ab 2.000 Umdrehungen parat stehen, ziehen gewaltig an.

Das Fahrwerk ist neutral ausgelegt, die für einen Land Rover ehemals so typischen Wankbewegungen der Karosserie sind Geschichte: Wie ein Brett klebt der TDV8 auf der Straße, bringt dank des permanenten Allradantriebs die Kraft auch stets auf den Boden zieht seine Insassen geschmeidig um die Kurven.

Limits

Allein das sehr hohe Fahrzeuggewicht von knapp 2,7 Tonnen in Verbindung mit den Serienreifen verhindert noch schnellere Kurventempi: Die auf eine Vmax von 210km/h begrenzten 255/50er Reifen auf 18-Zoll-Felgen erreichen ihr Seitenführungslimit früher als es Motorleistung oder Allradantrieb hergäben. Der kleine Range beginnt dann über alle Viere gen Kurvenaußenrand zu schieben. Dies deutet sich jedoch früh an und der Wagen reagiert auch ausgesprochen gutmütig auf die möglicherweise heftige Gegenreaktion seines Fahrers. Zwar ist ein Eigenlenkverhalten spürbar (leichtes Untersteuern bei zu viel Gas, Übersteuern beim Gaslupfen), der Fahrer wird dies jedoch nur bei ausgeschaltetem ESP bemerken. Alle anderen werden schon vorher automatisch eingebremst.

Gelassenes Tempo

Galerie: Erster Test Range Rover Sport TDV8Die 6-Stufen Automatik ist eine Bekannte aus dem Discovery-3 und gefällt auch im Sport durch ruckfreie Gangwechsel und fehlende Hektik: Im Gegensatz zu anderen Automatiken in diesem Segment benötigt es im Land Rover eines deutlichen Gaspedalkicks, um einen Kickdown einzuleiten - so lässt sich das Drehmoment des Motors und seine Elastizität schon ab 2.000 Touren genießen.

Einigen betont sportlichen Zeitgenossen könnten in einem derart flotten Auto die Gangwechsel ein wenig zu lang sein. Andererseits trägt wohl auch dies zur durch Abwesenheit glänzenden Hektik im Fahrgastraum bei. „Gelassenes Tempo“ - damit ist der RR-Sport TDV8 wohl am treffendsten beschrieben.

Sporen geben

Was das genau heißt, erfahre ich im malerischen Grenzbereich: Entlang der majestätischen Atlantikküste Marokkos schnurt der 2,7-Tonner über eine staubige Kammstraße und Tempo 120 ist dank Luftfederung ein Klacks. Geradezu leichtfüßig lässt sich der Sport um die lang gezogenen Kurven bewegen, die präzise Lenkung erleichtert einem die Maßarbeit, wenn sich (immer etwas Drift an Bord) bei ausgeschalteter Traktionskontrolle ein eleganter Kurvenschwung an den anderen reiht. Und auch hier im stark herabgesetztem Grenzbereich gibt sich der Sport sehr handzahm: ein übermäßig auskeilendes Heck fehlt ebenso, wie harte Schläge des gemeinen Untergrunds.

Fazit

Die Kombination von Anti-Wank System „dynamic response“ mit großzügigen Brembo-Bremsen und dem famosem Motor ergibt eine faszinierende Mischung aus Tempo, Gelassenheit und Offroad-Kompetenz. In diesem Mix ist der Range Rover Sport TDV8 einzigartig.

Obwohl Land Rover noch keine Preise für den im Januar 2007 beim Händler stehenden RR-Sport herausrückt, kann man davon ausgehen, dass er einen deutlichen Respektabstand zum großen Range (€ 75.000,-) halten wird. Gut 60.000,- Euro scheinen realistisch. Wermutstropfen: Ein Partikelfilter ist noch nicht ab Werk zu haben aber nachrüstbar.

 
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