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Galerie: Erster Test Renault Koleos

Erster Test: Renault Koleos

Noch einer...

21.05.2008

„Noch einer!“ könnte man ausrufen, wenn man kein SUV-Fan ist. Denn kein Hersteller will auf das immer noch anhaltende Wachstum dieser Fahrzeuggattung verzichten. Und nun kommt schon wieder ein neuer, diesmal von Renault: Der Koleos, ab September 2009 auch auf dem deutschen Markt.

Dass Renault am SUV-Kuchen teilhaben will, war absehbar. Einerseits, weil diese Autos Kombis und Limousinen ersetzen. Andererseits aber auch, weil ja im Hause beim Partner Nissan schon Allrad-Know-How vorhanden ist und dieser über die viel zitierte Offroadkompetenz verfügt.

Bekannter Unterbau

So baut der neue Renault Koleos auf der gemeinsamen Plattform von Nissan Quashqai und X-Trail auf. Während sich die Japaner aber mehr dem praktischen, kastenförmigen Design eines echten Offroaders verschrieben haben, setzen die Franzosen auf Lifestyle und Dynamik.

Galerie: Erster Test Renault KoleosDass die schräg stehende Heckscheibe wertvollen Laderaum verschenkt, ist daher zweitrangig. Immerhin schluckt der gut 4,5 Meter lange Koleos bei voller Bestuhlung etwas mehr als 450 Liter. Praktisch: Die im Verhältnis 40:60 geteilte Rückbank lässt sich auch vom Kofferraum aus leicht umklappen, so entsteht ein maximales Ladevolumen von bis zu 1.380 Liter. Dabei verschwinden die Lehnen komplett, da die Sitzflächen nach vorne kippen. Über eine zweigeteilte Heckklappe - der untere Teil klappt nach unten weg - lässt sich der Renault beladen.

Die Lehne des Beifahrersitzes lässt sich (optional) ebenso leicht umlegen wie die Rückbank. So können bis zu 2,6 Meter lange Gegenstände transportiert werden. Allerdings stört dann die senkrecht stehende Sitzfläche dahinter.

Hochwertige Materialien

Galerie: Erster Test Renault KoleosDie Sitze selbst erfüllen ihren eigentlichen Zweck tadellos: Vorne wie hinten reist es sich bequem, auch für ausreichend Bein- und Kopffreiheit ist überall gesorgt. Die Passagiere in der ersten Reihe nehmen hinter einem weit ausladenden Arnaturenbrett Platz. Während der Fahrer hinter dem höhen- und längsverstellbaren Lenkrad schicke Instrumente erblickt, bietet sich dem Beifahrer nur eine weite Kunststofffläche.

Immerhin sehen die Materialien gut aus und fühlen sich auch so an. Die weichen Oberflächen unterstreichen ebenso wie die exakte Verarbeitung den neuen Qualitätsanspruch im Hause Renault. Hinzu kommt die simple Bedienung des Koleos: Die Schalter in der breiten Mittelkonsole sind selbsterklärend, das optionale Navi mit großem Bildschirm wird über ein eigenes Bedienfeld gesteuert. Einziges Manko: Der Startknopf versteckt sich in der Mittelkonsole und möchte erst gefunden werden.

Mit Allrad oder Frontantrieb

Galerie: Erster Test Renault KoleosJe nach Motorisierung fährt der Koleos mit Zwei- oder Vierradantrieb vor. Für den einzig erhältlichen Benziner, ein durchzugsstarker 2,5-Liter-Vierzylinder mit 171 PS, ist ausschließlich Frontantrieb lieferbar. Seinen Verbrauch gibt Renault mit knapp unter zehn Litern Superbenzin an. Beim schwächeren der beiden Diesel haben die Kunden die Wahl zwischen 2WD und 4WD, der Stärkere verfügt serienmäßig über Allradantrieb.

Beide Selbstzünder schöpfen ihre Kraft aus zwei Litern Hubraum und entwickeln 150 und 173 PS. Alle Aggregate sind ab Werk mit einem angenehm zu schaltenden Sechsgang-Getriebe ausgestattet, für den schwächeren Selbstzünder hält Renault einen Sechsstufen-Automaten als Option bereit. Der Basisdiesel stemmt bei 2.000 Umdrehungen 320 Newtonmeter auf die Kurbelwelle, das ist genug, um den 1,7-Tonner in zehn Sekunden auf Tempo 100 zu beschleunigen. Den Verbrauch für den Fronttriebler gibt Renault mit 7,2 Litern je 100 Kilometer an, die Allradversion soll 7,4 Liter verbrauchen. Nochmals jeweils knapp einen Liter mehr konsumieren die Automatik-Modelle.

Kaum schneller

Galerie: Erster Test Renault KoleosLaut Datenblatt ist der stärkere Diesel nur wenig schneller. Aus dem Stand bringt er den Koleos in 9,9 Sekunden auf 100 km/h und auch die Höchstgeschwindigkeit liegt mit knapp 190 km/h nur unwesentlich über der des kleinen Bruders. Jedoch sorgen seine 360 Newtonmeter für einen spürbar kräftigeren Durchzug aus dem Drehzahlkeller. Allerdings wird dies auch mit einem deutlich spürbaren Turboloch unterhalb von 2.000 Touren erkauft. Mit 7,9 Liter Durchschnittsverbrauch ist der Starke rund einen halben Liter durstiger, beide Varianten sind letztendlich keine Sparfüchse.

Galerie: Erster Test Renault KoleosDas Allradsystem hat sich Renault aus dem Nissan-Regal besorgt. Eine elektronische gesteuerte Mehrscheibenkupplung an der Hinterachse verteilt die Kraft zwischen den Achsen. der Fahrer kann per Tastendruck den Antriebsmodus wählen: reiner Frontantrieb (das spart Sprit), automatischer Allrad oder Allrad mit gesperrtem Mitteldifferenzial. In der Auto-Stellung wird die Kraft automatisch und je nach Fahrzustand und Straßenbelag zwischen den Achsen verteilt. Dabei tendiert auch der der Allrad-Koleos eher zum Fonttriebler, denn maximal fünfzig Prozent der Antriebskraft gelangen an die Hinterachse. Im „Lock“-Modus ist - bis zu 40 km/h – das Mitteldifferenzial gesperrt, was vor allem bei steilen Anstiegen auf rutschiger Fahrbahn und im Matsch helfen kann.

Geländetauglich

Galerie: Erster Test Renault KoleosEine gewisse Offroad-Tauglichkeit des Koleos wird auch durch die gut zwanzig Zentimeter Bodenfreiheit sicher gestellt. Dazu kommt ein Böschungswinkel von 27 Grad vorn und 31 Grad hinten, der den Koleos auch starke Absätze erklimmen lässt. Der Fahrer wird dabei von der serienmäßigen Bergan- und abfahrhilfe unterstützt. Letztere sorgt dafür, dass der Wagen ohne Zutun des Fahrers im Schritttempo den Berg hinunter rollt - sowohl vorwärts als auch rückwärts.

Passend zum SUV-Charakter haben die Ingenieure das Fahrwerk des Koleos auf Komfort ausgelegt, was jedoch nicht mit dem typisch französischen „schwammig“ Fahrverhalten früherer Jahrzehnte gleichzusetzen ist. Der Koleos federt Unebenheiten wirklich sauber weg, ohne dabei den Aufbau zu stark in Unruhe zu versetzen und unkontrollierbar zu wirken. Anders dagegen die Lenkung: Die sehr indirekte Auslegung ist zwar noch SUV-typisch. Doch sie ist zu leichtgängig ausgelegt und gibt dem Fahrer zu wenig Rückmeldung.

Nur ungefähre Preise

Galerie: Erster Test Renault KoleosNachdem der Koleos in Deutschland erst Ende September auf den Markt kommt, stehen die Preise noch nicht endgültig fest. Sicher ist, dass der Benziner bei 24.500 Euro anfängt. Für die Dieselmodelle ist bislang nur der Aufpreis von Frontantrieb zu Allrad bekannt, er beträgt 2.000 Euro, der 150-PS-Selbstzünder mit Vierradantrieb dürfte bei rund 30.000 Euro starten.

Was bereits feststeht, sind die drei Ausstattungslinien. Schon die Einstiegsversion „Expression“ bringt eine umfangreiche Serienausstattung mit, die unter anderem ESP, sechs Airbags, 17-Zoll-Räder, Nebelscheinwerfer, Tempomat, elektrische Fensterheber rundum, eine manuelle Klimaanlage und ein CD-Radio umfasst.

Galerie: Erster Test Renault KoleosDarauf aufbauend ist die „Dynamique“-Version um eine Einparkhilfe, das schlüssellose Zugangssystem, den faltbaren Beifahrersitz, die Fern-Entriegelung der Rückbank aus dem Kofferraum und eine Klimaautomatik angereichert. Topversion ist die Luxe-Linie, die zusätzlich - für die passende Offroad-Optik - einen Unterfahrschutz in Wagenfarbe, Licht- und Regensensor, Lederpolster, das Bose-Soundsystem, ein Panoramaglasdach und Bi-Xenon-Lichter mit bringt.

Fazit

Mit dem bei Renault-Samsung in Korea gebauten Koleos bringen die Franzosen eine solide Alternative ins SUV-Segment. Alle drei angebotenen Motoren passen gut zum Koleos, wobei der Einstiegsdiesel mit 150 PS europaweit die meiste Verbreitung finden wird. Die Allradtechnik überzeugte schon in Xtrail und Quashquai, Renault-typisch sind die zahlreichen Ablagemöglichkeiten im Interieur und Gepäcknetze im Kofferraum. Materialien und Verarbeitung entsprechen endlich dem neuen Qualitätsversprechen der Marke Renault, was die eigentliche gute Nachricht ist. Ab Herbst wird sich zeigen, ob sich davon auch die Käufer überzeugen lassen.

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