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Galerie: Erster Test Renault Laguna Coupé

Erster Test: Renault Laguna Coupé

Weniger Auto, mehr Spaß

23.10.2008

Auf eine Coupé-Tradition blickt Renault nicht wirklich zurück. Schon zwanzig Jahre ist es her, dass die Franzosen mit dem Fuego einen schnittigen Zweisitzer im Angebot hatten. Mit dem Laguna Coupé startet Renault jetzt einen Neuanfang und verspricht: mehr Spaß mit weniger Auto.

Jung, dynamisch, erfolgreich. So stellen sich Marketingstrategen gern die Zielgruppe für ihre Fahrzeuge vor. Und erst recht, wenn es sich dabei um ein neues Coupé handelt. Dass die Realität oft anders aussieht, ist zweitrangig. Hauptsache in den TV-Spots sind schöne Menschen in noch schöneren Autos zu sehen.

Im besten Alter

Galerie: Erster Test Renault Laguna CoupéIn diesem Zusammenhang ist Renaults Aussage über die potentiellen Käufer des neuen Laguna Coupé fast schon revolutionär. Nicht etwa Singles zwischen 30 und 40 sollen den Zweisitzer kaufen. Nein, die Rede ist von Geschäftsleuten und Freiberuflern ab 50 Jahren, „deren Kinder bereits aus dem Haus sind und die nach einem Fahrzeug suchen, das ihre Persönlichkeit zum Ausdruck bringt.“

Welche Persönlichkeit bringt das Laguna Coupé denn nun zum Ausdruck? Klingt doch Laguna zunächst nur wenig spannend. Solide Mittelklasse eben. Doch mit dem Coupé bringt Renault tatsächlich Emotionen in die Baureihe, und das nicht zu knapp.

Mehr Emotion

Galerie: Erster Test Renault Laguna CoupéSo erinnert der zweitürige Laguna durchaus – und das bestimmt nicht zufällig – an die flotten Flitzer von Aston Martin. Vor allem die flachen, breiten Rückleuchten und den zu einem kecken Bürzel modellierten Heckdeckel kennt man von der britischen Sportwagenschmiede. Und: Wenn es um Emotionen geht, hätten sich die Franzosen kein besseres Vorbild suchen können.

Ein Blick ins Gesicht des Coupés verrät: Auch hier haben die Designer Hand angelegt. Wie ein überdimensioniertes Haifischmaul erstreckt sich der - ebenfalls Aston Martin-ähnliche - Kühlergrill über die gesamte Fahrzeugbreite. Optional zaubert eine Frontlippe dem Laguna ein noch sportlicheres Lächeln ins Gesicht. Der im Sport-Kit inbegriffene Heckdiffusor, respektive die Plaste-Attrappe eines solchen, bräuchte es dagegen nicht.

Bewährte Qualität

Galerie: Erster Test Renault Laguna CoupéIm Innenraum lässt die Kreativität etwas nach, das Cockpit ist bekannt aus Limousine und Kombi, konnte aber schon dort mit schicker Optik und hoher Qualität überzeugen. Auf bequemen Sesseln lässt es sich in der ersten Reihe vorzüglich reisen. Die Rückbank aber bleibt, trotz nahezu gleicher Abmessungen, kleinen Kindern oder – noch besser – dem Gepäck vorbehalten.

Größere Koffer finden im 423 Liter fassenden Gepäckabteil Platz, müssen aber über eine hohe Ladekante gewuchtet und dann durch eine relativ kleine Öffnung manövriert werden. Umso praktischer funktioniert der Umklappmechanismus. Im Kofferraum befindet sich links und rechts je ein kleines Hebelchen. Ein Zug daran genügt, und die zwei zu drei geteilte Rückenlehne kippt nach vorne und gibt eine ebene Ladefläche frei.

Starker Einstieg

Stauraum hin oder her, die Praktikabilität ist bei einem Coupé eher Nebensache. Vielmehr stehen Fahrspaß und Dynamik im Vordergrund. Und genau darauf haben die Entwickler den Fokus gelegt. Dementsprechend startet das Laguna Coupé mit mindestens 150 Diesel-PS, bei den Benzinern liegt der Einstieg noch mal 20 Pferdestärken darüber.

Galerie: Erster Test Renault Laguna CoupéJeweils drei Aggregate stehen zur Auswahl: Auf Benzinseite gibt es zwei Vierzylinder-Ottomotoren mit 170 und 204 PS sowie das Top-Modell, ein 238 PS starker V6. Bei den Dieseln rangiert über dem Basismotor ein ebenfalls zwei Liter großer Vierzylinder mit 178 PS. Auch bei den Selbstzündern bildet ein Sechszylinder den krönenden Abschluss, er leistet 235 PS.

Auf das Getriebe können die Käufer nur beim kleinsten Benziner Einfluss nehmen, dort haben sie die Wahl zwischen Sechsgang-Handschalter oder Sechsstufen-Automatik. Der Einstiegs-Benziner sowie die beiden Top-Versionen kommen immer mit Automatik, die goldene Mitte ist jeweils nur mit manuellem Getriebe zu haben.

Hohe Laufkultur

Galerie: Erster Test Renault Laguna CoupéUns standen vorerst nur die beiden Sechszylinder zu Testfahrten bereit, denen es – wie soll es bei der Spitzenmotorisierung anders sein – natürlich nicht an Leistung mangelt. Beiden gemein sind die ausgesprochene Laufkultur sowie ihre akustische Zurückhaltung. Während der Benziner mit sportlicher Drehfreudigkeit Punkte sammelt, überzeugt das bärige Drehmoment des Diesels im niedrigen Drehzahlbereich: Schon bei 1.500 Touren liegen seine 450 Newtonmeter an der Vorderachse an.

Beide absolvieren den Sprint auf Tempo 100 in knapp über sieben Sekunden, beide schaffen 240 Kilometer pro Stunde. Unterschiede werden vor allem an der Zapfsäule spürbar. Der Diesel ist durchaus mit knapp acht Litern zu bewegen (Werksangabe 7,2 Liter), die für den Benziner ausgewiesenen zehn Liter dagegen sind kaum zu schaffen. Eher wird sich der Konsum bei zwölf bis 13 Litern einpendeln. Das ist ein Unterschied von vier bis fünf Litern pro 100 Kilometer, der zu Lasten des Geldbeutels und der Umwelt geht.

Alles lenkt

Galerie: Erster Test Renault Laguna CoupéAußer den beiden Einstiegsmotoren, die ausschließlich in der Dynamique-Ausstattung geliefert werden, rollen alle Laguna Coupés in der höherwertigen GT-Variante zu den Kunden. Sie hält neben einer noch umfangreicheren Serienausstattung ein besonderes Schmankerl bereit: Die Allrad-Lenkung „4Control“, die schon in Limousine und Kombi zu überzeugen wusste.

Die von uns gefahrene Kombination aus Sechszylinder und Hinterradlenkung erwies sich im Coupé als äußerst fahraktiv. Die mitlenkenden Hinterräder reduzieren die Fliehkräfte und sorgen für noch mehr Spurtreue. Wie auf Schienen durchfährt der Laguna flott angegangene Kurven und neigt erst spät zum Untersteuern. So fördert die Allradlenkung neben dem Fahrspaß vor allem auch die Sicherheit.

Träger Automat

Galerie: Erster Test Renault Laguna CoupéWas den Fahrspaß hemmt, ist die serienmäßige Sechsstufen-Automatik (siehe oben), die beide Sechszylinder etwas in ihrem Temperament eineignet und einen Teil deren Elans vernichtet. Sie braucht einfach zu lange, um den richtigen Gang zu finden. Ein manuelles Getriebe würde besser zum sportlichen Potential des Laguna Coupés passen. Ambitionierte Cruiser freilich werden sich an dem etwas trägen Automaten nicht stören.

Einen guten Kompromiss zwischen bequemen Gleiten und flinker Fahrt schafft das Fahrwerk. Obwohl serienmäßig mit 18-Zoll-Rädern bestückt (17 Zoll in der Basis), bügelt der GT unebene Straßen vorbildlich glatt. Und trotzdem ist das Coupé ausreichend straff abgestimmt, um auch einer sportlichen Fahrweise gerecht zu werden. Auf ein adaptives Fahrwerk verzichtet Renault, doch das brauchts auch nicht!

USB ab 2009

Zu haben ist das Renault Laguna Coupé ab 28.11.2008. Wer den großen Diesel haben will, muss sich noch bis Januar 2009 genügen. Doch das Warten lohnt sich für Jedermann. Ab 2009 verfügen alle Coupés serienmäßig über einen Aux- und USB-Eingang.

Doch schon jetzt kann sich die Serienausstattung des Laguna Coupés sehen lassen. Die beiden Einstiegsvarianten kommen mit Klimaautomatik, Licht- und Regensensor, Einparkhilfe, Bi-Xenonscheinwerfern, Tempomat und elektrischer Parkbremse. Alle anderen Modelle werden zusätzlich durch Lederpolster mit Sitzheizung, ein schlüsselloses Startsystem, elektrisch anklappbare Außenspiegel und 18-Zoll-Aluräder aufgewertet.

Technische Daten
 
Marke und Modell   Renault Laguna Coupé 2.0 T   Renault Laguna Coupé 2.0 T
Abmessung und Gewicht        
Länge/Breite/Höhe (mm)   4.643 / 1.811 / 1.400   4.643 / 1.811 / 1.400
Radstand (mm)   2.693   2.693
Wendekreis (m)   10,82   10,1
Leergewicht (kg)   1.555   1.503
Kofferraum (Liter)   423   423
Bereifung Testwagen   215/50 R17   225/45 R18
Motor        
Hubraum / Zylinder   1.998 / R4   1.998 / R4
Leistung (PS)   170   204
Drehmoment (Nm) / Umdrehungen   270 / 3.250   300 / 3.000
Verbrauch        
Kombiniert laut Werk (l/100km)   8,8   8,2
CO2-Emissionen (g/km)   207   194
AutoScout24-Testverbrauch (l/100km)   k. A.   k. A.
Fahrleistungen        
Werksangabe 0-100km/h (s)   9,2   7,8
AS24-Sprint 0-100km/h (s)   k. A.   k. A.
AS24-Bremstest 100-0km/h (m)   k. A   k. A.
Höchstgeschwindigkeit (km/h)   220   236
Preise        
in € ab   31.000   34.900
Empfohlene Extras   Metallic-Lackierung (500 Euro), Sitzheizung vorne (260 Euro)   Metallic-Lackierung (500 Euro), Luxe-Paket (950 Euro, u. a. elektrische Sitzverstellung und Kurvenlicht)
 
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Der schwächste Diesel ist zugleich die günstigste Möglichkeit, das Laguna Coupé zu fahren. Er kostet mit 30.300 Euro genau 700 Euro weniger als der Basisbenziner, der allerdings schon mit Automatik ausgerüstet ist. Die beiden Sechszylinder markieren mit 39.900 Euro für den Ottomotor und 41.900 Euro für den Selbstzünder das andere Ende der Preisliste.

Fazit

Was VW mit dem Passat CC geschafft hat, versucht nun Renault mit dem Laguna Coupé: Mehr Emotion in die Mittelklasse zu bringen. Der schnittige Zweitürer ist sportlich gezeichnet, leiht sich hier und da ein paar Designelemente bei Aston Martin und ist dank der umklappbaren Rückbank ausreichend praktikabel. Die beiden Sechszylinder-Motoren gehen kraftvoll ans Werk, werden aber von der Automatik gehemmt. Diese kann leider nicht abbestellt werden. Dafür ist die übrige Serienausstattung vorbildlich.

Renault platziert den Laguna als Konkurrent zu Peugeot 407 Coupé, VW Passat CC und Audi A5. Ob der Franzose dem nahezu perfekten Ingolstädter das Wasser reichen kann, ist fraglich. Um sich von der Masse abzugrenzen, ist das Nischen-Nischen-Produkt aber eine erstklassige Alternative.

Galerie: Erster Test Renault Laguna Coupé

 
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