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Galerie: Erster Test Renault Mégane Grandtour

Erster Test: Renault Mégane Grandtour

Kombi-Fehler

10.06.2009

Etwas mehr als zehn Prozent Marktanteil am Kompakt-Kombi-Segment in Europa konnte der alte Renault Mégane Grandtour bislang für sich verbuchen. Der Neue soll’s noch besser machen. Mit schickem Design, einer breiten Motorenpalette und grundsätzlich guter Verarbeitung wäre der Weg auch geebnet. Aber: Als Lademeister überzeugt der 4,50-Meter-Kombi nicht wirklich. Detailschwächen, die gerade Kombis nicht haben sollten, vermiesen ihm etwas die Wertung.

Der kurze Mégane überzeugte uns beim Erstkontakt im Wesentlichen. Vor allem die gute Verarbeitung, durchdachte Details und nicht zuletzt sein interessantes Design überraschten.

Stimmige Proportionen

Galerie: Erster Test Renault Mégane Grandtour So kann auch der 26 Zentimeter längere Kombi-Bruder auf den ersten Blick beeindrucken. Denn die Proportionen sind gefällig, die Linien stimmig und das Gesamtbild gelungen. Manch einem Betrachter fällt auch der im Vergleich zu den Mégane-Kurzhecks um sechs Zentimeter gestreckte Radstand auf, der nicht nur optisch gut tut. Er soll vor allem die Beinfreiheit im Fond vergrößern. Das ist nämlich ein Kritikpunkt des Kompakt-Méganes. So bekommen die Fond-Gäste des Grandtour das Plus an Platz tatsächlich zu spüren, auch wenn es noch immer nicht als üppig bezeichnet werden kann. Es reicht aus und man fühlt sich wohl.

Den Wohlfühl-Faktor bestimmt maßgeblich auch der Fahrkomfort, der vor allem dank der gelungenen Fahrwerksabstimmung des getesteten Top-Diesels vorhanden ist. Denn auch hier merkt man, dass Länge läuft. Der Kombi federt deutlich geschmeidiger als der Viertürer und als das ausschließlich mit Sportfahrwerk erhältliche Coupé. Die Lenkung ist recht präzise und die Fahrsicherheit auf hohem Niveau.

Labbrige Rücksitzbank

Galerie: Erster Test Renault Mégane Grandtour Weniger überzeugend ist hingegen das Ladeabteil. Zwar ist die Ladekante laut Renault die niedrigste des Segments und passen knapp 500 Liter in den oberen Teil des Kofferraums (plus nochmals gut 30 Liter in die Reserveradmulde). Auch ist die Gesamtladeleistung mit 1.600 Liter recht gut. Schön ist sogar die serienmäßig umklappbare Beifahrerlehne, womit sich eine maximale Ladelänge von 2,55 Metern ergibt.

Aber: Wer den vollen Laderaum nutzen möchte, klappt normalerweise die Rückbank um. Das gelingt noch einfach und es findet sogar der ausziehbare Gepäckraum-Sichtschutz sein Plätzchen unter dem Kofferraumboden. Jedoch ist die Ladefläche in diesem Zustand noch nicht eben. Erst durch das Vorklappen der Sitzfläche ergibt sich eine nahezu ebene Fläche. Allerdings ist das nicht so einfach wie gedacht, da die dünn gepolsterte Rücksitzfläche – man spürt als Fond-Passagier unter Umständen sogar den Unterbau – sich dabei störrisch verhält. Zudem ist der Dreh- und Angelpunkt aus Plastik, das keine ewige Haltbarkeit suggeriert und sind die Polsterbezüge an der Unterseite eher lieblos vernäht. All das wäre bei einigen anderen Auto-Herstellern kein echter Grund zur Klage. Aber da Renault sich die Qualitätsoffensive selbst auf die Fahnen geschrieben hat, enttäuscht das Gebotene.

Ab 19.000 Euro

Enttäuschend ist, dass zum Marktstart am 19. Juni 2009 lediglich die beiden stärksten Diesel die Euro-5-Norm einhalten werden. Erst ab August etwa sollen alle Motoren Euro-5-sauber sein. Eine Frage, die sich Renault gefallen lassen muss: Warum startet ihr dann überhaupt mit „alten“ Aggregaten?

Galerie: Erster Test Renault Mégane Grandtour Der Brot-und-Butter-Motor mit dem bekannten 1,6-Liter-Triebwerk stellt das Einstiegsangebot dar. Bei nicht einmal 19.000 Euro startet der 110-PS-Kombi in der Grundversion Expression. Mit an Bord sind dann eine Klimaanlage, ein MP3-CD-Radio, Nebelscheinwerfer, elektrische Fensterheber an allen vier Scheiben, beheizbare und elektrisch einstellbare Außenspiegel sowie ESP und sechs Airbags.

In der höherwertigen Dynamik-Version kommen unter anderem noch 17-Zoll-Alus, die hintere Einparkhilfe, der Tempopilot, ein Lederlenkrad sowie der Licht- und Regensensor für 1.100 Euro hinzu. Topversion ist, wie bei Renault üblich, der Luxe. Dieses Ausstattungsniveau gibt es jedoch erst für den TCe 130 ab 24.000 Euro. Darüber rangiert der 140 PS starke Zwei-Liter-Benziner, der ausschließlich mit der stufenlosen Automatik erhältlich ist. Top-Benziner ist der 180-PS-Turbo. Eine E85-Ethanol-Variante auf Basis des 1.6 16V soll noch diesen Sommer folgen. In der Dieselfraktion gibt es vier Antriebe zwischen 90 und 160 PS. Dabei schöpfen der 90- und 106-PS-Diesel ihre Kraft aus 1,5 Litern Hubraum. Der 130- sowie der 160-PS-dCi vertrauen auf 1.900 beziehungsweise 2.000 Kubikzentimeter Hubraum.

Kleine Motoren gefragt

Galerie: Erster Test Renault Mégane Grandtour Der 160-PS-Diesel hängt willig am Gas, nagelt nur sehr unterschwellig und soll sich mit 5,9 Liter zufrieden geben. Wer jedoch die vorhandene Leistung des Öfteren abruft, wird sicherlich mit knapp acht Litern rechnen müssen. Immerhin soll der Common-Rail-Diesel 215 km/h schnell werden und den Standard-Spurt in 8,7 Sekunden absolvieren.

Meistgekaufte Antriebe werden aber wohl der 110-PS-Benziner und  der 106-PS-Diesel werden. Beide sind mit deutlich weniger Längsdynamik versehen, aber auch keine lahmen Enten. Bis auf den 90-PS-Diesel, der eher als Behördenfahrzeug dienen wird, haben alle Schaltversionen sechs gut sortierbare Vorwärts-Gänge zur Verfügung. Wer Automatik wünscht, muss zum 2.0 16V Benziner greifen. Erst ab Anfang 2010 kommt ein Doppelkupplungsgetriebe für den 1.5 dCi mit 106 PS.

Technische Daten
 
Marke und Modell   Mégane Grandtour 1.6 16 V   Mégane Grandtour Tce 130
Ausstattungsvariante   Expression   Expression
Abmessung und Gewicht        
Länge/Breite/Höhe (mm)   4.559/ 1.804/ 1.507   4.559/ 1.804/ 1.507
Radstand (mm)   2.703   2.703
Wendekreis (m)   11,05   11,05
Leergewicht (kg)   ab 1.350   ab 1.360
Kofferraum (Liter)   491 - 1.595   491 - 1.595
Bereifung Testwagen   195/65 R15   195/65 R15
Motor        
Hubraum (ccm) / Zylinder (Zahl, Bauart)   1.598 / 4, Reihe   1.397 / 4, Reihe
Leistung (PS)   110   130
Drehmoment (Nm) / Umdrehungen   151 bei 4.250   190 bei 2.250
Antriebsart   Front   Front
Getriebeart   manuelles 6-Gang-Getriebe   manuelles 6-Gang-Getriebe
Verbrauch        
Krafstoffart   Super   Super
Kombiniert laut Werk (l/100km)   6,9   6,5
CO2-Emissionen (g/km)   162 / Euro 4   153 / Euro 4
AS24-Verbrauch (l/100km)   k. A.   k.A.
Fahrleistungen        
Werksangabe 0-100km/h (s)   10,8   9,9
AS24-Sprint 0-100km/h (s)   k. A.   k. A.
AS24-Bremstest 100-0km/h (m)   k. A.   k. A.
Höchstgeschwindigkeit (km/h)   195   200
Preise        
ab (Euro)   18.950   20.050
Empfohlene Extras   Sicherheitstrennnetz (160 Euro),   Sicherheitstrennnetz (160 Euro)
 
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Fazit

Der neue Renault Mégane Grandtour ist ein ausreichend geräumiger Kombi mit Schwächen bei den Kerneigenschaften. So bietet er nur eine ebene Ladefläche, wenn man die Sitzfläche hochstellt. Das klappt im wahrsten Sinne des Wortes nicht immer einwandfrei. Zudem ist der Schwenkmechanismus aus labilem Kunststoff hergestellt. Nur zwei der bislang acht angebotenen Motoren erfüllen zum Modellstart die Euro-5-Norm. Wer darauf Wert legt, sollte mit dem Kauf eventuell noch warten. Vorteile ergeben sich aus der neueren Norm zwar noch nicht – aber man kann ja nie wissen.

Ansonsten überzeugt auch der Grandtour mit guten Materialien und grundsätzlich tadelloser Verarbeitung. Der von uns gefahrene 160-PS-Diesel ist schnell, leise und wahrscheinlich auch in der Praxis recht sparsam. Nötig ist er jedoch nicht, da reicht der 130-PS-Diesel allemal. Der ist zudem in allen Ausstattungsvarianten lieferbar, wohingegen der Top-Diesel an die Top-Ausstattung gebunden ist und mit knapp 28.000 Euro das obere Ende der Preisliste markiert.

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