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Galerie: Erster Test Renault Mégane R.S.

Erster Test: Renault Mégane R.S.

Méga Renn.Semmel.

27.10.2009

Es ist selten, dass Autohersteller echte Kompaktsportler auf den Markt werfen. Ein Modell, das Rennstrecken liebt, kurvige Landstraßen goutiert und doch Restkomfort bietet, um im Alltag zu bestehen. Um Benimm schert er sich hingegen nicht. Ein Paradebeispiel dieser Attitüde ist der Ford Focus RS. Der Seat Leon Cupra R wäre es gern. Ihm fehlt jedoch eine unumgängliche Differenzialsperre. Die und noch mehr besitzt der Renault Mégane R.S..

Auffällig ist er, der Renault Mégane R.S.. Um 40 Millimeter verbreiterte Kotflügel machen Platz für bis zu 19 Zoll große Alus, ein modifizierter Heckflügel mit Mini-Finnen soll in Absprache mit dem Heckdiffusor den Anpressdruck des R.S. erhöhen und die Straßenlage verbessern. An der Front wartet ein von Formel-1-Fahrzeugen abgeguckter Grinse-Spoiler auf die Vordermänner, der in Kombination mit den nicht serienmäßigen LED-Tagfahrlichtern Respekt einflößt.

Unkomplizierter Name

Galerie: Erster Test Renault Mégane R.S.Ach ja, ab jetzt entfällt die komplizierte Benennung der RS-Modelle. Legte man bei Twingo und Clio noch Wert auf die wirsche Bezeichnung, heißen alle neuen Renault Sport-Derivate nur noch R.S.. Ganz wichtig sind dabei die Punkte hinter den Initialen. Gar nicht wirsch ist hingegen die Technik des neuen Mégane R.S. – zumindest in der empfehlenswerten Cup-Version. Das Schöne: Es gibt zwei Mégane R.S..

Einmal schnell, einmal schneller

Das Sportmodell bietet dank 250-PS-Turbomotor Längsdynamik auf Sportwagen-Niveau. Mehr braucht es nicht – und gibt es bei Renault vorerst auch nicht. So reißt es den Fronttriebler bei Idealbedienung der aus dem Laguna stammenden Sechs-Gang-Schalt-Box in hurtigen 6,1 Sekunden aus dem Stand auf Landstraßen-Tempo. Gleichmäßig dreht der Vier-Zylinder hoch, bei 5.500 Touren sollte in den nächsthöheren Gang geschaltet werden, obenrum ist die Luft für den Turbo dünn. Weiter geht es bis 245 Sachen. Das Zwei-Liter-Aggregat sprüht das Superbenzin sanft in Richtung Brennräume. Direkteinspritzung? Fehlanzeige. Abgeleitet ist das Triebwerk vom bekannten RS-Motor der letzten Baureihe, wurde aber hinsichtlich thermischer Haltbarkeit deutlich überarbeitet.

Galerie: Erster Test Renault Mégane R.S.So prahlt das Topmodell mit einem um 0,30 auf 1,25 bar erhöhten Ladedruck, gekühlten Ventilen und überarbeiteten Kolben sowie modifizierten Pleuel. Mit einem Normverbrauch von 8,4 Litern liegt er knapp über den Werten der direkteinspritzenden Konkurrenz aus Wolfsburg, Ingolstadt und Martorell  (Spanien), aber ganz klar vor dem Kampftrinker aus Fuchu (Japan). Die Realverbräuche liegen jedoch bei allen diesen Modellen im zweistelligen Bereich.

So modifiziert, freut sich der R.S.-Motor auf die heiße Rennstrecke. Vor allem, wenn der Kunde für 1.600 Euro das Cup-Paket geordert hat. Im Normaltrimm ist der Mégane R.S. nämlich tendenziell komfortabel abgestimmt. Er lässt sich zwar flott um die Ecken scheuchen, jedoch verliert mit deaktiviertem ASR/ESP allzu oft das innere Antriebsrad die Contenance und verzaubert Gummi in Weißrauch.

Cup-Paket ordern

Galerie: Erster Test Renault Mégane R.S.Zwar handelt es sich beim Mégane R.S. Cup lediglich um ein Ausstattungs-Paket, das es jedoch in sich hat und den Charakter des Franzosen radikal ändert. Hier findet der Sportfahrer all das, was er beim normalen R.S. vergeblich sucht. Ein fein abgestimmtes Sport-Fahrwerk, ein echte Differenzialsperre mit 35 Prozent Sperrwirkung, schwarz lackierte 18-Zoll-Felgen mit 235er- anstelle 225er-Pneus und eine rot lackierte Bremsanlage, die zwar stets von Brembo stammt, bei der Cup-Version vorne jedoch auf geschlitzte 340er-Scheiben zugreift. Die Bremsen verzögern selbst auf der Rennstrecke standhaft, das Fahrverhalten ist jederzeit transparent, so dass man sich problemlos an die Haftgrenze herantasten kann.

Zudem bietet Renault dem Kunden die Möglichkeit, das ESP zweistufig zu deaktivieren – mittlerweile eine Seltenheit. In der ersten Stellung greift der Schleuderschutz später ein, versucht jedoch grobe Schnitzer des Piloten nicht in einer Kaltverformung enden zu lassen. Aber selbst mit deaktiviertem ESP bleibt der R.S. berechenbar. Beim Anbremsen vor Kurven kommt er leicht mit dem Heck, beim Einlenken neigt er sich dank 23-Millimeter-Vorderachs-Stabis kaum zur Seite und bleibt lange neutral. Ein kurzes Lupfen des Gaspedals dreht sanft das Heck ein und dank Differenzialsperre zieht er sich formidabel aus Kurven raus. Vor allem enge Biegungen machen mit dem Cup-Paket deutlich mehr Spaß.

Nur bei wenigen Sportwagen kann man so ein Setup ab Werk ordern. Dank entkoppelter Vorderachsaufhängung traut man dem gebotenen Gesamtpaket auch 280 und mehr PS zu. Antriebseinflüsse in der für Sportmodelle etwas trägen Lenkung sind zwar vorhanden, stören jedoch nicht.

Schnapp gemacht

Galerie: Erster Test Renault Mégane R.S.Nimmt man nun den Preis in Augenschein, darf abermals gestaunt werden: 26.650 Euro. Das sind rund 600 Euro weniger als VW für einen 200 PS starken Scirocco mit gleicher Ausstattung aufruft. Der neue Scirocco R mit 265 PS kostet mindestens 33.475 Euro.

Da ist für den Mégane R.S. noch viel Luft nach oben, und wir empfehlen in jedem Fall das Cup-Paket und die schlicht gestalteten LED-Tagfahrlichter (250 Euro). Das war es auch schon. Wer Wert auf Sportoptik legt, kann sich für 19-Zoll-Räder entscheiden (siehe Fotos). Mehr Nutzen bieten diese jedoch nicht. Genauso wenig wie die Recaro-Sportsitze (mit integrierten Seitenairbags), die es mit Stoffbezug für vergleichsweise schmale1.600 Euro gibt – die Serien-Sitze bieten schon ordentlich Seitenhalt und passen recht gut.

Alles drin

Galerie: Erster Test Renault Mégane R.S.Ansonsten ist im RS alles drin, was man benötigt, von der Einparkhilfe hinten (Sicht nach hinten ist gleich null), über die manuelle Klimaanlage, eine Airbag-Armada sowie ein MP3-CD-Radio oder den Tempomat ist alles inklusive. Eventuell lohnt sich noch die Investition in das Renault Sound-System. Für 500 Euro Aufpreis wird der Klang feiner, vor allem aber ist dann eine Bluetooth-Freisprecheinrichtung an Bord.

Eine Spielerei ist dagegen der 400 Euro teure R.S.-Monitor (mit Bluetooth-Freisprecheinrichtung). Hier können die Insassen die aktuelle Leistung in PS, das derzeit abgerufene Drehmoment (Nm), die Beschleunigung von Null bis 100 km/h, die Rundenzeit, G-Kräfte und andere unwichtige Informationen ablesen. Während der Fahrt ist das nicht ratsam, ein Auslesen der Daten am Computer ist hingegen nicht möglich.

Technische Daten
 
    Renault Mégane R.S.
Ausstattungsvariante   Cup-Paket
Abmessung und Gewicht    
Länge/Breite/Höhe (mm)   4.299/1.848/1.435
Radstand (mm)   2.646
Wendekreis (m)   11,35 (mit 18 Zoll)
Leergewicht (kg)   ab 1.462
Kofferraum (Liter)   377 - 1.024
Bereifung Testwagen   235/35 R19 Michelin (Option)
Motor    
Hubraum (ccm) / Zylinder (Zahl, Bauart)   1.998 / 4, Reihe
Leistung Kw (PS)   184 (250)
Drehmoment (Nm) / Umdrehungen   340 bei 3.400
Antriebsart   Front
Getriebeart   6-Gang-Schalter
Verbrauch    
Krafstoffart   Super
Kombiniert laut Werk (l/100km)   8,4
CO2-Emissionen (g/km)   195 / Euro 5
AS24-Verbrauch (l/100km)   k.A.
Fahrleistungen    
Werksangabe 0-100km/h (s)   6,1
AS24-Sprint 0-100km/h (s)   k.A.
AS24-Bremstest 100-0km/h (m)   k.A.
Höchstgeschwindigkeit (km/h)   245
Preise    
ab (Euro)   26.650
     
Empfohlene Extras   Cup-Paket (1.600 Euro), LED Tagfahrlicht (250 Euro), Arkamys Soundsystem inklusive Bluetooth-Freisprecheinrichtung (500 Euro)
 
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Fazit

Mit dem Mégane R.S. hat Renault eine Sportgranate für vergleichsweise wenig Geld auf die Räder gestellt. Für deutlich unter 30.000 Euro erhält der Kunde – insbesondere mit dem Cup-Paket – ein tadelloses Fahrer-Automobil. Ohne das Cup-Paket gibt es einen schnellen Kompakten, dem jedoch das gewisse Etwas fehlt. Schnell ist nämlich schon das Mégane Diesel-Coupé dCi 160 FAP, den es ab 24.000 Euro gibt. Vor allem steht man mit ihm nicht so oft an der Tankstelle.

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