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Galerie: Erster Test Renault Mégane

Erster Test: Renault Mégane

Adieu Avantgarde

12.11.2008

Renault hat mit dem neuen Mégane das sicherste Auto aller Klassen kreiert – sagt Renault. Bei unserem Erstkontakt konnten wir lediglich die anderen Talente des Franzosen prüfen. Zum Beispiel das Talent zur Unscheinbarkeit.

Was gab es 2002 einen Aufruhr, als Renault den Mégane II vorstellte. Futuristisch, wahnsinnig, hässlich, hübsch, innovativ oder eben einfach anders, das war er. Das Auto polarisierte wie kaum ein zweites in der Kompaktklasse und fand wahrscheinlich auch deswegen zu wenig Käufer.

Charakterkopf ade

Galerie: Erster Test Renault MéganeNun muss der Charakterkopf einem Nachfolger weichen, der beliebiger aussieht und damit massenkompatibler sein soll. Kein Future-Style, keine Spielereien, kein Bürzelheck. Einzig das neue Coupé ist um Effekthascherei nicht verlegen und versucht mit silbernen Kunststoff-Säbelzähnen in der Front die linke Autobahnspur zu räumen. Nicht sehr stilsicher und auch nicht prestigeträchtig.

In den Abmessungen legte der Neue um satte zehn Zentimeter zu. Fast 4,30 Meter Länge und gut 1,80 Meter Breite versprechen sowohl beim Viertürer als auch beim Coupé viel Platz im Innenraum. Fängt man hinten an und öffnet den Kofferraum, warten üppige 405 Liter Stauvolumen bei normaler Rückbankstellung auf Gepäck. Das ist Bestwert in der Fahrzeugklasse und übertrifft den Golf um stolze 55 Liter. Auch das Coupé liegt mit rund 380 Litern messbar über den Mitbewerbern. Nervig ist jedoch hier wie dort die nach innen tief einsinkende Ladekante in den Kofferraum.

`s drückt

Galerie: Erster Test Renault MéganeDie Krux am Kofferraum ist, dass dieser Platz im Innenraum abgezwackt wurde. Vor allem auf der Rückbank geht es eng zu. Reicht die gefühlte Innenraumbreite noch aus, entspricht der Knieraum nur noch dem eines Kleinwagens. Schade, so werden die zukünftigen Käufer nun auch beim Nutzwert enttäuscht. Grenzwertig ist auch die schlechte Übersicht nach hinten, vor allem im Coupé.

Pilot und Copilot dagegen spüren von der Enge im Fond nichts. Dafür sitzen sie auf konturlosem Gestühl, das auch noch zu kurze Schenkelauflagen bietet. Der Wohlfühlfaktor im Cockpit ist erstaunlicherweise aber dennoch vorhanden. Denn die oberflächliche Verarbeitung und das Design des Armaturenbrettes und der Mittelkonsole ist exzellent und die Bedienung kritiklos. Eine pfiffige Idee ist der Klebezettel- und Stifthalter hinter dem Schalthebel. Der neu gestaltete Tachometer mit Nadelanzeige für die Motordrehzahl und digitalen Infos für alle anderen Daten ist augenschmeichelnd und klar ablesbar. Galerie: Erster Test Renault Mégane

Leiser Diesel

Zum Marktstart des Viertürers Ende November 2008 werden drei Diesel und zwei Benziner angeboten. Das Leistungsspektrum erstreckt sich hier erst einmal von 90 bis 130 PS. Alle Motoren erfüllen bislang jedoch nur die Euro-4-Norm. Wir fuhren den 130 PS starken 1,9-Liter-Diesel mit neuen Siebloch Injektoren, die den Kraftstoff noch feiner zerstäuben können. Der brillante Zweiventiler ist im Grunde eine Evolution des bekannten Triebwerks, das bislang 120 PS leistete. Er besitzt mit 300 Newtonmeter genug Druck, spricht fein an und ist akustisch kaum als Diesel zu identifizieren. Maximal 205 km/h sind möglich. Als Verbrauch veranschlagt Renault für den dCi 130 FAP 5,1 Liter (135 Gramm CO2). In der Pipeline für den Viertürer sind eine Ethanol- und eine Flüssiggasvariante, die beide auf dem bekannten 1,6-Liter-Vierzylinder mit jeweils rund 110 PS aufbauen.

Kräftiger Turbobenziner

Im Coupé bewegten wir den 180 PS starken Zweiliter- Common-Rail-Turbo-Benziner. Er bringt es ebenfalls auf 300 Newtonmeter Drehmoment und hat mächtig Bums bei niedrigen Drehzahlen. Zudem spricht das Aggregat sauber auf Gasbefehle an und dreht linear bis in den mittleren Drehzahlbereich. Oberhalb von 5.000 Touren wird er etwas dröhnig und zäh. Wer möchte, kann das Spiel dennoch bis auf 230 km/h treiben. Bei all der Dynamik soll sich der TCe 180, wie Renault ihn  taufte, mit 7,6 Liter begnügen.

Galerie: Erster Test Renault MéganeDas ab 110-Diesel-PS obligatorische Sechsgang-Schaltgetriebe ist okay, aber kein Vorzeigeexemplar an Geschmeidigkeit. Zudem sind die langen Schaltwege wenig sportlich. Alternativ werden ab nächstem Jahr zwei komfortable Schaltautomaten angeboten. Anfang 2009 kommt die stufenlose CVT-Version in Kombination mit dem bekannten 2.0-Liter-Benziner und Ende 2009 soll ein modernes Direktschaltgetriebe folgen.

Seltsam ist, dass Renault den 100 PS Turbobenziner aus  Twingo GT und Clio nicht im Mégane anbietet. Der aufgeladene 1,2 Liter wäre die perfekte Ergänzung für Sparfüchse. Laut Renault ist dieses Aggregat nicht für den Mégane geplant. Wir sind gespannt, wann sich die Meinung ändert.

Satte Straßenlage

Galerie: Erster Test Renault MéganeEinhellige Meinung zum Fahrwerk: komfortabel, satt und sicher. Der Zweitürer erhielt eine im Vergleich zum „Nutztier“ um rund zwölf Millimeter abgesenkte Trimmlage und eine straffere Dämpferrate an Vorder- und Hinterachse. Wer jetzt glaubt, das Coupé sei hart, wird angenehm enttäuscht: Der Zweitürer hat im direkten Vergleich sogar das stimmigere Fahrwerk – trotz serienmäßiger 17-Zoll-Aluminiumräder. Die Lenkung arbeitet in beiden Fällen exakt und leichtgängig, vermittelt aber nicht die Genauigkeit, die beispielsweise Ford-Focus-Fahrer gewohnt sind.

Sicherheit hat Priorität

Galerie: Erster Test Renault MéganeBei der Sicherheit gehen die Franzosen keine Kompromisse ein, so wollen sie doch mit dem neuen Mégane das sicherste Automobil der Welt gebaut haben. Mindestens sechs Airbags sind Serie, acht beim Coupé – aber warum dann kein Knieairbag? In den vorderen Sitzen gibt es pro Seite zwei Crash-Sensoren, die eine exaktere Auslösung der Luftsäcke bewirken sollen. ABS, ESP (nicht deaktivierbar) mit Untersteuerungskontrolle sind ebenfalls Serie. Außerdem gibt es Gurtstraffer auf den vorderen Sitzen und Gurtkraftbegrenzer auf allen fünf. Anti-Submarining-Sitze gibt es vorne und hinten – sie sollen das „unter dem Gurt durchtauchen“ beim Frontalunfall vermeiden. Isofix und Seitenaufprallschutz sind ebenfalls Standard.

Drei Linien

Und auch sonst ist der Mégane vernünftig ausstaffiert. Für 16.900 Euro erhält der Käufer den 100 PS starken 1,6-Liter-Benziner. Mit dabei sind neben den erwähnten Sicherheitsmerkmalen unter anderem ein MP3-CD-Radio, die manuelle Klimaanlage und Nebelscheinwerfer sowie elektrische Fensterheber und Spiegelverstellung.

Galerie: Erster Test Renault MéganeAls Empfehlung loben wir sowohl beim Viertürer als auch beim Coupé die Version Dynamique aus. Hier sind Ausstattungsdetails wie Tempomat, Lederlenkrad und Aluminiumfelgen schon inkludiert und kosten, bei gleichem Motor, nur 800 Euro mehr als die Basisversion Expression.

Die Topversion Luxe ist beim Viertürer zum Marktstart nur in Kombination mit dem 130 PS-Diesel ab 25.500 Euro erhältlich. Mit dabei sind dann unter anderem ein bluetoothfähiges Radio mit Soundsystem, die Einparkhilfe für vorne und hinten und ein automatisch abblendender Innenspiegel.

Coupé immer mit Sportsitzen und 17 Zoll

Galerie: Erster Test Renault MéganeFür das Coupé startet die Preisliste bei 19.350 Euro mit dem 110 PS-Benziner in der Dynamique-Version. Als Besonderheit hat das Coupé unter anderem ein zwölf Millimeter tiefer gelegtes Fahrwerk, 17-Zoll-Aluräder und Sportsitze, die allerdings auch zu wenig Seitehalt bieten. Die Kombination aus 180-PS-Turbomotor und Coupé wird ab Januar 2009 etwa 25.000 Euro kosten.

Fazit

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Der neue Renault Mégane ist ein gutes Auto. Aber er begeistert nicht, denn er kann nicht mehr als die Konkurrenz. Zudem ist das Platzangebot im Fond trotz Größenzuwachs zu klein für diese Fahrzeugklasse.

Auf der Habenseite stehen die tadellose Verarbeitung, das schöne Cockpit und ein erstklassiges Fahrwerk, das Komfortfreunde und sportlich Gesinnte gleichermaßen befriedigt. Der laufruhige und antrittsstarke 130 PS-Diesel gehört zum Besten in dem Segment. Passender Begleiter für das Coupé ist der spaßfördernde 180 PS Turbobenziner.

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