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Galerie: Erster Test Renault Twingo RS

Erster Test: Renault Twingo RS

Tretauto

05.09.2008

Nein, natürlich haben wir kein Spielzeugauto getestet – auch wenn der knallrote Twingo RS eine gewisse Ähnlichkeit mit einem Bobbycar aufweisen mag. Dabei markiert der jüngste Renault-Spross die Spitze der Kleinwagen-Baureihe und ist alles andere als langsam unterwegs. Vorausgesetzt, man gibt ihm ordentlich die Sporen.

Mit Einführung des Twingo RS erweitert Renault das Leistungsspektrum des Kleinwagens auf bis zu 133 PS. Bisher war bei hundert Pferdestärken Schluss. Anders als beim bisherigen Topmodell Twingo GT setzen die Ingenieure bei der Sport-Version nicht auf Turboaufladung, sondern verbauten einen konventionellen Saugmotor.

Sparmaßnahme

Galerie: Erster Test Renault Twingo RSDer Grund ist simpel: Es wäre schlicht zu teuer gewesen, den 1,2-Liter-Turbo aus dem GT weiter aufzubohren. Schließlich ist der Preis das Verkaufsargument schlechthin: schon für 14.800 Euro ist der Twingo RS zu haben. Die Konkurrenz ist deutlich teurer, der 122 PS starke Citroen C2 1.6 startet bei knapp 17.000 Euro und der erst kürzlich vorgestellte Fiat 500 Abarth (135 PS) liegt nochmals 1.000 Euro darüber.

Was aber bekommen die Käufer bei Renault für diesen Schnäppchenpreis? Äußerlich ändert sich nicht viel, grau lackierte Außenspiegel sowie ebensolche Zierblenden um die Nebelleuchten markieren die sportlichste Ausführung. Dazu gesellen sich größere Lufteinlässe in einer tiefer gezogenen Frontschürze und dunkel unterlegte Scheinwerfer. Am Heck fallen das verchromte, viereckige Auspuffrohr auf und der ebenfalls grau lackierte Dachkantenspoiler. Der trägt gewiss einen kleinen Teil zur besseren Straßenlage bei, ist im Grunde aber nur optisches Beiwerk.

So oder so

Galerie: Erster Test Renault Twingo RSDen Renault Twingo RS gibt es in zwei Ausführungen, Sport und Cup. In der Sportversion liegt er rund zehn Millimeter tiefer als das bisherige Topmodell GT. Für mehr Fahrstabilität sorgt die um rund 60 Millimeter breitere Spur. Mit dem Sportfahrwerk gehen außerdem 16-Zoll-Räder mit 195er-Reifen einher. Um für die größeren Räder Platz zu schaffen, wurden die Kotflügel verbreitert. So steht der Twingo ein wenig bulliger auf der Straße.

Bei der ersten Ausfahrt zeigte sich der Twingo RS Sport als perfekt austarierter Alltagssportler. Den Fahrwerksingenieuren gelang es, den Kleinwagen sportlich abzustimmen, ohne aber den Komfort völlig zu vergessen. Der Franzose ist nicht hart, sondern straff. Freilich spüren die Insassen Unebenheiten, schließlich sind die Federn rund 30 Prozent straffer als im GT. Doch dafür fährt man ja auch in der Sportversion. Und in Kurven garantiert der Renault dafür sicheren Halt, ohne dass das serienmäßige ESP übermäßig oft eingreifen muss.

Super Sitze

Galerie: Erster Test Renault Twingo RSEin großes Lob geht – was den Komfort anbelangt – auch an die serienmäßigen Sportsitze. Sie halten Fahrer und Beifahrer nicht nur eng umschlossen fest, sondern sind auch noch superbequem und neutralisieren zusätzlich einen Teil der Unebenheiten. Allerdings dürfen die Passagiere nicht zu breit sein, sonst wird’s eng im Gestühl: Im Innenraum ebenfalls serienmäßig sind scharlachrote Sitzgurte, der Drehzahlmesser und eine Alu-Pedalerie mit den von Spielekonsolen bekannten Symbolen für Play, Stopp und Pause.

Doch zurück auf die Straße. Wie bereits erwähnt wird der Twingo RS von einem Sauger mit 1,6 Litern Hubraum angetrieben. Die 133 PS des drehfreudigen Vierzylinders liegen allerdings erst bei hohen 6.750 Umdrehungen an und das maximale Drehmoment von 160 Newtonmeter schlägt bei 4.4000 Touren zu. Das heißt: Wer flott fahren will, muss den Renault treten und ihn so bei Laune, sprich Drehzahlen halten.

Ein Gang zu wenig

Galerie: Erster Test Renault Twingo RSLeider verbaute Renault – angeblich ebenfalls aus Kostengründen – nur ein manuelles Fünfgang-Getriebe, dass die sechste Stufe vermissen lässt: Es braucht viel Schaltarbeit, um den Vierzylinder über 4.000 Umdrehungen zu halten. Immerhin: Das Getriebe hat nichts mehr von der Schwammigkeit früherer französischer Schaltboxen, arbeitet ohne Hakeln und ist exakt geführt.

Wer den Twingo richtig fordert, bekommt als Dankeschön jede Menge Fahrspaß und einen kernigen Sound. Dank der präzisen elektronischen Servolenkung lässt sich der Kleinwagen zielsicher um die Ecke bewegen. Wer es sich zutraut, kann das spät einschreitende ESP zudem komplett abschalten und so den RS noch sportlicher bewegen.

Noch straffer

Galerie: Erster Test Renault Twingo RSApropos sportlicher: Neben der Sport-Abstimmung bietet Renault die bereits erwähnte, nochmals verschärfte Cup-Version an. Gegen 600 Euro Aufpreis liegt der Twingo um weitere vier Millimeter tiefer und die Federn werden nochmals um zehn Prozent härter. Zudem tragen die serienmäßigen, grauen 17-Zöller der Größe 195/40 ihren Teil dazu bei, dass Unebenheiten nun unverblümter an die Passagiere weitergereicht werden. Munter hoppelt der Twingo über Schlaglöcher und Querfugen.

Doch selbst die Cup-Ausführung darf nicht als „zu hart“ getadelt werden. Die Einbußen beim Komfort tauschen die Käufer gegen noch mehr Fahrdynamik ein, der Twingo RS Cup lässt sich noch einen Ticken schneller um die Ecke jagen. Einhalt gebieten ihm 280 Millimeter große Bremsscheiben vorne und 240er hinten. Die vorderen Stopper stammen übrigens aus dem Mittelklassemodell Laguna, die hinteren aus dem Mégane.

Kein Sparsamer

Galerie: Erster Test Renault Twingo RSIn beiden Ausführungen sprintet der Twingo RS aus dem Stand in 8,7 Sekunden auf Tempo 100. Die Höchstgeschwindigkeit gibt Renault mit knapp über 200 Kilometern pro Stunde an. Den Verbrauch beziffert Renault mit 7,0 Litern und damit gut einen halben Liter über dem marginal stärkeren Fiat 500 Abarth. Doch das diese Werte bei sportlicher Fahrweise hier wie da nicht realisierbar sind, dürfte jedem klar sein.

Zur Serienausstattung des Twingo RS gehören unter anderem eine manuelle Klimaanlage, ein CD-Radio, elektrische Fensterheber, Licht- und Regensensor sowie ein Tempomat. Ab Werk verbaut Renault in dem Zweitürer eine einteilige, umklappbare Rückbank. Wer will und auf einen Sitzplatz verzichten kann, bekommt für 200 Euro zwei längs verschiebbare und ebenfalls umklappbare Einzelsitze für den Fond. Je nach Konfiguration schluckt der Kofferraum dann 220 bis 285 Liter und lässt sich auf bis zu 959 Liter erweitern.

Fazit

Spaß zum Schnäppchenpreis: Renault bringt Ende September mit dem Twingo RS eine rundum gelungene Rennsemmel auf den Markt. Mit seinem Preis von knapp unter 15.000 Euro unterbieteter die Konkurrenz deutlich, Fahrleistungen und vor allem Fahrspaß liegen dagegen auf hohem Niveau. Dank der beiden erhältlichen Fahrwerksabstimmungen lässt sich der Franzose noch besser den persönlichen Vorlieben anpassen. Für den Alltag empfiehlt sich auf jeden Fall die Sportversion, der Cup ist etwas  zu straff.

 
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