Cabrio-Special 2011
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Galerie: Erster Test Renault Wind

Erster Test: Renault Wind

Schützenswerte Art

01.07.2010

Mitsubishi Colt CZC, Nissan Micra CC und Opel Tigra sind zweisitzige Mini-Cabrios, oder besser waren. Denn als Neuwagen sind sie (in Europa) nicht mehr erhältlich. Letzter Überlebender: Der Daihatsu Copen. Das Segment drohte auszusterben. Jetzt fährt Renault mit – wie witzig – frischem Wind und festem Klappdach in diese verwaiste Klasse.

Das Design des 3,83 Meter kurzen Renault Wind ist skurril, jedoch nicht ungewöhnlich für die Franzosen. Mit dem Avantime, dem Vel Satis und nicht zuletzt dem BeBop hatten sie stets besondere Autos im Programm. Ein Platz in der automobilen Hall-of-Fame war ihnen sofort sicher, eine Vermarktbarkeit eher nicht. Allesamt sind sang- und klanglos verschwunden. Am 17. September 2010 startet nun der Renault Wind, jedoch mit guten Chancen auf Erfolg.

Der zweite Blick macht‘s

Renault WindSo sieht der Wind auf den ersten Blick seltsam aus, die dynamisch wirkende Front will so gar nicht zum hohen Heck mit riesiger Klappe und massiven Kotflügeln passen. Ungewöhnlich ist auch, dass das Klappdach lediglich über den Köpfen der beiden Insassen Platz macht, dahinter steht eine feste Wand mit Heckscheibe – Targa wäre daher der treffendere Begriff. Aber wenigstens windet’s im Inneren auch so. Das um 180 Grad schwenkbare Kunststoff-Dach verschwindet nach manuellem Entriegeln binnen zwölf Sekunden elektrisch angetrieben zwischen der 90 Grad nach hinten öffnenden Heckklappe und dem Kofferraum. Der Vorgang gelingt nur mit angezogener Handbremse, ergo im Stillstand. Macht nichts, denn das konnten die anderen auch nicht besser und selbst, Copen, Peugeot 207 CC sowie Smart Cabrio müssen zum Komplettverwandeln still stehen.

Große Klappe, einiges dahinter

Renault WindEher schlechter erledigen viele das Verstauen von Frachtgütern. Denn 270 Liter passen unter den schweren Heckdeckel des Wind – immer. Vor dem Frachtabteil befindet sich eine Kunststofftrennwand mit kleiner Glasscheibe. Diese Kombination gewährt sehr begrenzten Blick nach hinten. Auch nach vorne ist die Übersicht aufgrund der immens dicken A-Säulen eingeschränkt. Zudem ist die Wind-Schutzscheibe schmal und der Innenspiegel prominent platziert. Dafür fühlen sich selbst lange Insassen in ihm wohlbehütet. Denn die Sitze sind astrein ausgeformt und unterstützen den Körper gut. Die Bedienung ist Renault-typisch, Verarbeitungsmängel oder Ausrutscher bei der Materialwahl sind uns nicht aufgefallen.

Die Lenkung gibt sich komfortabel leichtgängig und lässt vor allem bei höheren Geschwindigkeiten Exaktheit vermissen. Gleiches gilt für das Fünf-Gang-Schaltgetriebe. Beides aber kaum tragisch. Denn die Klientel, meistens Frauen zwischen 25 und 40 Jahren, fährt mit dem Renault Wind wohl eher weniger sportlich, obwohl es das Fahrverhalten zulassen würde.

Renault WindDie Renault-Ingenieure haben (mal wieder) ein tolles Setup gefunden (es stammt vom Twingo RS), das die Gratwanderung zwischen Komfort und Sportlichkeit perfekt erledigt. Trotz der serienmäßig installierten 17-Zoll-Räder in Bi-Color-Lackierung federt der kleine Wind geschmeidig, was sicherlich auch an der nicht ganz zitterfreien Karosserie liegt. Das serienmäßig installierte ESP greift zum rechten Zeitpunkt ein, lässt sich aber auch komplett abschalten.

Luftpumpe ohne Windstärke

Nicht abschalten kann man hingegen das recht hohe Gewicht von 1.250 Kilogramm. Damit wiegt der Wind rund 125 Kilogramm mehr als ein Twingo RS, dessen 130-PS-Motor sich der stärkste Wind ebenfalls ausleiht. Der 1,6-Liter-Vier-Zylinder wirkt im Wind ähnlich kraftlos wie im Clio GT. Erst jenseits der 4.000er-Marke entwickelt der Saugmotor so etwas wie Dynamik. Bei 6.500 Umdrehungen mahnt eine Schaltanzeige zum Gangwechsel bei 7.000 Touren wird abgeriegelt. Der Normverbrauch liegt bei sieben Litern.

Renault WindBesser, man greift zum TCe 100. Der 1,2-Liter-Turbo leistet 101 PS und mit 152 Newtonmetern Drehmoment nur acht Zähler weniger als der große Bruder. Jedoch steht die Kraft bereits bei 3.500 und damit 1.000 Umdrehungen früher an als beim 130-PSler. Den Verbrauch des TCe 100 gibt Renault mit 6,3 Litern an. 190 km/h schafft er in der Spitze, in 10,5 Sekunden ist er von null auf 100 geeilt. Rund 80 Prozent werden sich nach Renault-Schätzungen für diesen Antrieb entscheiden.

Technische Daten
 
    Renault Wind   Renault Wind
Ausstattungsvariante   TCe 100   1.6 16 V 130
Abmessung und Gewicht        
Länge/Breite/Höhe (mm)   3.830/1.698/1.415   3.830/1.698/1.415
Radstand (mm)   2.368   2.368
Wendekreis (m)   10,55   10,55
Leergewicht (kg)   ab 1.206   ab 1.248
Kofferraum (Liter)   270   270
Bereifung Testwagen   205/40 R17   205/40 R17
Motor        
Hubraum (ccm) / Zylinder (Zahl, Bauart)   1.149 / 4, Reihe   1.598 / 4, Reihe
Leistung Kw (PS)   74 (101)   98 (133)
Drehmoment (Nm) / Umdrehungen   152 bei 3.500   160 bei 4.400
Antriebsart   Front   Front
Getriebeart   5-Gang   5-Gang
Verbrauch        
Krafstoffart   Super   Super
Kombiniert laut Werk (l/100km)   6,3   7
CO2-Emissionen (g/km)   145/ Euro 5   165 / Euro 5
AS24-Verbrauch (l/100km)   k.A   k.A
Fahrleistungen        
Werksangabe 0-100km/h (s)   10,5   9,2
AS24-Sprint 0-100km/h (s)   k.A.   k.A.
AS24-Bremstest 100-0km/h (m)   k.A.   k.A.
Höchstgeschwindigkeit (km/h)   190   201
Preise        
ab (Euro)   16.900   18.300
Empfehlenswerte Extras   Klimaautomatik (1.000 Euro), Freisprecheinrichtung inklusive USB-Adapter (450 Euro)   Klimaautomatik (1.000 Euro), Freisprecheinrichtung inklusive USB-Adapter (450 Euro)
 
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16.900 Euro müssen dafür mindestens hingeblättert werden. ESP, vier Airbags, ABS, teilelektrische Dachbetätigung, 17-Zoll-Räder, Sportsitze, Nebelscheinwerfer, Tempomat, Bordcomputer und beispielsweise elektrisch verstellbar und beheizbare Außenspiegel sind immer dabei. Die Klimaautomatik kostet 1.000 Euro, 450 Euro werden für die Freisprecheinrichtung inklusive besserer Lautsprecher und USB-Anschluss fällig. Bei 18.300 Euro startet der Wind 1.6.

Fazit

Mit dem Renault Wind bereichern die Franzosen den seit Kurzem fast ausgestorbenen Markt der erschwinglichen Kleincabrios. Er ist eigenwillig gestylt und fällt extrem auf. Das simple Dachkonstrukt macht einen soliden Eindruck, lässt sich flink bedienen und gibt trotz des schmalen Ausschnitts echtes Cabriofeeling. Das Fahrwerk ist top und wird sportlich Ambitionierte wie Komfortverwöhnte gleichermaßen begeistern.

Das kann man vom 130 PS starken Saugmotor nicht behaupten. Er gibt sich wie eine Luftpumpe. Vorne drückt man drauf, hinten kommt nur ein laues Lüftchen raus. Dann doch lieber den 100-PS-Turbo-Motor nehmen und die gesparten 1.400 Euro in ein paar Optionen stecken, aber bitte nicht in das Windschott. Das sieht total krank aus.

Renault Wind

 
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