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Erster Test: Saab 9-3 BioEthanol

Erster Test: Saab 9-3 BioEthanol

Natur pur

27.06.2007

Natur gibt es in Schweden reichlich und Umweltschutz ist den Skandinaviern seit jeher eine Herzensangelegenheit. So überrascht es kaum, das Saab seine Modelle mit alternativen Antriebsmöglichkeiten ausstattet. Ab Herbst ist das Mittelklassemodell 9-3 auch mit zwei klimaneutralen BioEthanol-Motoren erhältlich.

Klimaneutral bedeutet, dass das die Menge CO2, die bei der Verbrennung im Motor freigesetzt wird, vorher der Atmosphäre entzogen wurde. Konkret heißt das: BioEthanol wird aus Biomasse gewonnen, beispielsweise Holz, Getreide oder Gartenabfällen - im Grunde funktioniert so jede Pflanze. In ihrer Wachstumsphase nehmen diese Pflanzen durch die Photosynthese CO2 aus der Umwelt auf.

Im Gleichgewicht

Erster Test Saab 9-3 BioEthanolVergärt man diese Biomasse, entsteht das so genannte BioEthanol. Anders ausgedrückt: Alkohol. Dieser kann dann einen Ottomotor antreiben. Dabei wird wiederum nur der Anteil an CO2, den die Pflanzen vorher aufgenommen haben, an die Atmosphäre abgegeben. Das natürliche Gleichgewicht gerät somit nicht ins Wanken.

Neben Ford ist Saab momentan der einzige Hersteller, der Modelle mit BioEthanol-Antrieb anbietet. Schon vor einiger Zeit haben die Schweden ihr Flaggschiff 9-5 mit dem umweltfreundlichen Antrieb ausgestattet, im Herbst folgt das überarbeitete Mittelklasse-Modell 9-3.

Zwei Bio-Motoren

Gleich zwei BioEthanol-Motoren bietet Saab für den 9-3 an. Umweltbewusste Kunden haben die Wahl zwischen dem 175 PS starken 1.8t und dem 200-PS-2.0t. Beide können mit jedem beliebigen Mischungsverhältnis aus BioEthanol und herkömmlichen Benzin betrieben. Standard ist E85, also 85 Prozent Alkohol und 15 Prozent Benzin. Nur der reine Alkohol E100 kann im Winter Probleme beim Anlassen bereiten.

Der Vorteil für den Kunden liegt auf der Hand. Ist gerade keine BioEthanol-Tankstelle zur Hand, kann er jederzeit auf normalen Treibstoff zurückgreifen. Schließlich - und das ist das größte Problem - ist die Versorgung mit BioEthanol noch sehr lückenhaft. In Deutschland gibt es gerade 40 Alkohol-Zapfsäulen.

Mehr Leistung

Erster Test Saab 9-3 BioEthanolUnser Testwagen wurde vom 2.0t BioPower angetrieben. Der Motor leistet mit Ethanol rund 14 Prozent mehr also sein konventioneller Bruder, in Zahlen also 200 statt 175 PS. Das Drehmoment steigt kraftstoffbedingt von 265 auf 300 Newtonmeter. Verantwortlich ist die höhere Oktanzahl des Ethanols (104 RON), dadurch sind ein erhöhter Ladedruck und ein frühzeitigeres Zünden möglich, was wiederum das Leistungsplus mit sich bringt.

Das Beste aber ist: Abgesehen von diesem positiven Effekt merkt der Fahrer nicht im Geringsten, dass er mit Alkohol unterwegs ist. Der turbogeladene Motor läuft genauso ruhig wie sonst. Die Gasannahme erfolgt direkt und das Motorengeräusch unterscheidet sich kein bisschen vom Benzinbetrieb.

Schneller Bio-Sprint

Erster Test Saab 9-3 BioEthanolIn nur 7,9 Sekunden beschleunigt der BioPower-Antrieb beispielsweise den Saab 9-3 SportKombi auf 100 km/h, der Benzin-Bruder braucht dafür 8,5 Sekunden. Auch der Zwischensprint von Tempo 80 auf 100 geschieht mit exakt zehn Sekunden 1,1 Sekunden schneller.

Der technische Aufwand, den die Ingenieure in Trollhättan leisten mussten, war verhältnismäßig gering. Die Motorsteuerung überprüft nach jedem Tanken das Mischungsverhältnis und stellt entsprechend Ladedruck und Zündzeitpunkt ein. Die Änderungen an den Aluminium-Motoren beschränken sich auf härtere Ventile und Ventilsitz. Tank, Kraftstoffpumpe und -leitungen wurden an den Treibstoff angepasst.

Positiver Nebeneffekt

Erster Test Saab 9-3 BioEthanolNeben dem Aspekt des Klimaschutzes bringt BioEthanol auch finanzielle Vorteile mit sich. Der Motor verbraucht im Durchschnitt zwar rund 15 bis 20 Prozent mehr als im Benzin-Betrieb - unser Testwagen zeigte einen Konsum von knapp zwölf Litern. Doch BioEthanol ist mit einem Literpreis von 89 Cent deutlich günstiger als Benzin. Auf hundert Kilometer spart der Bio-Fahrer etwas über 3,50 Euro.

Saab verlangt für die BioPower-Modelle 1.000 Euro mehr, als für die Benziner. Der 1.8t BioPower schlägt mit 28.550 Euro aufs Budget, der von uns getestete 2.0 steht mit 30.350 Euro in der Preisliste. Nach einer Laufleistung von knapp über 28.000 Kilometern hat sich der Umwelt-Motor also bereits amortisiert.

Fazit

Saab schont die Umwelt und den Geldbeutel. Die neuen BioPower-Motoren für den 9-3 sind ein preiswerter und doch äußerst effizienter Weg, einen Beitrag zum Klimaschutz zu leisten. Das einzige Problem ist das noch recht kleine Tankstellennetz. Immerhin lässt sich der Saab auch mit herkömmlichem Benzin betreiben. Dann schont er zwar nicht mehr die Umwelt, aber der Fahrer bleibt zumindest nicht stehen.

 
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