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Galerie: Erster Test Seat Exeo

Erster Test: Seat Exeo

Kleider machen Autos

24.02.2009

Nicht einmal in einem Nebensatz haben sie Audi erwähnt, die Presse- und Marketingstrategen von Seat. Vom komplett neuen Exeo war die Rede, von der ersten Mittelklasse-Limousine der Marke, von höchstem Qualitätsanspruch und neuem Kundenspektrum.

Dabei gibt es gar keinen Grund, den Anteil der Ingolstäder am Exeo zu verschweigen. Zumal es ohnehin nur schwer gelingen dürfte. Denn wer sich ein bisschen mit Autos auskennt, der erkennt unter dem leicht modifizierten Blechkleid schnell den alten A4. Facelift nennt man das bei anderen Herstellern.

Beste Voraussetzungen

Galerie: Erster Test Seat ExeoDoch kein Grund sich zu schämen, hätten sich die Spanier doch bei weitem eine schlechtere Plattform aussuchen können. Schließlich stand und steht der A4 für hohe Zuverlässigkeit und perfekte Verarbeitung. Und genau das vermittelt auch der Exeo bei unserer ersten Ausfahrt.  

Der Reihe nach: Wie schon erwähnt, blieb die Karosserie der Ingolstädter Limousine größtenteils unverändert. Eine neue Front mit gestreckten Scheinwerfern und Seat-typischem Trapezgrill  und das neu gestaltete Heck mit großflächigen Rückleuchten sollen dem Exeo einen eigenständigen Auftritt verleihen.

Galerie: Erster Test Seat ExeoWie zuhause

Auch im Innenraum fühlt man sich schnell zuhause, schnuppert man doch eher  bayrische Luft denn spanisches Flair. Und nur weil die Designer sich gegen das Limousinen-Interieur und für das Cockpit aus dem A4 Cabrio entschieden haben, kann man noch nicht wirklich von Kreativität reden. Auch dann nicht, wenn für die Tachobeschriftung eine andere Type gewählt wurde. Doch wie erwähnt: Bedienbarkeit, Qualität und Materialauswahl sind auf gleichem hohen Niveau wie seinerzeit bei Audi.

Galerie: Erster Test Seat ExeoDementsprechend hat sich auch am Platzangebot nichts geändert. Vorne sitzt es sich im Exeo kommod auf komfortablem Gestühl, auf der Rückbank dagegen wünscht man sich etwas mehr Beinfreiheit. Für Fahrer und Beifahrer gibt es auf Wunsch Sportsitze mit mehr Seitenhalt. 460 Liter Kofferraumvolumen sind klassenüblich, über die geteilt umklappbare Rückbank lässt sich der Stauraum erweitern.

Neue Motoren

Galerie: Erster Test Seat ExeoNeue Technik hat unter der Motorhaube Einzug gehalten. Seat darf sich bei den Selbstzündern aus dem Angebot an neuen Common-Rail-Dieseln des Mutterkonzerns bedienen. Zum Marktstart im April 2009 bieten die Spanier den 2.0 TDI in zwei Leistungsstufen mit 143 und 170 PS an, für September 2009 ist eine schwächere Version mit 120 PS angekündigt.

Kann man schon bei momentanen Einstiegs-Version nicht über mangelnde Leistung klagen, so ist das Topmodell mehr als ausreichend stark. Das Drehzahlmaximum  von 320 beziehungsweise 350 Newtonmetern liegt jeweils zwischen 1.750 und 2.500 Umdrehungen an und reicht hier wie da um den Exeo kraftvoll aus dem Drehzahlkeller heraus anzuschieben.

Kultiviert und leise

Galerie: Erster Test Seat ExeoAnders als die rauen und lauten Pumpe-Düse-Aggregate, die uns vom Audi noch bestens vertraut sind, überzeugen die neuen Triebwerke durch kultivierten, ruhigen Lauf und sparsamen Umgang mit Treibstoff. Mit 5,5 respektive 5,9 Litern je 100 Kilometer sind die beiden Diesel-Versionen angegeben und in der Praxis lässt sich eine sechs vorm Komma realisieren.

Das Leistungsspektrum der drei Benziner erstreckt sich vom 1,6-Liter-Vierzylinder mit 102 PS bis zum 200 PS starken 2.0 TSI. Letzterer soll mit 7,7 Litern Durchschnittsverbrauch sogar sparsamer sein, als der dritte im Bunde, der 1.8er mit 150 PS. Dass das Einstiegs-Triebwerk eher die vernunftorientierten Käufer ansprechen wird, versteht sich von selbst. So bringt der 1.6er den Exeo zwar zuverlässig ans Ziel, von spanischem Temperament ist allerdings nichts zu spüren.

Sechs Gänge serienmäßig

Galerie: Erster Test Seat ExeoWer’s etwas sportlicher mag, sollte mindestens zum turbogeladenen 1.8er greifen, der den Seat in knapp unter neun Sekunden auf Tempo 100 und dann weiter bis 217 km/h beschleunigt. Alle Triebwerke werden serienmäßig mit einem leichtgängigen Sechsgang-Schaltgetriebe ausgeliefert, das Doppelkupplungsgetriebe DSG soll demnächst folgen.

Auch in Sachen Fahrwerk profitiert der Exeo von der Audi-Basis, wobei man im Seat spürbar komfortabler unterwegs ist, als man es seinerzeit im A4 war. Die Straßenlage ist tadellos, geschmeidig werden Unebenheiten weggefedert und selbst wer sich für das optionale Sportfahrwerk mit 18-Zoll-Rädern entscheidet, riskiert keine Bandscheibenschäden.

Neue Käuferschicht

Entgegen der sonst eher sportlichen Seat-Abstimmung zollen die Entwickler damit einer neue Käuferschicht Tribut, die es allerdings erst noch zu erobern gilt. Denn mit dem Exeo wollen die Spanier Kunden gewinnen und an die Marke binden, für die es bislang keine Aufstiegs-Optionen im Seat-Portfolio gab. Und die sind in der Regel aus dem Alter raus, in dem es um extrovertiertes Design und Fahrdynamik pur geht.

Galerie: Erster Test Seat ExeoGewichtiger ist  in diesem Segment der finanzielle Aspekt, weshalb Seat den Exeo fast schon zum Schnäppchenpreis anbietet: Ab 21.990 Euro ist der 1.6 in der Basisversion „Reference“ erhältlich, die mit Klimaautomatik, elektrischen Fensterhebern rundum, elektrisch einstellbaren und beheizbaren Außenspiegeln und einem MP3-fähigen Audiosystem mit Aux-Eingang schon ordentlich ausgestattet ist. Damit ist der Exeo rund zehn Prozent günstiger als ein vergleichbarer VW Passat. Für den Basisdiesel werden 25.990 Euro fällig.

In den höheren Ausstattungslinien Style und Sport ziehen Komfortextras wie Tempomat, Xenon-Licht, Regen- und Lichtsensor, ein gekühltes Handschuhfach und Parksensoren in den Exeo ein. Die Preise klettern so auf bis zu 28.990 Euro für den Top-Diesel mit Sport-Ausstattung. Zum Vergleich: Der aktuelle Audi A4 startet bei 26.100 Euro, als 170-PS-Diesel kostet er satte 32.500 Euro.

Fazit

Von wegen altes Auto. Seat bringt mit dem Exeo einen ausgereiften Mittelklässler auf die Straße, der auf einer der besten Plattformen im VW-Konzern aufbaut. Dass das Design bekannt ist, dürfte die potentiellen Käufer nicht stören. Die werden sich vielmehr an der hohen Qualität und dem günstigen Preis erfreuen.

Mit den neuen Common-Rail-Dieselmotoren ziehen zudem ruhige, sparsame Selbstzünder bei Seat ein, die den Exeo auch als Geschäftswagen interessant machen. Handelsreisende sollten sich allerdings noch etwas gedulden, bis der Kombi Exeo ST im Laufe des Jahres 2009 auf den Markt kommt.

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