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Galerie: Erster Test Seat Ibiza Sportcoupé

Erster Test: Seat Ibiza Sportcoupé

Namensfindung

04.07.2008

Nur drei Monate nach Markteinführung des Viertürers bringt Seat den Ibiza als Zweitürer. Dieser wird marketingpolitisch korrekt, jedoch kundenirreführend, SportCoupé (SC) genannt. Nicht in die Irre werden Kunden von der Kombination des flinken 1.6-Benziners mit dem Siebengang-DSG geführt. Ein Hoch auf diese Vereinigung.

Ich will gar nicht lange drumrum reden. Sportcoupés sehen für mich anders aus. Sportcoupés sehen eher wie Maseratis Gran Turismo oder Aston Martins V8 Vantage aus. Sogar, Gott hab’ sie selig, Porsche 924 oder Ford Capri lasse ich durchgehen. Aber ein Seat Ibiza mit zwei Türen ist definitiv kein Coupé. Opel nennt seinen zweitürigen Corsa ja auch nicht so, nur weil ab B-Säule zwei Türen fehlen und das Heck im Vergleich zum Viertürer modelliert wurde.

Die Unterschiede zwischen vier- und zweitürigem Ibiza sind eigentlich marginal, auch wenn Seat das nicht gerne hören möchte. Sei’s drum. Schick und modern ist der neue Kleinstspanier dennoch, und wirklich klein ist er nicht mehr. Etwas mehr als vier Meter misst der Ibiza als „SportCoupé“. Immerhin präferieren in Deutschland rund 70 Prozent der Käufer den Zweitürer.

Unpraktischer

Galerie: Erster Test Seat Ibiza SportcoupéDabei ist er unpraktischer als der Viertürer, deswegen aber nicht unbedingt hübscher. Der Ein- und Ausstieg nach hinten ist gelinde gesagt eine Zumutung. Erschwert wird das Prozedere dadurch, dass es keine Easy-Entry-Funktion (Einstiegshilfe) in der Serienausstattung gibt. Hat man sich in den Fond durchgewunden, enttäuschen Kopf- und Beinfreiheit. Überall ecken Normerwachsene an. Das ist eben der Tribut an die dynamisch abfallende Dachlinie, die daher mehr als nur einen Kompromiss erfordert.

Galerie: Erster Test Seat Ibiza SportcoupéDer Innenraum entspricht ansonsten dem des Viertürers. Die Hochglanzmaterialien an Radio und Klimaautomatik sowie die runden Luftausströmer passen nicht ganz ins ansonst qualtitativ wertige Gesamtbild. Auf Wunsch kann das ordentlich verarbeitete Cockpit in Zweifarb-Trimm bestellt werden. Zur Option stehen übrigens drei Ausstattungslinien. Die Basisvariante Reference hat schon sechs Airbags, ESP und die Berganfahrhilfe als Standard. Aufwerten kann man den Ibiza beispielsweise mit Xenonlicht und ansteckbarem TomTom-Navi. Besitzt der Ibiza Nebelscheinwerfer, hat man gleichzeitig auch Abbiegelicht. Das ist beim eher nobel wirkenden Stylance und dem, nomen est omen, Sport ab Werk inkludiert. Ebenso wie lackierte Außenspiegel und die in Wagenfarbe gehaltenen Türgriffe.

Galerie: Erster Test Seat Ibiza SportcoupéDer Sport ist auch der empfehlenswerteste des Trios, selbst wenn man eigentlich nicht auf Sport steht. Das liegt an den mindestens 16-Zoll großen Alufelgen mit 215er-Gummis, aber auch und vor allem an den hervorragenden Sportsitzen und dem griffigen (Sport-) Lederlenkrad. Auch in Kombination mit aufpreispflichtigen und bildschönen 17-Zoll-Rädern ist die Fahrwerksabstimmung gelungen. Zumindest, wenn man das Standardfahrwerk wählt. Bei so viel Sport ist der Name also zumindest zur Hälfte gerechtfertigt.

Ohne Aufpreis

Ohne Aufpreis besteht beim Sport die Wahlmöglichkeit zwischen einer sehr straffen und einer nur straffen Abstimmung, die bei Seat frecherweise „Comfort“ genannt wird. Bitte stets die freche Variante wählen, alle Insassen werden sich über ein sehr ausgewogenes, noch adäquat federndes und sicheres Fahrverhalten freuen. Die Lenkung agiert überdies für diese Preisklasse gefühlvoll und arbeitet leichtgängig. ESP, der Retter in der Not, ist stets serienmäßig und nicht deaktivierbar. Lediglich ASR, lässt sich abstellen und damit, je nach Motor, ein Burnout provozieren.

DSG mit Saugmotor

Galerie: Erster Test Seat Ibiza SportcoupéAls Motor wählten wir den derzeit stärksten Benziner, den 1.6. Nicht ohne Grund: Erstens wollten wir schöne Burnouts produzieren und zweitens ist dieser Motor der einzige, der optional mit dem gigantischen Siebengang-DSG kombinierbar ist. Zudem hatten wir so den direkten Vergleich zwischen Fünfgang-Handschalter und Siebengang-DSG. So viel sofort: Finger weg vom Handschalter. Wer 1,6-Liter kauft, soll bitte immer zum DSG greifen.

Das Siebengang-Direktschaltgetriebe ist im Ibiza übrigens zum ersten Mal mit einem Vierzylinder-Saugmotor kombiniert und überzeugt auf ganzer Linie. Anfahren gelingt ohne Rucken, Schalten sowieso. Die Schaltzeiten sind kurz, wenngleich eine Gedenkzehntelksekunde benötigt wird, um den direkten Kraftschluss wieder herzustellen. Das liegt aber mehr am hubraum- und drehmomentschwachen Vierzylinder, der nach jedem Schaltvorgang wieder aufs Neue wachgerüttelt werden muss. 105 PS und 153 Newtonmeter sind eben nicht die besten Voraussetzungen, um vehement vorwärtszukommen.

Galerie: Erster Test Seat Ibiza SportcoupéNicht, dass der Motor wirklich schwach wäre, ganz im Gegenteil. Doch 105 PS fühlen sich bei rund 1.100 Kilogramm eben nicht nach viel an. Mit DSG beschleunigt der Spanier in zehn Sekunden bis Tempo 100 und danach flutschen die insgesamt sieben Gänge weiter, bis die Tachonadel bei gut 190 km/h verharrt. Insgesamt soll sich der Sechszehnhunderter laut Seat mit 6,7 Liter Superbenzin begnügen. Das wäre 0,1 Liter mehr als der Fünfgang-Handschalter benötigt. Eigentlich komisch, denn der Handschalter dreht durch die Bank höher und nervt spätestens bei Tacho 140 mit aufdringlichen Motorgeräuschen. Hier würde ein lang übersetzter fünfter oder ein sechster Gang Abhilfe schaffen.

Ab 11.490 Euro

Galerie: Erster Test Seat Ibiza SportcoupéDaher gleich zum DSG greifen, das rund 1.500 Euro extra kosten soll, aber definitiv die Gehörgänge und die Nerven schont. Bei einem Einstandpreis von 15.590 Euro für den Seat Ibiza SC 1.6 16 V sind die zehn Prozent fürs DSG optimal investiert. Den Ibiza als Zweitürer gibt es ab September für mindestens 11.490 Euro, dann mit drei Zylindern und 70 Benzin-PS.

Außerdem im Motorenspektrum: Ein 1,4-Liter Vierzylinder mit 85 PS und zwei rußgefilterte 1.9 TDI mit 90 respektive 105 PS, die aber in dieser Fahrzeugklasse und bei der aktuellen Spritsituation keine große Rolle mehr spielen werden. Kleiner Wehrmutstropfen: Das DSG wird es in Deutschland erst ab Ende 2008 geben. In diesem Zeitfenster werden dann auch die Starkversionen Namens FR und Cupra folgen. Beide werden von einem 1,4-Liter-TSI angetrieben. Gemunkelt wird dabei von 150 respektive 190 PS.

Fazit

Der neuste Zweitürer von Seat heißt Ibiza SportCoupé. Den Namen trägt er, sorry Seat, zu Unrecht. Er sieht zwar dynamisch aus, ist modern und sogar schick, aber ein Zweitürer macht per se noch kein Coupé. Sportlich ist er in jedem Fall und überzeugt mit einer satten Straßenlage bei ausreichend Komfort, das darf man von der spanischen Marke auch erwarten. Viel wichtiger jedoch: Er ist gut. Eine echte Empfehlung ist der Zweitürer in Kombination mit dem DSG, das es ab Ende 2008 erstmal nur für den 1,6 Liter Benziner geben wird. Kleine Schwächen bei der Materialwahl verzeiht man ihm gerne.

Galerie: Erster Test Seat Ibiza Sportcoupé

 
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