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Galerie: Erster Test Seat Ibiza

Erster Test: Seat Ibiza

Runde Sache mit scharfen Kanten

09.05.2008

Der VW-Konzern hat eine neue A0-Plattform. A0, das bezeichnet den Unterbau für Kleinwagen wie dem Polo. Noch vor der nächsten Generation des VW-Dauerbrenners darf als erstes die Konzerntochter Seat auf diesem Modul seine vierte Ibiza-Generation setzen. Neben progressivem Design hat sich auch innen vieles radikal geändert. Ein Upgrade mit Format.

Anfang März 2008 gab Seat mit der Studie Bocanegra bereits einen spektakulären Ausblick auf den kommenden Ibiza. Nicht mehr ganz so eindrucksvoll präsentiert sich nun die viertürige Serienversion, die am 14. Juni 2008 offiziell in den Handel kommt. Mit der nach hinten abfallenden Dachlinie, scharfen Lichtkanten und einem …nun … etwas eigenwilligem Gesicht kann sich der Spanier dennoch wohltuend vom Kleinwagen-Einerlei abheben. Auf schicken Alus, im feschen Metallic-Lack und angesichts geringer Spaltmaße wirkt der Wagen sogar wertig und attraktiv. Optische Gemeinsamkeiten mit dem Vorgänger hat der neue Ibiza keine. Vielmehr erinnert sein abwechslungsreiches Spiel von Flächen und Kanten an den neuen Mazda 2.

Mehr schick, weniger VW

Galerie: Erster Test Seat IbizaAuch innen ist beim Ibiza so ziemlich alles neu. Vom typischen VW-Flair weicht das modernisierte Seat-Interieur deutlich ab. Wenige Details wie der Zündschlüssel oder die Fensterheber-Schalter stammen noch aus dem klassischen Wolfsburg-Sortiment. Darüber hinaus hat sich das Platzangebot erhöht. Vorne bietet der Ibiza einen bequemen Einstieg sowie und eine gute Sitzposition mit ausreichend Verstellmöglichkeiten.

Die Logik der Funktionen und die Bedienbarkeit sind leicht verständlich. Etwas störend ist der enge Weg des Schlüssels zum Zündschloss. Als Fahrer blickt man auf einen sportlich gestalteten, gut ablesbaren Armaturenträger. Die Materialien umzu hinterlassen einen für diese Fahrzeugklasse schicken Eindruck. Es gibt sogar Softoberflächen, genopptes Plastik und Kunststoff in Aluoptik. Etwas plump muten die runden Öffnungsklappen der Belüftungsdüsen an. Die Bedieneinheit der Klimaanlage in Glanzschwarz wirkt wie nachträglich eingesteckt. Das Bedienfeld der Audioanlage hat die gleiche Oberfläche. Beide sind offensichtliche Staubfänger. Ein Wischtuch lässt sich aber problemlos in eine der vielen Ablagen deponieren.

Tolle Navi-Halterung

Galerie: Erster Test Seat IbizaEine gute Lösung im Ibiza ist eine spezielle Halterung für Stand-alone-Navigationsgeräte in der Armaturentafel. Für 50 Euro Aufpreis bekommt man eine praktische Aufnahme samt Stromversorgung. Allerdings gibt es diese zunächst nur passend für das TomTom One V3 (ab etwa 150 Euro). Später will Seat diese Lösungen auch für andere Navi-Geräte anbieten. Ein vollintegriertes und damit sehr teures Navisystem wird es für den Ibiza übrigens nicht mehr geben.

Trotz Größenzuwachs ist das Platzangebot im Fond weiterhin nicht überragend. Vier Erwachsene können sich auf beide Sitzreihen verteilen und halbwegs zufrieden stellend arrangieren. Allerdings sollten die hinteren Gäste keine Sitzriesen sein. Bei der Kofferraumgröße ist der Ibiza sogar Klassenprimus. 292 Liter sollen in das recht lange Gepäckabteil passen. Einfach lässt sich die Lehne der Rückbank im Verhältnis 60 zu 40 umlegen. Klappt man zusätzlich noch die Sitzfläche mit nach vorne, wächst das Stauraumvolumen bis zur Dachkante auf immerhin 847 Liter. Die unschöne Stufe ist dem Kofferraum geblieben.  

Bekannte Motoren

Der Ibiza startet zunächst mit drei Diesel und drei Benzinern. Das Leistungsspektrum reicht von 70 bis 105 PS. Wir haben zum vorläufig stärksten Benziner, den 1,6-Liter-Vierzylinder mit 105 PS, gegriffen. Seine Fahrleistungen: Höchstgeschwindigkeit 187 km/h, Sprintzeit 10,5 Sekunden. Der Ibiza ist mit diesem Motor also bereits recht flott unterwegs. Bei einem bergigen Streckenprofil ist allerdings viel Schaltarbeit angesagt. Dank des lang übersetzten Getriebes verlangt der Vierzylinder zumindest bergauf nach Drehzahlen. Jenseits der 4.000 Touren wird das kernige Motorgeräusch innen recht präsent. Übrigens lässt sich der Ibiza zunächst nur mit einem leichtgängigen Fünfgang-Schaltgetriebe kombinieren. Das neue Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe DSG wird erst zu einem späteren Zeitpunkt folgen. Den Verbrauch gibt Seat mit 6,6 Litern pro 100 Kilometer an. Das sind immerhin 0,3 Liter weniger als beim Vorgänger mit gleichem Motor.

Ganz schön erwachsen

Galerie: Erster Test Seat IbizaEin klassisches Kleinwagen-Fahrgefühl vermittelt der Ibiza definitiv nicht mehr. Das Fahrzeug wirkt sogar fast schon erwachsen. Gegen einen flotten Kurvenstrich hat der Ibiza zudem nichts einzuwenden. Trotz steifer Karosserie will dabei aber ein betont sportliches Fahrgefühl nicht aufkommen. Hierfür wirkt die Lenkung dann doch zu indirekt und das komfortabel abgestimmte Fahrwerk ist nicht straff genug. Der positive Effekt: Der Unterbau gibt nur wenige Unebenheiten an die Insassen weiter. Das relativ tolerant regelnde ESP ist bei jedem Ibiza übrigens serienmäßig. Wer seinen Spanier als heißblütige Rennsemmel wünscht, sollte sich bis zur Einführung der Hochleistungsvarianten FR und Cupra gedulden. Diese werden definitiv wieder ins Programm genommen.

Apropos Varianten: Den Zweitürer schiebt Seat im September nach. Weitere Karosserien dürften folgen. Sowohl eine Stufenheck-Version, ein Kombi als auch ein Van sind auf Ibiza-Basis denkbar. Weitere Spielarten werden jedoch weder bestätigt noch dementiert. Seat Präsident Erich Schmitt plant für die kommenden zehn Jahre immerhin eine Verdopplung der Stückzahlen. Eine Diversifizierung der Ibiza-Varianten dürfte bei der Erreichung dieses Ziels sehr hilfreich sein.

Preisansage

Galerie: Erster Test Seat IbizaEinstieg in die fünftürige Ibiza-Welt markiert der 70 PS starke 1.2 in der Ausstattung Reference. Zunächst wird zur Markteinführung dieses Modell für 12.190 Euro angeboten. Später wird der Preis um 300 Euro angehoben. Der Dreitürer wird grundsätzlich 700 Euro weniger kosten. Gegenüber dem Ibiza der dritten Generation ist dies übrigens eine deutliche Preissteigerung. Dafür ist aber ESP mit so praktischen Funktionen wie einer Berganfahrhilfe immer serienmäßig dabei. Elektrische Fensterheber vorn, ein in Länge und Höhe verstellbares Lenkrad, ein auch in Höhe verstellbarer Fahrersitz und eine Zentralverriegelung mit Funkfernbedienung gehören ebenfalls zur Basis. Etwas verloren dürften wohl die 14-Zoll-Räder in den kraftvoll ausgestellten Radhäusern wirken.

Gegen Aufpreis kann man auch 17-Zöller bestellen. Weiteres attraktives Zubehör sind ein USB-Port zum Anschluss eines MP3-Players. Die Menüführung eines iPod wird dann übrigens auf die Audioanlage übertragen. Außerdem kann man eine Bluetooth-Freisprechanlage ordern. Bi-Xenonscheinwerfer plus Kurven- und Tagfahrlicht sowie eine Scheinwerferwaschanlage sind weitere klassenunübliche Extras. Schick ist außerdem ein großes Panorama-Glas-Hubdach.

Galerie: Erster Test Seat IbizaOffiziell hat Seat eine detaillierte Preisliste übrigens noch nicht veröffentlicht. Zu den Preisen noch soviel: Der von uns getestete Top-Benziner ist ab 15.760 Euro zu haben. Der günstigste Diesel, der 80 PS starke 1.4 TDI, kostet 14.790 Euro, der 1.9 TDI mit 105 PS 17.660 Euro.

Zwar ist der Ibiza teurer geworden, bewegt sich aber preislich knapp unter dem Niveau seiner direkten Konkurrenten. Der fünftürige Peugeot 207 kostet in der Basisversion 12.950 Euro, ein vergleichbarer Renault Clio 12.200 Euro. Insofern ist der Einführungspreis des Ibiza sogar bemerkenswert attraktiv, vor allem angesichts seiner besseren Ausstattung mit ESP.

Fazit

Der neue Seat Ibiza wurde gegenüber dem Vorgänger in vielen Details aufgewertet. Er sieht erwachsener und moderner aus und fährt sich auch so. Ein besseres Platzangebot und viele attraktive Ausstattungsoptionen werten den Kleinwagen zusätzlich auf. Hervorzuheben ist vor allem das für alle Versionen serienmäßige ESP. Pfiffig ist außerdem die Andockstation für Navis. Das alles gibt es zudem zu einem fairen Preis.

Galerie: Erster Test Seat Ibiza

 
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