Drucken Weiterempfehlen   Twitter
 
Drucken Weiterempfehlen   Twitter
Galerie: Erster Test Seat Leon Cupra

Erster Test: Seat Leon Cupra

Darf's ein bisschen mehr sein?

23.02.2016

Leistungsstarke Pkw sind die Aushängeschilder im Angebot eines Fahrzeugherstellers, die verkünden: Seht her, liebe Leute, unsere Ingenieure können mehr, als nur kreuzbrave Autos zu entwickeln! Allerdings werden die mobilen Ausrufezeichen nur von einem Bruchteil der Kundschaft per Unterschrift unter einen Kaufvertrag gewürdigt, weshalb bei vielen Marken die Verkaufszahlen der hochmotorisierten Varianten im niedrigen einstelligen Bereich herumkrebsen. Nicht so bei Seat: Die Spanier liefern immerhin jeden zehnten Leon als PS-starken Cupra aus. Es gibt ihn – nach wie vor – mit 265 und – seit kurzem – mit 290 statt 280 PS.

Galerie: Erster Test Seat Leon CupraDass ein Leon Cupra-Fahrer im drögen Verkehrsalltag bisher dazu kam, die 280 PS abzurufen, die das Topmodell der Baureihe seit 2014 bereitstellte, darf bezweifelt werden. Aber „ein bisschen mehr“ macht sich in diesem Marktsegment immer gut, und deshalb hat Seat an einigen Stellschrauben gedreht, eine neue Abgasanlage eingebaut, die Benzindirekteinspritzung um einen indirekten Anteil ergänzt und damit die Maximalleistung des 2,0-Liter-Vierzylinders auf 290 PS aufgestockt. Das freut die Auto-Entwickler genauso wie die Dynamik-Freaks unter den Seat-Kunden, zumal sie neuerdings berichten können, dass der Leon Cupra den Nürburgring in einer Zeit von 7:58:44 umrundet hat: Die Fähigkeit, den knapp 21 Kilometer langen Kurs in weniger als acht Minuten zu durchfahren, adelt jede Marke und einen Kompaktwagen wie den Leon erst recht.

Maximale Zugkraft von 1700 bis 5800 Touren

Die ausgeprägte Sportlichkeit, die nur auf abgesperrten Strecken auszureizen ist, hat Seat auch bei der neuen 290 PS-Variante in ein absolut alltagstaugliches Konzept eingebettet. Dazu gehört das gleich nach dem Überwinden eines kleinen Turbolochs zwischen 1700 und 5800 Touren abrufbare Zugkraftmaximum von 350 Newtonmetern, ein enormes Beschleunigungspotenzial (um die 5,7 Sekunden für den Sprint von 0 auf 100 km/h), die präzise Lenkung, die fest zupackenden und dennoch gut dosierbaren Bremsen genauso wie die vielen hilfreichen Fahrerassistenzsysteme, das attraktive Erscheinungsbild und die hochwertige Inneneinrichtung. All das macht den Leon Cupra auch auf öffentlichen Straßen zu einem angenehmen Begleiter.

Drei Längen, immer gleich stark

Galerie: Erster Test Seat Leon CupraErhältlich ist er – wahlweise mit Sechsgang-Handschaltung oder -Direktschaltgetriebe – als SC genannter, 4,24 Meter kurzer Dreitürer, als 4,27 Meter langer Fünftürer und – auf 4,54 Meter gestreckt – mit einer Art Kombi-Heck. Diese am Kürzel ST erkennbare Variante erzeugt die höhere Leistung ohne die neue Abgasanlage. Ansonsten aber ist alles vorhanden, was der Dynamik dient, allem voran ein hoch belastbares Fahrwerk mit einer speziellen Differenzialsperre an der Vorderachse, die den Gedanken an einen Allradantrieb in den Hintergrund drängt. Sie arbeitet ähnlich wie die in Allradantriebssträngen oft verwendete Haldex-Kupplung: Eine Elektronik variiert den mechanisch erzeugten Druck auf ein Lamellenpaket so, dass die Vorderräder den Wagen mit bestmöglicher Traktion durch die Kurven ziehen.

Die Preisgestaltung hat Seat ans neue, höhere Leistungsniveau angepasst: Bei 33.120 Euro geht’s jetzt los; damit ist der 290 PS-Dreitürer exakt 2000 Euro teurer als die 265 PS-Version. Der Fünftürer kostet 500 Euro mehr, und für einen Leon Cupra ST mit Topmotorisierung sind mindestens 34.750 Euro fällig.

Zusatz-Investitionen, ausgelöst durchs Studium der Sonderausstattungsliste mit zahllosen Individualisierungsmöglichkeiten und unbändigen Fahrspaß verheißenden Extras, werden sich kaum vermeiden lassen. Kunden mit starkem Sportsgeist werden unter anderem das gut 3000 Euro teure Performance-Paket verlockend finden. Es umfasst eine spezielle Sport-Bereifung, hochwertige Felgen und eine Brembo-Bremsanlage. Deren schmucke, rot lackierte Sättel signalisieren bestens sichtbar, dass ein damit bestückter, 250 km/h-fähiger Fünfsitzer eigentlich unterfordert ist, wenn er mit 50 km/h über Stadtstraßen zuckelt oder mit 120 km/h gemütlich über die Autobahn schleicht.

Galerie: Erster Test Seat Leon CupraAndererseits wird ein 290 PS-Leon Cupra nur unter einem derart zahm agierenden Fahrer die von Seat herausgestellten Verbrauchswerte – je nach Karosserieform um die 6,7 Liter je 100 Kilometer – bestätigen: Die EU-Norm, die dem Test zugrunde liegt, kann man vergessen, wenn ein Autokäufer die für teures Geld erworbenen PS öfter mal mobilisiert und es toll findet, dass sein Cupra, von ihm dazu aufgefordert, dank Soundaktor beim Beschleunigen knurrt und grollt wie ein Windhund, der endlich mal auf einem Rennkurs einem Hasenfell hinterherjagen möchte.

 
3
88

Gebrauchtwagen-Kaufberater

Sie suchen einen Gebrauchten? Unsere Kaufberater sagen Ihnen, worauf Sie bei Ihrem Traumwagen achten müssen.

Suche nach Angeboten

Marke
Model
Fahrzeugrückruf
Hier verpassen Sie keinen Rückruf vom Hersteller mehr. Wir informieren Sie sofort per E-Mail.
Zum Rückrufservice

Frage der Woche

ServiceWelten

Sicherheit online

Schützen Sie sich vor Datenklau (Phishing), Scheckbetrug und unseriösen Angeboten.
Surfen Sie sicher mit unseren Tipps.