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Galerie: Erster Test Seat Tarraco

Erster Test: Seat Tarraco

Aller guten Dinge sind drei

13.12.2018

Seat ist auf den SUV-Geschmack gekommen: Nach Ateca und Arona schicken die Spanier innerhalb von nicht einmal 24 Monaten schon ihren dritten Softroader ins Rennen. Der Tarraco erweitert das Angebot nach oben und buhlt neben seinen Konzern-Geschwistern von VW und Skoda um die Gunst der Kundschaft. Optional gibt es den südländischen Hochbeiner auch mit sieben Sitzen. Auf Einladung von Seat hat AutoScout24 den neuen, großen Spanier getestet.

Ein waschechter Spanier ist das 4,74 Meter lange SUV freilich nicht, die Basis teilt er sich mit dem Skoda Kodiaq beziehungsweise dem verlängerten VW Tiguan Allspace, mit dem er nicht nur im Profil recht viel Ähnlichkeit hat. Mehr noch: Er läuft mit ihm zusammen sogar im Wolfsburger Volkswagen-Stammwerk vom Band. Damit vermischen sich einmal mehr die Produktionsstandorte der einzelnen VW-Marken; der kleine Bruder Ateca wird zum Beispiel bereits zusammen mit dem Skoda Karoq in Tschechien fertigt.

Neue Design-Elemente

Galerie: Erster Test Seat Tarraco Mag sein, dass sich Seat ob dieser internationalen Bande auch hat dazu hinreißen lassen, keinen ur-spanischen Namen für das SUV zu wählen: Tarraco nannten die Römer in der Antike die Hauptstadt ihrer Provinz Tarraconensis, aus der später die Stadt Tarragona hervorging. Immerhin: Zumindest an den Lichtern (LED-Technik ist Serie!) an Front und Heck ist das SUV eindeutig als Seat zu erkennen, die dreieckige Leuchtengrafik ist typisch für die Spanier. Der riesige, sechseckige Kühlergrill allerdings könnte auch von DS stammen, und das durchgehende, rote Band zwischen den Rücklichtern ist sowieso en vogue; wie beispielsweise beim Kia Sportage hat es aber auch bei Seat keine Funktion.

Neu gestaltet haben die Spanier das Cockpit: Mit dem Tarraco verabschiedet sich auch Seat von analogen Instrumenten, das 10,25-Zoll-Display aus dem Konzernregal ist hinter dem Lenkrad serienmäßig. Der ebenfalls ab Werk verbaute, acht Zoll große Infotainment-Touchscreen verlässt seinen angestammten Platz im Armaturenbrett und thront nun iPad-artig freischwebend auf der Mittelkonsole; Menüführung und Bedienlogik sind bekannt und leicht verständlich.

Hinten wird’s eng

Einen ordentlichen Eindruck macht der Tarraco auch in Sachen Materialauswahl und Verarbeitung. Weicher Kunststoff, Kunstleder- und Stoffbezug wechseln sich zwar mit nicht gerade wenige Hartplastik ab, doch wirkt der Spanier solide und hochwertig. Die Sitze sind zwar nicht übermäßig groß dimensioniert, aber komfortabel und selbst große Fahrer passen problemlos hinter das Lenkrad – vor allem dann, wenn man auf das große, 1.145 Euro teure Panorama-Schiebedach verzichtet, das die Höhe einschränkt.

Galerie: Erster Test Seat Tarraco Auch in Reihe zwei ist Beinfreiheit nicht das Problem, allerdings wird es hier nach oben auch ohne Glasdach ziemlich schnell eng. Das gilt naturgemäß auch für die beiden 800 Euro teuren Plätze im Kofferraum, die auch im Tarraco nicht mehr als Notsitze für kleine Kinder sind. Vor allem: Fährt der Seat vollbestuhlt vor, gehen gerade mal noch 230 Liter Gepäck in den Kofferraum. Der Fünfsitzer nimmt es mit 760 Litern auf, bei umgeklappter zweiter Reihe passen stolze 1.920 Liter rein.

Vier Motoren zum Start

An den Start rollt der Tarraco im Frühjahr 2019 mit vier Aggregaten: Einstiegs-Otto ist für 29.980 Euro der bekannte 1.5 TSI mit 150 PS, darüber rangiert ein noch nicht eingepreister, 190 PS starker Zwei-Liter-Benziner. Die gleichen Leistungsstufen stehen auch bei den Dieseln (ab 33.750 Euro) bereit, allerdings schöpfen die Selbstzünder ihre Kraft immer aus zwei Litern Hubraum. Serie bei den Basis-Motoren sind Sechsgang-Handschaltung und Frontantrieb, der schwächere Diesel lässt sich auf Wunsch mit Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe und Allrad ausrüsten. Bei den beiden stärkeren Antrieben ist diese Kombination Standard.

Galerie: Erster Test Seat Tarraco Zum Publikumsliebling dürfte sich trotz Dieselkrise auch beim Tarraco der ab 43.800 Euro erhältliche 190-PS-Selbstzünder entwickeln, der laufruhig arbeitet und mit 400 Newtonmeter Drehmoment genug Wumms hat, um den gut 1,8 Tonnen schweren Seat souverän zu bewegen. Acht Sekunden vergehen, bis der Tarraco auf Landstraßentempo gebracht ist, Schluss ist bei 210 km/h; den Verbrauch beziffert Seat auf 5,6 Liter. Verbesserungspotential steckt noch im Doppelkuppler: Der denkt einerseits eine Sekunde zu lang nach, wie mit einem plötzlichen Gasbefehl umzugehen ist, und katapultiert das SUV anschließend ein bisschen zu ruppig nach vorne.

Etwas sportlicher

Mag sein, dass manche Fahrer das als sportlich empfinden, die meisten werden es eher unharmonisch nennen. Apropos sportlich: Insgesamt ist das Fahrgefühl ziemlich gleich mit dem eines VW Tiguan oder Skoda Kodiag; auch der Seat liegt satt auf der Straße, verhält sich gutmütig und unaufgeregt. Vor allem bei flotter Kurvenräuberei wirkt er allerdings einen Tick dynamischer als seine Brüder. Das liegt vor allem an der Lenkung, die dem Fahrer mehr Rückmeldung bietet. Unbequem wird das SUV aber selbst im Sportmodus nicht, die adaptiven Dämpfer federn auch in der härtesten Einstellung noch sauber die meisten Unebenheiten weg.

Galerie: Erster Test Seat Tarraco Während das einstellbare Fahrwerk, das es übrigens nur für die Top-Version der zwei verfügbaren Ausstattungslinien gibt, mit 800 Euro zu Buche schlägt, sind Spurhalteassistent und City-Notbremsfunktion mit Fußgängererkennung immer an Bord. Wer mehr Helferlein will, muss wiederum die Tasche greifen: Abstandstempomat, Stauassistent, Verkehrszeichenerkennung oder Totwinkel-Warner gibt’s nur gegen Zuzahlung.

 
Fazit

Michael Gebhardt

Sie wollen ein großes SUV, haben aber keine Lust auf Skoda Kodiaq oder VW Tiguan Allspace? Mit dem dritten Drilling Seat Tarraco erweitert der Volkswagen-Konzern sein Angebot in der 4,70-Meter-Liga um eine etwas sportlichere Alternative – ohne Einbußen bei der Alltagstauglichkeit. Auch der Spanier bleibt am Ende des Tages ein komfortabler Hochbeiner mit ausreichend Stauraum – und mit gewohnt hoher Qualität. Preisich liegt er auf dem Niveau der Wolfsburger und ist damit ein bisschen teuer als sein tschechischer Bruder, dafür punktet der Seat mit serienmäßigen Schmankerln wie den Voll-LED-Scheinwerfern oder dem digitalen Kombiinstrument.
 
 

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