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Galerie: Erster Test Skoda Citigo

Erster Test: Skoda Citigo

Nachzügler

20.02.2012

Nach VW Up und Seat Mii kommt nun ein dritter Ableger aus Volkswagens neuer Kleinwagen-Familie: Der Skoda Citigo ist allerdings der erste des Trios, den wir mit vier Türen testen konnten.

Vom VW Up muss sich der Skoda, genau wie der Seat, optisch ein wenig unterscheiden, der schicke Knick in der hinteren Seitenscheibe sowie die Vollglas-Heckklappe bleiben dem teureren Wolfsburger vorenthalten. Spanier und Tscheche unterscheiden sich dagegen nur in Details an der Frontschürze, den Scheinwerfern und den Heckleuchten.

Empfehlung: Viertürer

Galerie: Erster Test Skoda CitigoDer Skoda Citigo ist der Erste Up-leger, den wir als Viertürer erproben durften. Wenn er Anfang Juni 2012 in den Handel kommt, wird aber auch bei Seat und VW diese Karosserieversion verfügbar sein. Egal für welchen der drei man sich entscheidet, die weniger als 500 Euro Aufschlag für die zwei zusätzlichen Türen lohnen sich auf jeden Fall.

Denn bei den Zweitürern ist der Einstieg zum Fond äußerst beschwerlich, das fummelige Easy-Entry-System, welches das Vor- und Zurückklappen der Vordersitze erleichtern soll, konnte uns nicht überzeugen. Der Viertürer hingegen gewährt komfortablen Zutritt zum Fond, der trotz seiner nur 3,56 Meter Außenlänge durchaus geräumig ist – auch Großgewachsene können sich hier niederlassen. Zudem lassen sich so leichter Einkaufstaschen et cetera auf der Rückbank verstauen, die man nicht über die hohe Ladekante in den 251 Liter großen Kofferraum heben will. Verzichtet man stattdessen auf die Rücksitze und klappt die Lehnen um, wächst der Gepäckraum auf 959 Liter.

Gute Verarbeitung

Galerie: Erster Test Skoda CitigoDas Cockpit ist im Citigo wie bei seinen Geschwistern klassenüblich schlicht und übersichtlich, gut verarbeitetes Hartplastik dominiert den Innenraum. Details, wie die nicht höhenverstellbaren Gurte und der eingesparte Knopf auf der Fahrerseite zur Bedienung des Beifahrerfensterhebers, sind wohl dem Kostendruck geschuldet.

Erfreulich sind dagegen die zahlreichen Ablagen für allerhand Klein- und Großkram; selbst im Fond gibt es Cupholder und am Handschuhfach einen praktischen Taschenhaken. An den Innenseiten der Vordersitze bietet Skoda zudem kleine Netztaschen an, dort passt zum Beispiel eine mittelgroße Wasserflasche rein, die der Fahrer auch während der Fahrt noch einigermaßen gut erreichen kann – sie hinein zu fummeln ist allerdings nicht so einfach.

Bekannte Motoren

Galerie: Erster Test Skoda CitigoZur Wahl stehen auch beim Skoda zwei je einen Liter große Dreizylinder-Benziner, wahlweise mit 60 oder 75 PS Leistung. Das Drehmoment beträgt bei beiden Triebwerken 95 Newtonmeter, die zwischen 3.000 und 4.3000 Touren anliegen. Dass das nicht für viel Durchzug sorgen kann, liegt auf der Hand. Wer das leichtgängige, manuelle Fünfgang-Getriebe flink bedient, kommt trotzdem einigermaßen flott voran. Zumindest, auf ebener Straße. Kleinste Steigungen machen dem Citigo hingegen zu schaffen, mitunter ist auch auf der Autobahn der dritte Gang nötig, um Tempo 120 zu halten. Demnächst wird es übrigens auch ein automatisiertes Schaltgetriebe geben.

Insgesamt ist kein großer Unterschied zwischen den beiden relativ laut nach Nähmaschine klingenden Motoren auszumachen. Nur in wenigen Situationen zeigt der Stärkere etwas mehr Souveränität. Wer vor hat, sich mit dem rund 930 Kilogramm schweren Citigo öfter auf die Autobahn zu begeben, sollte aber wegen der rund zehn km/h höheren Höchstgeschwindigkeit zur 75-PS-Version greifen. Wie Up und Mii ist auch der Citigo recht straff abgestimmt; dass erhöht zwar die Fahrstabilität, geht aber zu Lasten des Komforts. Vor allem im Stadtverkehr, wo der Skoda zuhause ist, fallen Gullideckel, Schlaglöcher oder Bahnschienen unangenehm auf.

Optionale Spritspar-Version

Galerie: Erster Test Skoda CitigoDer Verbrauch des stärkeren Motors liegt mit 4,7 Liter im EU-Zyklus knapp über den viereinhalb Litern der 60-PS-Version. Bei unserer Testrunde zeigte der Bordcomputer allerdings ein anderes Bild, er beschied dem Top-Modell mit knapp sechs Litern den etwas günstigeren Konsum; wahrscheinlich, weil sich das potentere Triebwerk weniger anstrengen muss als der Schwächere, der oft am Limit fährt.

Skoda bietet den Citigo außerdem als verbrauchsoptimierte "Green tec"-Variante an. Die liegt fünfzehn Millimeter tiefer, hat rollwiderstandsoptimierte Reifen, eine Stopp-Start-Automatik und Bremsenergierückgewinnung. Durch diese Maßnahmen sinkt der Verbrauch auf 4,1 beziehungsweise 4,2 Liter. Angekündigt ist außerdem eine Erdgasvariante; ein dem Up GT ähnliches Sport-Modell ist derzeit nicht in Planung.

Rund 9.000 Euro

Da Skoda die Preisliste für den Citigo noch nicht veröffentlicht hat, lässt sich über die Serienausstattung derzeit nicht viel sagen. Sicher ist aber, dass der Notbremsassistent, der Unfälle bei bis zu 30 km/h vermeiden soll, das Panorama-Glasschiebedach oder das etwas umständlich zu bedienende Navigationssystem nicht zum Standard gehören werden; ESP hingegen schon. Für den Bremsassistenten verlangt VW beim Up im Paket mit Tempomat und Multifunktionsanzeige 590 Euro, für das Navi akzeptable 355 Euro.

Technische Daten
 
Marke und Modell   Skoda Citigo   Skoda Citigo
Motor / Ausstattung   44 kW   55 kW
Motor        
Hubraum (Kubikzentimeter / Bauart)   999 / R3   999 / R3
Leistung (kW (PS) / U/min)   44 (60) / 5.000 - 6.000   55 (75) / 6.200
Drehmoment (Nm / U/min)   95 / 3.000 - 4.300   95 / 3.000 - 4.300
Antriebsart   Frontantrieb   Frontantrieb
Getriebeart   5-Gang-Schaltgetriebe   5-Gang-Schaltgetriebe
Abmessung und Gewicht        
Länge/Breite/Höhe (mm)   3.563 / 1.645 / 1.478   3.563 / 1.645 / 1.478
Radstand (mm)   2.420   2.420
Wendekreis (m)   k. A.   k. A.
Leergewicht  (kg)   929   929
Kofferraum (Liter, nach DIN)   251 - 959   251 - 959
Serienbereifung   165/70 R14   165/70 R14
Verbrauch        
Krafstoffart   Benzin   Benzin
EU-Zyklus (l/100km)   4,5   4,7
CO2-Emissionen (g/km) / Abgasnorm   105 / Euro 5   108 / Euro 5
AS24-Verbrauch (l/100km)   k. A.   k. A.
Fahrleistungen        
Werksangabe 0-100km/h (s)   14,4   13,2
AS24-Sprint 0-100km/h (s)   k. A.   k. A.
AS24-Bremstest 100-0km/h (m)   k. A.   k. A.
Höchstgeschwindigkeit (km/h)   160   171
Preise        
ab (Euro)   ca. 9.000   ca. 9.500
Ausgewählte Extras (Euro)   Ausstattung noch nicht bekannt   Ausstattung noch nicht bekannt
 
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Der Basispreis für den VW Up liegt bei 9.850 Euro, der Skoda Citigo wird auf jeden Fall darunter liegen. In Tschechien, wo er bereits verkauft wird, kostet er inklusive Mehrwertsteuer 179.900 Kronen, das entspricht ungefähr 7.200 Euro; in Deutschland dürfte der Einstiegspreis für den Zweitürer allerdings höher sein und bei rund 9.000 Euro liegen.

 
Fazit

Michael Gebhardt

Wer Wert auf ein etwas schickeres Äußeres legt, sollte zum Up greifen, die geraden Heckfenster und die konventionelle Heckklappe lassen den Skoda schlichter erscheinen; allen anderen seien die voraussichtlich günstigeren Brüder empfohlen. Ob man nun allerdings den Citigo oder den Seat Mii nimmt, bleibt dem persönlichen Gusto überlassen; bei den Preisen dürften sich beide nicht groß unterscheiden.

Egal, welchen man nimmt, erhält man einen soliden, gut verarbeiteten Kleinwagen, für den zwei ausreichend starke Motoren zur Wahl stehen. Zwar bleibt der Komfort etwas auf der Strecke, dafür entschädigen die praktischen Ablagen, der geräumige Innenraum und auf Wunsch nicht klassenübliche Ausstattungsextras wie das Glas-Schiebedach, Sitzheizung oder der Notbremsassistent. Auf jeden Fall investieren sollte man die rund 500 Euro für die zwei weiteren Türen.
 
 

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