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Galerie: Erster Test Skoda Fabia RS

Erster Test: Skoda Fabia RS

Lauf, Fabia, lauf

19.05.2010

Nur kurz nach der Präsentation des VW Polo GTI komplettiert der Volkswagen-Konzern mit dem Skoda Fabia RS sein sportliches Kleinwagen-Trio. Für den Antrieb sorgt das gleiche Aggregat wie bei seinen beiden Brüdern Polo und Seat Ibiza Cupra. Doch eins unterscheidet den Fabia grundlegend von den anderen beiden ...

Während der Seat Ibiza Cupra nur als zweitüriger SC und der VW Polo GTI immerhin zusätzlich als kompakter Vier-Türer zu haben ist, können Skodas Kunden auch den Kombi in der RS-Version bestellen. Je nach Bestuhlung steht dann Platz für bis zu 1.500 Liter Gepäck zur Verfügung, die schnellstens von A nach B transportiert werden wollen. Doch dürfte es nur eine Frage der Zeit sein, bis auch der kürzlich vorgestellte Ibiza ST in der Stark-Ausführung auftritt. Und vielleicht überrascht VW ja auch bald mit einem Polo Kombi.

Unabhängig von der  Karosserievariante ist der Fabia RS an neuen Stoßfängern, serienmäßig getönten Scheiben, 17-Zoll-Alurädern und einem Doppelrohr-Auspuff auszumachen. Im Innenraum wartet er mit Sportsitzen auf, die die Passagiere in flotten Kurven sicher festhalten, gleichzeitig aber auch bequem und langstreckentauglich sind. Hinzu kommen ein Drei-Speichen-Lenkrad mit Schaltwippen für das serienmäßig Sieben-Gang-DSG und eine Edelstahl-Pedalerie.

Doppelte Zwangsbeatmung

Galerie: Erster Test Skoda Fabia RSUnter der Haube werkelt das mittlerweile bestens bekannte1,4-Liter-TSI-Triebwerk, das sowohl von einem Kompressor als auch von einem Turbolader zwangsbeatmet wird. Die Kombination der beiden Aufladungs-Methoden haucht dem kleinen Vier-Zylinder satte 180 PS und 250 Newtonmeter Drehmoment ein, die ab 2.000 Touren bereitstehen. Der kurz übersetzte erste Gang des Doppelkupplungsgetriebe sorgt dafür, dass dieses Drehzahlniveau schnellstens erreicht wird; ein Turboloch kennt der Fabia RS nicht. Allerdings gönnt er sich, wie die meisten aufgeladenen Motoren, nach dem Tritt aufs Gaspedal den Bruchteil einer Gedenksekunde, bis er den Wunsch des Fahrers umsetzt.

Dann aber dreht das Triebwerk geschmeidig hoch und gibt seine Leistung gleichmäßig ab, erst bei rund 5.000 Umdrehungen lässt die Beschleunigungskraft spürbar nach. Gleichzeitig geht der kernige, aber unaufdringliche Sound des kleinen Motors in eine eher angestrengt klingende Tonlage über. Wem das DSG im Normalmodus zu hektisch und zu früh hoch schaltet, kann den Sport-Modus wählen, in dem die Gänge länger ausgedreht werden - mitunter allerdings zu lang, denn bei Stadttempo muss man wahrlich nicht im dritten Gang unterwegs sein. Alternativ legt man gleich selbst Hand an und wechselt die Übersetzungen manuell, was allerdings nur in den seltensten Fällen von Nöten ist.

Langsamer als Polo GTI

Galerie: Erster Test Skoda Fabia RSLegt man es darauf an, beschleunigt der Fabia RS in 7,3 Sekunden auf Tempo 100. Trotz des gleichen Motors braucht der Fabia 0,4 Sekunden länger als der VW Polo GTI für den Standardsprint - was wahrscheinlich vornehmlich aus Imagegründen so arrangiert wurde. Denn auch der Ibiza Cupra ist mit 7,2 Sekunden messbar langsamer als der Wolfsburger. Die Höchstgeschwindigkeit gibt Skoda mit 226 km/h an.

In noch einem Punkt unterscheidet der RS sich vom Stark-Polo: Während der Wolfsburger wohl ebenfalls aus „optischen“ Gründen gerade so auf 5,9 Liter Durchschnittskonsum getrimmt wurde, ergab beim Skoda - und auch beim Seat - die Messung nach EU-Vorschriften einen Verbrauch von 6,4 Litern je 100 Kilometer. In der Realität dürfte sich der Fabia RS aber wie seine Brüder auch zwischen sieben und acht Litern einpendeln. Das nominiert ihn gewiss nicht für einen Umweltpreis, ist aber in Anbetracht von Leistung und Fahrspaß vertretbar.

Hoher Spaßfaktor

Galerie: Erster Test Skoda Fabia RSDenn: Der Spaßfaktor ist bei dem rasanten Tschechen hoch und der Fabia, egal ob als Kombi oder Kompakter, animiert zur flotten Gangart. Und das nicht nur auf der graden Autobahn, sondern erst recht, wenn es übers Land geht. Kurven nimmt der Fabia RS gelassen, erst spät oder auf nassem Untergrund gerät der Fronttriebler ins Untersteuern. Doch noch bevor der Fahrer selbst eingreifen kann, hat schon das regelnde ESP die Kontrolle übernommen und ermahnt den Fahrer mit einer wild blinkenden Warnleuchte.

An der Traktion hat das serienmäßige, elektronische Sperrdifferenzial XDS an der Vorderachse auch seinen Anteil. Es bremst beim Beschleunigen aus der Kurve heraus das kurveninnere Rad leicht ab und erzeugt so ein Giermoment, dass den Fabia - und auch den Polo GTI und den Ibiza Cupra - quasi an der Hochachse in die Kuve rein dreht und das Einlenken unterstützt. Apropos Lenkung: Die arbeitet im Fabia RS präzise und gibt dem Fahrer ausreichend Rückmeldung, dürfte für ein Sportmodell aber etwas straffer sein.

Straffes Fahrwerk, straffer Preis

Galerie: Erster Test Skoda Fabia RSStraff genug ist dagegen das Fahrwerk, dass den Insassen gerne mitteilt, wie der Boden unter ihnen Beschaffen ist. Andererseits sorgen die 17-Zöller und das Sportfahrwerk mit seiner härteren Feder-Dämpfer-Abstimmung für sicheren Kontakt zur Straße. Gegenüber den normalen Fabias liegt der RS um 15 Millimeter tiefer; Angst, in der Tiefgarageneinfahrt hängen zu bleiben, braucht aber trotzdem niemand zu haben.

Höher liegt der RS dagegen erwartungsgemäß beim Preis, allerdings will sich Skoda zu genauen Daten noch nicht äußern. Denn in den Handel kommt der Fabia RS erst im September 2010. Anders als der Seat, der dank besserer Ausstattung etwas teurer als der VW Polo GTI ist, dürfte der Tscheche unter dem Wolfsburger Niveau liegen. Der Polo ist ab 22.500 Euro erhältlich, für den Skoda dürfen also rund 21.000 Euro veranschlagt werden. Zur Serienausstattung dürften neben einer Klimaautomatik die Nebelscheinwerfer und elektrische Fensterheber vorne zählen, ein Radio wird es dagegen wie bei VW nur gegen Aufpreis geben.

Technische Daten
 
Marke und Modell   Skoda Fabia RS   Skoda Fabia RS
Karosserie   Steilheck   Kombi
Abmessung und Gewicht        
Länge/Breite/Höhe (mm)   4.029 / 1.642 / 1.492   4.276 / 1.642 / 1.494
Radstand (mm)   2.464   2.464
Wendekreis (m)   k. A.   k. A.
Leergewicht (kg)   1.318   1.313
Kofferraum (Liter)   300 - 1.163   480 - 1.460
Bereifung Testwagen   205/40 R 17   205/40 R 17
Motor        
Hubraum (ccm) / Bauart   1.390 / R4   1.390 / R4
Leistung (kW / PS)   132 / 180   132 / 180
Drehmoment (Nm) / Umdrehungen   250 / 2.000 - 4.500   250 / 2.000 - 4.500
Antriebsart   Frontantrieb   Frontantrieb
Getriebeart   7-Gang-DSG   7-Gang-DSG
Verbrauch        
Krafstoffart   Benzin   Benzin
Kombiniert laut Werk (l/100km)   6,2   6,2
CO2-Emissionen (g/km) / Abgasnorm   148 / Euro 5   148 / Euro 5
AS24-Verbrauch (l/100km)   k. A.   k. A.
Fahrleistungen        
Werksangabe 0-100km/h (s)   7,3   7,3
AS24-Sprint 0-100km/h (s)   k. A.   k. A.
AS24-Bremstest 100-0km/h (m)   k. A.   k. A.
Höchstgeschwindigkeit (km/h)   224   226
Preise        
ab (Euro)   noch nicht bekannt   noch nicht bekannt
Empfohlene Extras   Kopfairbags, Dachreling für Kombi, Armlehne vorne, Radio oder Navigationssystem   Kopfairbags, Dachreling für Kombi, Armlehne vorne, Radio oder Navigationssystem
 
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Fazit

Mit dem Skoda Fabia RS hat VW nun den dritten sportlichen Kleinwagen im Programm. Dass der Tscheche anders als Polo GTI und Ibiza Cupra noch auf der alten Polo-Plattform basiert, tut dem Fahrspaß keinen Abbruch. Für welchen der drei sich die Kunden entscheiden, dürfte wohl vor allem die persönliche Vorliebe bestimmen. Leicht haben es alle die, die einen Kombi wollen: Ihnen steht nur der Fabia Combi RS zur Wahl, der flottes Fahrvergnügen mit größtmöglichem Alltagsnutzen verbindet. Eine gelungene Kombination.  

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