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Galerie: Erster Test Skoda Octavia RS

Erster Test: Skoda Octavia RS

Geräumiger GTI

29.08.2013

Lust auf den Golf GTI, aber wohin mit Familie und Gepäck? Wem der Wolfsburger Sport-Klassiker zu wenig Platz bietet, der findet bei Skoda eine passende Alternative. Mit GTI-Motor wird der Octavia zum RS, und das auf Wunsch sogar als Kombi. Schneller als der Golf ist er auch noch, etwas teurer aber auch.  

Dass er geräumiger ist als ein VW Golf, sieht man dem Octavia auf den ersten Blick an - nicht nur als Kombi. Auf 4,69 Metern ist reichlich Platz für Passagiere, die sogar im Fond angenehm reisen können, und für reichlich Gepäck. Bis zu 1.740 Liter schluckt der bei Skoda mit C geschriebene Kombi, immerhin 1.580 Liter gehen in die Limousine; da kann der Golf nicht mithalten.

Klassische Sportabzeichen

Galerie: Erster Test Skoda Octavia RSUm den Tschechen nicht nur unter der Haube, sondern auch optisch aufzupeppen, haben die Designer zu klassischen Sport-Abzeichen gegriffen: große Lufteinlässe in der Frontschürze mit Wabenmuster, ein paar rote Akzentstreifen, rot lackierte Bremssättel, zwei eckige Endrohre und ein - zumindest bei der Limousine - etwas peinlicher Spoiler auf dem Heckdeckel. Der Dachkantenspoiler des Kombis sieht deutlich besser aus. Innen gibt es straffe Sportsitze mit farblich abgesetzten Nähten und ein paar RS-Embleme.

Herzstück des Octavia RS aber ist freilich der Zwei-Liter-Vierzylinder, der ein alter Bekannter ist. Die strenge Wolfsburger Mutter gesteht ihrer tschechischen Tochter genauso viel Leistung zu, wie sie der Golf GTI hat, nämlich 220 PS. Letzterer kann allerdings mit einer Performance-Version um zehn zusätzliche PS verstärkt werden, damit die Hackordnung wieder hergestellt ist.   

Leichtes Spiel

Der mit 350 Newtonmeter (ab 1.500 Touren) beseelte Turbomotor hat mit dem gut 1,4 Tonnen schweren Skoda ähnlich leichtes Spiel, wie mit dem Golf. In nur 6,8 Sekunden sprinten beide - Kombi und Limousine - auf Tempo 100. Begleitet wird die Beschleunigungszeremonie von kraftvoll kernigem Klang, zumindest im Innenraum; ein Soundgenerator macht‘s möglich. Den Außenstehenden bleibt der bekannte, eher langweilige Sound eines aufgeladenen Vierzylinders, den man auch innen hört, wenn man in der Fahrprofil-Auswahl den spritsparenden Eco-Modus an-, und den Soundgenerator damit abwählt. Dann aber fühlt sich der RS auch deutlich gehemmter als im Normal- oder Sportbetrieb an.

Was beim Golf übrigens GTD heißt, firmiert bei Skoda auch unter dem Kürzel RS, denn der stärkste Octavia ist alternativ auch mit Dieselmotor zu haben. Der bekannte Zwei-Liter-Vierzylinder entwickelt wie in seinem Wolfsburger Bruder 184 PS und schickt wie der Benziner 350 Newtonmeter an die Vorderräder. Während beim Golf der GTD dem GTI in Sachen Fahrspaß aber kaum nachsteht, sei Sport-Fans im Octavia der Griff zum Benziner nahegelegt. In der Limousine wirkt der Diesel zwar durchaus potent, aber nicht außerordentlich dynamisch.

Schneller mit Schaltgetriebe

Galerie: Erster Test Skoda Octavia RSBeide Motoren kommen standardmäßig mit einem manuellen Sechsgang-Getriebe, dass zwar präzise arbeitet, aber nur wenig sportlich ist; die Schaltwege und auch der Schalthebel sind so lang wie in den Standard-Modellen. Für 1.800 Aufpreis gibt es ein Doppelkupplungsgetriebe mit ebenfalls sechs Übersetzungsstufen, das allerdings den Verbrauch etwas erhöht und die Vmax um vier km/h reduziert. Handgeschaltet kommt der Benziner auf Tempo 248 – schneller war noch kein Skoda zuvor; der Diesel kommt immerhin auf 232 km/h.

Letzterer ist dafür deutlich sparsamer unterwegs, soll er doch nur 4,6 Liter Diesel je 100 Kilometer konsumieren. Allerdings scheint für den Selbstzünder die Zahl des Ottomotors (6,2 Liter) realistischer, während dieser bei artgerechter Bewegung durchaus eine Acht vor dem Komma stehen hat. Und zu der flotten Gangart verleitet der schnelle Skoda durchaus.

Kurvenspaß

Eine elektronische Quersperre an der Vorderachse und ein auf Wunsch deaktivierbares ESP sorgen für reichlich Spaß in der Kurve und lassen den Octavia Biegungen pfeilschnell durchlaufen, ohne beim Herausbeschleunigen übertrieben stark zu untersteuern; zumindest gilt das für den Benziner.

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Der Diesel leidet in dieser Hinsicht dagegen unter den 50 Kilogramm mehr, die auf seiner Vorderachse lasten. Trotz 15 Millimeter weniger Bodenfreiheit und einer von Grund auf strafferen Abstimmung – adaptive Dämpfer sieht Skoda nicht vor – bieten auch die RS-Modelle aber weiterhin guten Komfort und eignen sich entsprechend auch für die Urlaubsreise.

Ein paar hundert Euro mehr

Galerie: Erster Test Skoda Octavia RSWie zu erwarten, sind die RS-Octavias nicht nur die stärksten ihrer Art, sondern auch die teuersten. 29.390 Euro muss man für den Benziner ausgeben, 500 Euro mehr für den Diesel. Und von wegen, Skoda sei günstiger als VW: Das sind auch ein paar hundert Euro mehr, als für den Golf GTI beziehungweise GTD fällig werden.

Der Kombi schlägt beim RS dagegen jeweils mit nur 650 Euro zusätzlich zu Buche, das Doppelkupplungsgetriebe mit den bereits erwähnten 1.800 Euro. Die teuerste Variante (Diesel, Kombi, Automatik) kommt also auf 32.340 Euro. Dazu packt man am besten noch Navi, Audio-Anlage, ein paar Assistenzsysteme und den adaptiven Tempomaten (im Paket 2.450 Euro) sowie den Metallic-Lack (520 Euro).

 
Fazit

Michael Gebhardt

Der Octavia RS ist nicht nur der schnellste bisher gebaute Serien-Skoda, sondern auch eine adäquate Alternative zum Golf GTI. Wer mit der Familie und Gepäck schnell unterwegs sein will, findet vor allem im Kombi eine wunderbare Kombi-nation aus Leistung und Platzangebot, die in Sachen Fahrspaß dem Golf kaum nachsteht.

Allerdings muss man sich von der Vorstellung verabschieden, dass ein Skoda immer deutlich günstiger ist als sein VW-Pendant. Das größere Raumangebot lassen sich die Tschechen bezahlen und setzen den Basispreis für den Octavia RS sogar ein wenig über dem des GTI und GTD an.
 
 

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