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Galerie: Erster Test Skoda Superb Combi

Erster Test: Skoda Superb Combi

Ganz viel Hui, zwei Mal Pfui

15.10.2009

Lange haben Kombi-Fans auf diesen Skoda gewartet. Der erste Superb, der dem Passat noch sehr ähnlich sah, überzeugte Insider. Die aktuelle Limousine mit Spezialheckklappe begeistert seit 2008 schon viele Käufer und der Skoda Superb Combi müsste ab sofort alle Menschen mit gesteigertem Transportbedarf in seinen Bann ziehen.

Denn der neue Skoda Superb Combi ist bei unveränderten Außenabmessungen (4,83 Meter Länge) innen deutlich größer als die ohnehin sehr großzügige Limousine. Und das gleich vorweg: Der Aufpreis zum mehr oder minder klassischen Stufenheck fällt mit 700 Euro äußerst human aus. Das ist im Grunde auch nicht verwunderlich, denn die Doppel-Heckklappe der Limousine ist technisch deutlich aufwändiger als die simple Kombiklappe, ergo müsste der Kombi eigentlich günstiger sein.

Auf Rolls Royce-Niveau

Galerie: Erster Test Skoda Superb CombiDafür kann der Superb Combi mit einem in der Passat-Klasse einmaligen Raumangebot aufwarten. Vor allem die Hinterbänkler genießen gefühlt mehr Beinfreiheit als in einem Rolls Royce Phantom. Direkt hinter den Vordersitzen könnte man sogar auf dem Boden Platz nehmen.

Richtig riesig wird’s aber hinter der Rückbank. Hier passen 633 Liter bei Normalstellung unter die clevere Gepäckraumabdeckung. Clever daher, weil diese beim Öffnen der Heckklappe rund 30 Zentimeter nach vorne rutscht und den Laderaum freigibt. Das Zuziehen des Rollos gelingt hingegen ausschließlich manuell. Elektrisch öffnet sich aber die Heckklappe – gegen Aufpreis, versteht sich. Das Geld kann man sich allerdings sparen, denn das automatische Öffnen und Schließen dauert zu lang.

Transport-Paradies

Galerie: Erster Test Skoda Superb CombiIm Gepäckabteil findet sich alles, was Transportfreunde wünschen – vieles kostet jedoch Aufpreis, wie das rund 200 Euro teure, durchdachte und einfach bedienbare Gepäck-Fixiersystem. Hier kann mittels Schiebestangen, Ausziehbändern und Verzurrösen nahezu jegliches Transportstück fixiert werden. Kleine Haken an den Kofferraumseitenwänden halten Taschen und Tüten fest; zusätzliche Staufächer befinden sich unter dem auf Wunsch ausziehbaren Ladeboden. An der linken Kofferraumseite hat Skoda eine Leuchte angebracht, die einerseits den Kofferraum erhellt und andererseits – wie bei Citroën oder Peugeot – beim herausklipsen als akkubetriebene Mini-LED-Taschenlampe fungiert.

Perfektioniert wurde das Ladeabteil dennoch nicht. So sollte zum Erweitern des Kofferraums auf volle 1.865 Liter die Rückbank in Richtung Vordersitze hochgeklappt werden, bevor man die Rückenlehne umklappt. Aber selbst dann entsteht eine Stufe, es sei denn, man bestellte den doppelten Ladeboden. All das ändert jedoch nichts an der Ausnahmestellung, die der Superb Combi aufgrund seiner immensen Ladekapazität nicht nur im Mittelklasse-Segment einnimmt. In einen Passat Variant passen (bei sechs Zentimeter weniger Außenlänge) bis zu 130 Liter weniger Gepäck.

Ein Motor fällt raus

Galerie: Erster Test Skoda Superb CombiSo besonders der Superb Combi beim Gepäckraum auftrumpfen kann, so gewöhnlich ist sein Motorenprogramm. Was im konkreten Fall allerdings kaum negativ gemeint ist.

1.4 TSI lautet die Bezeichnung für das Basistriebwerk. VW-Kenner schnalzen bei diesem Motor schonmal mit der Zunge. Der kleine Turbobenziner gehört seit rund drei Jahren zum Besten, was für eine vergleichsweise akzeptable Geldsumme auf dem Otto-Motor-Markt zu bekommen ist. Der 125-PS-Direkteinspritzer ist laufruhig, dank 200 Newtonmeter Drehmoment ausreichend kräftig und vor allem sparsam. Der Normverbrauch liegt bei 6,9 Litern. Er reicht aus, um den gut 1,5 Tonnen schweren Kombi in 10,6 Sekunden aus dem Stand auf Tempo 100 zu bringen und ihn 200 km/h schnell werden zu lassen (Cw-Wert 0,32). Der kleine TSI ist daher die Kaufempfehlung für Privatkunden, denn für unter 24.000 Euro bekommt man nirgends sonst ein vergleichbar motorisiertes Raumwunder.

Eine Nummer größer und 2.000 Euro teurer ist der 1.8 TSI. Der ebenfalls mittels Mono-Turbo aufgeladene Benziner genehmigt sich nach Herstellerangaben 7,3 Liter. Mit 160 PS Leistung und 250 Newtonmeter Drehmoment erfüllt er schon gehobene Dynamikansprüche und wird bei Bedarf fast 220 km/h schnell. Den großen V6-Benziner mit 260 PS kann man sich sparen. Er ist beim Ausdrehen subjektiv lauter als die Turbo-Benziner, für 260 PS nicht wirklich schnell und ihm geht ab Tacho 200 die Puste aus. Viel schlimmer: Der Normverbrauch liegt rund drei Liter über dem der kleineren Ottomotoren. Pluspunkt: Einzig der V6 bietet die Kombination aus Doppelkupplungsgetriebe (DSG) und Lamellen-Allradantrieb.

Nicht standesgemäß

Galerie: Erster Test Skoda Superb CombiDie meisten Kunden werden zu einem Diesel greifen. Im Angebot: Zwei Mal 2.0 TDI, zwei Mal viel Drehmoment, zwei Mal wenig Verbrauch und dennoch unterscheiden sich die TDIs gewaltig. Der 140-PS-Selbstzünder stammt aus längst vergessen Zeiten. Pumpe-Düse lautet das Stichwort, was bei einigen TDI- Fahrern unweigerlich die Nackenhaare aufstellt und den Superb wenig ehrt. Der Zwei-Ventil-Motor ist bloß Euro-4-rein und begeistert bestenfalls Pumpe-Düse-Fanatiker mit seinen harten Lebensäußerungen und der wenig homogenen Kraftentfaltung.

Solange Skoda nicht, wie beispielsweise beim Yeti, den Common-Rail-TDI auch in den 140-PS-Superb einsetzt, kann man Interessenten nur zum 1.350 Euro teureren 170-PS-Diesel raten. Er erfüllt nicht zuletzt dank Common-Rail-Einspritzung die Euro-5-Norm und fährt sich im Gesamten ausgewogener und leiser. Außerdem benötigt er mit 5,9 Liter Diesel 0,2 Liter weniger als der Pumpe-Düse-Nagler.

Zu steif

Den Stand der Technik hat Skoda dafür beim Thema Fahrwerk erreicht. Ist die Limousine bisweilen zu straff gefedert, gefällt die Abstimmung der Superb-Combi-Turbo-Benziner mit einer überzeugenden Mixtur aus Komfort und Agilität. Selbst mit optionalen 18-Zoll-Rädern passt die Lösung.

Galerie: Erster Test Skoda Superb CombiBei den Selbstzündern sieht die Sache jedoch anders aus. Die TDIs besitzen aufgrund der schwereren Motoren eine straffere Auslegung an der Vorderachse. Hier stört das unsensible, ja fast steife Ansprechen. Empfehlung: Serienbereifung im 16-Zoll-Format. Das könnte allerdings schwer fallen, denn zum einen sieht der Superb Combi erst mit 18-Zoll-Bereifung richtig gut aus, zum anderen kosten die großen Räder – je nach Ausstattungslinie – lediglich 290 Euro extra. Doch auch dieses Geld kann besser investiert werden.

Denn die Basis-Version Comfort ist zwar grundsolide, aber keineswegs üppig ausgestattet. So gibt es stets sieben Airbags, ESP, Isofix, beheizbare Scheibenwaschdüsen, elektrische Fensterheber rundherum, Nebelscheinwerfer, eine manuelle Klimaanlage und einen Bordcomputer. Doch bereits das MP3-CD-Radio kostet in der Basis rund 400 Euro und auch andere Annehmlichkeiten wie Tempomat (180 Euro) oder Vorhang-Airbags wollen als Extra erworben werden.

Technische Daten
 
Marke und Modell   Skoda Superb Combi 1.4 TSI   Skoda Superb Combi 1.8 TSI
Ausstattungsvariante   Comfort   Comfort
Abmessung und Gewicht        
Länge/Breite/Höhe (mm)   4.838 / 1.817 / 1.510   4.838 / 1.817 / 1.510
Radstand (mm)   2.761   2.761
Wendekreis (m)   11,5   11,5
Leergewicht (kg)   ab 1.504   ab 1.550
Kofferraum (Liter)   633 bis 1.865   633 bis 1.865
Bereifung Testwagen   205/55 R16   205/55 R16
Motor        
Hubraum (ccm) / Zylinder (Zahl, Bauart)   1.390 / 4, Reihe   1.798 / 4, Reihe
Leistung Kw (PS)   92 (125)   118 (160)
Drehmoment (Nm) / Umdrehungen   200 zwischen 1.500 - 4.000   250 zwischen 1.500 - 4.500
Antriebsart   Front   Front
Getriebeart   6-Gang-Schalter   6-Gang-Schalter
Verbrauch        
Krafstoffart   Super   Super
Kombiniert laut Werk (l/100km)   6,9   7,3
CO2-Emissionen (g/km)   159 / Euro 5   171 / Euro 5
AS24-Verbrauch (l/100km)   k.A.   k.A.
Fahrleistungen        
Werksangabe 0-100km/h (s)   10,6   8,7
AS24-Sprint 0-100km/h (s)   k.A.   k.A.
AS24-Bremstest 100-0km/h (m)   k.A.   k.A.
Höchstgeschwindigkeit (km/h)   199   218
Preise        
ab (Euro)   ab 23.950   ab ca. 26.200
 
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Fazit

Viel Hui also für den Skoda Superb Combi. Dass er ein Erfolg wird, steht außer Frage. Die Frage ist vielmehr: Wie viele Kunden wechseln von VW zu Skoda. Denn mit 24.000 Euro ist der Superb Combi rund 2.300 Euro günstiger als ein optisch angegrauter, deutlich kleinerer und nicht besser verarbeiteter VW Passat Variant 1.4 TSI. Zudem kostet der Riesen-Skoda lediglich rund 2.000 Euro mehr als ein ähnlich ausgestatteter VW Golf Variant1.4 TSI.

Einzige Pfuis: Zum einen der alte 140-PS-Diesel, der voraussichtlich erst ersetzt wird, wenn VW die alten Pumpe-Düse-Motoren komplett verscherbelt hat und zum anderen die bei den TDIs zu straffe Vorderachs-Dämpfung.

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