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Galerie: Erster Test Skoda Superb

Erster Test: Skoda Superb

Salonfähig

14.05.2008

Schön aufgereiht stehen sie da, die Limousinen in staatstragenden Farben, als warteten sie nur darauf, dass die Schönen und Reichen dieser Welt in den Fond steigen um sich chauffieren zu lassen. Doch halt, anstelle eines polierten Sterns, der Emily oder einer silbernen Raubkatze prangt auf der Motorhaube der bereitstehenden Kutschen ein geflügelter Pfeil in frischem Frühlingsgrün. Ja, hier wartet Skodas neues Flaggschiff auf seine Gäste.

Dass es sich im Superb vorzüglich reisen lässt, bewies schon der mit üppigem Platzangebot gesegnete Vorgänger. Die soeben vorgestellte Neuauflage aber toppt das bisher Da gewesene und rückt, zumindest was die Innenraummaße betrifft, zweifelsohne in Richtung Mercedes S-Klasse. Die nicht enden wollenden Fondtüren künden bereits grenzenlose Beinfreiheit an - und der Schein trügt nicht. In welchem Auto kann schon hinter einem fast zwei Meter großen Fahrer ein fast ebenso langer Passagier noch bequem sitzen? Im Skoda Superb allemal.

Galerie: Erster Test Skoda SuperbUm dem Auftritt als Chauffeurslimousine zu unterstreichen bietet Skoda im Fond neckische kleine Fußstützen, wie man sie sonst nur aus der Luxusklasse kennt. Klar, Spielereien - aber auf hohem Komfortniveau. Ebenso der Regenschirm, der in der linken hinteren Tür versteckt ist. So etwas findet man sonst nur bei Rolls Royce. Doch nicht nur den Passagieren auf der angenehm gepolsterten Rückbank soll es gut gehen: Auch in der ersten Reihe hat Skoda den Bewegungsspielraum erhöht, vor allem die schmalere Mittelkonsole bewirkt da kleine Wunder.

Für Genießer

Galerie: Erster Test Skoda SuperbKein Wunder, sondern mittlerweile Standard ist die vorbildliche Verarbeitung. Angenehm anzufassende Kunststoffe, weiche Oberflächen und Dekoreinlagen in Holz und Chrom erfreuen Augen und Hände. Klassische Rundinstrumente mit weißer Beleuchtung informieren den Fahrer. Die Mittelkonsole beherbergt - je nach Ausstattung - einen großen, simpel zu bedienenden Touchscreen und die neu gestaltete Klimaregelung. Zwei Cupholder, ein Ablagefach und Stauraum in der Mittelarmlehne sowie in den Türen bieten Platz für Kleinkram.

Die neue Front demonstriert das erstarkte Selbstbewusstsein des Superb, die Klarglasscheinwerfer mit keckem Schwung und ein großer Kühlergrill unterstreichen den stattlichen Auftritt. Übrigens: Die neuen Lichter passen sich dank AFS (Adaptive Frontlight System) der Fahrsituation in Abhängigkeit von der Geschwindigkeit an - in der Stadt ist der Lichtkegel eher breit und kurz, auf der Landstraße dafür weiter nach vorn reichend. Obwohl der Neue nur wenige Zentimeter länger als sein Vorgänger ist, wirkt er deutlich gestreckter. Schuld ist nicht zuletzt das große Greenhouse mit langen Fensterflächen, die viel Licht ins Innere lassen.

Zwei in einem

Galerie: Erster Test Skoda SuperbKlassisch ist der Skoda als Stufenhecklimousine gestaltet, die Rückleuchten nehmen die Form der Frontscheinwerfer in umgedrehter Form auf, bei Nacht zeigt sich die typische C-Form der Lichter. Der Clou: Beim Superb verbinden sich Stufen- und Fließheck in einer noch nie dagewesenen Symbiose. Wie gehabt lässt sich der Heckdeckel öffnen und präsentiert einen 565 Liter großen Kofferraum, der bei umgeklappter Rückbank sogar 1.670 Liter fasst. Drückt man vor dem Öffnen eine weitere Taste, klappt die gesamte Heckscheibe bis zum Dach nach oben, und erleichtert das Beladen enorm. So sieht man auch über die wie schon beim Vorgänger hohe Ladekante gern hinweg.

Galerie: Erster Test Skoda SuperbDie Twin-Door-Konzept genannte Fleißaufgabe brachte natürlich Probleme mit sich, schließlich ist ein Fließheck naturgemäß weniger verwindungssteif als eine klassische Limousine. Doch die tschechischen Ingenieure haben beste Arbeit geleistet, der Superb zeigt auch auf holprigen Strecken kaum Torsion. Überhaupt scheint dem Skoda der Fahrbahnzustand egal zu sein, butterweich federt er selbst grobe Schlaglöcher ab, neutralisiert fieses Kopfsteinpflaster und lässt auch die gemeinen Querfugen nicht in den Innenraum durchschlagen.

Dass der Superb sich angesichts dieser äußerst komfortbetonten Auslegung in der Kurve etwas zur Seite neigt, sei ihm gegönnt. Immerhin wirken mindestens eineinhalb Tonnen Leergewicht auf das Fahrwerk ein. Aber: Gegen Aufpreis bietet Skoda ein strafferes Sportfahrwerk an. Passend zu der bequemen Auslegung ist auch die Lenkung abgestimmt. Leichtgängig lässt sich das Volant drehen, etwas indirekt aber ausreichend präzise dirigiert es den Skoda um die Kurve.

Kraft von der Mutter

Galerie: Erster Test Skoda SuperbFür den Vortrieb bediente man sich wie gewohnt im Regal der Konzernmutter: Drei Benziner von 125 bis 260 PS und ebenso viele Diesel mit einem Leistungsspektrum zwischen 105 und 170 PS hält Skoda vorerst bereit. Klarer Favorit auf der Otto-Seite ist der 1,8 TSI mit 160 PS, wahlweise kombinierbar mit einem manuellen Sechsgang-Getriebe oder dem siebenstufigen DSG-Automaten. Bis zu 250 Newtonmeter (zwischen 1.500 und 4.200 Touren) beschleunigen den handgeschalteten Superb zügig aus dem Stand heraus auf maximal 220 km/h. Leise säuselt der Turbolader vor sich hin, bei höheren Drehzahlen klingt der Vierzylinder kernig.

Das Turboloch konnten die Ingenieure dem Aggregat austreiben, einzig den kleinen Bruchteil einer Gedenksekunde, den sich der Lader gönnt, bevor er den Gasbefehl umsetzt, ist geblieben. Dem Fahrspaß tut dies keinen Abbruch, freudig dreht der Benziner hoch. Über das knackige Getriebe lassen sich die gut abgestuften Gänge spielend wechseln. Laut Hersteller soll der Vierzylinder 7,6 Liter je 100 Kilometer konsumieren. Das ist exakt ein Liter mehr als der schwächere 1,4 TSI braucht und knapp zweieinhalb Liter weniger als sich das Topmodell mit einem 3,6 Liter großen V6 genehmigt. Der fährt dafür serienmäßig mit Allradantrieb und 17-Zoll-Rädern vom Band.

Zwei alte, ein neuer

Galerie: Erster Test Skoda SuperbUnter den Selbstzündern findet sich neben zwei altbewährten Pumpe-Düse-Aggregaten (1,9 TDI und 2,0 TDI mit 105 beziehungsweise 140 PS) auch VWs neuer Common-Rail-Diesel. Mit zwei Litern Hubraum entwickelt der Vierzylinder 170 PS und bis zu 350 Newtonmeter, die den Skoda in knapp unter neun Sekunden auf Tempo 100 bewegen. Je nach Getriebe schwankt der Durchschnittsverbrauch zwischen sechs (mit manuellem Sechsgang-Getriebe) und knapp unter sieben Litern (in Kombination mit dem sechsstufigen DSG).

Galerie: Erster Test Skoda SuperbAb 22.990 Euro steht der Skoda Superb vom Juli 2008 an bei den Händlern. Neben den drei Ausstattungslinien Comfort, Ambition und Elegance bietet Skoda eine besonders sparsame Greenline-Version an. Das tschechische Pendant zu den BlueMotion-Modellen von VW wird vorerst nur mit dem 1,9-Liter-TDI ausgeliefert und verfügt über verbrauchsmindernde Maßnahmen wie länger übersetzte Gänge oder ein tiefergelegtes Fahrwerk. Zu der üppigen Serienausstattung kommt eine umfangreiche Liste an Sonderaustattungen: Vom TV-Empfänger über einen selbstlenkenden Parkassistenten bis hin zum Glasschiebdach mit Solarzellen zur Stromgewinnung fürs Bordnetz bleibt kaum ein Wunsch offen.

Fazit

Skoda ist salonfähig: Mit dem neuen Superb sollten auch die letzten Zweifler davon überzeugt werden, dass es keine Schande ist, sich ein tschechisches Auto zu kaufen. Viel mehr steht das neue Flaggschiff für Platz, Komfort und Stil - und das alles zu günstigen Preisen. Vor allem die üppige Beinfreiheit im Fond adelt den Skoda zur Chauffeurslimousine respektive zum erstklassigen Reiseauto für Langstrecken. Und für die eher praktisch orientierten Käufer will Skoda ab Herbst 2009 eine Kombiversion nachlegen.

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