Umwelt-Special
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Galerie: Erster Test Smart Fortwo electric drive

Erster Test: Smart Fortwo electric drive

Die Zukunft ist nah

27.08.2010

Atomkraft-Laufzeiten werden hitzig diskutiert, in den USA versinkt eine Ölbohrplattform, die Bundeskanzlerin arbeitet an einem Energiekonzept für Deutschland und das Klima sorgt weiterhin für viele bedenkliche Wetterkapriolen. Das sind die Rahmenbedingungen unter denen neue Mobilitätskonzepte erprobt werden. Der Smart electric drive ist eines, das Vergangenheit und Zukunft vereint.

Der Smart ist schon seit zehn Jahren seiner Zeit voraus. In der ersten Generation noch schwer belächelt und vor allem auf der Autobahn nicht ernst genommen, hat er sich spätestens in seiner zweiten Generation als pfiffiges, urbanes Mobil durchgesetzt. Allein, es gibt bisher nur eine Motorisierung, die CO2-technisch Sinn macht (den kleinen Dieselmotor) und selbst Fans finden die eigenwillige Automatik seltsam.

Außer Konkurrenz

Galerie: Erster Test Smart Fortwo electric driveDoch noch bevor der Smart nennenswerte Konkurrenz als Stadtmobil bekommt, wird schon ein neuer Trend heiß diskutiert: Das Elektroauto. Bisher Mangelware und als Serienauto nur als teurer Roadster von Tesla angeboten, arbeiten auch die Volumenhersteller mit Hochdruck an umsetzbaren Lösungen. Und der Elektrosmart setzt die beiden Zukunftstrends „klein“ und „elektrisch“ um. Zwar nur als Erprobung bei ausgewählten Kunden, doch dafür umso überzeugender und ab Herbst 2010 auch in Nordamerika.

Dabei wird der Elektrosmart kein Schnäppchen werden. Kaufen kann man ihn erstens nicht, sondern nur leasen. Und die Leasingraten werden in den USA weit über denen einer Mitteklasselimousine liegen. Richtig „rechnen“ wird sich der e-Smart daher nur für diejenigen, die damit ein sehr deutliches Statement in Richtung Zukunft machen wollen und sich das leisten können. Doch in Zeiten von gesunkenen Bohrinseln und ölverschmutzten Stränden vor der eigenen Haustür kann sogar eine im US-Markt noch neue deutsche Marke funktionieren.

Enthusiasmus

Der Enthusiasmus der New Yorker, der uns auf ersten Testfahrten in Brooklyn entgegenschlägt, ist jedenfalls ein ganz anderer als in Deutschland. Die Testautos sind in Detroit zugelassen und die Amis fragen verwundert, ob wir in der kleinen Kiste tatsächlich die ganze Strecke (fast 1.000 Kilometer) gefahren sind. Als sie hören, dass der Wagen tatsächlich aus Deutschland kommt, werden die Augen noch größer, um schließlich bei der Bemerkung, dass es sich auch noch um ein Elektroauto handelt, fast zu platzen. Ob man sich den Wagen mal näher ansehen könnte, das sei ja interessant.

Nicht von dieser Welt

Galerie: Erster Test Smart Fortwo electric driveUnd tatsächlich ist der Smart electric drive ein Auto wie vom Mond und er fährt sich noch viel besser als es seine Energiebilanz verspricht. Gaspedal und Bremse sind zwar an den üblichen Stellen und das Lenkrad ist auch da wo es hingehört. Der Innenraum gibt also keine Rätsel auf und alles ist wie in einem normalen Auto, beziehungsweise Smart. Doch beim ersten Beschleunigungsvorgang verschlägt es einem fast die Sprache und der Zug lässt einfach nicht nach: Ein Summen wie aus einem SciFi-Film begleitet einen ohne Schaltvorgang, denn ein Getriebe braucht der bis zu 30 Kilowatt leistende  Elektromotor nicht. 120 Newtonmeter Drehmoment zerren die kleine Kiste nachdrücklich vom Fleck weg. Weil die Höchstgeschwindigkeit auf 100 km/h begrenzt ist, gibt der Hersteller nur die Beschleunigung von 0 auf Tempo 60 an: 6,5 Sekunden, lahm ist anders.

Gespeist wird die Elektromaschine von Lithium-Ionen-Akkus von Tesla, die für eine praxisrelevante Reichweite von 135 Kilometern gut sein sollen. Würde sich der Verkehr auf meinem Arbeitsweg (acht Kilometer einfach) nach dem NEFZ-Zyklus richten, eine Ladung würde über eine Woche reichen. Realistisch sind im reinen Stadtverkehr vier bis fünf Stunden reine Fahrzeit (Ampelstopps zählen nicht).

Fazit

Galerie: Erster Test Smart Fortwo electric driveDer Fortwo electric drive setzt dem Smart-Konzept die Krone auf: Das Ökomobil ist noch teurer und gleichzeitig auch für den eigentlichen Einsatzzweck des Stadtvehikels noch sinnvoller. Wenn man einige Male um den Block gesurrt ist und sich von den Parkvorzügen des elektrischen Smart überzeugen konnte, wird man sich in der Stadt der Zukunft keine anderen Autos mehr vorstellen können als kleine Elektroflitzer. Das ergibt einfach Sinn.

Doch bis dahin ist noch ein Weg zu gehen. Erstens ist der Strom-Mix in Deutschland wie auch in Europa und den USA noch nicht wirklich CO2-freundlich, und aus regenerativer Energie gespeiste, lokale Stromnetze sind vorerst nicht in Sicht. Zweitens sind die notwendigen Batterien noch zu schwer und vor allem zu teuer für eine breite Massenmobilität. Wenn diese beiden Problemfelder aber erst gelöst sind, werden die neuen E-Autos restlos überzeugen.

Der Smart fängt damit schonmal an.

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