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Galerie: Erster Test Smart fortwo

Erster Test: Smart fortwo

Die Quadratur der Kugel

06.02.2007

Gesundgeschrumpft: Der Minimotorsportler Smart Roadster wurde eingestellt, ebenso das entsprechende Coupé. Auch der viersitzige Kleinwagen Forfour ist Geschichte. Lediglich der zweisitzige City-Flo Fortwo durfte überleben - und bekommt nun einen Nachfolger. Offen blieb die spannende Frage, ob DaimlerChrysler Geld in die Hand nahm und die Hupfkugel merklich verbesserte.  

Galerie: Erster Test Smart fortwo

Der Ur-Smart wurde 1998 vorgestellt - und hatte anfangs mit zahlreichen Problemen zu kämpfen. Müßig, die alten Geschichten vom Hosenbodenplatscher bis zur grottenschlechten Automatik aufzuwärmen. Denn letztlich entwickelte sich das ultrakurze Unikum mit über 770.000 produzierten Einheiten doch zum Verkaufsschlager.

Vor allem in den europäischen Metropolen flitzen die Parkplatzdoppelbeleger von Lücke zu Lücke. Sogar in die ständige Sammlung des Museum of Modern Art hat es das vierrädrige Ei geschafft, steht dort als einziges aktuelles Auto neben so illustren Designerstücken wie einem Cisitalia, Willys Jeep, VW Käfer, Jaguar E-Type und einem Formel-1-Ferrari.

Kleine Retuschen

Galerie: Erster Test Smart fortwoUnd nun also die zweite Generation: Optisch hat sich der Smart nur wenig verändert. Die Doppelscheinwerfer wurden von einteiligen Leuchten im Stile des Mercedes CLS ersetzt, statt sechs Rückleuchten sind es derer nun vier, der farblich abgesetzte Bügel der Tridion-Sicherheitszelle ist schmaler geworden.

An den Proportionen hat sich nichts geändert, nach wie vor kommt einem der Fortwo einfach winzig vor. Tatsächlich ist er aber deutlich gewachsen. Die 20 Zentimeter Plus in der Länge resultieren in erster Linie aus den schärferen Fußgängerschutzrichtlinien. Der 5,5 Zentimeter längere Radstand und die vier Zentimeter breitere Spur kommen dem Fahrkomfort und dem Innenraum zugute.

Raumwunder

Galerie: Erster Test Smart fortwoPlatzprobleme für die zwei Passagiere kannte zwar auch der Vorgänger nicht. Und doch sitzt es sich im neuen noch luftiger, entspannter. Der um 15 Zentimeter nach hinten versetzte Beifahrersitz sorgt für maximale Schulterfreiheit. Wie gehabt finden sich zahlreiche, mitunter groß dimensionierte Staufächer für allerlei Krimskram.

Das Kofferraumvolumen wuchs um gut 50 Prozent, beträgt nun regulär 220 Liter. Packt man den Kleinen voll bis unters Dach, sind es sogar 340 Liter. Mehrere Koffer oder Wasserkästen passen locker hinters Gestühl. Dank der umklappbaren Beifahrersitzlehne können auch sperrige Gegenstände transportiert werden.

Das Auge fährt mit

Galerie: Erster Test Smart fortwoDie Wertanmutung im Innenraum wurde deutlich gesteigert. Von wegen Spielzeugkiste, der Smart ist auch vom Ambiente her zu einem richtigen Auto gereift. Freilich dominiert im Interieur weiterhin harter Kunststoff, doch die breitere, übersichtlichere Mittelkonsole mit den nun zwei Lüftungsdüsen und die edleren Stoffe zeigen Wirkung.

Von Anfang an wird auch das Cabrio angeboten. Neu: Die Stoffbahn über den Köpfen lässt sich vollständig elektrisch öffnen und schließen und zwar bis zur (bei allen Motorisierungen gleichen) Höchstgeschwindigkeit von 145 km/h. Nur Puristen, die gänzlich ohne Dachholme fahren wollen, müssen hierfür noch kurz Hand anlegen. Ein passend ausgeformtes Staufach in der Heckklappe nimmt die Träger auf.

Ausgehoppelt

Galerie: Erster Test Smart fortwoGroßartiges haben die Fahrwerksentwickler geleistet. Das Hoppeln und Hüpfen des Vorgängers ist vergessen. Spurstabil hält der Fortwo nun die Bahn. Hinsichtlich des Komforts, etwa beim Überfahren von Querfugen oder Schlaglöchern, ist ein himmelweiter Unterschied zu spüren. Die breitere Spur (hinten immerhin drei Zentimeter), ein neuer Stabilisator an der Vorderachse und weiter außen sitzende Federn an der Hinterachse sorgen für eine deutlich bessere Straßenlage und geringere Seitenneigung.

Übertrieben schnell angegangene Kurven quittiert der heckgetriebene Fortwo wie gehabt mit Untersteuern. Nur eben erst viel später. Das serienmäßige, sachte eingreifende ESP verhindert Schlimmeres. Die empfehlenswerte, geschwindigkeitsabhängige Servolenkung (Aufpreis €460) ist ausreichend direkt, Go-Kart-Feeling kommt aber nach wie vor nicht auf. Unschlagbar gut ist der winzige Wendekreis von nur 8,75 Metern, weniger befriedigend das Bremsgefühl: Das stehende Bremspedal lässt sich vergleichsweise schlecht dosieren.

Vorerst vier Motoren

Drei neue Benzin- und ein überarbeitetes Dieselaggregat (0,8-Liter-Dreizylinder, 45 PS) stehen zur Wahl. Bei den Ottomotoren handelt es sich jeweils um einen gemeinsam mit Mitsubishi entwickelten, erfreulich laufruhigen 1,0-Liter-Dreizylinder in den Leistungsstufen 61, 71 PS und 84 PS, wobei letzterer mit einem Turbolader versehen ist.

Galerie: Erster Test Smart fortwoBereits mit dem 71-PS-Motor ist der nicht einmal 800 Kilogramm leichte Smart bestens versorgt. Spontan werden Gasbefehle umgesetzt, locker und lässig spurtet der Fortwo von Ampel zu Ampel. Als Turbo wird die rollende Kugel zum Geschoss: 10,9 Sekunden soll der Sprint von Null auf 100 km/h dauern, gefühlt geht es sogar noch schneller vorwärts.

Keine Motorisierung soll im Schnitt mehr als fünf Liter Sprit je 100 Kilometer verbrauchen, der Selbstzünder sogar nur 3,4 Liter, was einen hervorragenden CO2-Wert von lediglich 90 Gramm Kohlendioxid pro Kilometer ergibt. Kleiner Wermutstropfen: Bis in etwa einem Jahr ein vollwertiger Partikelfilter angeboten werden kann, muss der Smart mit einem so genannten offenen System auskommen, das lediglich 40 Prozent der Russpartikel zurückhält.

Neuanfang

Galerie: Erster Test Smart fortwoGrößtes Manko des bisherigen Smart war das sequentielle Sechsganggetriebe, das trotz zahlreicher Verbesserungsversuche bis zum Schluss mit extrem lange Schaltpausen und harten, nicht zu dosierenden Gangwechseln nervte. Das neu entwickelte, automatisierte Fünfganggetriebe ist ein riesiger Schritt vorwärts. Im manuellen Modus (Schaltknauf vor bzw. zurückschieben) lassen sich die Gänge schnell und ohne das berüchtigte Nicken des Autos wechseln.  

Die 300 Euro Aufpreis für das Automatikprogramm kann man sich getrost sparen. Runterschalten geht noch, die Kickdown-Funktion kann sogar mehrere Gänge überspringen. Hochschalten aber ist immer noch ein Graus, denn das erledigt das Gerät wann es will nur nicht dann, wenn es der geübte Automatikfahrer fordert, indem er beispielsweise das Gaspedal loslässt.

Teuer wie eh und je

Galerie: Erster Test Smart fortwoIn der Anschaffung war ein Smart schon immer teuer, daran hat sich absolut betracht nichts geändert. Das Preis/Leistungsverhältnis aber ist besser geworden, schließlich bietet der neue Winzling bei nahezu unveränderten Preisen wesentlich mehr Auto.

Los geht es bei 9.490 Euro für den Basisbenziner in der Ausstattungsvariante „pure“. Er ist, ausgenommen der kompletten Sicherheitsausstattung (Airbags, ABS, ESP, Gurtstraffer, voraussichtlich vier Sterne beim NCAP-Crashtest), spärlich ausgestattet. Ein Panoramadach, Nebelscheinwerfer und die lustigen Satelliten-Zusatzinstrumente bringt der sportlich gehaltene „pulse“ mit. Daneben gibt es noch die Luxus-Linie „passion“. Das derzeitige Topmodell, ein „passion“-Cabrio mit Dieselmotor, kostet deftige 16.240 Euro.

Fazit

Smart lebt! DaimlerChrysler hat Geld in die Hand genommen und den Fortwo deutlich verbessert. Die Neuauflage des Königs der Großstädte bietet mehr Platz für Passagiere und Gepäck, einen besseren Komfort, effizientere Motoren, endlich ein passables Getriebe und kommt insgesamt spürbar erwachsener daher. Das alles gelang, ohne die alten Tugenden zu verwässern. Wenn auch leicht gewachsen, ist der Fortwo nach wie vor die beste automobile Antwort auf die latente Parkraumnot in großen Städten. Und Spaß macht die coole Kugel obendrein.

Der vergleichsweise hohe Preis hat dem Fortwo bislang nicht geschadet, das beweisen die 770.000 weltweit verkauften Fahrzeuge. Daran dürfte sich nichts ändern, schließlich bietet der Nachfolger mehr Auto fürs gleiche Geld. So plant Smart bereits auch wieder kräftig in die Zukunft: Anfang März wird in Genf das Brabus-Topmodell vorgestellt, ein Microhybrid mit Start-Stop-Generator folgt Ende des Jahres.

 
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