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Galerie: Erster Test SsangYong Actyon

Erster Test: SsangYong Actyon

Schönheit ist relativ

23.10.2006

Alles, was man mit Liebe betrachtet, ist schön - sagte einst Christian Morgenstern. So ist es auch beim SsangYong Actyon. Das Design polarisiert und bietet die optimale Diskussionsgrundlage. Und es besteht durchaus die Chance, dass die geplanten Absatzzahlen von 1.000 Einheiten im nächsten Jahr erreicht werden. Schließlich gibt es genug Individualisten, die dem Alltagsgrau entfliehen wollen.

Wissen Sie, wie ein Wasserbüffelschwein aussieht? Sie müssen sich jetzt nicht schämen, wenn Sie es nicht wissen, ich kenne nämlich auch keins. Doch mein Kollege erwiderte auf die Frage, an was ihn der neue SsangYong Actyon erinnert, allen Ernstes: „An ein Wasserbüffelschwein“.

Etwas anders interpretiert das Marketing des südkoreanischen Herstellers das eigensinnige Design. Der steile Kühlergrill soll an ein Haifischmaul erinnern, die spitz zulaufenden Scheinwerfer an Adleraugen. Leider will das schwerfällige Heck nicht zu der dynamischen Front passen.

SUV + Coupé

Galerie: Erster Test SsangYong ActyonWas den Actyon von anderen kompakten SUVs unterscheidet, ist die Dachlinie. Wie bei einem Coupé fällt sie nach der B-Säule stark nach hinten ab. Folglich spricht man im Hause SsangYong nicht von einem SUV, sondern von einem SUC - dem Sports Utility Coupé.

Die Idee des SUC ist gar nicht so übel. Schade nur, dass die Koreaner eher die Nachteile beider Fahrzeuggattungen kombiniert haben. Von den Coupés hat er die schlechte Übersicht und das geringe Platzangebot im Fond, von den SUVs dagegen das Phlegma sowie eine hohe Ladekante: 90 Zentimetern - an schwere Wasserkästen will man erst gar nicht denken. Auch das Volumen des Gepäckabteils ist mit 321 Litern unter dem Klassendurchschnitt. Bei umgeklappter Rückbank fasst es immerhin 1.614 Liter.

Schlechte Sicht

Galerie: Erster Test SsangYong ActyonWie bereits angedeutet, bieten die hinteren Sitzplätze aufgrund des flachen Dachs wenig Kopffreiheit und empfehlen sich daher nur für kleinere Passagiere. Außerdem ist die Sicht nach hinten stark eingeschränkt. Auf den vorderen Plätzen sitzt man komfortabel. Die Polsterung könnte straffer sein, der Seitenhalt ist ausreichend.

Die Anordnung der Schalter und Tasten wirkt verspielt, ist aber nicht unübersichtlich. Eigenwillig ist der riesige Handbremshebel im Schwert-Design. Der Material-Mix aus verschiedenen Kunststoffen verlangt nach Aufwertung.

Deutsche Kraft

Was die Motoren bei SsangYong angeht, konnte man lange Zeit von deutscher Wertarbeit sprechen, bauten die Koreaner doch Mercedes-Motoren in Lizenz. Zwar distanziert man sich heute von dieser Aussage, doch verwendet man nach wie vor die gleiche Produktionstechnik und Teststandards für wichtige Teile wie Zylinderblock und -kopf wie die Stuttgarter.

Galerie: Erster Test SsangYong ActyonDementsprechend gefällt auch der zwei Liter große Selbstzünder - der einzige Antrieb im Actyon. Mit 141 PS und 310 Newtonmeter schiebt sich der Vierzylinder an die Spitze in seinem Segment. Vor allem die flache Drehmomentkurve gefällt. Bereits bei 1.800 Touren schöpft der Actyon aus den Vollen - und das bis 2.700 Umdrehungen.

Ohne Filter

Der durchzugsstarke Motor kommt, fast ohne Turboloch, flott in die Gänge und beschleunigt in knapp 15 Sekunden auf Tempo 100. Schluss ist bei 166 km/h. Der Verbrauch liegt beim Actyon mit kombinierten 8,5 Litern über dem der Mitbewerber. Der Motor erfüllt die Euro-4-Norm, ein Dieselpartikelfilter ist aber nur gegen 599 Euro Aufpreis plus Einbaukosten erhältlich.

Galerie: Erster Test SsangYong ActyonDas serienmäßige Fünfgang-Getriebe ist gut abgestuft, fühlt sich beim schalten aber schwammig und ungenau an. Alternativ ist eine Vierstufen-Automatik erhältlich. Die Lenkung hingegen gefällt. SUV-typisch ist sie nicht zu direkt ausgelegt und vermittelt trotzdem ein sicheres Fahrgefühl.

Unterstütz wird dieser positive Eindruck vom Fahrwerk. Allerdings kommt hier wieder der Coupé-Charakter zum Vorschein, für ein SUV ist es etwas zu straff ausgelegt. Querfugen sind deutlich spürbar, dafür macht der Actyon aber auch in Kurven eine gute Figur,

Allrad gegen Aufpreis

In der Basisversion rollt der Actyon mit Heckantrieb vom Band, die beiden höherwertigen Ausstattungen haben einen elektrisch zuschaltbaren Allradantrieb. Zusammen mit der stabilen Leiterrahmen-Bauweise soll der SsangYong damit bestens für Geländefahrten gerüstet sein - leider hatten wir noch keine Möglichkeit, dies auszuprobieren. Mit dem Allradantrieb ist ESP serienmäßig, sonst kostet es 690 Euro Aufpreis.

Bei Markteinführung am 18. November steht der Actyon mit 23.790 Euro in der Liste. Die günstigste Allrad-Version ist ab 26.450 Euro erhältlich. Schon die Basis ist allerdings mit Klimaanlage, elektrischen Fensterhebern, Nebelscheinwerfern und Leichtmetallrädern gut ausgestattet.

Fazit

Ein Auto für Individualisten ist der SsangYong Actyon allemal. Das außergewöhnliche Design hebt sich aus dem grauen Autoalltag ab. Vor allem Anhänger-Besitzer werden den Actyon zu schätzen wissen, bis zu 2,3 Tonnen Zuglast sprechen für ihn. Im Preisgefüge liegt er knapp unterhalb seiner Mitbewerber.

 
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