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Galerie: Erster Test Subaru Forester

Erster Test: Subaru Forester

Mehr Schick, mehr Platz, mehr Technik

19.03.2013

Er ist gewiss kein Massenphänomen, doch in drei Generationen und 16 Jahren mauserte sich der einst als hochgelegter Kombi mit Robustoptik eingeführte Forester zum immerhin meistverkauften Modell der Japaner in Deutschland. Jetzt, in der vierten Generation, präsentiert er sich nicht nur größer, stärker und schneller, sondern auch SUViger als bisher. Damit und mit einigen cleveren Innovationen könnte der neue Allradler den Nerv einer breiteren Kundenschicht treffen.

Diese wird zum Beispiel mit einer gefälligeren wie auch zeitgemäßen Optik konfrontiert, mit der sich der Forester einreiht in die Riege typischer SUV-Vertreter wie Toyota RAV4, BMW X3 oder VW Tiguan. Seinen Wald-und-Wiesen-Charme hat er weitgehend abgelegt und macht in der besonders starken Turboversion sogar mit frecher Front auf Linksspur-Kombattant. Doch die schwächeren Versionen können sich mit einer ebenfalls gut verdaulichen Linienführung, einem netten Knick in der hinteren Fenstergrafik, mit charaktervollem LED-Tagfahrlicht oder der Dachreling als garageneinfahrtstaugliche Visitenkarte empfehlen.

Galerie: Erster Test Subaru ForesterRecht nüchtern präsentiert sich der Innenraum des Forester, der sich eher einer funktionalen als mit Premium-Schick verwöhnenden Wohnwelt verschrieben hat. Bei den Materialien geben sich viele seiner europäischen Mitbewerber deutlich charmanter, doch wohnt der strengeren Subaru-Welt auch eine formal recht ansprechende Ästhetik inne: Man findet sich hier umgehend zurecht. Und man muss auf die wichtigen Annehmlichkeiten nicht verzichten: Bereits die Basisversion Active verfügt über eine vollständige Sicherheitsausstattung, Fensterheber rundum, Klimaautomatik, Telefon-Freisprecheinrichtung, CD-Radio, Start-Stopp-Automatik, elektrisch einstellbare Außenspiegel oder eine Dachreling.

Viel Platz hinten

Bei den inneren Werten vermag der Forester vor allem auch mit seinem guten Platzangebot überzeugen: Der rund 4,60 Meter lange Allradler bietet sogar den Fondpassagieren viel Kniefreiheit und die Kopffreiheit ist selbst für Zwei-Meter-Gäste noch ausreichend, während das Gepäckabteil zwischen 505 und 1.577 Liter aufnehmen kann. Die Kofferraumerweiterung ist klassisch gestrickt, wobei der Umklappmechanismus der Rückbanklehne praktischer Weise über Hebel im Kofferraum aktiviert werden kann. Außerdem praktisch: Die neuerdings elektrisch sich öffnende und schließende Heckklappe.

Galerie: Erster Test Subaru ForesterVor allem als vielseitig nutzbares und geräumiges Familienauto kann sich der Forester entsprechend wie ein klassischer Mitteklassekombi empfehlen. Doch das Subaru-Flaggschiff will mehr sein. Grundsätzlich darf er sich noch einer gewissen Offroad-Kompetenz rühmen, denn der Forester ist einer der ausschließlich mit Allradantrieb verfügbaren Baureihen des eigentlich ja traditionell als Allradmarke gerühmten Herstellers. Damit und mit einigen technischen Nettigkeiten darf man sich schon mehr als nur Schotterpisten zutrauen. Gewagte Steigungen, drastisches Gefälle oder tiefe Schlammkuhlen – irgendwie kommt der Forester erstaunlich gut durch, obwohl ihm hardwareseitig vieles fehlt, wie zum Beispiel eine hohe Achsverschränkung oder Sperrdifferenziale. Vor allem die Regelelektronik übernimmt hier einiges, um zumindest in Ansätzen als ein leidlich offroadtaugliches Mobil durchzugehen.

Raubeiniger als üblich

Damit ist der Forester aber weiterhin kein Klettermax, zählt unter den SUVs jedoch zu den etwas abenteuerlustigeren. Besonders gefallen haben uns dabei zwei Clever-Lösungen: Da wäre einmal die Bergabfahrhilfe, die ganz von selbst die Abfahrtsgeschwindigkeit anhand des Tempos festlegt, mit dem an den Hang rangefahren wird. Je vorsichtiger man sich einer schwierigen Passage nähert, desto sensibler regelt der Subaru die Abfahrtsgeschwindigkeit und die Bremseingriffe. Eine zweite praktische Hilfe sind die schmalen Schweller, die es ermöglicht haben, die Türen über eben diese zu bauen. Der Vorteil: Nach einer Schlammpartie muss man beim Aussteigen keine schmutzigen Hosenbeine befürchten, da der Dreck nur an den Türen, nicht jedoch an den Schwellern klebt. Sauber.

Galerie: Erster Test Subaru ForesterAuch bei den Antrieben setzt Subaru auf ein eigenes technisches Schmankerl: Den Boxermotor, der in zwei Benziner-Varianten mit 150 und 240 sowie als Diesel mit 147 PS verfügbar ist. Letzterer ist der eigentliche Star der Motorenpalette, denn er verbindet ein hohes und sattes Drehmoment (350 Newtonmeter) mit recht bescheidenen Verbrauchswerten: Rund sechs Liter sollen es in Kombination mit manuellem Sechsgang-Getriebe und dem obligatorischen Allradantrieb sein. Die Fahrwerte sind hingegen nicht ganz so berauschend: 10,2 Sekunden soll der Sprint dauern, bei 190 km/h die Höchstgeschwindigkeit liegen. Zum Vergleich: Ein Mazda CX-5 mit 150-PS-Diesel und Allradantrieb sprintet in 9,4 Sekunden und schafft 197 km/h, während der Verbrauch bei nur 5,2 Liter liegen soll.

Kräftige Turbos

Ebenfalls nicht bestmarkenverdächtig sind die Benziner-Versionen des Forester. Vor allem der Saugbenziner mit 150 PS in Kombination mit der stufenlosen Automatik CVT vermittelt einen eher trägen Vortrieb mit dem zuweilen auch störenden Gummibandeffekt. Dieser ist weniger ausgeprägt beim Turbo, dessen serienmäßiges CVT dank einiger auf die höheren Drehmomente hin angepassten Verstärkung und einem Sport-Modus den spritzigen Charakter des Aggregats durchaus souverän zur Geltung bringt. 7,5 Sekunden soll der Sprint dauern, die Höchstgeschwindigkeit bei 221 km/h liegen. Die Kehrseite: Aus den theoretisch 8,5 Litern Normverbrauch wurden in unserer Praxis laut Bordcomputer stolze 14 Liter.

Galerie: Erster Test Subaru ForesterNeben den unverschämten Verbrauchswerten trübt auch das Fahrwerk die Linksspur-Freuden auf der Autobahn. Bei etwa 200 km/h liegt der Forester nicht ganz so ruhig und satt auf der Straße, wie man es von einem derart dynamischen Fahrzeug eigentlich erwarten könnte - beziehungsweise sollte. Bei Zwischensprints ist dafür aber reichlich Druck im Kessel, der für kräftigen Schub sorgen kann und auch in Hinblick auf die Kurveneigenschaften auf Landstraßen hinterließ der recht komfortabel abgestimmte Allradler einen angenehm handlichen Eindruck. Angesichts der winterlichen Straßenverhältnisse und der Winterbereifung konnten wir hier allerdings nicht wirklich das querdynamische Potenzial ausloten, welches aber durchaus verheißungsvoll zu sein schien.

Ausstattung/Preis

Galerie: Erster Test Subaru ForesterAb 28.900 Euro geht es los mit dem 150-PS-Benziner in Kombination mit manuellem Sechs-Gang-Schaltgetriebe sowie permanentem Allradantrieb und einer bereits ordentlichen Ausstattung samt Fünf-Jahres-Garantie. Die für den deutschen Markt wichtigere Version ist der 2.0D, den man ab 31.200 Euro bekommt. Damit ist der Forester einige hundert Euro günstiger als ein vergleichbar motorisierter Toyota RAV4 und über 2.500 Euro günstiger als ein entsprechender VW Tiguan. Allerdings gibt es auch Mitbewerber, die weniger kosten: Den Mazda CX-5 bekommt man mit 150-PS-Diesel und Allradantrieb sowie einer besseren Serienausstattung für bereits 30.200 Euro.

Das Top-Modell der Baureihe, der 2.0XT mit Lineartronic ist mit der Top-Ausstattung Plarinum für 43.000 Euro zu haben. Hier ist dann so ziemlich alles drin, was das Herz begehrt. Allerdings: Bei den derzeit so angesagten Assistenzsystem, die den Autoalltag sicherer und komfortabler machen können, herrscht noch Funkstille. Es wird wohl noch ein Weilchen dauern, bis die Japaner eine radarbasierte Helferleinarmada für den Forester anbieten.

 
Fazit

Mario Hommen

Der neue Forester kann sich sehen lassen. Statt als robuster Allradkombi für Wald-und-Wiesen-Fans bietet er nun eine gefälligere und urbanere SUV-Aura, die einer breiteren Kundschaft gefallen dürfte. Der Innenraum empfängt seine Gäste mit nicht ganz so viel Ausstrahlung, hat aber mit seiner übersichtlichen und funktionalen Art ebenfalls einen gewissen Charme. Gut ist in jedem Fall sein üppiges Raumangebot und seine klassische Variabilität, mit der man für alle Alltagsaufgaben gerüstet ist.
 

Etwas zwiespältig ist der Eindruck, den die Antriebe hinterlassen: Der Turbo ist sehr spritzig, aber in der Praxis leider auch durstig. Dem Basisbenziner fehlt es etwas an Schub, vor allem in Kombination mit dem CVT-Getriebe. Bleibt eigentlich nur der Diesel, der subjektiv überzeugen kann, allerdings sich gegen Mitbewerber wie dem Mazda CX-5 in Hinblick auf die Fahr- und Verbrauchswerte geschlagen geben muss.

Das trifft auch auf den Preis zu, denn zumindest das SUV-Modell von Mazda ist im Vergleich zum Forester deutlich günstiger. Für Mitbewerber von VW oder Toyota muss man hingegen mehr als für das Subaru-Modell bezahlen. So gesehen ist der Forester ein interessantes, allerdings kein herausragend günstiges Angebot. Vor allem für diejenigen, die etwas mehr Offroad-Kompetenz verlangen als im SUV-Segment üblicherweise geboten wird, ist der Japaner eine spannende Alternative.

 

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