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Galerie: Erster Test Subaru Outback 2.0D Lineartronic

Erster Test: Subaru Outback 2.0D Lineartronic

Der tut nur so

02.05.2013

Subaru ist ein kleiner Hersteller, der unter anderem dank eigenwilliger Technik auf eine vergleichsweise eingeschworene Käuferschaft zählen kann. Und diese befindet sich im Wachstum, denn 2012 haben die Japaner einen neuen Verkaufsrekord erzielt, der mit über 700.000 Fahrzeugen im Vergleich zu den Großen der Branche dennoch bescheiden anmutet. Diesen will Subaru 2013 noch toppen, unter anderem mit Hilfe eines weiteren technischen Sonderwegs: Erstmalig gibt es die stufenlose CVT-Automatik in Kombination mit einem Boxer-Diesel. Ein Kombination, die wir erstmalig im frisch gelifteten Outback testen konnten.

Doch Subaru ist nicht nur eigenbrötlerisch, die Japaner sind auch Trendsetter: Mitte der 1990er Jahre begründete die Allradmarke mit dem ersten Outback das Segment offroadig angehauchter Kombis, dem einige Nachahmer wie der Audi A4/A6 Allroad, Volvo XC70 oder VW Passat Alltrack folgten. Seit 2009 gibt es die nunmehr vierte Generation des Outback, die für das Frühjahr 2013 eine dezente aber durchaus wirkungsvolle Auffrischung erfahren hat.

Die Neuerungen in der Außenhaut springen dabei allerdings kaum ins Auge und dokumentieren das in der Summe doch behutsame Lifting. Neuerdings verlaufen im Kühlergrill die Querstreben gerade statt bogenförmig, die untere Frontschürze wirkt jetzt noch robuster und ansonsten gibt es neue Räder und Farben. Vielleicht hätte man die Außenhaut noch etwas stärker harmonisieren sollen, denn der Outback ist unter anderem dank seiner großen Luftöffnung in der Motorhaube eine weiterhin auch gewöhnungsbedürftige Erscheinung.

Aufgeräumter

Galerie: Erster Test Subaru Outback 2.0D Lineartronic Im geräumigen Interieur des rund 4,80 Meter langen Kombis hat sich etwas mehr getan. Für farbliche Ruhe sorgt die nun dunkel eingefärbte Mittelkonsole, die zuvor im sonst schwarzen Umfeld champagnerfarben strahlte. Dort wurden auch einige Schalter neu sortiert, darüber hinaus wanderte die kleine Wippe für die elektronische Parkbremse hinter den Gangwahlhebel. Ein neues Touchscreen-Navisystem und ein feingrafisches Info-Farbdisplay zentral im Kombiinstrument runden die Aufwertung ab.

Trotz dieser Verfeinerungen hätte das Cockpit noch einen Spritzer mehr Qualitätsanmutung vertragen können. Vor allem dem reichlich vorhandenen Hartplastik fehlt es an Edeloptik, die in der Mittelklasse ja von vielen anderen Mitbewerbern hingebungsvoll gepflegt wird. Ebenfalls kein Ruhmesblatt verdient sich die Qualität der Lederausstattung, der man die praktischeren Textilsitze unbedingt bevorzugen sollte.

Platz da

Galerie: Erster Test Subaru Outback 2.0D Lineartronic Großes Kino bietet der Outback dafür beim Raumangebot, denn nach dem bequemen Einstieg werden die Insassen mit reichlich Bein- und Kopffreiheit verwöhnt. Auch in den Kofferraum lassen sich üppige Mengen einladen: Das 526 Liter fassende Gepäckabteil kann mit dem einfachen Umlegen der Rückbank, wie bisher, um stolze 1.200 Liter vergrößert werden.

Ebenfalls wie bisher stehen für den Outback ein 173 PS starker 2,5-Liter-Boxer-Benziner und der in Deutschland deutlich beliebtere Zwei-Liter-Boxer-Diesel mit 150 PS zur Wahl. Während es den Benziner bisher ausschließlich mit der CVT-Automatik gab, war dem Diesel allein das manuelle Sechs-Gang-Getriebe vorbehalten, denn ein CVT ließ sich aufgrund der hohen Drehmomente nicht einfach für den Diesel adaptieren. Doch für komfortorientierte Kunden kann man jetzt den vergleichsweise effizienten Selbstzünder mit Selbstschaltfunktion ordern und damit eine ungewöhnliche Techniken-Hochzeit fahren, die in erstaunlich angenehmer Weise mit einander harmoniert.

Angemessen flott

Eigentlich sollte man jetzt eine Langeweile-Kombination erwarten, doch trotz des ansich lusthemmenden CVTs ist der Subaru überraschend forsch unterwegs. Mit einer Sprintzeit von 9,7 Sekunden und einer Höchstgeschwindigkeit von 195 km/h ist der permanente Allradler genauso flott wie ein Audi A4 Allroad mit gleichstarkem Diesel und manuellem Sechs-Gang-Getriebe.

Und dieser ordentliche Vortrieb wird nicht einmal vom CVT in nerviger Weise konterkariert. Wer besonders lässig dahin fährt, bekommt die sehr angenehmen Seiten des CVT zu spüren, denn Schaltvorgänge gibt es nicht und passt das Getriebe kontinuierlich das Übersetzungsverhältnis an. In der Konsequenz bleibt die Motordrehzahl sehr niedrig und der bisweilen doch etwas rumpelig arbeitende Diesel akustisch angenehm im Hintergrund.

CVT kein Spaß-Verderber

Galerie: Erster Test Subaru Outback 2.0D Lineartronic Doch kann das CVT-Getriebe auch den ambitionierteren Fahrern eine gewisse Freude bereiten. Subaru lässt das CVT nämlich bei forcierter Gangart, abhängig von der Stellung des Gaspedals, eine Sieben-Gang-Automatik simulieren, die dann zwischen sieben fest einprogrammierten Übersetzungsstufen wechselt. Wer zum Beispiel etwas flotter auf kurviger Landstraße fährt, signalisiert durch stärkeres Einbremsen bei Kurveneinfahrt sein dynamisches Ansinnen, worauf die Automatik mit dem entsprechenden Runterschalten auf eine niedrigere der sieben Stufen reagiert. Entsprechend gut hängt der Outback am Gas, lässt sich ordentlich und mit sauberer Kraftverteilung auf beide Achsen aus der Kurve raus beschleunigen, ohne dabei jedoch mit der ganz großen Gala der Pistengaudi zu imponieren. Doch das Entscheidende: Den sonst so eigenwilligen Gummiband-Effekt (hohe Drehzahlen und ein sich gefühlt langsam aufbauender Vortrieb) muss der Fahrer hierbei nicht erdulden.

Für eine flottere Gangart scheint zunächst auch das Fahrwerk gut gerüstet zu sein. Recht willig und behände kann man den Outback durch Kurven zirkeln, doch fangen dabei die Reifen schon recht früh an zu wimmern, doch kann man dabei keine der sonst üblichen Untersteuerungstendenzen ausmachen. Zumindest im öffentlichen Straßenverkehr haben wir etwas Respekt vor diesem nicht ganz einfach einschätzbarem Fahrverhalten gehabt. Flotteres Fahren geht gut, aber beim vorsichtigen Herantasten in den turbulenten Grenzbereich war uns der Outback nicht ganz geheuer. Abträglich fürs Querdynamik-Vergnügen sind zudem die Sitze, denen es an Seitenführung mangelt.

Für alle Situationen gerüstet

Galerie: Erster Test Subaru Outback 2.0D Lineartronic Doch verschärftes Kurvenräubern gehört ja auch nicht in den Straßenverkehr und der Outback ist also mehr so etwas wie ein entspannter, ordentlich motorisierter Langstreckler, dessen Fahrwerk zumindest bei gut ausgebauten Straßen ein recht kommodes Gefühl vermittelt und erst bei groben Unebenheiten auch mal ungebührliche Härten ins Spiel bringen kann.

Apropos Härten: Davon kann man dem Outback einige zumuten. Die von Subaru ausgewählte Teststrecke beinhaltete die Fahrt auf einem unasphaltierten, gut ausgebauten Waldweg, den man zwar auch mit 2WD-Fahrzeugen hätte bewältigen können, dennoch vermittelte der geliftete Allradler dabei eine besondere Lässigkeit und pflügte durch ein verschlammtes Teilstück erfreulich ungerührt hindurch. Wer also häufiger Strecken im Programm hat, die nach etwas besser gerüsteter Traktionstechnik verlangen: Der Outback gehört zu den Routiniers, wenn es um Allradkompetenz jenseits asphaltierter Straßen gehen soll.

Gehobener Preis, aber nicht teuer

Galerie: Erster Test Subaru Outback 2.0D Lineartronic Diese Kompetenz verlangt allerdings auch nach einer gewissen Investitionsbereitschaft, denn als Mittelklasse-Kombi ist der 2.0D mit CVT nicht gerade günstig. So liegt für diese erst ab Frühsommer 2013 erhältliche Antriebskombination der Basispreis bei 39.000 Euro. Zwar hinkt der Vergleich ein wenig, doch müsste man für den Audi A4 Allroad mit vergleichbarer Ausstattung rund 6.000 Euro mehr bezahlen. Immerhin bekäme man dann 27 PS mehr, deutlich bessere Fahrleistungen und eine insgesamt doch höherwertige Anmutung des Innenraums. Will man übrigens besonders viel Ausstattung, wird diese bei Subaru ausschließlich in finanziell attraktiven Paketen angeboten, welche im Vergleich zum individuell konfigurierten A4 den Preisvorteil noch vergrößern würden.

Allerdings offenbart der Outback an diesem Punkt auch eine Schwäche: Es gibt nur Zwangspakete und keine individuell abstimmbare Ausstattung und es sind viele Nettigkeiten bei Subaru gar nicht im Programm. Bei den derzeit von vielen Herstellern so angepriesenen Fahrassistenzsystemen haben die Japaner noch großen Nachholbedarf und eine Start-Stopp-Automatik wäre auch was Feines, um den Spritkonsum etwas zu drücken.

Akzeptabler Verbrauch

Mit diesem verdient sich der Outback 2.0D Lineartronic leider kein Ruhmesblatt, denn mit 6,8 Litern rangiert der Normverbrauch auf gehobenerem Diesel-Niveau. Zum Vergleich: Der besagte A4 Allroad kommt bei mehr Leistung mit glatt sechs Litern hin. Allerdings sind Normwerte bekanntermaßen von theoretischer Natur und verlangte der Outback auf unseren Testfahrten rund um den Schwarzwald einen moderaten Aufschlag: Der Bordcomputer des Outback 2.0D Lineartronic zeigte am ersten Tag 7,8 und am zweiten Tag 6,4 Liter an.

 
Fazit

Mario Hommen

Subaru hat nach gut vier Jahren den einstigen Trendsetter Outback aufgefrischt. Die äußeren Neuerungen sind marginal, die im Innenraum sorgen für einen moderneren und funktionaleren Schub.

Antriebsseitig gibt es eine besonders interessante, weil bislang einzigartige Lösung: Die Kombination von Boxer-Diesel mit einem stufenlosen CVT-Getriebe. Bei ruhiger Fahrweise spielt die Automatik ihre Komfortkompetenz aus, während beim flotten Fahrstil die Simulation von sieben Schaltstufen ein Gefühl von angemessener Längsdynamik vermittelt. Dabei bleibt der oft als lästig empfundene Gummiband-Effekt weitgehend aus.

Und so ist es Subaru gelungen, mit einer einzigartigen Technikkombination und entsprechenden Alleinstellungsmerkmal Interesse bei denjenigen zu wecken, die sich gerne abseits vom Mainstream gerne auch mal auf holperigen Pfaden bewegen.
 
 

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