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Galerie: Erster Test Subaru Trezia

Erster Test: Subaru Trezia

Umetikettiert

24.03.2011

Mit so genanntem Badge-Engineering, also der Umetikettierung anderer Modelle, hat Subaru reichlich Erfahrung. Die setzen die Japaner nun auch bei ihrem neuesten Modell ein, dem Trezia, der nichts anderes ist als ein Toyota Verso-S mit Subaru-Logo.

Schon beim ersten Justy aus dem Jahr 1981 kopierte Subaru, wenn auch bei sich selbst, und baute den Kleinwagen auf dem Subaru Rex auf. Unter der zweiten Generation steckte ein Suzukui Swift, die dritte Auflage wiederum war ein umetikettierter Suzuki Ignis, was aus dem Justy ein kleines SUV machte. Mit der vierten Generation kehrten die Japaner zurück zur Kleinwagen-Bauart, diesmal allerdings basierend auf dem Daihatsu Sirion.

Beim neuen Trezia verhält es sich nun ähnlich, steckt unter dem Blechkleid des nur 3,99 Meter großen Mini-Vans doch ein Toyota Verso-S. Das überrascht nicht, haben beide Konzerne erst kürzlich angekündigt, enger zusammen zu arbeiten und hat Toyota seinen Anteil an Subaru auf 16,5 Prozent aufgestockt; weitere Gemeinschaftsmodelle sollen folgen, unter anderem der Super-Sportwagen FT-86, den es auch als Subaru geben wird.

Raumwunder

Galerie: Erster Test Subaru TreziaUnd die Zusammenarbeit mit Toyota erweist sich als keine schlechte, hat Subaru mit dem Trezia nun doch auch ein Raumwunder im Angebot. Trotz der nur vier Meter Länge sitzen selbst großgewachsene Passagiere vorne wie hinten kommod und auch für das Gepäck bleibt ausreichend Platz. In der Normalkonfiguration schluckt der Kofferraum 429 Liter, klappt man die Rückbank um, steigt dieser Wert auf stattliche 1.388 Liter an.

Das üppige Platzangebot zusammen mit der erhöhten Sitzposition und  einer guten Rundumsicht will die Bedürfnisse der Kundschaft befriedigen, die vor allem aus jungen Familien und Senioren bestehen wird. Allerdings darf die Klientel keine allzu hohen Ansprüche an das Interieur stellen. Das Trezia-Cockpit ist übersichtlich, die Mittelkonsole aufgeräumt, doch insgesamt wirkt der Japaner ein wenig farblos und strahlt wenig Emotionen aus. Und der Materialmix aus verschiedenen Hartplaste-Sorten bereitet auch kein Wohlfühlambiente, wenngleich der Trezia ordentlich verarbeitet ist.

Kleine Abstriche

Galerie: Erster Test Subaru TreziaEin wenig ordentlicher könnte dagegen die elektronische Servo-Lenkung arbeiten, die in der Mittellage doch reichlich ungenau ist und dem Fahrer nicht besonders viel Rückmeldung gibt. Und auch beim Fahrwerk muss man Abstriche machen; der Trezia ist zu Lasten des Komforts relativ straff abgestimmt und neigt bei Querfugen mitunter zum Poltern. Dafür lassen sich Kurven auch durchaus flott durcheilen, ohne dass das ESP eingreifen muss.

Nicht nur die Karosse kommt von Toyota, auch bei den Motoren bedient sich Subaru beim neuen Anteilseigner. So fährt der Trezia mit den selben beiden Aggregaten vor, wie der Verso-S. Die meisten Käufer werden sich für den Benziner entscheiden, einen 1,3 Liter großen Vier-Zylinder, der zwar nicht mit Leistung, dafür aber mit günstigem Verbrauch lockt.

Berg-Kampf

Galerie: Erster Test Subaru TreziaVor allem wenn es bergauf geht, hat der Ottomotor mit den 1,1 Tonnen Leergewicht ordentlich zu kämpfen, weniger wegen seiner nur 99 PS als des fehlenden Drehmoments wegen. Gerade mal 125 Newtonmeter entwickelt das Triebwerk und das auch erst bei 4.000 Umdrehungen. Von kraftvollem Durchzug fehlt jede Spur, wer einigermaßen flott vorankommen will, muss die sechs Gänge häufig wechseln und den Subaru treten – und treibt damit natürlich den Verbrauch in die Höhe; im EU-Zyklus wurde ein Konsum von fünfeinhalb Litern ermittelt.   

Weitaus angenehmer fährt sich der angebotene Selbstzünder, der aus 1,4 Liter Hubraum zwar nur 90 PS generiert, dafür aber bei 1.800 Umdrehungen bereits 205 Newtonmeter auf die Kurbelwelle stemmt. Damit tritt der Trezia hurtig an und beschleunigt in 12,1 Sekunden auf Tempo 100. Somit ist er eine Sekunde schneller als der Benziner; die Höchstgeschwindigkeit liegt mit 175 km/h auch ein wenig höher.

Galerie: Erster Test Subaru TreziaNeben dem manuellen Sechs-Gang-Getriebe bietet Subaru für den Diesel auch ein automatisiertes Schalt-Getriebe namens MultiMode an, freilich auch von Toyota. Verglichen mit ähnlichen Getrieben, wie zum Beispiel im Smart, macht der Trezia auch damit eine ordentliche Figur und hält sich das Nicken beim Gangwechsel in Grenzen.

Stopp-Start lohnt nicht

Der Verzicht aufs Selberschalten erhöht den Verbrauch nur marginal auf 4,4 Liter, sonst schluckt der Selbstzünder 4,3 Liter Diesel je 100 Kilometer. Eine Stopp-Start-Automatik gibt es übrigens für beide Motoren nicht; sie würde den niedrigen Verbrauch nicht signifikant weiter senken können. Subaru rechnet vor, dass man damit auf 10.000 Kilometer gerade mal 80 Euro sparen würde. Im Gegenzug würde sie den ohnehin nicht günstigen Trezia aber noch teurer machen.

Galerie: Erster Test Subaru TreziaDenn den Toyota gibt es als Benziner bereits ab 14.950 Euro, für den Subaru müssen mindestens 16.200 Euro bezahlt werden. Gerechtfertigt wird der Aufschlag mit der besseren Ausstattung, ein Radio, eine Klimaanlage, ESP und sieben Airbags sind beim Trezia Standard – außer Metallic-Lack und Leder gibt es aber auch keine Optionen. Will man den Diesel (ab 18.100 Euro) mit dem automatisierten Getriebe, kauft man zugleich die bessere Comfort-Ausstattung und muss stolze 19.650 Euro auf den Tisch legen. Dafür gibt es dann zusätzlich Alu-Räder, ein Lederlenkrad, ein Soundsystem, und Nebelscheinwerfer.

Technische Daten
 
Marke und Modell   Subaru Trezia   Subaru Trezia
Motor / Ausstattung   1.3i   1.4D
Motor        
Hubraum (Kubikzentimeter / Bauart)   1.329 / R4   1.364 / R4-Turbo
Leistung (kW (PS) / U/min)   73 (99) / 6.000   66 (90) / 3.800
Drehmoment (Nm / U/min)   125 / 4.000   205 / 1.800 - 2.800
Antriebsart   Frontantrieb   Frontantrieb
Getriebeart   manuelles 6-Gang-Getriebe   manuelles 6-Gang-Getriebe
Abmessung und Gewicht        
Länge/Breite/Höhe (mm)   3.995 / 1.695 / 1.595   3.995 / 1.695 / 1.595
Radstand (mm)   2.550   2.550
Wendekreis (m)   10,8   10,8
Leergewicht  (kg)   1090   1150
Kofferraum (Liter)   363 - 1.388   363 - 1.388
Serienbereifung   185/65 R 15   185/65 R 15
Verbrauch        
Krafstoffart   Benzin   Diesel
Kombiniert laut Werk (l/100km)   5,5   4,3
CO2-Emissionen (g/km) / Abgasnorm   127 / Euro 5   113 / Euro 5
AS24-Verbrauch (l/100km)   k. A.   k. A.
Fahrleistungen        
Werksangabe 0-100km/h (s)   13,3   12,1
AS24-Sprint 0-100km/h (s)   k. A.   k. A.
AS24-Bremstest 100-0km/h (m)   k. A.   k. A.
Höchstgeschwindigkeit (km/h)   170   175
Preise        
ab (Euro)   16.200,00   18.100,00
Ausgewählte Extras (Euro)   Metallic-Lack (400), Leder-Ausstattung (2.120)   Metallic-Lack (400), Leder-Ausstattung (2.120)
 
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Fazit

Trotz des höheren Preises will Subaru mehr Trezias in Deutschland absetzen als Toyota Verso-S. 2011 plant Toyota 4.000 Einheiten zu verkaufen, Subaru veranschlagt das Doppelte. Mit fast 600 weißen Flecken auf der Händler-Landkarte dürfte das aber ein schweres Stück Arbeit werden. Vor allem in den Städten und im Flachland sieht es mau aus; nur wo es Hügel und Feldwege gibt, ist der selbsternannte Allradspezialist gut aufgestellt. Doch genau dort braucht wiederum keiner den Trezia – ein Allradantrieb ist für den Van nämlich nicht vorgesehen.

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