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Galerie: Erster Test Suzuki Kizashi 4x4

Erster Test: Suzuki Kizashi 4x4

Einmal anders mit allem, bitte

26.01.2011

Anders sein. Viele träumen davon, nur wenige verwirklichen den Traum. Der Autokauf ist ein Paradebeispiel dafür. Gerne würde man ja den besonderen Wagen nehmen. Extravagant soll er sein, und nicht an jeder Ecke stehen und eben das Gewisse Etwas haben. Die Unterschrift wird letztendlich doch meist auf einem VW-Mercedes-Opel-Skoda-Vertrag gesetzt. An Suzuki denkt hierzulande kaum jemand. Dabei haben die mit dem Kizashi 4x4 das Besondere in der Mittelklasse zu bieten.

Erzählt man im Bekanntenkreis, man fährt einen Kizashi, erntet man entweder mitleidige Blicke, große Augen mit Fragezeichen in den Pupillen oder es hört einem ab sofort niemand mehr zu. Fängt man jedoch an und erzählt, dass man eine 180-PS-Sport-Limousine mit Allradantrieb, Automatikgetriebe, Ledersitzen und 18-Zoll-Alurädern fährt, werden die Ohren gespitzt. Denn das technische Datenblatt des Suzuki Kizashi 4x4 verspricht, was andere Hersteller nicht einmal zu träumen wagen.

Eigentlich einzigartig

Galerie: Erster Test Suzuki Kizashi 4x4In der 4,65-Meter-Mittelklasse gibt es nur sehr wenige Fahrzeuge, die erstens Allradantrieb bieten und zweitens diesen mit einer automatischen Schaltbox kombinieren. Kommt dann noch die Preisskala bis 30.000 Euro ins Spiel – so viel kostet der mit allerlei Schmankerl vollgestopfte Kizashi nämlich –, dünnt sich die Liste bis auf den Subaru Legacy 2.0 (150 PS) aus, der in Sachen Ausstattung aber noch immer nicht mithalten kann. Den Skoda Superb 1.8 TSI 4x4 (160 PS) gibt es nur als Handschalter. Alle weiteren 4x4-Limousinen in dieser Preisklasse befinden sich in einem anderen Segment.

So gesehen verdient der Kizashi mehr Beachtung. Denn neben seinem exzellenten Preis-Leistungsverhältnis entzückt er – je nach Geschmack – mit seinem Äußeren und kann auch beim Fahren Solides bieten. Das Fahrwerk zeigt zwar weder ausgesprochen dynamische Talente noch verwöhnt es die Insassen mit übermäßigem Komfort, was angesichts der Reifenwahl wenig verwundert, richtig ärgern wird sich aber niemand über die gefundene Abstimmung.

Er kommt dahin, wo andere versagen

Der Hauptvorteil des Suzuki Kizashi liegt darin, dass er hinkommt, wo andere einachsig angetriebene Fahrzeuge sich schwer tun oder es per se nicht schaffen. Der Allradantrieb des gut 1.600 Kilogramm schweren Fahrzeugs stammt aus dem SX4 und will intelligent sein.

Galerie: Erster Test Suzuki Kizashi 4x4Das bedeutet, der Fahrer muss sich prinzipiell um nichts kümmern. Zumindest, solange er den Allradantrieb via Drucktaster links neben dem Lenkrad aktiviert hat. Nur mit Frontantrieb geht nämlich auch, man fragt sich aber warum. Denn auch im 4x4-Modus arbeitet der Hinterradantrieb nur, wenn er tatsächlich gebraucht wird. Also dann, wenn die Vorderachse bereits droht, Schlupf zu bekommen. Die Intelligenz des i-AWD genannten Systems besteht nämlich darin, schon vorher anhand von Parametern wie Leistungseinsatz und Lenkwinkel zu erkennen, ob die Vorderräder durchdrehen könnten.

Die elektromagnetische Lamellenkupplung macht unter diesen Bedingungen blitzschnell zu und schickt exakt so viel Kraft nach hinten, dass es nirgends qualmt. Zum Qualmen kommt es aber grundsätzlich nicht, denn die serienmäßige stufenlose Automatik ist dermaßen Schlupf-affin, dass sie die Motorleistung bei zu viel Widerstand (beispielsweise wenn sich der Kizashi festgefahren hat) einfach im Wandler verpuffen lässt und sich der Suzuki keinen Zentimeter bewegt. Das jedoch sind Ausnahme-Situationen, die der geneigte Kizashi-Fahrer – immerhin 700 sollen es 2011 in Deutschland werden – niemals mitbekommt. Er erfreut sich vielmehr an der sicheren Straßenlage, vor allem auch bei Nässe.

Freudlose aber solide Ein-Motor-Strategie

Wenig Freude bereitet indes der einzig erhältliche Motor. Der altbackene 2,4-Liter-Vier-Zylinder schafft es auf die erwähnten 178 PS und stellt bei 4.000 Touren 230 Newtonmeter Drehmoment bereit. Viel zu spüren ist davon nicht, was zum einen an der Automatik liegt, zum anderen aber auch am Motor selbst. So ist die Höchstgeschwindigkeit von 205 km/h für ein 180-PS-Auto allenfalls ausreichend.

Galerie: Erster Test Suzuki Kizashi 4x4Aber das macht eigentlich nichts, denn zum Schnellfahren animiert der Motor sowieso nicht. Zu laut und zu dröhnig wird er bei höheren Drehzahlen, sodass eine Cruiser-Geschwindigkeit von 130 km/h genau richtig erscheint. Dann ist auch der Normverbrauch von 8,3 Liter in greifbarer Nähe, der übrigens 0,4 Liter über dem Wert der stets handgeschalteten Frontantriebs-Variante liegt.

Im Innenraum gibt es hingegen kaum Meckergrund. Es scheint so, als habe Suzuki eine Linie gefunden, ist doch eine signifikante Wiedererkennung – beispielsweise zum neuen Swift – vorhanden. Das Cockpit ist mit guten Materialien solide zusammengezimmert und überzeugt mit Funktionalität. Sport-Gehabe, wie außen durch dicke Auspuffblenden und Schweller suggeriert, sucht man innen vergeblich. Leider sind auch die Sitze nicht wirklich sportlich geschnitten sondern vielmehr bei der Schenkelauflage deutlich zu kurz geraten. Das Platzangebot liegt dafür vorne, hinten und ganz hinten (461 Liter) auf gutem Niveau.

Fazit

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Die Vorteile des Kizashi liegen auf der Hand. Vollausstattung, Allradantrieb, Automatik, kleiner Preis, keine Aufpreispolitik. Für 30.000 Euro gibt’s hier alles oder nichts. Lediglich der Metallic-Lack kann gesondert gewählt werden.

Ob das jedoch ausreicht, um die angestrebten 700 Fahrzeuge zu verkaufen, bleibt fraglich. Zu konservativ entscheiden vor allem deutsche Autokäufer in dieser noch immer preissensiblen Klasse und wählen vielleicht dann doch lieber den Fronttriebler, ohne Leder, mit kleinerem Motor und Handschaltung, dann aber aus (vermeintlich) deutscher Produktion.

Schade eigentlich, denn der Kizashi verdient mehr als nur dranvorbeigucken und ignorieren, auch wenn vielleicht nicht alles an ihm Hightech ist. Aber das muss es ja auch nicht. Anderssein sollte doch auch als Kaufgrund genügen, vor allem, wenn’s nichts Schlechtes dafür gibt.

 
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