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Galerie: Erster Test Suzuki Kizashi

Erster Test: Suzuki Kizashi

Das gab‘s ja noch nie

12.10.2010

Mittelklasse und Suzuki hatten bislang soviel miteinander zu tun, wie Porsche mit Kleinwagen. Mit dem Kizashi wollen die Japaner das nun ändern und ihren Kunden innerhalb des Suzuki-Angebots die Möglichkeit zum automobilen Aufstieg bieten.   

Große Eroberungen von anderen Marken wird der Kizashi sicher nicht feiern können. Doch wer mit einem Suzuki Alto anfing und über den Swift zum SX4 aufgestiegen ist, konnte sich nur noch zum Grand Vitara weiterentwickeln. Wollte man kein Kompakt-SUV, blieb nur der Wechsel des Herstellers. Genau dass will Suzuki seiner markentreuen Klientel ersparen und den dann in der Regel zwischen 40 und 50 Jahre alten Käufern ein passendes Modell im eigenen Haus präsentieren.

Ihren Anfang nahm die Kizashi-Geschichte mit einer ersten Studie bereits auf der IAA 2007, zwei weitere Konzepte folgten auf der Tokyo Motorshow und auf der Automesse in New York. In den USA und Japan ist der Mittelklässler seit Ende 2009 im Handel, Australien folgte etwas später und jetzt, im Oktober 2010, kommt die Stufenheck-Limousine auch nach Europa.

In deutscher Hand

Suzuki KizashiVor allem in der Bundesrepublik dürfte Suzuki sich allerdings schwer tun, sein selbstgestecktes Ziel von 1.000 verkauften Fahrzeugen pro Jahr zu verwirklichen. Denn die Mittelklasse ist hierzulande fest in deutscher Hand, Importeure haben es schwer gegen Volkswagen und Co. anzutreten.

Leichter wäre es vielleicht geworden, hätten sich die Designer bei der Serienversion mehr an den extravaganten Studien orientiert und sich nicht darauf eingelassen, den Kizashi aus Massentauglichkeits-Gründen zu verwässern. Dem Beinamen Sport tragen höchstens noch der große Kühlergrill, 18-Zoll-Aluräder und überdimensionierte Auspuff-Endrohre Rechnung. Generell fällt der Kizashi unter den Mittelklässlern nicht besonders auf, kann also nicht auf einen Exoten-Bonus hoffen, der den Verkauf ankurbelt.

Zu niedrig

Suzuki KizashiAuf 4,65 Meter Länge haben es die Ingenieure geschafft, auf allen Plätzen für ausreichend Beinfreiheit zu sorgen und einen mit 461 Liter Fassungsvermögen ausreichenden, wenngleich ob seiner Tiefe etwas schwierig zu entladenden Kofferraum unterzubringen. Trotz des Platzangebots im Innenraum sollten die Passagiere aber nicht zu groß gewachsen sein. Zum einen, weil die Sitzflächen des recht weich gepolsterten Gestühls ziemlich kurz sind und zum anderen, weil die Kopffreiheit für Mitfahrer über 1,90 Meter schlicht nicht ausreicht und diese an der Decke anstoßen.

Das Cockpit selbst präsentiert sich so solide wie unspektakulär, lediglich die Vielzahl an Tasten auf dem Lenkrad ist etwas verwirrend. Und das optionale, nicht wirklich empfehlenswerte Navigations-Entertainment-System nervt mit seiner fummeligen Bedienung. In Sachen Materialauswahl und Verarbeitung braucht sich der Kizashi dagegen nicht verstecken, auch nicht vor der deutschen Konkurrenz.

Nur ein Motor

Suzuki KizashiDass Suzuki bei der Entwicklung des Kizashi an USA und Japan gedacht hat, und Europa nicht wirklich auf dem Plan hatte, zeigt ein Blick in die technischen Daten. Einziger verfügbarer Motor, und das wird auch in Zukunft so bleiben, ist ein 2,4 Liter großer Benziner, der klassenunübliche 178 PS entwickelt. Einzige Wahlmöglichkeit für den Kunden ist, ob er Front- oder Allradantrieb möchte.

Fast 180 PS und 230 Newtonmeter Drehmoment sind für einen Mittelklässer üppig und sicher will nicht jeder Kunde soviel Kraft unter der Haube. Schade nur, dass der Kizashi auch die Leistungsfetischisten enttäuscht, denn die reichlichen Pferdestärken haben die Ingenieure gut versteckt; vor allem hinter hohen Drehzahlen. Wer es nicht besser weiß, glaubt in einem 130-PS-Modell zu sitzen und wie der Hersteller auf die Sprintzeit von 7,8 Sekunden bis Tempo 100 kommt, bleibt ein Rätsel.

Spaßarm statt sparsam

Vor allem in Sachen Elastizität fährt der kernige Vier-Zylinder Kritik ein, beim Zwischensprint sind Schaltvorgänge unvermeidlich, will man einigermaßen zügig überholen. Und bis die 215 km/h Höchstgeschwindigkeit erreicht sind, braucht es einiges an Anlauf. Gekoppelt ist der Fronttriebler an ein gut zu schaltendes, manuelles Sechs-Gang-Getriebe, greift man zum Allradantrieb, bekommt man ein stufenloses Automatikgetriebe geliefert.

Dass der für den US-Markt entworfene Kizashi keine Spritsparmaßnahmen à la Stopp-Start-Automatik an Bord hat, verwundert kaum. Im europäischen Norm-Zyklus hat Suzuki einen Verbrauch von 7,9 Liter je 100 Kilometer ermittelt. Bei unserer ersten Ausfahrt zeigt der Bordcomputer dagegen knapp zweistellige Werte an, die durchaus realistisch erscheinen.   

Komplett ausgestattet

Suzuki KizashiPunkten will der Suzuki Kizashi vor allem mit einer nahezu kompletten Ausstattung. Beheizte, elektrisch verstellbare Ledersitze, Xenon-Scheinwerfer, Klimaautomatik, CD-Radio, Licht- und Regensensor, Glasschiebedach, Parksensoren sowie sieben Airbags und ESP gehören zur Basisausstattung. Einziger Punkt auf der Aufpreisliste, neben dem erwähnten Navigationssystem, ist Metallic-Lack für 490 Euro.

Die ganze Ausstattung relativiert freilich den augenscheinlich hohen Preis von 26.900 Euro (29.900 Euro mit Allrad) und macht den Kizashi zu einem wahrlich guten Angebot in dieser Klasse. Nur: Wer die ganzen Extras nicht möchte und auch keinen 180-PS-Motor will, hat keine Chance, den Kizashi abzuspecken. Natürlich ist ein Skoda Octavia in der Basisausstattung deutlich magerer bestückt, dafür bekommt man ihn, wenn man die Spielereien nicht braucht, für gut 10.000 Euro weniger. Diese Preispolitik und der Verzicht auf ein günstiges Basismodell dürfte den Japanern auf dem preissensiblen deutschen Markt das Bestehen schwer machen.

Technische Daten
 
Marke und Modell   Suzuki Kizashi 2.4
     
Motor    
Hubraum (Kubikzentimeter / Bauart)   2.393 / R4
Leistung (kW (PS) / U/min)   131 (178) / 6.500
Drehmoment (Nm / U/min)   118 / 4.800
Antriebsart   Frontantrieb
Getriebeart   manuelles Sechs-Gang-Getriebe
Abmessung und Gewicht    
Länge/Breite/Höhe (mm)   4.650 / 1.820 / 1.470
Radstand (mm)   2.700
Wendekreis (m)   11
Leergewicht  (kg)   1495
Kofferraum (Liter)   461
Bereifung Testwagen   235/45 R 18
Verbrauch    
Krafstoffart   Benzin
Kombiniert laut Werk (l/100km)   7,9
CO2-Emissionen (g/km) / Abgasnorm   183 / Euro 5
AS24-Verbrauch (l/100km)   k .A.
Fahrleistungen    
Werksangabe 0-100km/h (s)   7,8
AS24-Sprint 0-100km/h (s)   k .A.
AS24-Bremstest 100-0km/h (m)   k .A.
Höchstgeschwindigkeit (km/h)   215
Preise    
ab (Euro)   26.900,00
Empfohlene Extras   Metallic-Lack (490 Euro)
 
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Fazit

Einen Mittelklasse-Suzuki gab‘s noch nie. Und keine Frage, mit dem Kizashi haben die Japaner ein solides Auto im Programm. Verarbeitung und Materialauswahl ist gut, wer nicht zu groß ist, kann ordentlich sitzen und auch der Kofferraum ist ausreichend. Auch daran, dass der Benziner in seiner Leistungsentfaltung nicht der PS-Zahl auf dem Papier entspricht, kann man sich gewöhnen. Dass man allerdings keinen kleineren Motor, oder gar einen Diesel zur Wahl hat, und immer die komplette Ausstattung kaufen muss, ob man will oder nicht, dürfte viele Käufer abschrecken. Auch wenn der Kizashi ausstattungsbereinigt der Konkurrenz davon fährt.

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