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Galerie: Erster Test Suzuki Splash

Erster Test: Suzuki Splash

Großstadtfloh

13.02.2008

Sie suchen ein typisches Großstädter-Auto? Praktisch, kompakt, innen geräumig? Ein spritziger Motor soll drin sein, um im Citygewusel mithalten zu können und wendig soll es auch sein? Das gewisse Etwas darf beim Design nicht fehlen. Und bei all den Vorgaben darf es nicht zu viel kosten. Voilá, wie wäre es mit dem neuen Suzuki Splash.

Microvans, so die offizielle Bezeichnung der Fahrzeuggattung, der sich auch Suzukis Splash zugehörig fühlt, sind für die urbane Bevölkerung groß in Mode. Betrachtet man sich diese Automobile näher, wird schnell klar, warum das so ist. Es gibt am Konzept nämlich nichts auszusetzen.

Gefällige Optik

Galerie: Erster Test Suzuki SplashNehmen wir den Suzuki Splash. Das Design ist modern, gefällig und sympathisch. An der Front riesige Scheinwerfer, die ein wenig an die weit aufgerissene Augen von Hillary Clinton im US-Wahlkampf erinnern. Vorne und hinten gibt es knappe Überhänge, dazwischen 2,36 Meter Radstand für Platz im Innenraum. Das Hinterteil ist das wohl markanteste Merkmal des 3,72 Meter kurzen Splash. Die Heckscheibe steht nahezu senkrecht, riesige Rückleuchten flankieren die weit aufschwingende Heckklappe und verstärken den Eindruck der quadratisch praktischen Karosseriegestaltung. Die ausgestellten Radhäuser lassen den 1,68 Meter schmalen Splash nicht zu zierlich erscheinen.

Für Großstädter

Galerie: Erster Test Suzuki SplashDer Splash, der laut Suzuki hauptsächlich für die junge Familie und den nutzwertorientierten Single konzipiert wurde, bietet im Innenraum fürstliche Platzverhältnisse – gemessen an der beanspruchten Grundfläche. Vorne sitzen Fahrer und Beifahrer auf zwei gut ausgeformten, straffen Sitzmöbeln mit vorhandenem Seitenhalt. Das Lederlenkrad ist nur in der Höhe verstellbar, der Schalthebel dafür perfekt platziert, weil sehr weit oben.

Hinten überrascht das vorhandene Platzangebot sowohl vertikal als auch horizontal. Selbst Personen mit Gardemaß müssten davon angetan sein. Dafür fasst der Kofferraum lediglich zirka 200 Liter. Wer mehr Platz benötigt, kann kinderleicht die Rücksitze im Verhältnis 60:40 umklappen. Ein Griff am Hebel und die Sitzfläche senkt sich einige Zentimeter, danach legt sich die Lehne oben auf. Die Ladefläche ist dann topfeben und 1.050 Liter passen im Ernstfall rein. Genau so sollen praktische Autos funktionieren. Kleines Manko: Die Rücksitze lassen sich nicht längs verschieben.

Schöner wohnen

Angenehm sind die großen Türen vorne und hinten. Sie erleichtern das Entern und Verlassen des Splashs deutlich. Aber verlassen möchte man den Suzuki sowieso nur ungern. Zu nett ist der Innenraum arrangiert. Die Materialauswahl entspricht den Erwartungen, die Verarbeitung ist prima. Schönes Detail: Der in der Mittelkonsole umlaufende, silberne Rahmen verleiht dem Ambiente eine gewisse Leichtigkeit. Lediglich die Basisversion besitzt diesen „Hilfsrahmen“ nicht und wirkt gleich trister. Ideal sind auch der große, gut ablesbare Tachometer und der frei stehende Drehzahlmesser, den wir schon von Smart kennen.

Ein bisschen Europa

Galerie: Erster Test Suzuki SplashGebaut wird der japanische Mini-MPV (Multi-Purpose-Vehicle) Splash im ungarischen Esztergom, wo schon das Vorgänger-Modell, der Wagon R+ gefertigt wurde. Aber nicht alles entstammt dem EU-Land. Die Motorenpalette, bestehend aus Drei- und Vierzylinder Benzinern mit 1,0 und 1,2 Liter Hubraum sowie dem 1,3 Liter Diesel, werden in Indien montiert. Das Dieselaggregat ist ein Lizenzbau des GM-Fiat-Motors, der in ähnlicher Form unter anderem in Opel-, Fiat- sowie Lancia-Modellen seinen Dienst verrichtet.

Alle Motorvarianten sind im Splash an ein Fünfgang-Getriebe gekoppelt. Schnelle Gangwechsel verhagelt es jedoch etwas, da nicht immer ganz eindeutig der Weg zwischen den Gängen eruiert werden kann. Für den 1.2er gibt es optional eine Vierstufenautomatik.

Sehr vibrationsarm

Galerie: Erster Test Suzuki SplashDas Testfahrzeug wurde angetrieben durch den exakt 1.242 Kubikzentimeter kleinen Benziner mit 86 PS. Der Motor läuft extrem sanft. Selbst bei der Abregeldrehzahl, die bei 6.500 Umdrehungen erreicht wird, ist das kettengetriebene Aggregat vibrationsarm und leise. Das sind gute Voraussetzungen, denn um flott vorwärts zu kommen, muss man den Kleinen häufig drehen. Klar, aus gut 1,2 Liter Hubraum kann man nicht viel Drehmoment rauskitzeln. So weist das Datenblatt nur 114 Newtonmeter aus, die zudem bei hohen 4.400 Umdrehungen anliegen. Nach 12,3 Sekunden steht der Tacho bei 100 km/h, nachdem man bei null angefangen hat. Wenn das Gaspedal voll durchgedrückt bleibt, sind maximal 175 km/h möglich.

Verbrauch akzeptabel

Suzuki gibt den Verbrauch des Saugrohreinspritzers mit moderaten 5,5 Liter Superbenzin an. Auf den ersten Runden zwischen den südfranzösischen Seealpen und der Côte zeigte der serienmäßige Bordcomputer 6,6 Liter an. Für einen 1.100 Kilogramm leichten Van gerade noch akzeptabel. Und dass, obwohl der Splash mit einem für diese Fahrzeugklasse guten Cw-Wert von 0,32 unterwegs ist.

Wendig und sicher

Galerie: Erster Test Suzuki SplashDas eigentliche Revier des Splash ist der undurchsichtige und hektische Stadtverkehr. Hier spielt er all seine Vorzüge aus. Schnelle Richtungswechsel gelingen dank straffem Fahrwerk, spontan agierender Lenkung und 9,4 Meter kleinem Wendekreis elegant. Er flitzt um Ecken und wuselt flink durch den Verkehr. Zumindest, so lange die Straßen topfeben sind. Denn gleichzeitig ist der Splash steifbeinig und hoppelt über schlechte Fahrbahnen. Kurze Stöße werden fast ausschließlich von den Sitzen absorbiert.

Aber: Das Fahrwerk ist narrensicher. Der Großraum-Floh schiebt bei zu schnell angegangenen Kurven gutmütig über die 185er-Vorderräder. Die von uns getesteten, für den französischen Markt bestimmten Splash, hatten nicht einmal ESP an Bord. In Deutschland ist der Schleuderschutz, mit Ausnahme der Basisversion, serienmäßig.

Die Bodengruppe sowie die Vorder- und Hinterachse stammen übrigens vom Swift, wurden für den Splash adaptiert und um knapp 50 Millimeter gen Himmel gereckt. Das erleichtert eben nicht nur den Einstieg sondern verbessert auch die Übersicht.

Basispreis günstig, aber…

9.990 Euro, so viel kostet der Spalsh 1.0 Classic. Enthalten sind dann Servolenkung, elektrische Fensterheber vorne, umklappbare Rücksitze, höhenverstellbares Lenkrad, Funkfernbedienung für die Türen, ABS und vier Airbags. Nicht vorhanden sind ESP, Vorhangairbags, Klimaanlage, Bordcomputer und einige Nettigkeiten mehr. Das bietet erst der Splash Club, der kostet mit 65-PS-Basisbenziner aber 12.200 Euro. Der von uns gefahrene 1.2 Comfort mit 86 PS kommt auf 14.000 Euro und besitzt zusätzlich CD-Radio mit Lenkradfernbedienung, 15-Zoll-Alufelgen, Drehzahlmesser, Nebelscheinwerfer und weitere Details.

Fazit

4.000 Splash will Suzuki in 2008 noch verkaufen. Bei 9.990 Euro Basispreis sollte das möglich sein. Wer jedoch mehr Komfort möchte und bei der Sicherheitsausstattung auf dem aktuellen Stand sein möchte, sollte rund 2.300 Euro mehr investieren. Für ESP, zwei weitere Airbags und Klima ist der Aufpreis gerechtfertigt. Dann ist der Splash zwar nicht mehr wirklich billig, als Gegenwert erhält man aber einen sympathischen, praktischen und durchdachten Microvan, der nicht nur ideal für Stadtmenschen ist.

Galerie: Erster Test Suzuki Splash

 
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