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Galerie: Erster Test Suzuki Swift 4x4

Erster Test: Suzuki Swift 4x4

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18.01.2011

Vor rund vier Monaten kam der neue Suzuki Swift, den viele als solchen gar nicht ausmachen werden, auf den Markt. Der neue sieht nämlich aus wie der alte, und das ist gut so. Denn das Design war ein Hauptgrund, warum sich der kleine Suzuki so gut verkaufte. Jetzt legen die Japaner abermals nach. Über die in diesem Segment recht exklusive 4x4-Version werden sich vor allem Bewohner schneereicher Regionen freuen – in der Wintersaison 2010/2011 also fast ganz Europa.

Der Vorteil vier angetriebener Räder liegt auf der Hand. Der Wagen fährt sicherer, spurtreuer und vor allem auf glattem Untergrund weiter den Berg rauf als ein Pendant mit nur zwei angetriebenen Rädern. Das sind auch die größten Vorteile des 3,85 Meter kurzen Suzuki Swift 4x4. Den Allradvorteil sieht man ihm jedoch nicht an. Bis auf den 4x4-Schriftzug am Heck und die kaum sichtbare, aber dennoch nützliche Höherlegung gibt es keinerlei Indizien für den zusätzlichen Hinterradantrieb.

Simpel aber effektiv

Der Allradantrieb des Swift ist recht simpel, aber effektiv. Eine Visko-Kupplung sitzt – wie im Vorgänger-Modell – etwa mittig unter dem Swift und verteilt die Antriebskräfte zwischen Vorder- und Hinterachse. Im Normalfall, also bei Konstantfahrt auf trockener Fahrbahn, werden nahezu 100 Prozent der Kraft, die der einzig erhältliche Motor im Swift 4x4 abgibt, an die Vorderachse übertragen.

Galerie: Erster Test Suzuki Swift 4x4Stellt die etwa orangengroße mechanisch arbeitende Viskokupplung einen Drehzahlunterschied zwischen Vorder- und Hinterachse fest, wird durch die entstehende Drehbewegung in der Kupplung das darin befindliche Öl zäh und presst die Metall-Lamellen des vorderen Antriebs mit den Abtriebs-Lamellen zusammen und überträgt damit Kraft nach hinten. Das alles geschieht komplett ohne Elektronik. Vorteil: Das System konnte kostengünstig integriert werden. So beträgt der Aufpreis zwischen einem frontgetriebenen Suzuki Swift und dem Allradmodell lediglich 900 Euro. Das ist per se ein bereits geringer Aufpreis, der sich weiter reduziert, wenn man die serienmäßige Ausstattung des Swift 4x4 mit einrechnet.

So besitzt der einzig in der Ausstattungslinie Club lieferbare Swift 4x4 unter anderem eine Sitzheizung für Fahrer und Beifahrer und Scheibenbremsen an der Hinterachse. Letztere sind beim normalen Swift mit Benzinmotor der Topversion Comfort vorbehalten. Rechnet man also richtig, liegt der Allradaufpreis bei etwa 600 Euro. Eine Investition, die sich lohnt.

Theorie und Praxis

Denn nicht nur in der Theorie sind vier angetriebene Räder sinnvoll. Und nicht nur bei Schnee garantieren sie meist ein souveränes Fortkommen. Denn bereits bei nassen Pisten fühlen Fahrer und Passagiere das Sicherheitsplus.

Galerie: Erster Test Suzuki Swift 4x4Der Swift 4x4 schiebt weniger stark über die Vorderachse, liegt satter auf der Fahrbahn und das serienmäßige (und deaktivierbare) ESP hat selbst in brenzligen Situationen weniger zu tun. Dass jedoch auch Allradantrieb kein Allheilmittel ist, stellt man spätestens auf extrem glattem Untergrund fest. Unter bestimmten Bedingungen fehlt dem Swift eine mechanische Sperre und/oder helfende Elektronik, die dem Allradantrieb mitteilt, an welchem Rad noch Kraft übertragen werden könnte. Das aber ist bei solch einem Preisknaller nicht durchsetzbar.

Kombiniert wird der 4x4 im Swift ausschließlich mit dem 94 PS starken Ottomotor. Der Vier-Zylinder schöpft seine Kraft aus nur 1,24 Liter Hubraum, eine Zwangsbeatmung fehlt – leider. Schmale 118 Newtonmeter Drehmoment sind kein Garant für eine lässige Gangart, zudem stehen die erst bei 4.800 Touren bereit. Dann in etwa erwacht das Aggregat aus seiner Lethargie und bietet befriedigende Fahrleistungen. Mit 13,4 Sekunden benötigt der 4x4 gut eine Sekunde mehr für den Standardsprint als der Fronttriebler; der Verbrauch steigt von 5,0 auf 5,5 Liter. Geschuldet ist das dem Mehrgewicht von 65 Kilogramm, der erhöhten Reibung und der veränderten Getriebeübersetzung des äußerst exakt und knackig zu schaltenden Fünf-Gang-Getriebes.

Fahrwerk top

Galerie: Erster Test Suzuki Swift 4x4Modifikationen gibt es übrigens auch am Fahrwerk. Durch die unter dem Fahrzeug befindliche Viskokupplung wäre bei normaler Standhöhe die Bodenfreiheit verringert, weshalb Suzuki den Swift 4x4 um insgesamt 25 Millimeter angehoben hat, um so mindestens 14 Zentimeter Bodenfreiheit zu gewährleisten. Eine Lösung, die sich nicht nur bei den Cross-Modellen von VW als die bessere herausstellt. Denn neben nun dezent verbesserten Offroad-Eigenschaften (Rampenwinkel) profitiert auch der Komfort von der Auslegung, ohne dass die sportliche Attitüde des Swift verloren geht – eine exzellente Lösung.

14.490 Euro ruft Suzuki für den Swift 1.2 4x4 Club auf. Mit an Bord sind bereits die manuelle Klimaanlage, vier elektrische Fensterheber, Sitzheizung vorne, Bordcomputer, MP3-CD-Radio, USB-Anschluss, sechs Lautsprecher sowie ESP und beispielsweise sieben Airbags. Was fehlt ist die Option des Tempomats und die Stopp-Start-Funktion. Beides kann nicht geordert werden, denn als Extra steht einzig und alleine der Metallic-Lack für 380 Euro in der Aufpreisliste.

Technische Daten
 
Marke und Modell   Suzuki Swift 1.2  4x4
    Club
Motor    
Hubraum (ccm) / Bauart   1.242 / R4
Leistung (kW / PS)   69 / 94
Drehmoment (Nm) / Umdrehungen   118 / 4.800
Antriebsart   Frontantrieb
Getriebeart   5-Gang-Schaltgetriebe
Abmessung und Gewicht    
Länge/Breite/Höhe (mm)   3.850 / 1.695 / 1.535
Radstand (mm)   2.430
Wendekreis (m)   9,6
Leergewicht (kg)   ab 1.110
Kofferraum (Liter)   210 - 900
Bereifung   175/65 R 15
Verbrauch    
Krafstoffart   Super
Kombiniert laut Werk (l/100km)   5,5
CO2-Emissionen (g/km) / Abgasnorm   128 / Euro 5
AS24-Verbrauch (l/100km)   k .A.
Fahrleistungen    
Werksangabe 0-100km/h (s)   13,4
AS24-Sprint 0-100km/h (s)   k .A.
AS24-Bremstest 100-0km/h (m)   k .A.
Höchstgeschwindigkeit (km/h)   165
Preise    
ab (Euro)   14.900,00
Empfohlene Extras   Metallic-Lack (380 Euro)
 
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Fazit

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Rund fünf Prozent der Swift-Modelle sollen in Deutschland als Allradversion verkauft werden. Wird der bereits so schneereich gestartete Winter anhalten, könnte der Anteil auch höher ausfallen. In Österreich, der Schweiz und Südtirol beispielsweise wählen deutlich mehr Kunden den Allradantrieb – und liegen mit ihrer Entscheidung goldrichtig. Denn der Sicherheitsgewinn ist spürbar und gibt einem ein gutes Bauchgefühl – egal, bei welchem Wetter.

Wer einen Kleinwagen mit Allradantrieb braucht, kommt um den Suzuki Swift 4x4 kaum drumrum. Zwar gibt es derzeit noch den in die Jahre gekommenen und kleineren Fiat Panda 4x4 (Nachfolger kommt 2012) mit 70-PS-Benziner und 75-PS-Diesel, der kostet jedoch in vergleichbarer Ausstattung ähnlich viel. Eine andere Alternative liegt auch in den letzten Zügen, denn Daihatsu zieht sich zum Januar 2013 vom europäischen Markt zurück und damit entschwindet auch der Sirion 4WD den Kaufgelüsten von cleveren Kleinwagen-Käufern. Suzuki wird’s freuen.

 
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