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Galerie: Erster Test Suzuki SX-4

Erster Test: Suzuki SX-4

Das gewisse X-tra

06.03.2006

Crossover-Modelle, also Autos, die Elemente verschiedener Fahrzeugkategorien vereinen, sind im Kommen. Ein Beispiel ist der VW CrossPolo, der den überraschend erfolgreichen Vorgänger Polo Fun beerbte. Eben jene Klientel will Suzuki mit dem neuen SX4 für sich gewinnen. Das Besondere am Suzuki: Er sieht nicht nur nach Offroad aus, ihn gibt es auch tatsächlich mit Allradantrieb.

Der SX4 ist gut 4,10 Meter lang und geht damit gerade noch so als Kleinwagen durch. Auch ist er höher als konventionelle Vertreter des so genannten B-Segments, trotzdem aber nicht so offensichtlich ein Minivan wie beispielsweise ein Opel Meriva. Nicht Fisch, nicht Fleisch? Von wegen! Die Karosserie nutzt die Vorteile beider Konzepte. Man sitzt etwas erhöht auf sehr bequemen Sitzen und überblickt entspannt das Verkehrsgeschehen, ohne dass je so etwas wie ein Bus-Gefühl aufkommen würde.

Galerie: Erster Test Suzuki SX-4Trotzdem bietet der Innenraum genügend Platz für vier Personen. Auch im Fond können zwei Erwachsene durchaus länger sitzen vorausgesetzt natürlich, die Vorderleute sind keine zwei Meter lang. Der reguläre Kofferraum hat Standardmaß (270 Liter), und die Rückbank ist, anders als bei einigen anderen modernen Konkurrenten, nicht verschiebbar. Für größere Transporte lässt sie sich umklappen (60:40). Um eine nahezu ebene Ladefläche zu erhalten, müssen die Hocker anschließend vorgeklappt werden. Das maximale Ladevolumen beträgt dann 1.045 Liter. Nicht der Weisheit letzter Schluss: Die vorgeklappten Rücksitze rasten nicht ein, müssen per Schlaufe an den Kopfstützen der Vordersitze festgezurrt werden.

Qualitätsoffensive

Galerie: Erster Test Suzuki SX-4Das klare, fast nüchterne Interieur bildet einen interessanten Kontrast zum sportlichen, gelungenen Äußeren. Klar ablesbare Instrumente, etwas Chrom-Chic an der Mittelkonsole und insgesamt gute Materialien bestätigen, dass es Suzuki weiter ernst meint mit der vergangenes Jahr (Swift und Grand Vitara) gestarteten Qualitätsoffensive.

Grundsätzlich wird der SX4 in zwei verschiedenen Versionen angeboten. Mit ziviler Optik für die Basismodelle und mit gefälligem weil nicht übertriebenen Offroad-Look. Motorenseitig stehen die beiden aus dem Swift bekannten, eher träge zu Werke gehenden Vierzylinder-Benziner mit 99 PS und 107 PS, sowie ein Dieselmotor mit serienmäßigem Partikelfilter zur Auswahl. Allradantrieb (zuschaltbar; automatisch regelnd und im Lock-Modus mit festem Durchtrieb zur Hinterachse) gibt es vorerst ausschließlich für den Selbstzünder.

Der Fiat-Part

Galerie: Erster Test Suzuki SX-4Der 1,9-Liter-Common-Rail-Dieselmotor kommt von Fiat. Im Gegenzug dürfen die Italiener den von Suzuki entwickelten SX4 auch als Fiat Sedici verkaufen. 120 PS leistet das Aggregat und bringt es auf ein maximales Drehmoment von 280 Newtonmeter bei 2.000 Touren. Auch wenn das Aggregat nicht sonderlich leise arbeitet, passt es aufgrund seines lebhaften Temperaments gut zum SX4. Auch in der Allradversion lässt sich der immerhin über 1,4 Tonnen schwere Kleinwagen zügig bewegen. Nach rund elf Sekunden ist Tempo 100 erreicht, die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 180 km/h.

Die Sportlichkeit kommt nicht zu kurz. Das neu entwickelte manuelle Sechsganggetriebe ist sauber geführt, die Schaltwege sind angenehm kurz. Das Sportlenkrad liegt gut in der Hand und die Lenkung selbst erlaubt zielsicheres Navigieren. Einen guten Kompromiss hat Suzuki beim Fahrwerk gefunden. Schnelle Kurven durcheilt der hochbeinige SX4 ohne nennenswerte Seitenneigung. Und trotz der straffen Auslegung werden böse Bodenbeläge akzeptabel abgefedert. Besonders leise geht es dabei allerdings nicht zu Werke.

ESP nur gegen Aufpreis

Galerie: Erster Test Suzuki SX-4Kritikwürdig sind zwei Ausstattungsdetails. Das Stabilitätsprogramm ESP wird es in allen Modellen nur gegen Aufpreis geben (angedacht sind € 300). Und eine für die optimale Sitzposition unerlässliche Längsverstellung fürs Lenkrad ist gar nicht erhältlich. Unverständlich, da der SX4 ansonsten (mit Ausnahme der nicht empfehlenswerten Basislinie „Classic“) mit einer guten Serienausstattung aufläuft. Die Ausstattungsvariante „Club“ umfasst unter anderem elektrische Fensterheber, Klimaanlage, CD-Radio sowie Front-, Seiten- und Vorhangairbags. Die „Comfort“-Linie protzt zudem mit Sitzheizung, schlüssellosem Zugang, Klimaautomatik, Alufelgen und Navigationssystem.

Die Preise werden erst kurz vor der Markteinführung im Juni festgezurrt. Einstellen muss man sich auf eine Spanne von rund 14.500 Euro für den 1.5er bis ca. 21.000 Euro für den Diesel mit Luxusausstattung und Allradantrieb. Zum Vergleich: Der CrossPolo mit 100-PS-Diesel kostet bereits über 18.000 Euro - ohne Allradantrieb, Navi oder Klimaautomatik wohlgemerkt.

Fazit

Suzuki entwickelt sich still und leise zu einem feinen Kleinwagenhersteller, der in Sachen Wertanmutung, vor allem aber Technik keinen Vergleich scheuen muss. Der praktische wie interessant positionierte SX4 ist das beste Beispiel. Zumal sich die Japaner nicht scheuen, eigene Schwachstellen (wie etwa die Motoren) durch sinnvolle Kooperationen (das Dieselaggregat von Fiat) auszugleichen.

Die steigenden Zulassungszahlen bestätigen den positiven Trend: 17 Prozent Zuwachs allein im vergangenen Jahr können sich sehen lassen. Gut möglich, dass das Ziel, bis 2009 die jährlichen Verkäufe fast zu verdoppeln (2005: 29.000 Einheiten), erreicht wird. Schließlich werden bis dahin fünf weitere neue Modelle auf den Markt kommen.

Galerie: Erster Test Suzuki SX-4

 
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