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Galerie: Erster Test Suzuki SX4 Facelift

Erster Test: Suzuki SX4 Facelift

Einfach und ehrlich

25.09.2009

Ein Automobil sollte seine Benutzer ursprünglich einmal von A nach B transportieren – schnell, komfortabel und sicher. Fertig!? Nein, seit Jahren kommen immer mehr Spielereien hinein, die das Autofahren noch schneller, noch komfortabler, noch sicherer und jetzt auch noch sparsamer machen sollen – diese Technikfülle kann aber auch nerven. Eine Ausnahme: Der überarbeitete Suzuki SX4.

Der SX4 ist seit 2006 auf dem Markt und nunmehr ein alter Bekannter im Straßenbild. Zudem gibt es den in Ungarn produzierten Japaner auch als „waschechten“ Italiener. Suzuki SX4 und Fiat Sedici sind zweieiige Zwillinge, wobei die Ähnlichkeit dennoch unverkennbar ist.

Deutlich sparsamer

Galerie: Erster Test Suzuki SX4 FaceliftSo kommt es auch, dass das Dieseltriebwerk im Suzuki aus Italien stammt. Ab sofort werkelt im Bug des 4,15 Meter kompakten Mild-SUV ein neuer Zwei-Liter-Common-Rail-Diesel, der es dank 0,7 bar Turbodruck (ehemals 0,5 bar) auf 135 PS und 320 Newtonmeter Drehmoment bringt. Trotz minimaler Hubraumerhöhung benötigt der neue Diesel laut Suzuki ganze 0,9 Liter weniger Sprit als der alte 1.9er. 5,5 Liter Diesel sollen es beim Topmodell 2.0 DDiS mit zuschaltbarem Lamellenkupplung-Allradantrieb sein. Ein Wert, der gerade in Anbetracht des mit 1,62 Metern doch recht hoch bauenden SX4 beeindrucken kann. Als Frontantriebs-Version spritzt der SX4 DDiS gar nur 4,9 fein zerstäubte Liter Diesel mit 1.600 bar Einspritzdruck in die vier Brennräume.

Ein Drittel wählt Diesel

Galerie: Erster Test Suzuki SX4 Facelift33 Prozent der SX4-Käufer entscheiden sich für den Diesel, der exakt 2.000 Euro mehr kostet als der 120 PS starke Ottomotor, der ebenfalls modifiziert wurde und ab sofort bis zu einem halben Liter weniger Sprit benötigen soll (mindestens 6,2 Liter). Der Benziner beschleunigt den frontgetriebenen, mindestens 1,25 Tonnen schweren SX4 in unter elf Sekunden auf Tempo 100. Der Diesel mit Ein-Achs-Antrieb nimmt sich für diese Übung 10,5 Sekunden Zeit und 11,2 Sekunden mit dem 65 Kilogramm wiegenden und 1.500 Euro teuren Allradantrieb.

Generell wiegt der Diesel gut 120 Kilogramm mehr als der Benziner. Der Selbstzünder ist dennoch die bessere Wahl, auch wenn der neue Ölbrenner akustisch immer präsent ist. An der Lautstärke ändert nämlich auch das modifizierte und nach wie vor exakt schaltbare Getriebe nichts. Im Diesel wurden die Gänge drei, vier, fünf und sechs deutlich länger ausgelegt. Das hilft zum einen beim Spritsparen, macht den SX4 zum anderen aber etwas träger, daher verbesserten sich trotz Mehrleistung die die Fahrwerte im Vergleich zum schwächeren Vorgänger nicht. Beim Benziner wurde lediglich der fünfte und damit letzte Gang sowie die Achsübersetzung verlängert. Daher profitiert er fahrdynamisch eher von der Mehrleistung um 13 PS.

Top-Fahrwerk

Galerie: Erster Test Suzuki SX4 FaceliftAm Fahrwerk änderte Suzuki nichts. Der SX4 besitzt nach wie vor keine Elektronikdämpfer, keine aktiven Wankstabilisatoren oder sonstigen Schnickschnack. Dafür aber verschiedene Abstimmungen. So hat der Diesel-Allradler eine Bodenfreiheit von 19 Zentimetern. Die Abstimmung gefällt mit einem gekonnten Kompromiss aus Beweglichkeit und Straffheit. So rollt vor allem das höhergelegte Offroad-Fahrwerk gleichwohl elegant auf asphaltierten Straßen und unbefestigten Waldwegen und schlägt nicht bei jedem Loch auf Block. Dafür lässt die Lenkung etwas Direktheit vermissen, sie agiert eher gemütlich, was aber tendenziell zum Suzuki und zu seinen Käufern passt. Denn die meisten SX4-Besitzer haben 50 Lenze längst überschritten.

1.500 Euro Aufpreis kostet der Allrad, den rund 33 Prozent der SX4-Käufer wählen. Die restlichen 66 Prozent erfreuen sich schlicht an der SUV-typisch hohen Sitzposition und dem damit verbundenen leichteren Einstieg, der gefühlt besseren Rundumsicht und der aufgefrischten Offroad-Optik.

Dezente Optik-Retuschen

Hier haben die Japaner etwas nachgeholfen und dem hochbeinigen SX4 einen markanteren Pseudo-Unterfahrschutz aus Kunststoff und einen neu geformten vorderen Stoßfänger gegönnt. Wahren Offroad-Einsatz überlebt die nur leicht angeschrägte, silber lackierte Schutz-Attrappe jedoch nicht unbeschadet. Aber dafür ist der SX4 auch nicht gedacht, auch nicht als Allradler. Er soll vielmehr Bergbewohner sicher den verschneiten Hügel hinaufbringen oder Förster durch morastige Waldwege in ihr Revier begleiten.

Galerie: Erster Test Suzuki SX4 FaceliftIm Innenraum beschränken sich die sichtbaren Veränderungen auf ein neues Kombiinstrument, eine neue Klimaregelung, etwas Chrom an Luftdüsen und Türgriff sowie die Beleuchtung für die Lenkradtasten und eine bequeme Türverkleidungs-Polsterung für die Ellbogen. Ansonsten überzeugt der SX4 noch immer mit einem ordentlichen Platzangebot, gut konturierten Vordersitzen, einer tadellosen Verarbeitung und Funktionalität. Weiterhin eher mäßig sind das Kofferraumvolumen mit nur 270 Litern, das lediglich in der Höhe verstellbare Lenkrad und die massigen A-Säulen, die den Blick aufs Wesentliche behindern.

Das Wesentliche sind neben dem Verkehr für viele Auto-Käufer auch die Kosten. Und hier kann der Halb-Japaner punkten. Denn bei dem SX4 verzichtet Suzuki auf Schnickschnack – alles Wichtige ist hingegen an Bord. So gehören ESP, ABS und sechs Airbags genauso zur Serienausstattung eines jeden SX4 wie eine Klimaanlage, elektrische Fensterheber, Bordcomputer und beispielsweise ein MP3-CD-Radio mit mindestens acht Lautsprechern. Und das alles ab 16.000 Euro. Zumindest dann, wenn man sich für den SX4 1.6 VVT Benziner mit 120 PS, Frontantrieb ohne Offroad-Design entscheidet.

Technische Daten
 
Marke und Modell   Suzuki SX4 2.0 DDIS i-AWD   Suzuki SX4 1.6 2WD
Ausstattungsvariante   Offroad Comfort   Offroad Club
Abmessung und Gewicht        
Länge/Breite/Höhe (mm)   4.150 / 1.755 / 1.620   4.150 / 1.755 / 1.605
Radstand (mm)   2.500   2.500
Wendekreis (m)   10,6   10,6
Leergewicht (kg)   ab 1.425   ab 1.235
Kofferraum (Liter)   270 bis 1.045   253 bis 992
Bereifung Testwagen   205/60 R16   195/65 R15
Motor        
Hubraum (ccm) / Zylinder (Zahl, Bauart)   1.956 / 4, Reihe   1.586 / 4, Reihe
Leistung (PS)   135   120
Drehmoment (Nm) / Umdrehungen   320 ab 1.500   156 bei 4.400
Antriebsart   Front/Allrad   Front
Getriebeart   6-Gang-Schalter   5-Gang-Schalter
Verbrauch        
Krafstoffart   Diesel   Super
Kombiniert laut Werk (l/100km)   5,5   6,2
CO2-Emissionen (g/km)   143   143
AS24-Verbrauch (l/100km)   k.A.   k.A.
Fahrleistungen        
Werksangabe 0-100km/h (s)   11,2   10,7
AS24-Sprint 0-100km/h (s)   k.A.   k.A.
AS24-Bremstest 100-0km/h (m)   k.A.   k.A.
Höchstgeschwindigkeit (km/h)   180   185
Preise        
ab (Euro)   21.400   16.600
 
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Das Topmodell 2.0 DDiS mit Kraftübertragung auf alle Viere, Aluräder, abgedunkelten Scheiben hinten, Nebelscheinwerfer, schlüssellosem Zugangs- und Motorstartsystem, Klimaautomatik, Sitzheizung und Tempomat kostet freilich mehr. Dennoch ist auch dieser mit 21.400 Euro nicht überteuert und gar 400 Euro günstiger als das Vorgänger-Modell.

Fazit

Der Suzuki SX4 lohnt sich vor allem für die bislang 33 Prozent, die auf den auf Knopfdruck zuschaltbaren Allradantrieb schwören. Denn derzeit gibt es keinen Allradler für weniger Geld, der so viele Fähigkeiten zu einem gelungenen Kompromiss vereint. Die Einfachheit und der Verzicht auf Hightech machen sich im Preis wortwörtlich bezahlt. Die gefühlte Langlebigkeit durch unempfindliche Kunststoffe und schlichte Nutzbarkeit dürfte von diesem Verzicht ebenso profitieren.

Der neue Dieselmotor ist eine feine Ergänzung und macht aus dem wendigen Kompaktmodell gleichzeitig einen angenehm flotten Gleiter. Wer keinen Diesel braucht, findet in dem exakt 2.000 Euro günstigeren Benziner eine passende Alternative. Denn am SX4 gefällt vieles und stört nichts wirklich.

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