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Galerie: Erster Test Suzuki SX4 S-Cross

Erster Test: Suzuki SX4 S-Cross

Parallel-Schwung

01.10.2013

Bevor ein neues Auto auf den Markt kommt, muss es einen Namen haben. Auf der Suche nach einer klangvollen Lösung verrenken sich in vielen Firmen eine Menge Menschen ihre Gehirnwindungen. Ob’s bei Suzuki auch so gelaufen ist? Schwer vorstellbar angesichts der Entscheidung, das neue Modell SX4 S-Cross zu nennen und den bisher und weiterhin erhältlichen SX4 künftig mit dem Namenzusatz Classic zu vermarkten.

Anders als der Classic ist der S-Cross ein typischer Vertreter des aktuellen Crossover-Konzepts, das Kombi-Eigenschaften gründlich mit SUV-Elementen verbrämt. Ursprünglich sollte das neue Modell das alte ersetzen, berichtet Suzuki, doch dann hätten Designer und Ingenieure erkannt, dass ein größeres Fahrzeug auf mehr Resonanz stoßen würde und kurzerhand entschieden, parallel zur alten eine zweite SX4-Linie einzuführen.  Das Ergebnis dieses Planungs-Umschwungs ist 4,30 statt 4,15 Meter lang, 1,77 Meter breit, 1,58 Meter hoch und verfügt in dieser stattlichen Hülle über familientaugliche 430 bis 1.269 Liter Kofferraum.

Vierfach variabler Allradantrieb

Doch nicht nur optisch trennt die beiden SX4 mehr, als sie eint: Der -weiterhin optionale - Allradantrieb im neuen SX4-Modell ist ein anderer, weitaus leistungsfähigerer, steuerbar über einen Drehknopf auf der Mittelkonsole: Das Allgrip genannte System ist anpassungsfähig, und das in doppelter Hinsicht: Sowohl die Kraftverteilung zwischen den Antriebsachsen als auch das Ansprechverhalten von Motor und den Fahrsicherheitssystemen wie Traktionskontrolle und ESP werden auf schwierigem Untergrund so gesteuert, dass der Wagen vorankommt.

Galerie: Erster Test Suzuki SX4 S-CrossInsgesamt vier Modi stehen zur Wahl: Auto, Sport, Snow und Lock. Die letztgenannte Einstellung ist dazu gedacht, das Fahrzeug aus Schnee, Schlamm oder Sand zu befreien; damit das gelingt, wird das  Drehmoment unvariabel zwischen den beiden Achsen halbiert. Kunden, die dagegen die 65 Kilogramm schwere, den Verbrauch um ein paar Zehntelliter erhöhende Allrad-Technik für entbehrlich halten, sparen 1.700 Euro, denn gibt es den SX4 S-Cross - der 4 in der Typbezeichnung zum Trotz - nicht nur mit vier angetriebenen Rädern.

Die Einstiegsmodelle zu 19.490 (Benziner) beziehungweise 21.690 Euro (Diesel) sind grundsätzlich Fronttriebler und ausschließlich mit Club-Ausstattung zu bekommen, was unter anderem heißt, dass der Klimaanlage die automatische Regelung fehlt, die Neigung der Rücksitzlehne nicht verstellbar ist, ein MP3-fähiges CD-Radio ohne Bluetooth-Freisprecheinrichtung und statt sechs oder sieben nur vier Lautsprecher an Bord sind.

Panorama-Glasdach nur für 4WD-Modelle

Galerie: Erster Test Suzuki SX4 S-CrossDie 4WD-Preisliste - mit Klimaautomatik und noch ein paar serienmäßigen Zutaten sowie der Möglichkeit, den Wagen mit gläsernem Panorama-Schiebe-/Hubdach zu ordern - startet erst bei 22.990 Euro; teuerstes Modell im Angebot ist der SX4 S-Cross 1.6 DDIS 4x4 mit Comfort+-Ausstattung für 28.990 Euro. Hinter dem nahezu zeilenfüllenden Kürzel verbirgt sich ein 1,6-Liter-Turbodiesel, der mit Hilfe eines Sechsgang-Schaltgetriebes maximal 120 PS mobilisiert. Viel mehr ist von der Suzuki/Fiat-Kooperation, die einst zur Entwicklung von SX4 (Classic) und Sedici führte, nicht übrig geblieben.

Der Benziner, der, anders als der Diesel, die Euro 6-Schadstoffnorm erfüllt, muss mit fünf Vorwärtsgängen auskommen, und beim Drehmoment ist es endgültig vorbei mit den Gemeinsamkeiten: Der Ottomotor braucht 4.400 Touren, um 156 Newtonmeter bereitzustellen, während beim Diesel schon bei 1.750 Kurbelwellenumdrehungen pro Minute das Zugkraftmaximum von 320 Newtonmetern abzurufen ist.

Bei der Höchstgeschwindigkeit - 180 km/h - herrscht Gleichstand, beim Spurten ist der in 11 beziehungsweise 12 Sekunden (2WD/4WD) von 0 auf 100 km/h beschleunigende Benziner dem Diesel hingegen um Nasenlochlänge voraus, denn der Selbstzünder braucht jeweils eine Sekunde länger. Er ist damit aber zumindest etwas flotter unterwegs als der Benziner mit stufenloser Getriebeautomatik, die den Preis um 1500 Euro erhöht. Dass diese Variante nur in Komfort- und Komfort+-Umgebung lieferbar ist, dürfte die Kauflust zusätzlich dämpfen. Ansonsten spricht wenig gegen den Erwerb eines SX4 S-Cross: Er fährt sich, dank gelungener Fahrwerksabstimmung, so gut wie ein Pkw-Kombi, und die Federung ist so beschaffen, dass das Rückgrat selbst auf reparaturbedürftigen Straßenabschnitten nicht überstrapaziert wird.

Leichtbauweise

Galerie: Erster Test Suzuki SX4 S-CrossDass die SX4 S-Cross-Konstrukteure schlanke Strukturen geschaffen haben, zeigt ein Blick ins Datenblatt: Für den Benziner mit Vorderradantrieb weist Suzuki ein Basis-Gewicht von 1160 Kilogramm aus - 75 Kilogramm Zuladung in Gestalt des Fahrers inbegriffen. Damit ist dieser Viertürer gut zwei Zentner leichter als beispielsweise der 14 Zentimeter kürzere, ansonsten aber vergleichbar dimensionierte und motorisierte Peugeot 2008.

Weil der Suzuki-Crossover - der übrigens nicht in Japan, sondern in Ungarn produziert wird - wenig Speck auf den Stahlrippen hat, liegen auch die Verbrauchswerte unterm Klassendurchschnitt. Der Benziner konsumiert im Test nach EU-Norm 5,4 bis 5,7 Liter je 100 Kilometer (2WD/4WD) und stößt pro 1000 Meter zwischen 125 und 130 Gramm Kohlendioxid aus. Noch etwas besser schneidet der Diesel ab: Für ihn werden 110 bzw. 114 Gramm CO2 und Verbräuche von 4,2 beziehungsweie 4,4 Liter ausgewiesen.

 
Fazit
 

Gerlinde Fröhlich-Merz

Der SX4 S-Cross ist ein ansehnlicher und technisch ausgereifter Neuzugang im Crossover-Lager und speziell für die Liebhaber der Marke eine reizvolle Vergrößerung der Modellpalette. Dass er den Markt aufmischt, ist angesichts des aktuellen Suzuki-Marktanteils von rund einem Prozent jedoch nicht zu erwarten.
 
 
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