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Galerie: Erster Test Toyota Auris Touring Sport

Erster Test: Toyota Auris Touring Sport

Bärenhöhle mit Spatzendurst

05.07.2013

Ende 2012 hat Toyota seinen Golf-Gegner Auris fast zeitgleich mit dem Golf VII in den Markt gebracht. Diese Ereignis-Parallelität wiederholt sich nun bei den Kombis der beiden Kontrahenten, die sich, welch Zufall, zudem in vielen Aspekten recht ähnlich sind. Es gibt dennoch zwei Besonderheiten, mit denen sich der Japaner abheben kann: ein niedriger Basispreis und der nachwievor überzeugende Hybridantrieb.

Letzerer ist schon hinlänglich bekannt und in seiner aktuellen Form in vielen Modellen des japanischen Autokonzerns im Einsatz. Und wie in anderen Hybrid-Modellen sorgt das Doppelherz auch im Auris Kombi für eine geschmeidig-kultivierte Antriebsart und einen niedrigen Verbrauch, sofern man vernünftig fährt: 3,7 Liter sollen im Fall des Touring Sport, so nennt Toyota übrigens seinen Kombi, möglich sein. Und praktisch wird man kaum mehr als zwei Liter überm Prüfstandwert liegen.

Wer jedoch Wert auf ein besonders dynamisches Fahrgefühl legt, der sollte eher die Finger vom Hybrid lassen, denn der eigentliche Spaß des Antriebs liegt in seinem potenziell niedrigen Verbrauch. Wenngleich der Auris Hybrid alles andere als untermotorisiert ist und in schnellen Kurven auch Freude bereiten kann. Doch dazu später mehr.

Reichlich Raum für Großes und Kleines

Galerie: Erster Test Toyota Auris Touring SportWährend sich die Hybridversion beim Verbrauch herrlich bescheiden gibt, ist der Auris Kombi beim Stauraum ein Protzer. 530 Litern fasst der Standardkofferraum, der sich dank zweier solider Hebel in den Seitenwänden und der geteilt umlegbaren Rückbanklehne auf 1.658 Liter erweitern lässt. Dabei fällt nach dem (Fern)entriegeln die Lehne ganz von selbst nach vorne und ergibt sich ein zunächst ebener Laderaum. Eine Wickelfunktion oder umständlich herausnehmbare Sitzflächen gibt es nicht. Die zunächst ebene Ladefläche ist einem Zwischenboden im Kofferraum zu verdanken, der auf Höhe der im Vergleich zum Kompakt-Auris um zehn Zentimeter abgesenkten Ladeschwelle und der umgeklappten Rückbanklehne aufliegt.

Alternativ kann man diesen Ladeboden auch tiefer legen oder herausnehmen, was den Transport sperriger Gegenstände erleichtert. Es gibt sogar noch einen zweiten Zwischenboden, unter dem sich zusätzlicher Stauraum für Bordwerkzeug und ein Reifenreparaturset befindet. Darüber hinaus bietet der Touring Sport noch kleinere Zusatzstaufächer in den Seitenwänden und seitlich unterm Kofferraumboden. Abgerundet werden die überzeugenden Transporttalente des schick ausgekleideten Gepäckabteils noch durch einige Verzurrösen.

Trennnetz immer Serie

So weit, so konventionell. Es gibt dann aber noch zwei bemerkenswerte Clever-Lösungen: Das grundsätzlich serienmäßige Abdeckrollo ergänzt ein ebenfalls für alle Ausstattungen serienmäßiges Trennnetz. Bei letzterem lässt sich die Kassette aus ihrer Halterung herausnehmen und am oberen Ende der umgelegten Rückbanklehne befestigen und sich so auch das Trennnetz zwischen dem gut zwei Meter langen Maximalstauraum und den beiden Vordersitzen hochziehen.

Als zweite praktische Neuerung hat Toyota für des Abdeckrollo eine zusätzliche Arretierstufe eingeführt, dank der man nicht mehr umständlich das Rollo aus den Tiefen des Raumes wieder herholen muss, wenn man nur ein paar Kleinigkeiten eingeladen hat. Wem beim Transport größerer Gegenstände Rollo und Trennnetz im Weg sind, kann diese alternativ im Zwischenboden des Kofferraums ablegen. Allerdings gibt es hier, anders als etwa im Golf Variant, keine Halterungen mit speziellen Aufnahmen.

Großer Überhang hinten

Galerie: Erster Test Toyota Auris Touring SportAutofahrern mit Laderaumfetisch wird der Auris Touring Sport dennoch viel Freude bereiten. Dass das praktische Vielseitigkeits-Hinterteil mit optischen Nachteilen einhergeht, versteht sich von selbst. Der große Karosserieüberhang hinter der Hinterachse ist schon ein handfester Makel. Immerhin hat Toyota den Heckklappenbereich dynamisch angeschrägt und können zudem eine nach hinten abfallende Dachlinie und ein diffusorartiger Einlass in die untere Heckschürze dieses segmentspezifische Proportionsdilemma etwas kaschieren. Der Rest des Auris wirkt modern, wenn auch nicht überragend raffiniert oder in besonderer Weise reizvoll. Ein Toyota eben.

Ebenfalls etwas profaner als im Golf Variant geht es im angenehm alltagstauglichen Cockpit des Auris Touring Sport zu. Man sitzt nahezu perfekt in diesem Auto auf gut konturierten und mit ordentlichem Langstreckenkomfort gesegneten Sitzen. Praktisch sind zahlreiche Ablagemöglichkeiten sowie das riesig dimensionierte Handschuhfach und ein ebenfalls groß geschnittenes Staufach unterhalb der Fahrerarmlehne.

Angenehmer Innenraum, angenehmes Fahrwerk

Galerie: Erster Test Toyota Auris Touring SportIn den von uns getesteten höherwertigen Ausstattungsvarianten sorgen zudem schicke Materialien für eine wohnliche Atmosphäre. Softtouch-Oberflächen auf dem Armaturenbrett und der Türinnenschulter vermitteln standardmäßig eine bereits leicht noble Anmutung. Teile des Armaturenbretts lassen sich zudem mit schicken Oberflächen in Metalloptik oder mit Leder verkleiden. Nicht so überzeugen mochte uns hingegen das Navisystem, welches über einen kleinen Bildschirm und einen langsamen Prozessor verfügt. Immerhin kostet der allein den höheren beiden Ausstattungen vorbehaltene Wegfinder lediglich 550 Euro Aufpreis.

Wie schon die Steilheck-Version, so bietet auch der Kombi ein ausgewogenes Fahrverhalten. Der tiefe Fahrzeugschwerpunkt, die exakte und in manchen Momenten verzeihbar synthetisch wirkende Lenkung sowie die geringe Wankneigung sorgen für ein angenehm dynamischen Fahreindruck. Allerdings haben wir diese spaßigen Momente nur mit den stärkeren Motorvarianten erlebt, die serienmäßig über eine den flotten Kurvenfahrten zuträgliche Mehrlenker-Hinterachse verfügen, während bei den schwächeren Motoren lediglich eine Verbundlenkerachse zum Einsatz kommt.

Stark oder günstig

Galerie: Erster Test Toyota Auris Touring SportNeben der Hybridversion konnten wir noch den 124 PS starken 2.0 D-4D fahren, der angenehm kultiviert und mit einem üppigen Drehmoment von 310 Newtonmeter eine spannende Alternative zum Teilzeitstromer ist. 10,5 Sekunden dauert der Sprint, die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 195 km/h. Die 4,4 Liter Normverbrauch haben wir im ruhigem mallorquinischen Überlandverkehr praktisch um rund einen Liter nach oben getrieben.

Alternativ bietet Toyota noch einen 1,4-Liter-Diesel mit 90 PS an, der bei verhalten forschem Vortrieb nur unwesentlich sparsamer ist, mit 19.100 Euro jedoch einen interessanten Preis bietet. Denn damit ist der Auris Kombi in etwa so teuer wie die Basis-Version des Golf Variant, der dann allerdings nur einen 85 PS starken Benziner hat. Noch günstiger ist der Toyota Auris Touring Sport mit dem 99 PS starken 1,33-Liter-Benziner, den man für 17.150 Euro bekommt. Damit ist der japanische Kombi gut 2.000 Euro günstiger als der Golf Variant und bietet dennoch 14 PS mehr Motorleistung. So gesehen ist der Last-Auris ein finanziell interessantes Angebot. Allerdings geht es noch günstiger: So bietet zum Beispiel Kia mit dem Ceed Sportwagen ein vergleichbares Modell für bereits 15.690 Euro an.

 
Fazit

Mario Hommen

Toyota bringt seit langer Zeit wieder eine Kombiversion einer Kompaktbaureihe in den Markt und das ziemlich zeitgleich mit dem neuen VW Golf Variant. Hinter dem Großmeister des Kompaktsegments braucht sich der Japaner keineswegs verstecken: Er bietet sogar mehr Stauraum, zudem ausgewogene Fahreigenschaften und attraktive Motoren. Wer Wert auf einen besonders sparsamen und sauberen Antrieb legt, hat erstmals in dieser Fahrzeugklasse auch die Möglichkeit, den großartigen Hybridantrieb von Toyota zu bestellen. Fahrspaß bekommt man allerdings erst mit den stärkeren Motoren wie dem 124 PS starken Diesel oder dem 1.6er-Benziner mit 132 PS.

Nicht ganz so glanzvoll sind allerdings die Ausstattungsmöglichkeiten, denn zumindest bei den derzeit so angesagten Assistenzsystemen wie Tot-Winkel-Warner oder Spurverlassens-Warner hat Toyota nichts im Angebot. Auch ein Abstandstempomat wäre durchaus schön, ist aber nicht erhältlich. Und das Navigationsgerät ist zwar günstig, der Bildschirm aber klein und der Prozessor langsam.

Dafür hat Toyota den Auris Touring Sport preislich interessant positioniert, denn mit 17.150 Euro ist er gut 2.000 Euro günstiger als ein vergleichbarer VW Golf Variant.
 
 

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