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Galerie: Erster Test Toyota Auris

Erster Test: Toyota Auris

Goldig

30.01.2007

Toyota Corolla, das steht für Bodenständigkeit, hohe Qualität und Wertstabilität. Stichworte wie Emotionen, Fahrspaß und Lifestyle werden nicht unbedingt mit dem kompakten Japaner in Verbindung gebracht. Ein guter Grund also, dem Nachfolger einen neuen Namen zu geben: „Auris“ erinnert an das lateinische „aurum“, also Gold, und an „Aura“. Attribute, die den Golf-Konkurrenten attraktiv machen sollen.

Attraktiv ist der Auris ohne Zweifel, ein designtechnischer Quantensprung allerdings nicht. Die Front erinnert an einen aufgeblasenen Toyota Yaris, das Heck an einen rundgelutschten Corolla.

Innovativer geht es im Innenraum zu. Die wuchtige Mittelkonsole scheint zu schweben. Griffgünstig ist dort der Schalthebel platziert, auch Klimaanlage, Radio und der große Navi-Bildschirm finden hier ihren Platz. Was man allerdings in dem nur schwer zugänglichen Fach hinter der Konsole verstauen soll, bleibt ein Rätsel.

Abgelegt

Galerie: Erster Test Toyota AurisGenerell mangelt es dem Auris an offenen Ablagen, die Handy, Geldbeutel oder Wohnungsschlüssel aufnehmen könnten. Dafür bietet er gleich zwei Handschuhfächer und ein weiteres Ablagefach an der Stelle, an der wir die Mittelarmlehne vermissen. Sie ist nicht einmal gegen Aufpreis erhältlich, ebenso wenig eine Sitzheizung.

Die Verarbeitungsqualität des in England (Fünftürer) und der Türkei (sowohl Drei- als auch Fünftürer) gefertigten Auris ist gut. Verbesserungsfähig und -würdig ist dagegen das Hartplastik. Die Optik ist OK, die Haptik allerdings enttäuscht. Bernsteinfarbene Instrumente hellen die Stimmung wieder auf. In die beiden runden Anzeigen für Geschwindigkeit und Drehzahl ist jeweils ein weiteres, hochauflösendes Display für Tankuhr und Bordcomputer integriert.

Gerüstet

Zum Verkaufsstart am 3. März hält Toyota vier Motoren bereit. Der 1,4 Liter große Basisbenziner mit 97 PS ist ein alter Bekannter aus dem Toyota-Konzern. Neu ist der 124 PS leistende 1.6 Dual VVT-i. Der Namenszusatz bezeichnet die doppelte variable Nockenverstellung. Ein- und Auslasswelle werden getrennt justiert, der Verbrennungsprozess soll effizienter ablaufen. Mehr Durchzugskraft im mittleren Drehzahlbereich, ein verbessertes Leerlaufverhalten und geringerer Verbrauch sollen daraus resultieren.

Galerie: Erster Test Toyota AurisTrotzdem schreit der 1.6 nach hohen Touren - sein maximales Drehmoment von 157 Nm liegt erst bei 5.200 Umdrehungen an. Dann wird der Auris zwar laut, legt aber eine sportliche Agilität an den Tag. Bei 6.000 Touren ist das Leistungsmaximum erreicht, kurz danach greift der Drehzahlbegrenzer ein.

Die Konsequenz dieser Verlaufskurven ist eine kurze Auslegung der fünf Gänge, die dem Motor die nötigen Touren bringen. Damit lässt sich der 1.300 Kilogramm schwere Auris in 10,4 Sekunden auf 100 km/h beschleunigen, bis Tempo 190 wandert die Tachonadel weiter. Als Durchschnittsverbrauch gibt Toyota 6,9 Liter Superbenzin pro 100 Kilometer an.

Lecker

Galerie: Erster Test Toyota AurisDaneben sind zwei Selbstzünder im Programm. Top-Modell ist der 2.2 D-CAT mit Stickstoffkatalysator. Seine 177 PS müssen allerdings mehr als 1,5 Tonnen bewegen. Gut 100 Kilogramm weniger wiegt der kleinere 2.0 D-4D.

Mit 126 PS und 300 Newtonmetern ist letzterer ein echter Leckerbissen. Bereits bei 1.800 Touren liegt das Drehmoment voll an, die gleichmäßige Kraftentfaltung überzeugt. Bei hohen Drehzahlen bekommt der Diesel dann einen kernigen Klang. Zurückhaltung verspricht Toyota beim Verbrauch: 5,7 Liter Diesel je 100 Kilometer gehen in Ordnung.

Serienmäßig werden die Selbstzünder mit einem Partikelfilter ausgeliefert. Ende 2008 wird der aus dem Yaris bekannte 1,4-Liter-Diesel mit 90 PS das Angebot nach unten abrunden.

Gestrafft

Galerie: Erster Test Toyota AurisKurze Schaltwege und die präzise geführte Kulisse passen gut zu dem sportlichen Charakter, den das Fahrwerk vermittelt. Der Auris ist straff ausgelegt, zusammen mit der genauen elektrischen Servolenkung werden Kurven zum Vergnügen. Hier muss sich VW auf einen ebenbürtigen Konkurrenten einstellen.

Trotz seiner Sportlichkeit ist der Toyota nicht zu hart. Selbst Bahnschienen werden gut abgefedert, die Bandscheiben der Passagiere bekommen nur wenig zu spüren. Ausgezeichnet ist der Seitenhalt der Sitze, die Polsterung ist allerdings zu weich ausgefallen.

Geräumig

Die Fondpassagiere können sich im Viertürer über viel Kopf- und Beinfreiheit freuen. Selbst Personen über 1,90 Meter halten es in der zweiten Reihe aus. Ihnen kommt der Wegfall des Kardantunnels entgegen, wodurch mehr Platz im Fußraum entsteht. Für das Gepäck stehen zwischen 354 und 777 Liter parat, die Rückenlehne lässt sich mit einem Handgriff flach legen.

Vielfältig

Die Preise beginnen bei 15.900 Euro für den 1,4-Liter-Fünftürer in der Grundausstattung „Auris“; der Dreitürer kostet jeweils 700 Euro weniger. Die Basis bietet mit elektrischen Außenspiegeln, Radio-CD-Kombination und elektrischen Fensterhebern vorn relativ wenig Komfort. Sicherheitsfeatures wie das Stabilitätsprogramm VSC sowie ein zusätzlicher Fahrer-Knieairbag gehören dafür zur Serienausstattung.

Vier weitere Ausstattungsvarianten nebst kostenpflichtigen Extras lassen kaum Wünsche offen. Das Topmodell „Executive“ wartet mit schlüssellosem Zugang, Klimaautomatik, Tempomat, Lichtautomatik, Regensensor und Xenonscheinwerfern auf. Zusammen mit dem kleinen Diesel sind dann aber auch 23.950 Euro fällig. Der 2.2 D-CAT schlägt mit 24.950 Euro zu Buche.

 
Fazit

Michael Gebhardt

Wer bei Toyota immer noch an günstige Asien-Schnäppchen denkt, hat die letzten Jahre verschlafen. Der neue Auris ist preislich nicht mehr weit von einem VW Golf entfernt. Doch das Preis-Leistungsverhältnis stimmt nach wie vor: Für sein Geld bekommt der Kunde ein solides und geräumiges Kompaktfahrzeug mit guten Motoren, sportlichem Fahrverhalten und dem einen oder anderen Designdetail. Und damit erfüllt er die Vorgabe, mehr zu sein als ein Corolla...
 
 

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