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Galerie: Erster Test Toyota Avensis

Erster Test: Toyota Avensis

Wo sind Start-Stopp, Hybrid und Sparer?

03.12.2008

Die dritte Generation des Avensis steht ab 24. Januar beim Händler. Der Toyota wird wieder in Europa für Europa gebaut. Komisch, dass Toyota für den komplett neu entwickelten Avensis keine Umweltmodelle anbietet und bei den neuen Benzinmotoren lediglich die Euro-4-Norm einhält.

Wer austeilt, muss auch einstecken können. Ein altes Sprichwort, das Toyota jetzt zu hören bekommt. Sieht sich das Unternehmen mit seiner Tochterfirma Lexus doch selbst als Vorreiter der Ökowelle. Mit dem Werbe-Slogan „wir fahren schon mal vor“ zeigen die Japaner mit Recht, wie weit sie in Sachen Hybridtechnik sind. Im Kleingedruckten steht dann: „Stuttgart will 2009, Wolfsburg und Zuffenhausen 2010, Ingolstadt anscheinend gar nicht mehr. Wir fahren seit 2005…“, mit Hybridtechnik, richtig. Aber wo bleibt diese Technologie beim nagelneuen Toyota Avensis?

Sechs Motoren gibt es für den rund 4,70 Meter langen Mittelklässler. Drei neu entwickelte Direkteinspritz-Benziner, die lediglich die Euro-4-Norm schaffen und drei „alte Diesel, die schon die Euro-5-Hürde knacken.

Laufruhiger Benziner

Galerie: Erster Test Toyota AvensisZur ersten Testfahrt schnappten wir uns den neuen, „downgesizten“ 1,8-Liter-Benziner, der mit 147 PS nun so viel leistet, wie der alte Zweiliter. Wir wählten die Kombination mit dem neuem CVT-Getriebe. CVT ist eine stufenlose Automatik mit variablen  Übersetzungen. Das soll dazu führen, dass der Motor immer im idealen, also spritschonenden Drehzahlbereich unterwegs ist. Wählhebel auf D und der Benziner setzt sich sanft in Bewegung.

Alle Benziner sind mit der Valvematic-Technologie ausgestattet, einer Technik, die durch Veränderung des Ventilhubs zu einem fülligeren Drehmomentverlauf verhelfen soll. An die Spritzigkeit von hubraumschwachen Turboaggregaten kommen die japanischen Saugmotoren jedoch nicht heran.

Galerie: Erster Test Toyota AvensisDer 1,6-Liter mit 132 PS macht den Anfang, gefolgt vom 1,8 mit 147 PS und noch dichter gefolgt vom 2.0 mit 152 PS. Laut Toyota wollen einige Kunden aus Imagegründen den Zweiliter-Motor mit nur fünf PS-Mehrleistung haben. Bei den Dieselantrieben stehen der Zweiliter mit 126 PS und zwei 2,2-Liter-Maschinen mit 150 respektive 177 PS bereit. Der mittlere Diesel kann mit einem neuen 6-Stufen-Automat kombiniert werden.

Flott und sparsam

Galerie: Erster Test Toyota AvensisZurück zum 1.8. Er erweist sich als passender Kompagnon zum stufenlosen Schaltautomat. Bei Tacho 130 pendelt ich die Drehzahl bei etwa 2.500 Umdrehungen ein und hält das Geräuschniveau niedrig. Ein grünes Öko-Lämpchen im Kombiinstrument weist darauf hin, dass hier alles im grünen, also sparsamen, Bereich läuft und ersetzt die Schaltempfehlung, die bei den Handschaltern obligatorisch ist.  

Der Vierzylinder ist sehr laufruhig und damit ein guter (Be-) Gleiter. Nur im obersten, kaum genutzten, Drehzahlabschnitt erhebt er seine Stimme, bei Tempo 200 ist die Maximalgeschwindigkeit erreicht. Andere Hersteller packen in dieser PS-Klasse locker noch 15 km/h drauf. So fördert der Benziner eine gelassene Gangart. Belohnt wird der Pilot mit einem Spritverbrauch von 7,8 Liter laut Bordcomputer. 6,7 sollen es nach Norm sein, was einem CO2-Ausstoß von 158 Gramm pro Kilometer entspricht. Was die Realität in Sachen Verbrauch sagt, muss ein Test klären.

Weder Start-Stopp noch Hybrid in Sicht

Galerie: Erster Test Toyota AvensisNoch mehr sparen könnten die Fahrer mit einer Start-Stopp-Automatik, einer Spritsparversion oder einem Hybridantrieb – das Knowhow ist ja vorhanden. All das wird es nach heutigem Stand jedoch für den Mittelklässler nicht geben. Chance vertan! Beim Avensis hätte Toyota  Weitsicht zeigen und noch mal eine deutliche Verbrauchssenkung herbeiführen können. Schließlich wollen sie schon 2009 den Flottenverbrauch unter 140-Gramm-drücken.

Dass der Avensis für Europa gemacht wurde, zeigt sich am Fahrwerk. Straff und sportlich ist die Feder-Dämpfer-Abstimmung geraten. Zackig lenkt der Avensis ein, biegt mit wenig Seitenneigung um die Ecken und beschleunigt mit ordentlich Grip aus den Kehren raus. Nachteil der Abstimmung: Vor allem bei Querfugen wird er bockig und wirkt überdämpft. Dafür ist das Fahrwerk sicher und wird in Notsituationen vom neuen VSC+ unterstützt. Das Antischleuderprogramm kann sogar mit dezenten Lenkeingriffen den Fahrer im Lenkverhalten unterstützen.

Zwischen Mainstream und Premium

Galerie: Erster Test Toyota AvensisToyota sieht den Avensis irgendwo zwischen Mainstream und Premium und möchte damit exakt das treffen, was viele Autokäufer sich wünschen. Geschäumte Kunststoffe und eine gute Verarbeitung sprechen dafür. Dagegen sprechen allerdings die haltefreien Sitze, auf denen man drauf und nicht drin sitzt. Sportsitze gibt es auch nicht optional.

Das Platzangebot ist standesgemäß. Der neue Avensis  wuchs im Vergleich zum alten Modell um fünf Zentimeter in der Länge bei identischem Radstand. Vorne wie hinten gibt es in der 4,70-Meter-Limousine (Kombi 4,77 Meter) keinerlei Platznot. Galerie: Erster Test Toyota AvensisAuf der Rückbank sitzen selbst groß Gewachsene sehr bequem und in den Kofferraum gehen 509 Liter Gepäck. In den Kombi passen zwischen 543 und 1.609 Liter.

Preissache

Dem europäischen Individualisierungsdrang folgend gibt es für den Avensis vier Ausstattungslinien und ein paar Einzeloptionen. Toyota erwartet 70 Prozent Kombiverkäufe (plus 1.000 Euro zur Limousine) meistens in der Ausstattungslinie Executive. Damit liegt der Einstandspreis für den empfehlenswerten 1,8-Liter-Benziner mit Multidrive-Automatik bei 30.500 Euro. Der 150-PS-Diesel kommt als Executive mit 6-Stufen-Automatik auf 32.950 Euro. Mit an Bord sind dann stets Klimaautomatik, Tempomat, schlüsselloser Zugang und Motorstartsystem, Sitzheizung vorne, CD-Radio mit Freisprecheinrichtung, sieben Airbags und das „mitlenkende“ ESP.

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Zum Vergleich: Ein Skoda Octavia Kombi bietet auf weniger Außenfläche (minus 15 Zentimeter) ebenso viel Platz für Insassen und Gepäck, kostet als 140-PS-starker Diesel mit DSG und Topausstattung 31.640 Euro und hat noch ein paar Extras mehr. Unter anderem Xenonlicht, Ledersitze inklusive elektrisch einstellbarem Fahrersitz mit Memoryfunktion und den Parkpilot hinten serienmäßig. Der Basispreis für den Avensis 1.6 beträgt übrigens 22.700 Euro. Dann fehlen allerdings die hinteren elektrischen Fensterheber, ein Lederlenkrad, der Tempomat und andere Details. Günstig ist der Toyota damit nicht mehr.

 
Fazit
 

Michael Blumenstein

Der neue Avensis bietet viel Platz, eine solide Verarbeitung, eine gute Sicherheitsausstattung und laufruhige sowie sparsame Motoren ohne Besonderheiten. Leider erfüllen die Benziner nicht die Euro-5-Norm. Das Fahrwerk überzeugt vor allem aus dynamischen Gesichtspunkten.

150.000 Exemplare will Toyota in einem vollen Kalenderjahr in Europa verkaufen, 15.000 davon in Deutschland. Mit Hybrid und anderen zukunftsweisenden Techniken wäre das Ziel wahrscheinlich ereichbarer.
 

Galerie: Erster Test Toyota Avensis

 
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