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Galerie: Erster Test Toyota Aygo

Erster Test: Toyota Aygo

Aiii - Go!

28.06.2005

Es gibt viele Möglichkeiten, auf den zunehmenden Verkehr und schwindenden Parkraum in den Ballungszentren zu reagieren. Eine ist, ein Auto diametral zur Stadtgröße zu kaufen. Sprich: Je größer die City, desto kleiner der Hopper.

Toyota und der PSA Konzern haben die passenden Drillinge zur Welt gebracht. Sie heißen Toyota Aygo, Peugeot 107 und Citröen C1, stehen auf derselben Plattform, werden im gemeinsamen Werk in Tschechien gebaut und kosten (nackt) jeweils unter 10.000 Euro. Nur optisch unterscheiden sie sich, zeigen das jeweilige Markengesicht in Miniaturausführung.

Wir haben uns den Toyota Aygo vorgenommen und ihn da bewegt, wo Autofahren sonst wirklich weh tut: in der Münchner Innenstadt.

Galerie: Erster Test Toyota AygoEben noch ein Rundgang um den Zwerg: Klein ist er, aber nicht so winzig, wie erwartet. Sogar lang genug, um mit vier Türen (optional) zu protzen. Er muss also auch vier Sitzplätze haben. Das gelingt, da der Radstand extrem lang ist im Verhältnis freilich: 2,34 Meter bei 3,41 Meter Gesamtlänge. Die Karosserieüberhänge mussten damit sehr kurz ausfallen. Das Wenige sieht aber richtig gut aus: Hinten ein knackiger Heckabschluss mit kleinen, schräg stehenden Leuchten. Vorne ein Spitzmaus-Gesicht mit wachen Augen und stupsiger Nase - fehlen eigentlich nur die Schnurrbart-Haare.

Kennst du einen…

Galerie: Erster Test Toyota AygoDas Interieur bietet keine Überraschungen. Wer den Peugeot kennt, kennt den Aygo, kennt den Citroen: Frisches Design, ordentliche Kunststoffe, dazu viel nacktes Blech und straffe, ausreichend dimensionierte Sitze. Vorne sitzt man gut und gerne, hinten dagegen nur zur allergrößten Not.

Der Kofferraum ist mit regulär 139 Litern (Fünftürer; Dreitürer: 130 Liter) wahrhaft winzig - aber variabel: Klappt man die Rückbank um, fasst der Zwerg bis zu 782 Liter. Über das Ladevolumen braucht also niemand meckern. Berechtigt ist die Kritik an der zu kleinen Ladeluke und der zu hohen Ladekante. Ursache: Die Heckscheibe ist gleichzeitig die Heckklappe.

Galerie: Erster Test Toyota AygoDie Sicherheitsausstattung ist bis auf ein (noch) nicht erhältliches Stabilitätsprogramm komplett: Front-, Seiten- und Vorhangairbags, ABS, Servolenkung, innenbelüftete Scheibenbremsen vorne, Kopfstützen und Dreipunkt-Gurte rundum - alles ist bereits in der Basisausführung „Aygo“ an Bord. Die beiden höherwertigen Linien haben zusätzlich unter anderem CD-Radio, elektrische Fensterheber (ab „City“), Drehzahlmesser und Leichtmetallfelgen („Club“). Als Sonderausstattung sind sogar Luxus-Features wie Klimaanlage und Navigationsgerät erhältlich.

Wie in Italien

Galerie: Erster Test Toyota AygoUnser Testwagen hatte keine richtungsweisende Blechstimme an Bord, was den Stadt-Test sehr realistisch machte. Denn es galt nicht nur, den wirren Vormittagsverkehr in München zu meistern oder entnervende Engstellen von der Sorte vogelwild parkender Gemüselaster zu passieren. Auch mussten wir uns den Weg rund um Hauptbahnhof, Stachus und Theresienwiese selbst suchen - grundsätzlich kein Spaß bei den vielen Einbahnstraßen, Baustellen und den vielerorts verdeckten oder versteckten Straßenschildern.

Der Aygo nimmt solchen Situationen den Schrecken, beamt einen quasi nach Italien und liefert auch das entsprechende Lebensgefühl dazu. Ständig denkt man: „Das geht schon“. Beidseitig zugeparkte Seitenstraßen? Na und, der Aygo kommt locker hindurch! Verwinkelte Hinterhofeinfahrten? Schwupp, der Aygo schlägt einen Haken und ist drin! Zu kleine Parklücken? Gibst es nicht, der Aygo passt rein!

Galerie: Erster Test Toyota AygoLaune machen auch die kurzen Sprints zwischen den Ampeln. „Aiii“ - kurz bringen die 68 PS die Vorderräder zum Durchdrehen - „Go“! Der Dreizylinder röhrt los, der bis eben süffisant grinsende Nebenmann bleibt zurück. Selbst außerhalb der Stadt fällt der kleine Toyota nicht sonderlich zurück. Rund 14 Sekunden für den Standardsprint und fast 160 km/h Spitze sind aller Ehren wert - schneller geht es in der Praxis eh selten voran.

Als Dreitürer gibt es den Aygo ab 8.950 Euro. Die zwei zusätzlichen Fondtüren kosten 350 Euro Aufpreis, die ebenfalls empfehlenswerte Ausstattungslinie „City“ noch einmal einen 1.000er. Erst hier ist die umklappbare Rückbank geteilt, sind neben den oben genannten Features auch Zentralverriegelung und Kindersitzbefestigungen hinten mit dabei. Die magische 10.000-Euro-Marke ist nun bereits geknackt. Dafür versöhnt der Aygo mit günstigen Unterhaltskosten, besonders was den Spritkonsum betrifft: kombiniert 4,4 Liter pro 100 Kilometer, innerorts gerade einmal 5,5 Liter im Schnitt.

 
Fazit
 

Bernhard Santer

Autofahren in der Großstadt macht keinen Spaß? Wer das behauptet, sollte mal den Toyota Aygo versuchen. Die latente Enge kontert er mit seiner Handlichkeit, und sprintet auf freien Teilstrecken spritzig davon. Erst wenn die Stadt an völliger Verstopfung leidet, muss sich auch der Aygo geschlagen geben.

Auf unter 10.000 Euro kommt man aber auch bei diesem Kleinstwagen nicht - wenn man zumindest ein bisschen mehr als nur vier Räder, vier Sitze und einen Motor wünscht. Oder den Wagen irgendwann wieder verkaufen will.
 

Galerie: Erster Test Toyota Aygo

 
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