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Galerie: Erster Test Toyota iQ

Erster Test: Toyota iQ

Luxus-Knirps

27.11.2008

Klein kann so praktisch sein – auch im Autobau. Davon konnte uns auf einer ersten Testfahrt der Anfang 2009 startende Toyota iQ überzeugen – der kleinste Viersitzer der Welt. Obwohl drei Meter kurz, ist er ein dennoch vollwertiges und extrem wendiges Auto mit mäßigem Durst und nobler Ausstattung. Letztere beinhaltet sogar ein Highend-Navi zum Schnäppchen-Preis.

Mit frischem und sympathischem Design schickt Toyota seinen neuen Nobel-Zwerg auf die Großstadtboulevards. Dabei soll der iQ nicht als betont niedliches Auto mit freundlich-runden Kulleraugen die Herzen erwärmen. Vielmehr wirkt er keck und fordernd: Scharfe Lichtkanten im Blechkleid, eine breite Spur und große Aluräder in ausgestellten Radhäusern betonen dynamische Talente.

Galerie: Erster Test Toyota iQUnd diese sind sogar spürbar. Auf unserer Testfahrt stand uns der iQ mit 68-PS-Benziner und 90-PS-Diesel zur Verfügung. Im Sommer 2009 wird noch ein 1,3-Liter-Benziner mit Start-Stopp-Automatik folgen. Bereits mit dem deutlich schwächeren Dreizylinder-Benziner ist der Eintonner ausreichend stark motorisiert. Mit kerniger Akustik und spritzigem Temperament ist bereits der Basis-iQ ein Alleskönner. Selbst auf der Autobahn (150 km/h Spitze) ist man ausreichend flott unterwegs.

Flotter Diesel

Galerie: Erster Test Toyota iQGehobenes Längsdynamik-Niveau bietet der kultivierte 1,4-Liter-Dieselantrieb. Der turbogeladene Vierzylinder mobilisiert nach kurzer Anfahrschwäche immerhin 90 PS und 190 Newtonmeter. So geht es in knapp über elf Sekunden aus dem Stand auf 100 Sachen, die Höchstgeschwindigkeit gibt Toyota mit 170 km/h an. Bei unserer Testfahrt bog sich die Tachonadel locker über 180 km/h.

Gekoppelt ist der Diesel mit einem leichtgängigen und präzise schaltenden Sechsgang-Getriebe, dass dank seiner langen Übersetzung auch beim Spritsparen helfen kann. Den von Toyota angegebenen Verbrauch von glatt vier Litern haben wir laut Bordcomputer um 20 Prozent nach oben gedrückt. Der mit 4,3 Liter angegebene Benziner genehmigte sich auf unserer ersten Spritztour mit gut sechs Litern noch ein Quäntchen mehr.

Super wendig

Galerie: Erster Test Toyota iQNun, der lebendige Dreizylinder animiert zum Gasgeben und auch der iQ-Unterbau unterstützt einen zügigen Fahrstil. Immerhin rollt der breitspurige Wagen serienmäßig auf 15-Zoll-Felgen mit 175er-Reifen, hat eine leichtgängige und exakte Servolenkung und überzeugt beim flotten Kurvenstrich zudem mit geringer Wankneigung. Der iQ ist zwar keine Asphaltwespe à la Mini, doch gemessen am Durchschnitt der Kleinwagenklasse bietet er ein durchaus sportliches Fahrverhalten.

Mit seiner Wendigkeit fährt der iQ sogar allen davon: 7,8 Meter – da sieht selbst der bisherige Rekordhalter London Taxi TX4 alt aus. Obwohl man mit Toyotas Kleinstem fast überall rein und durch kommt: Besonders übersichtlich ist er nicht. Das vordere Fahrzeugende lässt sich schlecht abschätzen und der Blick nach hinten ist durch die breite B-Säule eingeschränkt.

Variabel und geräumig

Galerie: Erster Test Toyota iQDafür gibt sich der iQ auf langen Strecken überraschend erwachsen. Neben dem niedrigem Geräuschpegel innen lässt das Fahrwerk bei nur zwei Meter Radstand den Zweitürer recht kommod und spurstabil über Unebenheiten hinweggleiten. Sind diese allerdings von besonders grober Natur, reagiert der sonst schluckfreudige Unterbau auch schon mal mit Poltern.

Wirklich störend wird dies auf den bequemen Vordersitzen allerdings nicht. Sie bieten ausreichend Komfort und zudem gute Platzverhältnisse, zumindest wenn kein weiterer Fahrgast mitreisen will. Im engen Fond befindet sich noch eine mickrige Rückbank, die hinterm Beifahrer sogar einem Erwachsenen ausreichend Platz bietet. Allerdings muss der Beifahrer dann nach vorne rücken und auf Beinfreiheit verzichten.

Galerie: Erster Test Toyota iQVor allem in der Breite ist das Platzangebot hinten sehr gut und bietet sogar noch ausreichend Raum für einen vierten Gast hinterm Fahrersitz. Der Fahrer kann allerdings nicht besonders weit nach vorne rücken und so die Kniefreiheit hinter ihm sehr bescheiden. Auf dem vierten Platz können also nur sehr kleine Passagiere mitreisen. Alternativ ist Platz für Gepäck: Der 32-Liter-Kofferraum ist auf 238 Liter erweiterbar.

Auf Nummer sicher

Galerie: Erster Test Toyota iQLangstreckentauglich sind die Fondsitze übrigens nicht. Auf dem kleinen Polster kann man keine wirklich entspannte Sitzposition finden. Doch zumindest zeigte uns der Praxisversuch, dass man zwei Stunden im Fond als schlanker 1,80-Meter-Passagier schadlos übersteht.

Unabhängig vom Körperumfang sollen Insassen auch Unfälle im iQ möglichst schadlos überstehen. Damit es gar nicht erst zu einem solchen kommt, sind im Toyota-Zwerg diverse elektronische Helfer wie das Stabilitätsprogramm VSC (ESP) serienmäßig aktiv. Trotz der geringen Abmessungen soll zudem die Karosserie im Zusammenspiel mit insgesamt neun Airbags auch beim Crash ein hohes passives Sicherheitsniveau bieten. Für den noch ausstehenden Test beim EuroNCAP erwartet Toyota ein Fünf-Sterne-Ergebnis.

Ausstattungs-Wunder

Galerie: Erster Test Toyota iQNeben den zahlreichen Airbags bietet bereits der Basis-iQ viele weitere Ausstattungs-Höhepunkte. Dazu gehören die geteilt umlegbare Rückbank, eine manuelle Klimaanlage, 15-Zoll-Alus, elektrische Fensterheber und Außenspiegel, ein MP3-fähiges CD-Radio sowie Leder an Schaltknauf und Lenkrad. Wer mehr Komfort wünscht, kann die Ausstattung iQ+ bestellen, die zusätzlich noch Klimaautomatik, schlüsselloses Zugangs- und Startsystem, Regen- und Lichtsensor sowie Nebelscheinwerfer umfasst.

Selbst in der gehobenen Ausstattung sind die Bedienelemente im iQ sehr übersichtlich angeordnet. Das erfrischend eigenständige Interieur gefällt zudem mit modernem Schick. Allerdings könnte das vielfach verbaute und bisweilen etwas kratzempfindliche Hartplastik angesichts der Preisklasse von höherer Qualität sein.

Teure Basis

Galerie: Erster Test Toyota iQIn der Basis kostet der iQ mit Einliter-Benziner nämlich fast 13.000 Euro, der Diesel gar 15.000 Euro. Für die höherwertige Ausstattung iQ+ werden weitere 1.400 Euro fällig. Als Sonderausstattung bietet Toyota dann nur noch eine Teillederbezüge (800 Euro) und ein vollintegriertes Navigationssystem mit großem, berührungsempfindlichen Farbdisplay. Letzteres kostet unter 1.000 Euro. Im Kleinwagensegment lässt sich ein solches Navi ohnehin nur bei wenigen Modellen bestellen und dann zu deutlich höheren Preisen.

Zumindest beim oberflächlichen Blick auf den Basispreis wirkt der iQ teuer. Alternativ gibt es zum Beispiel den größeren Daihatsu Cuore mit dem gleichem Einliter-Benziner für knapp 9.000 Euro. Doch will man diesen technisch verwandten Kleinwagen ähnlich gut wie den iQ ausstatten, wird der Cuore teurer. Einige Ausstattungsdetails sind ohnehin für den Daihatsu nicht verfügbar.

Fazit

Toyota hat mit dem iQ einen herausragenden Beitrag zum Thema „intelligenter Kleinbau“ geleistet. Das Platzangebot ist angesichts von nur drei Meter Fahrzeuglänge überragend. Auch sein Fahrverhalten ist überraschend erwachsen. Schließlich kann das Ausstattungs- und Sicherheitsniveau selbst gehobenen Ansprüchen gerecht werden. In der Summe rechtfertigen all diese Eigenschaften auch den recht hohen Einstiegspreis des iQ.

Galerie: Erster Test Toyota iQ

 
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