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Galerie: Erster Test Toyota Land Cruiser V8

Erster Test: Toyota Land Cruiser V8

Hochherrschaftlich

18.04.2008

Mit dem Land Cruiser V8 betritt die achte Generation des Station Wagon mit langem Radstand die Bretter, pardon, die Offroadstrecken, die die Welt bedeuten. Die Fußstapfen der Vorgänger sind keine kleinen, schon seit 1951 begeistert der Land Cruiser Automobilisten rund um den Erdball: Derzeit wird der Offroader in immerhin 140 Staaten angeboten.

Zeitgenössische Designtrends wie coupéartige Linien und weiche Formen sind dem Land Cruiser V8 fremd. Massig steht der knapp fünf Meter lange Koloss da und demonstriert Stärke. Keine geschwungenen Kanten, keine Bügelfalten sondern die reinste Kastenform dominiert den Offroader. Großformatige Scheinwerfer und ein noch üppigerer Grill verhelfen der Front zu einem robusten Auftritt.

Auch bei der Technik unterwirft sich Toyota keinen Trends. Wie gehabt baut der Land Cruiser auf einem stabilen Leiterrahmen auf. Selbsttragende Karosserien überlassen die Japaner der Konkurrenz. So sollen auch schwerste Geländeeinsätze dem V8 nichts anhaben.

Wohnzimmer-Komfort

Galerie: Erster Test Toyota Land Cruiser V8Geradlinige, hohe Fensterflächen und die steil stehende Heckscheibe beweisen von außen: Hier steckt viel Platz dahinter! In der Tat gibt es am Platzangebot im Innenraum nichts zu bemängeln. Auf schweren, massiven Sesseln thronen Fahrer- und Beifahrer. Vor ihnen präsentiert sich eine aufgeräumte Mittelkonsole mit einer überschaubaren Anzahl an Tasten und Schaltern. Praktisch: Alle Bedienelemente sind groß dimensioniert und auch auf wackeligen Offroad-Strecken problemlos zu treffen. Die Materialanmutung entspricht den Erwartungen an einen Oberklasse-Geländewagen.

In der zweiten Reihe können bis zu drei Passagiere Platz nehmen, wobei jeder Sitz über eine separat zu verstellende Lehne samt Kopfstütze verfügt. Darüber hinaus können die Sessel einzeln um jeweils 105 Millimeter verschoben aber auch nach vorne geklappt werden. Dadurch steigt das maximale Ladevolumen auf respektable 2.320 Liter an.

Klima für vier

Galerie: Erster Test Toyota Land Cruiser V8Optional können zwei weitere Sitzplätze im Kofferraum geordert werden, die zumindest für kürzere Strecken durchaus tauglich sind. Ein automatischer Klappmechanismus faltet die Sitze auf Knopfdruck selbsttätig zusammen. Damit es zumindest im Land Cruiser kein Klimaproblem gibt, bietet Toyota optional einen Vierzonen-Klimaautomatik an, mit deren Hilfe bis zu vier verschiedene Temperaturen eingestellt werden können.

Wie der Name unschwer erraten lässt, wird der Land Cruiser von einem großvolumigen V8-Motor befeuert - wahlweise als Benziner oder Selbstzünder. Der komplett neu entwickelte Diesel schöpft aus 4,5 Liter Hubraum 286 PS und entwickelt zwischen 1.600 und 2.800 Umdrehungen ein bäriges Drehmoment von 650 Newtonmetern. In der Praxis heißt das: Starker Antritt bei niedrigen Drehzahlen, und dass ist vor allem abseits asphaltierter Straßen wichtig. Dabei ist der Diesel bei weitem kein rauer Kerl, weich und kultiviert entfaltet er seine Kraft und läuft dabei äußerst geräuscharm.

Schwere Last

Galerie: Erster Test Toyota Land Cruiser V8Serienmäßig ist der Selbstzünder an eine sanft agierende Sechsstufen-Automatik gekoppelt, mit der der Land Cruiser bis zu 210 km/h erreicht. Bei Bedarf absolviert er den Sprint auf Tempo 100 in knapp über acht Sekunden. Allerdings liegt der Durchschnittsverbrauch bei solcher Fahrweise deutlich über den angegebenen 10,2 Litern je 100 Kilometer. Klingt nach nicht wenig, ist aber in Anbetracht von 2,7 zu bewegenden Tonnen durchaus vertretbar.

Deutlich durstiger ist der überarbeitete 4,7-Liter-Benziner. Seinen acht Brennkammern entlockten die Ingenieure 288 PS und ein maximales Drehmoment von 445 Newtonmeter bei 3.400 Umdrehungen. In Zahlen: 9,2 Sekunden bis Tempo 100, maximal 200 km/h. Mit seiner serienmäßigen Fünfgang-Automatik konsumiert der V8 aber mindestens 14,4 Liter.

Serienmäßig Allradantrieb

Galerie: Erster Test Toyota Land Cruiser V8Ein neu entwickeltes Torsendifferenzial übernimmt die Kraftverteilung zwischen den beiden Achsen. Zwischen 30 und 40 Prozent des Drehmoments gehen, je nach Bedarf, an die Vorderräder, der Rest wird an die Hinterachse geschickt. Per Schalter lässt sich das Zentraldifferenzial serienmäßig zu 100 Prozent sperren, so dass die Verteilung konstant 50:50 beträgt.

Für den Einsatz im schweren Gelände bietet Toyota eine Geländeuntersetzung von 2,618:1 an, die per Drehschalter zugeschaltet wird. Ein weiteres Torsendifferenzial findet sich an der Hinterachse, das, zusammen mit der über die Bremsanlage eingreifenden Antriebsschlupfregelung A-TRC, mindestens so Effizient arbeiten soll, wie eine manuelle Achsdifferenzialsperre.

Niveau- und Dämpferregelung

Galerie: Erster Test Toyota Land Cruiser V8Vor allem dem Komfort auf der Straße kommen die aktive Niveauregelung AHC und das adaptive Dämpfungssystem AVS zu Gute. Die Fahrzeughöhe kann in fünf Stufen variiert werden, drei davon sind vom Fahrer per Schalter anwählbar. Bei hohen Geschwindigkeiten senkt sich die Karosserie zu Gunsten der Fahrstabilität automatisch ab. Sollte sich der Land Cruiser im Gelände dagegen festgefahren haben, wird die Karosserie um zusätzliche 20 Millimeter angehoben.

Das Dämpfungssystem passt den Hydraulikdruck in jedem einzelnen Dämpfer der aktuellen Fahrsituation an. Der Fahrer kann drei Modi vorwählen und so die Abstimmung zwischen Comfort, Normal und Sport ändern. Allerdings ist auch der Sportmodus noch ausreichend komfortabel, so dass Unebenheiten tadellos ausgebügelt werden. In der Comfort-Stellung hingegen gleitet der Land Cruiser butterweich, fast schon ein wenig schwammig, durch die Lande. Passend dazu: Die ein wenig indirekte Lenkung, die den Offroad-Charakter unterstreicht.

Viele kleine Helfer

Galerie: Erster Test Toyota Land Cruiser V8Für den Diesel bietet Toyota sowohl eine Berganfahr- als auch abfahrhilfe an. Letztere erleichtert durch gezielte, individuelle Bremseingriffe an jedem Rad steile Abfahrten und hält die Geschwindigkeit bei zwei bis sieben km/h. Die Anfahrhilfe dagegen verhindert ein Zurückrollen an Hanglagen, so dass der Fahrer problemlos los fahren kann.

Beide Funktionen vereint die nur für den Benziner erhältliche Crawl Control. Das geländeabhängige Geschwindigkeitsregelsystem hält das Tempo konstant bei eins bis fünf Kilometer pro Stunde  egal, ob bergauf oder bergab! Der Fahrer kann sich so voll und ganz aufs Lenken konzentrieren, alles Weitere übernimmt die Elektronik. Damit der Pilot die Oberhand behält, sind manuelle Eingriffe über Gas und Bremse natürlich jederzeit möglich, die dann auch das System übertrumpfen.

Zwei Ausstattungen

Galerie: Erster Test Toyota Land Cruiser V8Rund 86.500 Einheiten will Toyota 2008 vom Land Cruiser weltweit verkaufen, 18.000 davon in Europa. Für Deutschland bieten die Japaner zwei Ausstattungsvarianten an. Die Basis verfügt über Tempomat, Traktionskontrolle und das zu 100 Prozent sperrbare Zentraldifferenzial. Auch elektrische Fensterheber, Klimaautomatik, Einparkhilfe und Audiosystem sind im Preis von 69.900 Euro für den Diesel inbegriffen.

Der Benziner ist erst in der höheren „Executive“-Ausstattung erhältlich, und kostet dann  wie auch der Diesel  79.900 Euro. Mit an Bord sind das aktive Dämpfungssystem, die Niveauregulierung, Komplettlederausstattung, ein DVD-Navigationssystem und für den Benziner die Crawl Control.

Fazit

Getreu dem Motto „Schuster bleib bei deinen Leisten“ hat Toyota den Land Cruiser auf den neuesten Stand gebracht, ohne seinen Charakter zu verwässern. Der V8 ist ein reinrassiger Offroader. Zahlreiche Helferlein machen Ausflüge jenseits der Straße auch für nicht geübte Fahrer einfacher. Profis bezwingen mit dem Toyota nahezu jedes Terrain. Doch auch die Onroad-Qualitäten konnten die Japaner steigern, vor allem als entspanntes Reisemobil empfiehlt sich der schwere Land Cruiser.

Galerie: Erster Test Toyota Land Cruiser V8

 
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