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Galerie: Erster Test Toyota Land Cruiser

Erster Test: Toyota Land Cruiser

Never stop

10.12.2009

Toyota hat seine Offroad-Ikone Land Cruiser mächtig aufgewertet. Neue Optik, neuer Luxus und neue Technik sollen selbst anspruchsvolle Autofahrer verwöhnen. Vor allem die On- wie Offroad-Eigenschaften wurden gleichermaßen verbessert. Wie wohl nur wenige andere SUVs macht der Allrad-Klassiker dank dieser Neuerungen sowohl vor der Oper als auch auf Wüstenpisten eine gute Figur.

Bereits optisch gibt sich der neue Land Cruiser der sogenannten 150er-Serie bulliger und zugleich edler als sein Vorgänger. Die leicht aufgeplusterte Blechhaut umhüllt die klassische Leiterrahmen-Konstruktion mit sanfteren Linien, schmiegt sich eleganter als bisher um den kastenartigen Trumm. Neue Scheinwerfer-Einheiten vorne und hinten (mit LED-Technik), neue Nebelscheinwerfer und in die Riesenspiegel integrierte Blinker sorgen für eine moderne Lichteroptik.

Trotz einiger Edelakzente wie Chrom- und Aluzierrat bleibt der Land Cruiser optisch seinem robusten Image weitgehend treu und verzichtet auf so moderne Design-Spielereien wie eine coupéhafte Dachlinie. Der kernige Allradler will so gradlinig wie praktisch sein. Entsprechend viel Platz bietet der 4,80 Meter lange Fünftürer innen.

Reisen erster Klasse

Galerie: Erster Test Toyota Land CruiserDort verwöhnt die von uns getestete neue Top-Version TEC-Edition zudem mit gehobenem Premium-Niveau. Feine Lederlandschaft, üppiges Holzdekor, Supernavi, Drei-Zonen-Klimaautomatik, Kühlbox oder Video-Unterhaltung für die Fondpassagiere – Luxus wird auf den drei Sitzreihen groß geschrieben. Mit einem robusten Arbeitstier hat der 4x4 auf den ersten Eindruck nichts mehr gemein.

Auch die Sicherheitsausstattung ist bemerkenswert umfangreich. Neben ABS, ESP, sieben Airbags und aktiven Kopfstützen, lässt sich der Wagen optional um adaptives Kurvenlicht, Abblendlichtautomatik, Einparkhilfen vorne und hinten, Rückfahrkamera oder ein radargestütztes Pre-Crash-System mit adaptiver Geschwindigkeitsregelanlage aufrüsten. Toyota hat sogar an andere Verkehrsteilnehmer gedacht und die vordere Knautschzone auf die Höhe durchschnittlicher Pkw abgesenkt.

Topversion vollgestopft mit Technik

Galerie: Erster Test Toyota Land CruiserDas auf Wunsch sehr hohe Ausstattungsniveau geht allerdings mit einer Überfrachtung des Innenraums einher. Mittelkonsole und der Bereich rund ums Lenkrad sind übervoll mit Schaltern, Drehreglern und Anzeigen. Technik-Verliebte, denen es an Gimmicks nicht genug sein kann, dürfte der Land Cruiser in der TEC-Edition also vollauf begeistern.

Bemerkenswert viel hat Toyota für die Verbesserung der Onroad-Fahreigenschaften getan. Ab der Ausstattung Life (mittlere Version) bietet der Land Cruiser das Kinetic Dynamic Suspension System (KDSS), das für eine optimierte Funktion der Stabilisatoren sorgen soll. Allein der TEC-Edition ist zudem das aktive Dämpfungssystem AVS vorbehalten. Es passt die Dämpferrate automatisch der Fahrbahnbeschaffenheit an und ermöglicht es dem Fahrer außerdem, per Knopfdruck zwischen einer sportlich straffen oder angenehm komfortablen Abstimmung zu wählen. Außerdem hält in dieser Top-Version eine elektronisch modulierte Luftfederung an der Hinterachse die Karosserie auf gleichbleibendem Niveau.

Kein Kurven-Hasadeur

Galerie: Erster Test Toyota Land CruiserTrotz dieses Technik-Feuerwerks kann der neue Land Cruiser selbst in der Ausstattung TEC-Edition seine Leiterrahmen-Konstruktion nicht völlig kaschieren. Doch zeigt die Topversion, dass selbst eine robuste und verwindungssteife Geländewagen-Konstruktion durchaus befriedigende Onroad-Eigenschaften bieten kann. Ganz so behände und kurvenverliebt wie ein Audi Q5 oder BMW X3 lässt sich der Land Cruiser 150 allerdings nicht durchs Geläuf peitschen.

Ein angenehm kraftvoller wie kultivierter Antrieb ist der einzig verfügbare Drei-Liter-Vierzylinder-Diesel mit nunmehr 173 PS. Diesen gibt es in Kombination mit der von uns getesteten Fünf-Gang-Automatik oder alternativ als Handschalter mit sechs Vorwärtsstufen. Dank der kräftigen 410 Newtonmeter, die zwischen 1.600 bis 2.800 Umdrehungen zur Verfügung stehen, hat der mindestens zwei Tonnen schwere Allradler stets ordentlich Wind in den Segeln. Der Standardsprint soll unter zwölf Sekunden dauern, die Höchstgeschwindigkeit 175 km/h betragen. Zu diesem etwas behäbigen Treiben passt auch die komfortabel schaltende Automatik, die bei Leistungsabfrage gelegentlich etwas unentschlossen nach dem richtigen Gang sucht. Der Verbrauch liegt laut Toyota bei 8,5 Litern Diesel pro 100 Kilometer. Auf unserer Testfahrt zeigte der Bordcomputer gut zwei Liter mehr an. Erst zum Stichtag 01.01.2011 wird Toyota den Land Cruiser auch mit Euro-5-Abgasnorm anbieten.

Das Arbeitstier

Galerie: Erster Test Toyota Land CruiserBei Fahrleistungen und Verbrauch fährt Toyotas aufgefrischte Abenteuer-Luxuskiste zwar den meisten Pkw-artigen SUVs hinterher. So sprintet ein Audi Q5 2.0 TDI mit 170 PS in unter zehn Sekunden auf Tempo 100, ist 200 km/h schnell und soll dennoch zwei Liter weniger als der Land Cruiser verbrauchen. Doch wurde der japanische Allradler nicht primär für die linke Autobahnspur oder als schickes Schmuckstück für die Garageneinfahrt konzipiert. Vielmehr handelt es sich um ein echtes und bemerkenswert souveränes Arbeitstier.

Dies zeigt sich bereits an der gebremsten Anhängelast von 3.000 Kilogramm, die gegen Aufpreis sogar auf bis zu 3,5 Tonnen aufgelastet werden kann. Darüber hinaus bietet der Land Cruiser so ziemlich das Maximum an kompetenter Offroad-Hardware und kann in seiner Neuauflage zudem mit einer fast schon absurd anmutenden Armada elektronischer Helferlein nahezu jedes Terrain erobern. Der Fahrer benötigt hierfür theoretisch nicht einmal Offroad-Erfahrung, denn clevere Regelsysteme lassen die Bergziege fast wie von selbst steilste Passagen erklimmen oder sicher hinab fahren. Trotz seiner extremen Auslegung kann der Land Cruiser auch im Gelände noch ein vergleichsweise angenehmes Komfortniveau bieten.

Klettert ganz von selbst

Galerie: Erster Test Toyota Land CruiserSteht man zum Beispiel vor einem felsigen Berghang, kann man per Tastendruck das geländeabhängige Geschwindigkeitsregelsystem Crawl Control aktiveren. Geschwindigkeit, Traktion, Bremsen – um alles kümmert sich die Elektronik. Der Fahrer muss eigentlich nur noch lenken und kann zudem über vier Außenkameras auf einem Bildschirm in der Mittelkonsole nach Hindernissen Ausschau halten, die sonst seinen Blickfeld verborgen bleiben.

Mit dem Multi-Terrain-Select-System bietet der Land Cruiser außerdem noch vier verschiedene Geländemodi, die bei entsprechender Vorwahl des Fahrers auf Matsch, Sand, Schotter oder Fels die optimale Traktion und Fahrzeugkontrolle gewährleisten sollen – ähnlich wie beim Land Rover Discovery. Eine elektronisch zuschaltbare Getriebeuntersetzung, ein Torsen-Zentraldifferenzial sowie ein elektronisch sperrbares Hinterachsdifferenzial (nur Ausstattung TEC-Edition) gehören zu den weiteren Garanten für sicheres Vorankommen auf schwierigem Untergrund. Und hat nur ein Rad Traktion, die Elektronik zieht den Toyota aus dem Dreck.

Technische Daten
 
Marke und Modell   Toyota Land Cruiser 5-Türer
Ausstattungsvariante   TEC-Edition
Abmessung und Gewicht    
Länge/Breite/Höhe (mm)   4.760/ 1.885 / 1.880
Radstand (mm)   2.790
Wendekreis (m)   11,8
Leergewicht (kg)   2.045 - 2.475
Kofferraum (Liter)   621 - 1.934
Bereifung Testwagen   265/60 R18
Motor    
Hubraum (ccm) / Zylinder (Zahl, Bauart)   2.982 / 4, Reihe
Leistung kW (PS)   127 (173)
Drehmoment (Nm) / Umdrehungen   410/ 1.600 - 2.800
Antriebsart   permanenter Allradantrieb
Getriebeart   5-Gang-Automatik
Verbrauch    
Krafstoffart   Diesel
Kombiniert laut Werk (l/100km)   8,5
CO2-Emissionen (g/km)   224
AS24-Verbrauch (l/100km)   k.A.
Fahrleistungen    
Werksangabe 0-100km/h (s)   11,7
AS24-Sprint 0-100km/h (s)   k.A.
AS24-Bremstest 100-0km/h (m)   k.A.
Höchstgeschwindigkeit (km/h)   175
Preise    
ab (Euro)   65.500
Empfohlene Extras   Die TEC-Edition ist fast komplett ausgestattet. Für 260 Euro gibt es noch ein cleveres Befestigungssystem für den Kofferraum.
 
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Preis

Galerie: Erster Test Toyota Land CruiserFast 40.000 Euro kostet der fünftürige Land Cruiser in der bereits gut ausgestatteten Basisversion mit Sechs-Gang-Schaltgetriebe. Doch erst mit der nächsthöheren Ausstattung Life mutiert der Land Cruiser zum erwähnten Luxus- und Technik-Tempel. Dann werden allerdings schon 50.000 Euro verlangt. 58.000 beziehungsweise 65.000 Euro kostet der Land Cruiser in den höheren Ausstattungen Executive und TEC-Edition, die ausschließlich in Kombination mit der sonst 2.200 Euro teuren Automatik angeboten werden. In der Schnäppchen-Liga ist der Land Cruiser damit zwar nicht unterwegs. Doch ähnlich große und luxuriöse Offroad-Spezialisten wie der Land Rover Discovery oder die Mercedes-Benz G-Klasse sind teurer.

Fazit

Mit dem Land Cruiser 150 bietet Toyota ein beeindruckendes Technik-Upgrade. Der Luxus-Allradler bewegt sich auf Straßen absolut alltagstauglich, kann aber vor allem im harten Gelände beeindrucken. Wer sich also vor allem abseits befestigter Straßen bewegt, findet im Fall des Land Cruiser einen beeindruckend souveränen Technikpartner. Doch in Deutschland brauchen wohl nur wenige diese Kompetenz. Entsprechend bescheiden sind Toyotas Absatzziele, die für 2010 hierzulande nur etwa 700 Fahrzeuge vorsehen.

 
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