Drucken Weiterempfehlen   Twitter
 
Drucken Weiterempfehlen   Twitter
Galerie: Erster Test Toyota Prius

Erster Test: Toyota Prius

Japanisches Grün

01.07.2009

Der Hybrid-Vorreiter Toyota Prius ist in seiner dritten Generation noch sparsamer geworden und damit noch umweltschonender unterwegs. Doch die Japaner müssen aufpassen, denn in Sachen Hybrid-Technik sind sie nicht mehr allein auf weiter Flur, und moderne, sparsame Dieselmotoren machen ihnen das Leben zusätzlich schwer.

Erst vor kurzem brachte der Toyota-Konzern das neueste Hybrid-Modell seiner Luxus-Tochter Lexus, das SUV RX450h, auf den Markt. Jetzt folgt die dritte Generation des Mittelklassemodells Prius und da die Japaner auch noch die Oberklasse-Limousine Lexus LS600h auf Lager haben, liegen sie in Sachen Hybrid vorn. Noch - denn die Konkurrenz holt auf.

Honda etwa hat vor nicht allzu langer Zeit die Neuauflage des Insight präsentiert, Mercedes bietet ab sofort sein Flaggschiff S-Klasse auch mit Hybridantrieb an, und BMW und Porsche wollen in Bälde ihre ersten Hybrid-Modelle auf den Markt bringen. Und so ist nur eine Frage der Zeit, bis sich auch der Prius in seinem Segment einer größeren Anzahl von Mitbewerbern stellen muss.

Gute gerüstet

Galerie: Erster Test Toyota PriusUm dafür gerüstet zu sein, hat Toyota sein Vorzeige-Modell grundlegend überarbeitet. Gegenüber dem Vorgänger wurden gut 90 Prozent aller Komponenten neu konstruiert. Alles mit dem Ziel, trotz gestiegener Leistung einen niedrigeren Verbrauch zu erreichen. Zwar verfügt der Prius noch immer über eine Nickel-Metallhydrid-Batterie und nicht über einen deutlich kleineren und leichteren Lithium-Ionen-Akku, doch ist der Energiespeicher im neuen Prius kleiner geworden, obwohl er höhere Reichweite ermöglicht.

Statt des bisherigen 1,5-Liter-Benziners mit 78 PS baut Toyota nun einen 99 PS starken 1.8er ein. Der Elektroantrieb stellt zusätzlich 60 Kilowatt bereit, was sich zu einer Gesamtleistung von 136 PS (früher 113 PS) addiert. Auf die Angabe eines kombinierten Drehmoments verzichtet Toyota und nennt nur die Einzelwerte: 142 Newtonmeter liefert der Verbrennungsmotor, 207 Newtonmeter der Elektroantrieb.

Eigenwilliges Design

Galerie: Erster Test Toyota PriusAn der eigenwilligen Karosserie des Prius hat Toyota festgehalten. Durch Feinarbeiten, wie etwa leicht modifizierte Stoßfänger, minimierte Spaltmaße und hinsichtlich ihrer Aerodynamik optimierte Außenspiegel, Türgriffe, Heckleuchten, Schweller und Spoiler, konnten die Ingenieure den vorbildlichen cW-Wert von 0,26 um 0,01 Zähler senken. Mit 0,25 hat der Prius nach Aussage von Toyota den geringsten Luftwiderstandsbeiwert aller Schrägheck-Pkw weltweit.

Das Resultat: Im europäischen Normzyklus verbraucht die dritte Prius-Generation nur noch 3,9 Liter Benzin je 100 Kilometer. Das entspricht einer Reichweite von 1.150 Kilometern und damit über zehn Prozent mehr, als der Vorgänger mit einer Tankfüllung zurücklegen konnte. Auf den CO2-Ausstoß umgerechnet erreicht der Prius mit nur 89 Gramm je Kilometer einen vorbildlichen Wert.

2,2 Liter

Galerie: Erster Test Toyota PriusDass der Verbrauch in der Praxis freilich höher liegt, überrascht keinen. Zwar soll es besonders bedächtigen Fahrern gelungen sein, den Spritkonsum auf sagenhafte 2,2 Liter zu drücken - allerdings mit Verzicht auf Klimaanlage, Radio und jeglichen Fahrspaß. Sobald man aber normal fährt, fließen im Schnitt gut viereinhalb bis fünf Liter durch die Kraftstoffleitung. Und bei zügiger Autobahnfahrt - maximal läuft der Prius jetzt 180 km/h - werden es noch mehr sein. Moderne Dieselmotoren können da durchaus mithalten und bieten mitunter mehr Fahrfreude.

Denn mit einem Sprintwert von über zehn Sekunden hält sich das Fahrvergnügen im Prius doch ziemlich in Grenzen. Zumal sich die Kraftentfaltung über das stufenlose Getriebe etwas zäh gestaltet und durch den Gummiband-Effekt kein wirklich angenehmes Beschleunigungsgefühl erreicht wird. Unterstrichen wird das eher gemütliche Auftreten von der komfortorientierten Fahrwerksabstimmung, die trotz direkter Lenkung nicht zur Kurvenhatz animiert.

Vier Modi

Galerie: Erster Test Toyota PriusDer Fahrer kann im Prius der dritten Generation neben dem „normalen“ Betrieb noch drei Fahrmodi per Tastendruck anwählen. Im EV-Modus fährt der Toyota rein elektrisch, bis maximal 45 km/h und so lange bis die Batterie leer ist - was nach etwa zwei Kilometern passieren wird. Im Eco-Betrieb arbeiten beide Aggregate, doch wird der E-Motor verstärkt eingesetzt, die Klimaanlage arbeitet im Sparmodus, und der Prius spricht indirekter auf Gasbefehle an, während im Power-Betrieb mehr Leistung vom Verbrennungsmotor abgefragt wird und der Toyota besser am Gas hängt.

Bleibt die Frage, warum es die manuell anwählbaren Modi braucht. Sollte das Auto nicht von selbst erkennen, wann es rein elektrisch fahren kann und so immer automatisch in den Eco-Modus wechseln? Zudem könnte die Elektronik sicher auch könnte, wann der Fahrer schnelle Beschleunigung wünscht - durch einen stärkeren Tritt aufs Gaspedal etwa - um dann selbstständig mehr Kraft vom Benziner abzugreifen.

Futuristisches Cockpit

Galerie: Erster Test Toyota PriusDoch so müssen noch drei weitere Tasten im futuristischen Cockpit untergebracht werden, dessen Mittelkonsole schwebend in den Mitteltunnel übergeht und die - im Gegensatz zu den etwas beengt sitzenden Hinterbänklern -  in der ersten Reihe bequem untergebrachten Passagiere trennt. Apropos Tasten: Abzug gibt es für die Sitzheizungsschalter, die sich - kaum sichtbar und schwer zugänglich - unter der Mittelkonsole befinden.

Eine große, mittig platzierte Digitalanzeige im Mäusekino-Stil dient zum einen als Instrumententräger für den digitalen Tacho, zum anderen ist dort die Anzeige für den Hybrid-Antrieb untergebracht. Hier kann der Fahrer die Strom- und Kraftflüsse verfolgen, auch die beim Bremsen oder im Schubbetrieb zurückgewonnene Energie wird angezeigt. Praktisch: Alle Prius sind standardmäßig mit einem Head-Up-Display ausgestattet, dass wichtige Informationen wie Tempo oder Navigationshinweise auch in die Windschutzscheibe projiziert.

Jetzt günstiger

Galerie: Erster Test Toyota PriusBei 24.950 Euro startet die Preisliste; damit ist der neue Prius sogar 600 Euro billiger als der Vorgänger und bringt dabei noch eine bessere Ausstattung mit. Sieben Airbags, ESP, Aluräder, das erwähnte Head-Up-Display und eine Klimaautomatik sind immer an Bord. Andere Komfortextras dagegen sind teuer: Das Navi inklusive Rückfahrkamera und Einparkassistent kostet 2.300 Euro, der Abstands-Tempomat 1.500 Euro und ein Solarschiebedach, das im  abgestellten Fahrzeug mit Strom die Lüftung antreibt, schlägt mit 1.000 Euro zu Buche.

Die Schätzungen für den Absatz in Deutschland sind eher verhalten: Rund 6.000 Fahrzeuge will Toyota bis Jahresende hierzulande noch unters Volk bringen, 2010 sollen es 1.000 mehr sein. Zum Vergleich: In den USA wurden in den ersten Tagen schon 10.000 Fahrzeuge bestellt, und in Japan wurden in nur einem Monat sogar 18.000 Prius geordert.

Galerie: Erster Test Toyota PriusFazit

Ja, der Prius ist sparsam! Doch was sich Toyota durch extrem aufwändige und teure Technik erkauft, lässt sich - zumindest größtenteils - auch mit einem modernen Dieselmotor erreichen. Allerdings arbeiten die Japaner an einer Plug-in-Variante des Prius, die ab Herbst 2009 in einer Kleinserie getestet werden soll. Deren Lithium-Ionen-Akku(!) kann dann auch an der Steckdose geladen werden und lässt erwarten, dass der Wagen eine deutlich weitere Strecke im reinen Elektrobetrieb zurücklegt. Damit hätte der Prius wieder einen großen Vorteil gegenüber den Selbstzündern.

 
5
414

Gebrauchtwagen-Kaufberater

Sie suchen einen Gebrauchten? Unsere Kaufberater sagen Ihnen, worauf Sie bei Ihrem Traumwagen achten müssen.

Suche nach Angeboten

Marke
Model
Fahrzeugrückruf
Hier verpassen Sie keinen Rückruf vom Hersteller mehr. Wir informieren Sie sofort per E-Mail.
Zum Rückrufservice

Frage der Woche

ServiceWelten

Sicherheit online

Schützen Sie sich vor Datenklau (Phishing), Scheckbetrug und unseriösen Angeboten.
Surfen Sie sicher mit unseren Tipps.