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Galerie: Erster Test Toyota Rav4 Facelift

Erster Test: Toyota Rav4 Facelift

Frischekur für den Vorreiter

10.06.2010

Mit dem Rav4 hat Toyota 1994 das Kompakt-SUV-Segment begründet und viele Hersteller zogen nach. Mittlerweile werden in Deutschland jährlich 130.000 der kleinen Offroader verkauft. Um sich ihren Anteil an diesem Kuchen weiterhin zu sichern, haben die Japaner die seit 2006 erhältliche, dritte Generation des Rav4 aufgefrischt.

Bereits im vergangenen Jahr hat Toyota das Rav4-Modellprogramm überarbeitet, unter anderem gibt es seither eine reine Frontantriebs-Variante, einen optimierten Benzinmotor, den man mit CVT-Getriebe kombinieren kann, sowie eine Sechs-Gang-Automatik für den kleinen Diesel. Zusammen mit der optischen Überarbeitung startet das Kompakt-SUV jetzt gut gerüstet in die zweite Lebenshälfte.

Ein breiterer Kühlergrill, neue Scheinwerfer und ein aerodynamisch optimierter Stoßfänger lassen den Rav4 in der Frontansicht noch bulliger auftreten. Chromzierrat an Kühlergrill und Nebelscheinwerfer soll den Premium-Anspruch des Japaners betonen. Hinten gibt es ab sofort LED-Rückleuchten.

Falsch rum

Galerie: Erster Test Toyota Rav4 FaceliftGeblieben ist die für Rechtsverkehr-Verhältnisse falsch rum öffnende Hecktür; sie schwingt nach rechts, also zum Gehweg hin auf und steht beim Beladen entsprechend oft im Weg. Dafür bietet der Rav4 nach wie vor einen der größten Kofferräume im Segment (580 bis 1.750 Liter). Und die drei Einzelsitze im Fond lassen sich nicht nur in der Länge verschieben, sondern auch vom Gepäckraum aus einfach umklappen.

Apropos Sitze: Das Gestühl könnte generell etwas mehr Komfort bieten, gerade in der ersten Reihe fallen die relativ kurze Sitzfläche und die hohe Sitzposition auf. Das mag zwar kleinen Fahrern entgegenkommen, für Großgewachsene ist es allerdings gewöhnungsbedürftig. Neue Leder-Alcantara-Polster sollen den Wohlfühlfaktor zukünftig steigern, können allerdings nicht über das reichlich verbaute Hartplastik hinwegtäuschen. Immerhin: An der Verarbeitung gibt es nichts zu meckern.

Automatik für kleinen Diesel

Galerie: Erster Test Toyota Rav4 FaceliftNeben dem 158 PS starken Benziner, der, wie bereits erwähnt, wahlweise mit Front- oder Allradantrieb bestellbar ist, bietet Toyota weiterhin zwei Dieselversionen an. Der 150-PS-Selbstzünder wird ebenfalls als 2WD angeboten, will man allerdings nicht selber schalten, muss man zum Allradantrieb greifen. Nur dann ist die Sechs-Stufen-Automatik lieferbar. Den großen 170-PS-Diesel gibt es dagegen ausschließlich mit Vierradantrieb und manuellem Sechs-Gang-Getriebe. Er verfügt dafür über die D-Cat-Abgasreinigungstechnologie zur Reduzierung der schädlichen Stickstoffe.

Ob sich die Investition in die 1.800 Euro teure Automatik, die übrigens erst ab der mittleren Ausstattung zur Wahl steht und damit den Grundpreis auf 31.900 Euro anhebt, lohnt, sollte jeder nach einer Probefahrt selbst entscheiden. Zwar nimmt sie dem Fahrer freilich die Gangwechsel ab, doch hemmt das Wandlergetriebe das Temperament des eigentlich recht spritzigen Diesels spürbar und verhindert oftmals durch zu frühes Runterschalten ein volles Ausspielen des reichlich vorhandenen Drehmoments.

Ausreichend Kraft

Galerie: Erster Test Toyota Rav4 FaceliftImmerhin 350 Newtonmeter liegen zwischen 2.000 und 2.800 Umdrehungen an der Kurbelwelle an und werden über eine Lamellenkupplung zwischen den beiden Achsen verteilt. Dabei ist auch der Rav4 im Normalfall als Fronttriebler unterwegs, um die Reifen zu schonen und Sprit zu sparen. Erst bei Bedarf wird ein Teil der Kraft an die Hinterachse geleitet; maximal können 45 Prozent nach hinten geschickt werden. Per Tastendruck lässt sich diese nahezu paritätische Kraftverteilung auch erzwingen.

Galerie: Erster Test Toyota Rav4 FaceliftDie Automatik schluckt allerdings nicht nur Leistung, sondern auch Sprit. Mit 7,1 Liter Durchschnittsverbrauch liegt dieser Rav4 über einen Liter höher als die Modelle mit manuellem Getriebe. Bei der Beschleunigung hinkt er dagegen mit 10,8 Sekunden ein paar Zehntel hinterher und auch die maximale Geschwindigkeit liegt mit 185 km/h fünf Zähler unter den Handschaltern.

An Lenkung und Fahrwerk haben die Ingenieure übrigens nichts verändert. Wie gehabt federt bietet der Rav4 einen ausgewogenen Kompromiss bei der Feder-Dämpfer-Abstimmung, die Unebenheiten weitgehend neutralisiert und trotzdem ausreichend straff ist, um ohne große Seitenneigung um die Kurve zu kommen.

Technische Daten
 
Marke und Modell   Toyota Rav4 2.2D-4D
     
Abmessung und Gewicht    
Länge/Breite/Höhe (mm)   4.445 / 1.815 / 1.720
Radstand (mm)   2.560
Wendekreis (m)   11
Leergewicht (kg)   1.550
Kofferraum (Liter)   586 - 1.752
Bereifung Testwagen   225/65 R 17
Motor    
Hubraum (ccm) / Bauart   1.987 / R4
Leistung (kW / PS)   110 / 150
Drehmoment (Nm) / Umdrehungen   340 / 2.000 - 2.800
Antriebsart   Allradantrieb
Getriebeart   6-Gang-Automatik
Verbrauch    
Krafstoffart   Diesel
Kombiniert laut Werk (l/100km)   7,1
CO2-Emissionen (g/km) / Abgasnorm   186 / Euro 5
AS24-Verbrauch (l/100km)   k .A.
Fahrleistungen    
Werksangabe 0-100km/h (s)   10,8
AS24-Sprint 0-100km/h (s)   k .A.
AS24-Bremstest 100-0km/h (m)   k .A.
Höchstgeschwindigkeit (km/h)   185
Preise    
ab (Euro)   31.900,00
Empfohlene Extras   Einparkhilfe vorne und hinten (740 Euro), DVD-Navigationssystem (1.600 Euro), USB-Anschluss (230 Euro)
 
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Fazit

Viel haben die Rav4-Kunden in den vergangenen vier Jahren scheinbar nicht kritisiert, sonst hätten die Entwickler sicher größere Eingriffe, wie zum Beispiel kürzlich beim Auris-Facelift, vorgenommen. Die kleinen optischen Retuschen stehen dem Kompakt-SUV gut zu Gesicht und die erweiterte Palette an Motor-Getriebe-Kombinationen wird helfen, noch mehr Kundenwünsche zu befriedigen. Ob man sich mit der optionalen Wandlerautomatik allerdings einen Gefallen tut, muss jeder Fahrer selbst entscheiden.    

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