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Galerie: Erster Test Toyota Urban Cruiser

Erster Test: Toyota Urban Cruiser

Teurer Stadtindianer

29.04.2009

Es gibt Autos, die niemand braucht. 1000-PS-Boliden zum Beispiel oder Geländewagen-Coupés. Und auch die so genannten Mini-SUV fallen in diese Kategorie. Zu denen will auch der Urban Cruiser zählen, mit dem Toyota abenteuerlustige Stadtindianer begeistern will.     

Schon die Bezeichnung Mini-SUV geht ein wenig an der Realität vorbei - zumindest der zweite Teil. Mini kann man bei 3,93 Metern Außenlänge zwar noch gelten lassen, aber SUV? Nur weil der Urban Cruiser minimal höher ist, als andere Kleinwagen und mit pseudorobusten Plastikverkleidungen daherkommt?   

Einfach ein Kleinwagen

Außerdem: Übersetzt man den Namen Urban Cruiser, heißt das so viel wie „gemütlicher Gleiter für den städtischen Raum“ - und dafür braucht‘s mit Sicherheit kein SUV. Also, weg mit dem Mini-SUV: Der Toyota ist schlichtweg ein handlicher Kleinwagen für die Stadt, der mit seiner Kastenform mit Kia Soul und Daihatsu Materia beziehungsweise anderen Pseudo-SUV im Mini-Format wie etwa Suzukis SX-4  konkurrieren will.

Toyota Urban CruiserEben jene erwähnte Kastenform verspricht in der Regel ein üppiges Platzangebot auf engem Raum. In der ersten Reihe ist dies im Urban Cruiser durchaus gegeben, in der zweiten aber schon nicht mehr so sehr. Für kurze Strecken, wie sie eben im Stadtverkehr auftreten, kann man aber auch im Fond Platz nehmen.

Und der Kofferraum? Er fasst in Normalstellung der verschiebbaren und in ihrer Lehnenneigung variablen Rücksitze ordentliche 388 Liter. Klappt man die Rückbank um, passen bis zu Fensterkante 749 Liter in das Gepäckabteil. Eine ebenen Kofferraumboden gibt es allerdings nicht, dafür aber eine recht hohe Ladekante.

Unbefriedigend

Die geschwungene Mittelkonsole ist zwar übersichtlich angeordnet und mag zum Charakter des City-Flitzers passen, wirkt aber verspielt. Anders dagegen das strenge, dreigeteilte Kombiinstrument. Mit übertrieben tief liegendem Tacho und sehr klein geratener Tankuhr ist es zudem schlecht ablesbar.

Toyota Urban CruiserZahlreich vorhandene Flaschenhalter nehmen zwar allerlei Getränke oder Kleinkram auf, eine große Ablage fehlt allerdings. Dafür gibt es ein zweigeteiltes Handschuhfach, dessen oberes Abteil wegen des nicht weit genug öffnenden Deckels nur bedingt praktisch ist.  

Nur bedingt zufrieden stellend sind auch die Materialien und deren Verarbeitung: Die Oberflächen der verbauten Kunststoffe fühlen sich teilweise billig an und manch bewegliches Teil, wie zum Beispiel ein ausfahrbarer Cupholder, wirkt etwas windig. Dabei ist der Urban Cruiser alles andere als ein Billig-Auto.

Kein Billig-Auto

Toyota Urban CruiserUnter 16.950 Euro ist der handlich zu fahrende, straff gefederte Toyota nicht zu bekommen. Und dann auch nur in der einfachsten Ausstattungsvariante - immerhin mit ESP, dafür ohne Klimaanlage, ohne USB-Anschluss und nur in Weiß. Der günstigste Diesel fängt gar erst bei 22.950 Euro an, dafür in der mittleren Ausstattungslinie (Benziner: 19.200 Euro), die immerhin Nebelscheinwerfer, ein Lederlenkrad mit Bedientasten, elektrische Fensterheber rundum, eine manuelle Klimaanlage und einen Aux-Eingang mit an Bord hat.

Der aus dem Toyota Yaris bekannte 1,33-Liter-Benziner kommt standardmäßig mit einer geschmeidig operierenden Start-Stopp-Automatik, wirkt aber trotz seiner 101 PS mit dem 1,2 Tonner etwas überfordert. Dem Triebwerk fehlt es an Spritzigkeit und Durchzug, die man hoffentlich dem sparsamen Verbrauch (5,5 Liter) geopfert hat.

Toyota Urban CruiserDiesel nur mit Allrad

Anders als der ausschließlich frontgetriebene Benziner ist der 1,4 Liter große Diesel nur mit Allradantrieb erhältlich, der die Kraftverteilung nach Bedarf zwischen 100 Prozent an der Vorderachse und einer 50:50-Aufteilung regelt (per Tastendruck bis 40 km/h sperrbar). Das unterstreicht zwar den SUV-Charakter, bietet in der Stadt aber keinen erkennbaren Vorteil. Wohl aber reduziert der Vierradantrieb den Kofferraum, verhindert das Verschieben der Rückbank und erhöht das Gewicht.

Mit 90 PS ist der Selbstzünder dem Ottomotor nominell unterlegen, trotzdem treiben seine  205 Newtonmeter (zwischen 1.800 und 2.800 Touren) den Urban Cruiser etwas flotter voran. Ein ausgeprägtes Turboloch sowie der ruppige Lauf mindern aber den Fahrspaß. Immerhin: Mit 4,9 Litern ist der Diesel trotz 4x4-Antrireb äußerst sparsam unterwegs und macht den Toyota zum verbrauchsgünstigsten Allradfahrzeug weltweit.

Toyota Urban CruiserHier wie da verbaut Toyota ein Sechs-Gang-Getriebe, das zwar eine angenehme Spreizung aufweist, es an Schalt-Präzision aber vermissen lässt. Hinzu kommt die Kupplung mit undefiniertem Schleifpunkt, die einen sensiblen linken Fuß verlangt. Über ein Automatikgetriebe ist momentan allerdings genauso wenig bekannt, wie über eine frontgetriebene Dieselversion oder einen Allrad-Benziner. Auch sind weitere Motorisierungen derzeit nicht in Planung.

Fazit

Nur 2.500 Einheiten gibt Toyota als Absatzziel 2009 in Deutschland an. Die niedrige Zahl verrät, dass sich die Verantwortlichen scheinbar selbst nicht ganz sicher sind, ob ihre selbstbewusste Preispolitik aufgeht. Schließlich erhält man für den gleichen Preis einen VW Golf, und vergleichbare Konkurrenzmodelle, wie etwa der Suzuki SX-4, liegen 2.000 Euro unter dem Urban Cruiser-Preis. Greift man bei Toyota nach der Top-Version, muss man 24.000 Euro auf den Tisch legen - dafür gibt es auch einen Mini Cooper S, einen Opel Insignia oder einen Jeep Compass. Und mit letzterem hat man dann ein echtes SUV.  

Toyota Urban Cruiser

 
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