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Galerie: Erster Test Toyota Verso 2.0 D4-D Facelift

Erster Test: Toyota Verso 2.0 D4-D Facelift

MC Verso

18.01.2013

MC Verso? Man könnte hinter dieser Bezeichnung eine beinharte Rockertruppe oder vielleicht einen narzisstischen Musikdiktator vermuten, doch Fehlanzeige: MC steht für Facelift, Toyota-intern Minor Changes genannt, was auf Deutsch „kleine Änderungen“ heißt.  Diese zeigen im Fall des über drei Jahre alten Verso stellenweise große Wirkung und lassen den C-Segment-Van besser dastehen und fahren als je zuvor.

Insgesamt 470 Teile will Toyota beim Verso erneuert haben, 60 Prozent davon sollen sichtbar sein, was vor allem der Außenoptik zu mehr Ausstrahlung verhilft. Zumindest frontseitig hat der Fünftürer eine fast schon radikale Auffrischung erfahren, die auf den ersten Blick eine neue Generation vermuten lässt. Breiter, stämmiger, schnittiger und fast futuristisch wirkt das Gesicht des Verso jetzt.

Die schmaleren Scheinwerfer, die eine feine horizontale Chromstrebe im Kühlergrill verbindet, schauen technischer und edler drein. Zusätzlich erinnert der Blick zusammen mit den integrierten LED-Tagfahrlichtern stark an die Neuauflage des kompakteren Auris. Auch die Außenspiegel mit jetzt integrierten LED-Blinkern verleihen dem aerodynamisch verfeinertem Design einen moderneren Touch.  

Kleine Chrom-Offensive

Das sieht nicht nur besser aus, die windschnittigere Außenhaut bietet außerdem handfeste Vorteile in Hinblick auf Fahrgeräusche, Verbrauch und Fahrstabilität. Weitgehend der Alte ist der Verso allerdings jenseits der A-Säule geblieben und sorgen lediglich am Heck ein paar Feinheiten wie eine breite Chromspange auf dem Kofferraumdeckel für eine diskrete Aufwertung.

Galerie: Erster Test Toyota Verso 2.0 D4-D FaceliftDiese fällt im Innenraum wiederum deutlich umfangreicher aus, denn mit einigen feinen Chromzierleisten, mattierten Kunststoffen in der Mittelkonsole oder einer haptisch angenehmen Softtouch-Oberfläche auf dem Armaturenbrett gestaltet sich der Aufenthalt deutlich angenehmer als beim Vorgänger. Wohliger fühlt man sich im Verso auch dank verbesserter Gummidichtungen und des überarbeiteten Schallschutzes der vorderen Spritzwand, was für einen hörbar besseren Akustikkomfort sorgt.

Im neuen Verso hat man in jedem Fall das Gefühl, in einem im Vergleich zum Vorgänger höherwertigen Fahrzeug zu sitzen. Allerdings finden sich trotz der MC-Maßnahmen auch weiterhin kleinere Verarbeitungsschwächen und Kunststoffoberflächen, die einem über 20.000 Euro teuren Automobil nicht wirklich würdig sind. Kleinigkeiten eigentlich, doch etwas konsequenter hätte der Feinschliff noch ausfallen dürfen.

Deutlich weniger Durst

Galerie: Erster Test Toyota Verso 2.0 D4-D FaceliftEtwas inkonsequent war man auch beim Motoren-Update, denn der in vielen Punkten verbesserten 2.0 D4-D muss weiterhin ohne Start-Stopp-Automatik auskommen. Der bei Verso-Kunden recht beliebte Zwei-Liter-Dieselmotor hat dennoch deutlich gewonnen. Diverse kleinere Maßnahmen haben seine Laufkultur erhöht, während der Verbrauch gesenkt wurde. Bei unverändert 124 PS und 310 Newtonmeter soll der Vierzylinder einen Normverbrauchswert von nur noch 4,9 Liter bieten – eine Reduktion um stolze 0,7 Liter. Beim VW Touran 2.0 TDI mit Bluemotion Technology liegt der Normverbrauch bei 4,8 Liter.

Im Fahrbetrieb kann der Verso positiv überraschen, denn gleich vom Start weg machen sich die Auswirkungen der Akustikmaßnahmen bemerkbar und ist der Toyota-Van tatsächlich ein angenehm ruhiger Zeitgenosse geworden, trotz des von Natur aus recht rauen Dieselmotors im Bug. Etwas präsenter wird das Aggregat, wenn man maximale Leistung abfragt, die dem Fahrer spontan geliefert wird, denn das maximale Drehmoment steht zwischen 1.600 und 2.400 Touren voll zur Verfügung. Beim entspannten Cruisen bei niedrigen Drehzahlen kann man spontan auch angenehm kraftvollen Durchzug abrufen. Im Idealfall fällt Tempo 100 nach 11,3 Sekunden, maximal sind 185 km/h möglich. Zum Vergleich: Ein VW Touran 2.0 TDI sprintet in 9,9 Sekunden und wird maximal 203 km/h schnell.

Bessere Straßenlage

Galerie: Erster Test Toyota Verso 2.0 D4-D FaceliftEin weiterer Optimierungsschwerpunkt beim Verso betrifft das Fahrwerk, welches spürbar in Richtung Dynamik getrimmt wurde. Der Toyota-Van vermittelt ein steiferes und präziseres Fahrgefühl, was ihn zwar nicht gleich zum Chefdynamiker qualifiziert, doch im Vergleich zum Vorgänger legt es sich spürbar geschmeidiger bei flotter Fahrt in Kurven und rollt dank verbesserter Radaufhängung und Abstimmung der Lenkung mit mehr Akkuratesse überm Asphalt. Dabei zeigt der Unterbau sich dennoch von einer angenehm komfortablen, alltagsunbedenklichen Seite, die eher selten auch mal verzeihliche Härten ins Spiel bringt.

In einem für die Kunden ganz entscheidenden Punkt bleibt der neue Verso ganz der Alte: Unverändert handelt es sich um ein hochvariables und geräumiges Kompaktmodell, welches standardmäßig mit fünf und optional sogar mit sieben Sitzen bestellbar ist. Wobei beim maximal bestuhlten Verso den Gästen der dritten Reihe ein sehr kleiner Entfaltungsspielraum geboten wird, der höchstens kleinen Kindern zumutbar ist. Alternativ lassen sich alle Sitze dank der Abwesenheit eines Kardantunnels schön flach umklappen und dann in den topfebenen Laderaum maximal rund 1.700 Liter einladen. Zwischen Maximal-Kofferraum und Siebensitzer sind noch 30 weitere Sitzkonfigurationen möglich.

Insgesamt fünf Motoren

Galerie: Erster Test Toyota Verso 2.0 D4-D FaceliftEbenfalls einigermaßen variantenreich ist das Angebot an Motoren, das wie bisher aus zwei Benzinern mit 132 oder 147 PS und zwei weiteren Dieselmotoren mit 150 und 177 PS besteht. Während alle Motoren mit einem manuellen Sechs-Ganggetriebe kombiniert werden, kann einzig beim Top-Benziner alternativ ein stufenloses CVT-Getriebe das Übersetzungsverhältnis automatisch variieren.

Wie gehabt bietet Toyota noch drei verschiedene Ausstattungsversionen: Eine namenlose und abgesehen von der vollständigen Sicherheitsausstattung noch recht nackte Basis, die beliebte und schon ansatzweise luxuriös bestückte Version Life, sowie die satt mit Komfort gesegnete Top-Ausstattung Executive. Die Qual der Wahl ist für Verso-Kunde also nicht sonderlich groß und weitere Optionen lassen sich in attraktiv geschnürten Paketen ordern. Neu sind übrigens ein großes Panoramaglasdach sowie der Multimedia-Vielkönner Touch&Go, der neben der Wegweiser-Funktion auch die zeitgemäße Einbindung von Smart-Phone und Internet ermöglicht.

Galerie: Erster Test Toyota Verso 2.0 D4-D FaceliftMit dem Basisbenziner kommt Verso offiziell am 13. April 2013 ab 21.150 Euro in den deutschen Markt. Gegenüber dieser Einstiegsversion verlangt Toyota für das Paket Life 2.400 und die Ausstattung Executive 7.400 Euro Aufschlag. Damit liegt der Grundpreis exakt 1.000 Euro unterhalb der Basisversion des VW Touran.

 
Fazit

Mario Hommen

470 Teile hat Toyota bei der dritten Verso-Generation nach etwas mehr als drei Jahren ausgetauscht und damit in mehreren Punkten den Kompaktvan geschickt optimiert. Auffällig sind die Aufwertungen von Vorderwagen und Cockpit, dank derer der Verso einen deutlichen Attraktivitätsschub erfährt.

Vor allem aber hat der Verso akustisch gewonnen und ist selbst sensibleren Naturen die Fahrt mit dem Basisdiesel 2.0 D4-D klangtechnisch nunmehr zumutbar. Nebenbei läuft der Motor vibrationsärmer und trotz der Abwesenheit einer Start-Stopp-Automatik im Vergleich zum Vor-Facelift-Verso spart er zudem noch satte 0,7 Liter Sprit auf 100 Kilometer.

Schließlich profitiert der Verso von einigen kleineren Fahrwerksverbesserungen, die den Van spürbar direktere Rückmeldung geben und ein kurvenwilligeres Fahrverhalten vermitteln, allerdings nicht zu Lasten des ordentlichen Komforts.

Schließlich aber bleibt sich der Verso im Kern treu und dürfte er mit seiner Variabilität und dem üppigen Platzangebot vor allem für Familien weiterhin ein begehrenswerter und treuer Weggefährte bleiben.
 
 

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