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Galerie: Erster Test Toyota Yaris Hybrid

Erster Test: Toyota Yaris Hybrid

So klein und schon Hybrid

04.06.2012

Nicht zu Unrecht heißt man Toyota gern Pionier der Hybridtechnik; bereits 1997 brachten die Japaner die erste Generation des Prius auf den Markt, mittlerweile haben sie zusammen mit ihrer Nobeltochter Lexus zahlreiche Doppelherz-Modelle im Portfolio. Bei der Hybridisierung der Kleinwagen kam ihnen allerdings Honda mit dem Jazz zuvor. Jetzt wagt sich Toyota mit dem Yaris auch in dieses Segment.

Sein Hybridsystem hat sich der immer fünftürige Doppelherz-Yaris, der an einer eigenständigen Front mit weit aufgerissenem Kühlergrill-Maul und neu gestalteten LED-Rückleuchten (ab der zweiten Ausstattungslinie) zu erkennen ist, bei seinen großen Brüdern Prius und Auris abgeschaut. Die einzelnen Komponenten speckten für den Kleinwageneinsatz etwas ab; bei der Leistung, aber auch beim Gewicht. 20 Prozent oder 42 Kilogramm wiegt der Yaris-Antrieb weniger als die Auris-Version.

Bekannte Hybrid-Technik

Galerie: Erster Test Toyota Yaris HybridStatt des 1,8-Liter-Benziners kommt im Yaris ein nur anderthalb Liter großer Ottomotor zum Einsatz, der aus der zweiten Prius-Generation bekannt ist. Auch der unterstützende Elektromotor musste Federn lassen, statt 60 Kilowatt leistet er im Yaris nur 45 Kilowatt. Beide Kraftquellen zusammen sind gut für glatte 100 PS und machen den Hybrid zum stärksten Antrieb im Yaris-Programm. Den Platz des Sparmeisters muss er sich allerdings mit der 90-PS-Dieselvariante teilen; beide konsumieren im Idealfall 3,5 Liter Treibstoff. Damit fährt der Diesel zwar günstiger, der Hybrid aber sauberer: Der CO2-Ausstoß des Teilzeit-Stromers liegt mit 79 Gramm je Kilometer fast 30 Gramm unter dem des Selbstzünders.

Wie Prius und Auris, speichert auch der Yaris Hybrid seinen Strom in einem nicht mehr ganz zeitgemäßen Nickel-Metallhydrid-Akku, der unter der Rücksitzbank verstaut ist. Mit 120 statt 168 Zellen ist er ein ganzes Stück kleiner als im Auris; die klassenüblichen 286 Liter Kofferraumvolumen werden dadurch nicht eingeschränkt. Einer verschiebbaren Rückbank wie in der Vorgängergeneration steht die Batterie allerdings im Weg.

Zwei Kilometer elektrisch

Galerie: Erster Test Toyota Yaris HybridSein Potenzial spielt der Yaris Hybrid da aus, wo er zuhause ist: in der Stadt. An der Ampel stellt der Kleinwagen den Benziner ab, angefahren wird immer elektrisch. Maximal zwei Kilometer kann der Toyota rein elektrisch fahren; bis 50 km/h funktioniert der EV-Modus – das hat der Toyota dem Honda Jazz Hybrid voraus. Wer ausgiebig stromert, kann innerstädtisch sogar einen Verbrauch von nur 3,1 Litern erzielen. Allerdings muss sich der Fahrer schon sehr beherrschen, um das Gaspedal nur zu streicheln und nicht zu viel Leistung abzurufen; dann springt in Windeseile der Benziner in die Presche und an.

Beide Antriebe zusammen sind ein eingespieltes Team. Der Elektromotor lehrt mit seinem vom Stand weg verfügbaren Drehmoment (169 Newtonmeter) den Sauger, was Durchzug bedeutet, und dieser steuert ab 3.600 Umdrehungen seine 111 Newtonmeter bei. So absolviert der Hybrid den Standardsprint in 11,8 Sekunden; damit liegt er zwischen dem etwas langsameren 99-PS-Benziner mit Automatik und dem Diesel mit 90 PS als Handschalter. Maximal läuft der Hybrid 165 km/h.

Bei Vollgas laut

Galerie: Erster Test Toyota Yaris HybridMaximale Beschleunigung oder Top-Speed-Fahrten sind aber nicht die Paradedisziplin des Yaris Hybrid: Beim stärkeren Tritt aufs Fahrpedal lässt das stufenlose Automatikgetriebe den Motor spontan hochdrehen und die Nadel der Energieanzeige im Kombiinstrument schnellt vom Eco- in den Powerbereich; das macht viel Lärm, richtig zackig tritt der knapp 1,2 Tonnen schwere Yaris aber trotzdem nicht an. Hat man seinen rechten Fuß dagegen unter Kontrolle und beschleunigt man sanft, ist der Ottomotor kaum zu hören.

Auf der anderen Seite der Öko-Skala, die beim Hybrid den Drehzahlmesser im Kombiinstrument ersetzt, ist der Charge-Modus. Während die Nadel hier verweilt, arbeitet der E-Motor als Generator und lädt die Batterie. Das passiert vor allem beim Bremsen; schaltet man den Getriebewahlhebel auf B, rekuperiert und verzögert der Yaris stärker und erzeugt dementsprechend mehr Strom. Eine grüne Leuchte signalisiert zudem den rein elektrischen Modus, der nicht nur beim Anfahren aktiv ist: Meint der Yaris im Schiebebetrieb, dass die elektrische Kraft zum Dahingleiten genügt, wird der Benziner abgekoppelt und ausgestellt.

Sichere Straßenlage

Galerie: Erster Test Toyota Yaris HybridDass der Hybrid-Yaris ein paar Dutzend Kilogramm schwerer ist als seine Brüder, hat auf das Fahrverhalten keinen Einfluss. Die straffe Federung sorgt für eine sichere Straßenlage; sie lässt die Passagiere aber auch gut am Zustand der Straße teilhaben. Die Lenkung hingegen sollte während der Fahrt etwas mehr Rückmeldung geben; beim Rangieren ist ihre Leichtgängigkeit allerdings ein Vorteil. Anders als der konventionelle Yaris hat der Hybrid serienmäßig auch an der Hinterachse Scheibenbremsen, die Stopper könnten allerdings etwas feiner dosierbar sein. Ein elektronische Stabilitätsprogramm ist immer an Bord.

In der Basisausstattung sind außerdem elektrisch einstellbare Außenspiegel, elektrische Fensterheber vorn, der höhenverstellbare Fahrersitz sowie das in Höhe und Weite justierbare Lenkrad und eine Klimaautomatik vorhanden – ein Radio ist in den 16.950 Euro Grundpreis nicht dabei. Das gibt es in der Life-Version, inklusive Touchscreen und Rückfahrkamera für 17.900 Euro. Der vergleichbare 99-PS-Yaris mit Automatikgetriebe kostet in der Life-Ausstattung 17.070 Euro, der handgeschaltete Diesel 17.800 Euro. Die Nicht-Hybride haben aber nur eine Klimaanlage statt einer Automatik und hinten Trommelbremsen.

 
Fazit

Michael Gebhardt

Mit dem Yaris treibt Toyota die Demokratisierung des Hybrid-Antriebs weiter voran: 16.950 Euro sind für die Doppelherz-Technik günstig; für einen Kleinwagen ist es gleichwohl viel Geld. Aufgehoben ist die Technologie in diesem Segment aber bestens, die Kleinen sind vor allem in der Stadt unterwegs und da spielt der Hybrid seinen Trumpf aus.

Beim häufigen Anfahren kommt der E-Motor voll zum Einsatz und das viele Bremsen lädt die Batterie. Solange man den Yaris Hybrid moderat bewegt, arbeitet die Kombination aus Benziner und Elektroantrieb harmonisch und leise. Nur bei starker Leistungsabfrage wird der Yaris unangenehm laut. Um die versprochen dreieinhalb Liter Verbrauch zu erzielen, muss man sich noch allerdings besonders zusammenreißen. Bei normaler Fahrt zeigte der Bordcomputer 4,4 Liter an, was auf einen praktisch durchaus niedrigen Verbrauch hindeutet.
 
 

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