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Galerie: Erster Test Toyota Yaris

Erster Test: Toyota Yaris

Yaris-Zeiten

20.12.2005

Man soll aufhören, wenn es am schönsten ist, besagt ein viel zitiertes Sprichwort. Toyota handelt ähnlich: Wenn er am besten ankommt, wird er abgelöst. Die Rede ist vom Kleinwagen Yaris, der nach nur sieben Jahren Produktionszeit und stetig steigenden Verkaufszahlen einen Nachfolger erhält.

Ende dieses Jahres wird Toyota in Deutschland rund 22.500 Einheiten des aktuellen Yaris verkauft haben - so viel wie nie zuvor. Und trotzdem steht am 14. Januar 2006 der neue Yaris bei den Händlern. Warum? Toyota will trotz insgesamt rückläufiger Verkaufszahlen im Kleinwagensegment den Yaris-Absatz weiter steigern. Auf immerhin 30.000 Einheiten im kommenden Jahr.

Galerie: Erster Test Toyota YarisWas also kann der Neue besser? In jedem Fall ist er - wen wundert’s - länger, breiter und höher als der knuffige Vorgänger. Dessen „Ist-der-süß“-Wirkung ist jedoch verblasst. Zwar sind die Grundproportionen erhalten geblieben, auch die markante Schulter. Doch die Augen sind größer und böser ausgefallen, Grill und die Motorenhaube wuchtiger. Ursache hierfür sind in erster Linie die gestiegenen Sicherheitsanforderungen, allen voran beim Fußgängerschutz.

Schiebung

Markant ist auch der Längenwuchs um elf Zentimeter auf nun 3,75 Meter (Drei- wie Fünftürer). Das ist zwar immer noch Kleinwagenformat, doch sitzen nun auch große Nordmänner ausgesprochen kommod im kleinen Japaner. Vorne, weil der Fahrersitz in der Höhe und das Lenkrad in Höhe und Tiefe verstellbar sind (ab Ausstattungslinie Sol). Hinten, weil sich die Ingenieure eines immer beliebter werdenden Tricks bedienten: die teilbare (60:40) Rückbank ist um 15 Zentimeter in Längsrichtung verschiebbar, was auch langen Beinen Platz verschafft. Nicht berühmt ist dagegen Kopffreiheit im Fond, wo sich selbst der Durchschnittsmann (1,80 Meter) die Frisur am Dachhimmel plattdrückt.

Galerie: Erster Test Toyota YarisWas die eingeschränkte Kopffreiheit betrifft, wurde hier zu Gunsten der Variabilität gespart. Die schlaue Klappkinematik der Rückbank benötigt etwas Platz, ist aber supersimpel in der Bedienung. Mit einem Handgriff lassen sich die einzelnen Rücklehnensegmente umlegen, wobei sich die Polsterflächen ein Stück weit nach vorne abgesenken. Ergebnis: eine absolut ebene Ladefläche und ein maximales Ladevolumen von protzigen 1.183 Liter. Minimal, also bei beidseitig zurückgeschobenen Rücksitzen, bleiben immerhin 275 Liter. Der Kofferraum ist allerdings sehr flach, ebenso das Unterbodenstaufach (50 Liter), in dem beispielsweise eine Kamera oder ein Laptop blicksicher verstaut werden können.

Lässt tief blicken

Galerie: Erster Test Toyota YarisApropos verstauen: Für Kleinkram und auch Größeres bietet der Innenraum jede Menge schlaue Staufächer, darunter welche im Armaturenbrett und auch eines direkt hinter dem Lenkrad. Dort ist Platz vorhanden, da die Armaturen mittig angeordnet sind - im so genannten „3D-Tiefendisplay“. Zugegeben, die Digitalanzeigen lassen sich leicht ablesen, denn das Auge muss beim Blickwechsel von der Straße nicht großartig neu fokussieren. Nichtsdestotrotz wären klassische Rundinstrumente schöner gewesen, hätten besser zu den hochwertigen Kunststoffen und dem klaren Cockpitdesign gepasst.  

Motorenseitig stehen drei Aggregate zur Wahl, zwei Benziner und ein Diesel. Topmodell ist der 1.4 D-4D, ein Selbstzünder mit 90 PS und immerhin 190 Newtonmeter Drehmoment. Gefolgt von dem aus dem Vorgänger bekannten Vierzylinder-Benziner 1.3 WT-i mit 87 PS. Wir haben uns für unsere erste Ausfahrt für den Basismotor, den aus dem Aygo bekannten 1,0-Liter-Dreizylinder-Benziner entschieden. Eine gute Wahl, denn seine 70 PS kommen locker mit dem gerade einmal eine Tonne schweren Yaris (Dreitürer) zurecht.

Wendig und sparsam

Galerie: Erster Test Toyota YarisDrrrrr, drrrrr - untermalt vom typischen Dreizylinder-Dröhnen schiebt der Wagen an und hält spielend mit dem Verkehrsfluss mit. Enge Parklücken und verwinkelte Gassen sind ein Kinderspiel, denn sein auffallend kleiner Wendekreis (9,4 Meter) macht den Yaris zum idealen City-Hopper. Der Spaßfaktor beschränkt sich jedoch keinesfalls auf die Innenstädte dieser Welt. Auch auf der Autobahn geht es zügig voran, wenn gewünscht mit mehr als 150 Sachen. Landstraßen? Bitte: Die Servolenkung ist ausreichend präzise für flotte Kurvenpartien, das Fahrverhalten trotz komfortorientierter Fahrwerksabstimmung narrensicher. Und das Beste: der 1.0 WT-i ist ein echter Spritknauserer. Trotz gehobener Beanspruchung lag unser Testverbrauch bei unter sechs Litern Superbenzin.

Nicht gespart wurde hinsichtlich der Sicherheitsausstattung. Die beiden Einschränkungen vorweg: Der 1.0 hat nur vorne Scheibenbremsen, muss hinten mit Trommelbremsen auskommen. Und in der Basisausstattungslinie „Yaris“ (nur für 1.0 erhältlich) fehlen auch das Stabilitätsprogramm (VSC) und die Traktionskontrolle. Alle Varianten sind mit zahlreichen Airbags ausgerüstet, unter anderem sogar seitlichen Kopfairbags und einem Knie-Airbag für den Fahrer. Und: der Yaris erhielt die Bestwertung von fünf Sternen im Euro NCAP-Crashtest. Sehen lassem kann sich auch die Komfortausstattung: Bereits in der Basislinie ist ein CD-Radio serienmäßig. Mit echtem Luxus wie einer Klimaautomatik und schlüssellosem Einstiegs- und Startsystem verwöhnt die Toplinie „Exekutive“.

Galerie: Erster Test Toyota YarisDie Preise beginnen bei 10.950 Euro für den Dreitürer. Ausstattungsbereinigt ist der Basis-Yaris damit günstiger als sein Vorgänger. In der empfehlenswerten Ausstattungslinie Luna und als Fünftürer kostet der 1,0 dann schon 13.050 Euro, das Spitzenmodell mit Diesel und „Executive“-Ausstattung 18.650 Euro. Packt man hier noch das fummelig zu bedienende Navigationssystem hinein, sprengt der kleine Toyota die 20.000er Marke. Dermaßen hochgerüstet wird der Yaris jedoch eher selten die Werkshallen verlassen. Für alle wichtig und besonders die günstigem Einstiegsmodelle interessant: Der neue Yaris hat rund ein Drittel geringere Wartungskosten als der Vorgänger und erhielt die günstigste Versicherungseinstufung in seiner Klasse.

Fazit

Eine große Nummer, der Kleine von Toyota: Der neue Yaris ist ein ausgereifter Kleinwagen, der im Vergleich zum Vorgänger deutlich hochwertiger und erwachsener auftritt. In Sachen Qualitätseindruck und Variabilität gehört er zu den Besten des Segments. Der Basismotor mit drei Zylindern erweist sich als völlig ausreichend, zumal er sehr sparsam zu Werke geht. Dazu kommen geringe Wartungskosten und eine supergünstige Versicherungseinstufung.

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