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Galerie: Erster Test Volkswagen Tiguan Allspace

Erster Test: Volkswagen Tiguan Allspace

Lückenschließer

30.06.2017

Der Tiguan wandelt auf den Spuren des Skoda Kodiaq. Als Allspace mit einem gegenüber dem normalen Tiguan um fast elf Zentimeter verlängerten Radstand spricht das ab November für mindestens 30.000 Euro erhältliche Fahrzeug die gleichen Kunden an, wie das Modell der tschechischen Konzerntochter. Das Wachstum macht sich vor allem im Platzangebot für Passagiere und Gepäck bemerkbar. In der zweiten Sitzreihe dürfen sich die Mitfahrer etwa über fast sechs Zentimeter mehr Kniefreiheit freuen. Auch der Ein- und Ausstieg ist komfortabler, da die hinteren Türen deutlich größer geworden sind. Wenig Komfort hingegen gibt es auf den beiden im Ladeboden versenkbaren Sitzen in der dritten Reihe (750 Euro). Mehr als eine Körpergröße von 1,50 Metern sollte man nicht aufweisen, um dort Platz zu nehmen. Sonst wird’s richtig ungemütlich.

Erheblich gestiegen ist das Laderaumvolumen. Statt 615 Liter beim Tiguan stehen im Allspace mindestens 760 und maximal 1.920 Liter zur Verfügung. Als 5+2-Sitzer können hinter den beiden Stühlen in Reihe drei noch immer 230 Liter (bis zur Lehnenoberkante) als Stauraum genutzt werden. Und das sehr variabel. Denn die beiden Teile der asymmetrisch geteilten Rückbank lassen sich in der Länge um bis zu 18 Zentimeter verschieben. Das Umklappen der Lehnen erfolgt bei Bedarf über eine Fernentriegelung im Kofferraum. Dann entsteht eine ebene - allerdings von einem ziemlich breiten Spalt unterbrochene - Fläche mit einer Gesamtlänge von 1,92 Meter. Damit wird der Allspace fast zu einem Kleintransporter.

Sechs Motoren im Angebot

Galerie: Erster Test Volkswagen Tiguan AllspaceDas gilt allerdings nicht für seine Fahreigenschaften. Zwar stand für die ersten Touren mit dem verlängerten Tiguan lediglich die US-Version mit entsprechend weicherer Fahrwerksabstimmung und noch indifferenterem Lenkverhalten zur Verfügung. Denn in Nordamerika kommt der auch für den europäischen Markt im mexikanischen Puebla produzierte Wagen bereits im Sommer in den Handel. Doch schon diese Variante deutet an, dass der Allspace auch durchaus dynamisch zu fahren sein wird. Selbst wenn die in diesem Fall aufgezogenen Pirelli-Ganzjahresreifen mit wenig Grip den guten Gesamteindruck trüben. Die für Europa zu erwartenden anderen Pneus und die dann straffere Federung und Dämpfung dürften dem Allspace ähnliche Fahreigenschaften verleihen, wie sie der im vergangenen Jahr in die zweite Generation gegangene Tiguan auf die Straße bringt.

Galerie: Erster Test Volkswagen Tiguan AllspaceFür den Einsatz in Deutschland wird Volkswagen den Allspace, dem 20 Prozent der Tiguan-Verkäufe zugetraut werden, mit sechs Motoren anbieten. Einstiegsversion ist der 1,4-Liter-TSI mit 110 kW/150 PS. Der Zweiliter-TSI steht mit 132 kW/180 PS oder 162 kW/220 PS zur Wahl. Dieselseitig gibt es den Zweiliter-TDI in den drei Leistungsstufen mit 110 kW/150 PS, 140 kW/190 PS und 176 kW/240 PS. Alle Selbstzünder sind mit einem SCR-Katalysator und einem zwölf Liter großen AdBlue-Tank ausgestattet, um mit der Harnstoffeinspritzung die Stickoxid-Emissionen zu reduzieren. Während der 150 PS starke Benziner mit temporärer Zylinderabschaltung (Durchschnittsverbrauch laut VW 6,0 Liter/CO2-Ausstoß 135 Gramm) ausschließlich mit Vorderradantrieb zu haben ist, kann beim 150 PS starken Einstiegsdiesel Allradantrieb optional bestellt werden. Der Motor benötigt laut Norm dann 6,9 Liter (157 Gramm CO2).

Sämtliche anderen Triebwerke sind generell mit Allradantrieb und einem Doppelkupplungsgetriebe (DSG) kombiniert. Eine Besonderheit aller allradgetrieben Tiguan Allspace ist die Active Control mit Fahrprofilauswahl. Bedient wird das System über einen Multifunktionsschalter in der Mittelkonsole. Mit ihm aktiviert der Fahrer vier übergeordnete Modi und unterschiedliche Popup-Menüs.

Bessere Serienausstattung

Galerie: Erster Test Volkswagen Tiguan AllspacePassend zum Zuwachs an Radstand und Platzangebot hat VW auch die Serienausstattung des Allspace angepasst. Außer Klimaanlage, Lederlenkrad, Front Assist samt City-Notbremsfunktion und Fußgängererkennung, Spurhalteassistent und 17-Zoll-Alurädern sind bei der verlängerten Tiguan-Version unter anderem die Dachreling, ein Unterfahrschutz, das Infotainmentsystem Composition Colour mit acht Lautsprechern, das Connectivity Paket mit Telefon- und USB-Schnittstelle  sowie ein variabler Ladeboden in der Basisausstattung vorhanden. Die wird für knapp unter 30.000 Euro angeboten. Das sind etwa 1.800 Euro mehr als für den normalen Tiguan mit vergleichbarer Motorisierung. Aber auch 1.000 Euro weniger als für einen Skoda Kodiaq aufgerufen wird, der dann allerdings bereits mit einem Allradantrieb ausgerüstet ist.

Galerie: Erster Test Volkswagen Tiguan AllspaceDie Idee, statt eines langen Tiguan den ausschließlich in den USA angebotenen echten Siebensitzer Atlas nach Europa zu holen, hatte VW aufgrund der Abmessungen des Autos verworfen. Das 5,04 Meter lange SUV sei vor allem wegen seiner Breite von fast 2,20 Metern (inklusive Außenspiegeln) nicht für unsere Straßen geeignet. Sowohl die meist zu engen Parkhäuser als auch die oft nur zwei Meter breiten Überholspuren in Baustellen hatten gegen einen Import gesprochen. (sp-x/ws/jms)

 
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